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Essen und Trinken - Blog

DER KOMPOTTSURFER

Der Journalist und Autor Klaus Dahlbeck durchquert schon seit mehr als zwei Jahrzehnten die genussvollen Gebiete des Lebens. Sein persönliches Tagebuch öffnet den Blick in eine weite und spannende kulinarische Welt zwischen Versuchung und Verunsicherung.

20. Juni 2017

Zu doof zum Fast-Food-Essen.

Was Hunger wirklich bedeutet, wie er sich anfĂŒhlt, davon haben die allermeisten Menschen in Deutschland keine Ahnung. Und so klingt es schon ein wenig albern, wenn ich Hunger als Rechtfertigung fĂŒr meinen Besuch im Restaurant einer internationalen Fast-Food-Kette anfĂŒhre, die ich sonst so gut wie nie besuche. Echt gezz. Aber der Magen knurrte nun mal, gestern Nacht auf der Autobahn, irgendwo in SĂŒddeutschland. Und die selbstgemachte Wegzehrung, Couscous-Salat und KĂ€sestullen, war lĂ€ngst vertilgt; das Ziel der Fahrt noch lĂ€ngst nicht in Sicht. Also hielt ich vor einer dieser RaststĂ€tten, die Burger-NĂ€he pflegen.

Auf dem Parkplatz muss ich schon das erste Mal tief durchatmen. Aus der einen Richtung weht der Duft von gebratenem Fleisch herĂŒber, aus der anderen der nach Tiermist. Ein Viehtransporter mit nervösen Rindviechern auf dem Weg zum Schlachthof parkt gegenĂŒber. Drive In wĂ€re ein bisschen eng geworden, deshalb spaziert der Fahrer des Trucks ĂŒber den normalen Eingang rein und raus – in Hand und Mund einen Burger, dessen GrĂŒnzeugbelag und Sauce sich schon ĂŒber die Finger des Mannes verteilt hatten. Ich weiß genau, was er gerade durchmacht.

Also gegrilltes Rind in der Fernfahrerpranke und noch lebendiges auf dem Laster. Eine Situation, die man sich nicht ausdenken wĂŒrde, so plakativ wie sie ist. Ich weiß, dass mir die Geschichte trotzdem keiner abkauft. Aber genauso wie beschrieben war das. Doppelschwör!

Ich also rein. Ein paar junge Menschen stehen vor einem Bildschirm und tippen Bestellungen ein. Innerhalb von 60 Sekunden fĂ€llt mindestens dreimal das Wort nice. Ich habe keine Ahnung, was diese Kids nice finden, das GerĂ€t oder das Angebot. Oder beides. Ich mache ganz nice einen auf oldschool. Und will an der Theke bestellen. Das erweist sich als nicht so einfach, wenn man mit den MenĂŒoptionen, Angeboten und Preisen nicht so vertraut ist. Die Jugendlichen stehen mittlerweile am Tresen und warten auf ihr Essen. Sie lĂ€cheln mir mitleidig zu. Als sei ich ein Opa, der ein iPad fĂŒr ein Schneidebrett hĂ€lt oder Facebook fĂŒr zeitgemĂ€ĂŸ. Zu doof fĂŒr Fast Food. Irgendwo hupt ein Automat, den keiner abstellt. Das nervt. Ich bestelle MenĂŒ. Die Mitarbeiterin fragt mich “Pommes oder Curryreis?” Ich bin erfreut. Curryreis. Die machen Fortschritte. “Ja, ich nehme Curryreis.”

In der Zwischenzeit hatte ich mir bei anderen Besuchern abgeguckt, wie das mit der Ausgabe funktioniert. Bon aufbewahren schien wichtig zu sein, und tatsĂ€chlich musste man ihn abgeben, sobald das Essen aufgerufen wurde. Ich wartete lĂ€nger als die anderen. Irgendeiner vor mir hatte außerdem seine Abholung verschlafen. Schön blöd. Kalt werden seine frittierten Calamari sicher nicht schmecken. Aber immerhin gibt es Calamari. Und Reis. HĂ€tte ich nicht gedacht, dass sowas mal hier möglich sein wĂŒrde. “Hallo, ihr Essen,” spricht mich eine der Mitarbeiterinnen plötzlich an. “Nein, das ist nicht mein Essen,” antworte ich lĂ€chelnd. Der hupende Automat hupte immer noch. “Ich habe keine Calamari bestellt, sondern Curryeis.” “Ja, Curryreis!” sagt sie, und deutet auf die Kringel. Ich lache. “Das soll Curryreis sein?” Endlich stellt einer die Hupe ab. “Ja!” sagt sie, immer noch freundlich und zeigt auf die Angebotstafel. Ich schaue genauer hin, was da unter den Kringeln steht: Curly Fries.

Nun hatte ich also weder Curry Reis noch Calamari, ich hatte Curly Fries. Schmeckte ein bisschen nach Kindheitserinnerung. Auch wenn ich die gebratenen Reste von Mamas KartoffelpĂŒree eindeutig vorziehe. DemnĂ€chst also wieder Pommes. Bloß keine Experimente.

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14. Juni 2017

Hummus: kompottsurfers Allzweckdip fĂŒr den Sommer

Neulich hörte ich beim Einkauf im Supermarkt einen kleinen Jungen mit heller Stimme fragen: “Mama, machen Kichererbsen lustig?” Die Mama, etwas unter Strom, weil Einkaufen am Feierabend vor dem Feiertagswochenende kein Spaß ist, antwortete nicht. Gerade als ich mich einschalten und ein “sauer macht lustig” reinrufen wollte, dachte ich, nee, besser nicht, sonst ist vielleicht die Mama sauer, und das wĂ€re dann bestimmt nicht mehr lustig.

Klare Sache: Kichererbsen machen nicht lustig, sondern erstmal Arbeit, wenn man sie richtig weich kriegen und als Basis fĂŒr Hummus nutzen will, eine orientalische SpezialitĂ€t, die ich außer Haus schon in vielen Versionen gegessen habe, in tĂŒrkischen, arabischen, israelischen und marokkanischen Restaurants. Überall schmeckte es anders. Im besten Fall verströmt es dieses vielschichtige GewĂŒrzaroma, das mich an Geschichten aus 1001er Nacht denken lĂ€sst.

Ich verwende immer getrocknete Kichererbsen statt dieses Zeug aus dem Glas, das nicht selten einen unangenehmen Geruch ausdĂŒnstet. Am besten lĂ€sst man die getrockneten Kichererbsen erstmal ausgiebig Nacktbaden ĂŒber Nacht als Vorbereitung fĂŒr die Verarbeitung am nĂ€chsten Tag. Denn will man getrocknete Kichererbsen pastenweich pĂŒriert bekommen, muss man ihnen hart zu Leibe rĂŒcken. Zwölf Stunden, so steht es in vielen KochbĂŒchern, sollten sie in kaltem Wasser einweichen, bevor sie auf dem Herd gekocht werden. Ich gönne ihnen rund 20 Stunden.

FrĂŒher dachte ich, das Wort Hummus hĂ€tte irgendeinen etymologischen  Bezug zu Humus, aber nach allem, was ich herausfinden konnte, hat letzteres lateinischen Ursprung, der wiederum Erde bzw. Erdboden bedeutet. Wogegen der Hummus aus dem Arabischen stammt und fĂŒr Kichererbsen steht. Um die Verwirrung komplett zu machen: Im tĂŒrkischen Sprachraum steht der ein-emmiger Humus fĂŒr Kichererbse. ErnĂ€hrungsphysiologisch ist sie so interessant wie viele andere HĂŒlsenfrĂŒchte. Ein hoher Anteil Rohprotein (22,7%) zeichnet sie ebenso aus wie ihre Lipide (5%) und ihre Ballaststoffe (10,7%).

Das schöne an der Zubereitung von Hummus ist, dass dieser Dip so wunderbar nach eigenen Vorlieben gewĂŒrzt und variiert werden kann. Schwierig ist, eine hohe Geschmeidigkeit hinzubekommen, wozu im richtigen Maß gute Öle gebraucht werden.

Folgende Zutaten verwende ich fĂŒr mein Rezept: Zutaten: 150 g getrocknete Kichererbsen, 150 g GemĂŒsebrĂŒhe‹, 1/2 Cayenne Chili frisch‹, 1 Limette‹, 1 große od. 2 kl. Zehen von jungem Knoblauch‹ , 1 TL Currypulver‹, 1 TL Cumin‹, 1 TL Koriandersamen‹, Olivenöl‹, Sesamöl‹, SchwarzkĂŒmmelöl (optional)‹, Salz‹, KoriandergrĂŒn / alternativ: Blattpetersilie

Zubereitung: Getrocknete Kichererbsen mindestens ĂŒber 12, besser 24 Stunden in reichlich Wasser einweichen.‹ Kichererbsen abgießen, grĂŒndlich abspĂŒlen und in eine großen Topf mit kaltem Wasser geben. Aufkochen und 30 Minuten köcheln lassen. Anschließend ĂŒber ein Sieb abgießen, grĂŒndlich klar abspĂŒlen, beiseite stellen und abkĂŒhlen lassen. In einem kleinen Topf ohne Zugabe von Öl den Koriandersamen bei niedriger Hitze anrösten, anschließend zusammen mit Cumin und Currypulver in eine MĂŒhle geben (ich benutze dafĂŒr eine alte elektrische KaffemĂŒhle aus den 70ern) und mahlen. In eine große Pfanne einen EL Olivenöl und einen EL Sesamöl geben und behutsam erhitzen, ohne das es zu rauchen beginnt. Kichererbsen zugeben und anschwitzen, bis sie leicht Farbe angenommen haben. GemĂŒsebrĂŒhe angießen, kurz aufkochen und die Pfanne sogleich von der Flamme nehmen, abkĂŒhlen lassen. Chili abwaschen, grĂŒnen Strunk entfernen und der LĂ€nge nach halbieren. Samenkörner entfernen und die Chili quer in dĂŒnne Streifen schneiden. Knoblauch pellen und fein wĂŒrfeln. Alles in einem kleinen Topf mit Olivenöl sanft erhitzen, der Knoblauch darf nicht braun werden.

Kichererbsen mit BrĂŒhe in eine hohe schmale RĂŒhrschĂŒssel geben, Saft der Limette sowie 4 EL Olivenöl und 1 EL Sesamöl zugießen und alle weiteren Zutaten beifĂŒgen. Mit dem Zauberstab zu einer dicken, streichfĂ€higen Paste pĂŒrieren und abschmecken. Gegebenfalls noch etwas mehr Olivenöl fĂŒr die Geschmeidigkeit zugeben. Unbedingt Vorsicht bei der Zugabe des SchwarzkĂŒmmelöls walten lassen. Ein paar Tropfen reichen, sonst besteht die Gefahr der Überdosierung, was einen geschmacklichen Supergau zur Folge hat. Ziehen lassen und kalt stellen. Zeitig vor der Verwendung aus dem KĂŒhlschrank nehmen, mit gehacktem Koriander- oder PetersiliengrĂŒn bestreuen  und auf Zimmertemperatur servieren. Passt als Beilage zu diversen Grillgerichten, pur oder auf Fladenbrot, Baguette oder Ciabatta.

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09. Juni 2017

Schweinerei auf dem Grill?

Neulich entdeckte ich auf der Facebookseite eines Bekannten ein geheimnissvolles Foto. Darauf sind blau illuminierte Drehregler an einer verchromten Armaturenleiste zu sehen.  Im Text gab es keine weiteren ErlĂ€uterungen, und ich kam zu dem Schluss, dass es sich wahrscheinlich um eine mĂ€chtige Musikanlage handeln wird, die der Kollege da anschmachtet oder in Besitz gebracht hat. Wenige Stunden spĂ€ter tauchte eine weitere Mitteilung in seiner Zeitleiste auf, und diesmal gab es auch Text: “… nur noch einmal schlafen.” Ein Blick auf das beigefĂŒgte Foto machte mir sofort klar, dass ich mit der Musikanlage grĂŒndlich falsch gelegen hatte. Denn es ging hier um einen, Trommelwirbel: Grill. Das klingt profan, ist es aber nicht. Denn das Wort Grill ist reichlich untertrieben fĂŒr ein GerĂ€t, das einen Reinigungsroboter beherbergt, 5964 cmÂČ GesamtgrillflĂ€che mit zehn Brennern aufweist, sowie eine doppelte Infrarotgrillvorrichtung an Bord hat, die Temperaturen bis 815 ° Celsius erzeugen kann.

So ein Spielzeug kostet die Kleinigkeit von rund 5.500 Euro, und ich verspĂŒrte den Drang gleich auszurechnen, wieviele Nackenkoteletts vom edlen Ibericoschwein ich fĂŒr diesen Preis in meiner schnöden Eisenpfanne wohl braten könnte. Ich kam auf 1.100. Wenn ich also einmal die Woche fĂŒr mich und ab und zu fĂŒr Familie oder Freunde Ibericokotellets braten wĂŒrde, kĂ€me ich auf geschĂ€tzt acht Jahre bester wöchentlicher Versorgung fĂŒr mich und zwei weitere Personen.

Zugegeben, das ist eine sehr theoretische Herangehensweise. Niemand kĂ€me auf die Idee, jede Woche Ibericoschwein zu essen. Na ja, zumindest niemand außer mir. Aber wer so einen Supergrill hat, muss ja auch irgendwas drauflegen. Und dieses Irgendwas sollte eigentlich nicht irgendwas sein, sondern am besten der QualitĂ€t des GerĂ€ts entsprechen. Da wĂ€ren Ibericokoteletts das mindeste. Wenn nicht gar öfter mal Wagyu Beef den Infrarotstrahler des Grills kĂŒssen sollte. Nun gehe ich mal davon aus, dass der Bekannte den Grill nicht mit Billigfleisch beleidigt, aber sicher gibt es eine Reihe Luxusgrillbesitzer, die es mit der QualitĂ€t des Grillguts nicht so genau nehmen und den Anschaffungspreis des GerĂ€ts durch den Einkauf von Billigschwein aus dem Supermarkt oder vom Discounter gegenfinanzieren.

Mit dem Thema Billigschwein fĂŒr Grillwurst und Steak befasst sich die Titelstory des aktuellen stern (“Fleisch um jeden Preis”). In den letzten Jahren hatte auch der kompottsurfer das Thema Billigfleisch immer mal wieder ins Visier genommen, weil man es als verantwortungsvoller Genussmensch nicht wegdrĂŒcken sollte. Das Magazin prĂ€sentiert aktuelle Zahlen zum Konsum, und die sind zum einmal tief Durchgrunzen: Im Schnitt vertilgt der Deutsche pro Jahr 36,2 kg Schwein, 12,5 kg GeflĂŒgel und 9,7 kg Rind und Kalb. Dazu kommen 1,7 kg Lamm, Wild usw.. Rechnet man die vier Prozent Vegetarier und Veganer Bevölkerungsanteil heraus, vertilgt ein durchschnittlicher Fleischesser pro Jahr also 62,6 kg Schwein, Rind und Co.. Finanzierbar wird das nur – ja, ich muss auch wieder an den Grill denken – weil so viel Billigfleisch auf dem Markt ist. Gerade in den Sommermonaten werben die großen Supermarktketten und Dicounter mit Wahnsinnspreisen. FĂŒnf Euro fĂŒr ein Kilo Schweinesteaks sind fast schon normal, nicht selten liegt der Preis auch noch darunter.

Wer wissen will, wie man gut und sicher Fleisch kauft – ja, die Sicherheit spielt auch eine Rolle, wie der kompottsurfer auch schon mehrmals berichtete – findet im stern einen hilfreichen Überblick, auch was die Bedeutung von GĂŒtesiegeln angeht. Bevor man sich also dem Einkauf von frischem Gargut fĂŒr den Luxusgrill widmet, kann ein Blick ins Heft nicht schaden.

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04. Juni 2017

Wer braucht schon Superfood: Ein Hoch auf die Haferflocke!

Superfood. Wer den Begriff googelt, erhĂ€lt – nein, ich hab’ mich nicht mit den Nullen vor dem Komma vertan – einen satten NĂ€herungswert von 121.000.000 Treffern. Keine Frage also, dass wir es hier mit einem Supertrend zu tun haben. Der sogar schon in stinknormale SupermĂ€rkte vorgedrungen ist. Unter Superfood versteht man im Allgemeinen nĂ€hrstoffreiche Lebensmittel, die der Gesundheit und dem Wohlbefinden besonders förderlich sein sollen. Also alles super mit Superfood? Nicht unbedingt, weil eine solche Umschreibung suggeriert, einzelne Lebensmittel könnten gesund sein. Dabei gibt es aus meiner Sicht ĂŒberhaupt keine gesunden Lebensmittel sondern nur gesunde ErnĂ€hrung. Was ist das vitamreichste Supperfutter wert, wenn der positive Effekt durch den Konsum von SĂŒĂŸigkeiten, alkoholischen GetrĂ€nken und Transfetten wieder zur Strecke gebracht wird? Aber Hauptsache die lĂ€stigen Gewissensbisse können mal an etwas Gesundem kauen. Ist so Ă€hnlich wie mit dem ĂŒberschĂ€tzten Kalorienverbrennungseffekt. Wer meint, mit dreißig Minuten lockerem Jogging ein großes StĂŒck Sachertorte kalorienmĂ€ĂŸig zu eliminieren ist nĂ€mlich genauso auf dem Holzweg. Ertappt? Macht nix. Ich bin alles andere als ein Gesundheitsapostel, nur etwas allergisch gegen manche AuswĂŒchse der SelbsttĂ€uschung.

Bevor ich aber komplett vom eigentlichen Thema abkomme, zurĂŒck zum Superfood und zu Nahrungsmitteln, die – formulieren wir es mal so – zu einer gesunden ErnĂ€hrung auf besondere Weise beitragen können, weil viel Gutes in ihnen steckt. Das GeschĂ€ft brummt jedenfalls mit dem Verkauf von exotisch anmutenden Produkten wie Quinoa, Gojibeeren, Spirulina-Algen, Baobab und Acerola. Dabei gĂ€be es so viele Alternativen aus heimischen Gefilden, die auch wirkungsvoll sind, aber nicht ĂŒber den halben Erdball geschippert werden mĂŒssen.

Zu den aus meiner Sicht am meisten unterschĂ€tzten Lebensmitteln zĂ€hlen Haferflocken. Selbst in BioqualitĂ€t sind sie zudem gĂŒnstig zu haben. Wer einmal die MikronĂ€hrstoffe von Haferflocken ins Visier nimmt, wird erstaunt sein, was da alles drin ist. Ein hoher Kaliumanteil zum Beispiel, auch reichlich Calcium, dazu Eisen, Magnesium, Zink, Phosphor, Vitamin B1 sowie pflanzliches Eiweiß. Die örtliche BiobĂ€ckerei meines Vertrauens, Hutzel, hat seit einer Weile köstliches Hafermischbrot im Programm, entweder mit Gerste oder mit Dinkel kombiniert. Man kann Haferflocken also nicht nur als Basis fĂŒr MĂŒsli verwenden sonder auch ganz prima als Vollkornbrot.

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28. Mai 2017

Die Prepaid Card fĂŒr Bier aus dem Zapfhahn.

beer o' clock

Kaum bin ich in Annecy fĂŒr ein paar Stunden mit einem in Frankreich lebenden US-Amerikaner unterwegs, schon lande ich in einem Bierlokal. Der Begriff Kneipe wĂ€re fĂŒr Beer o’ Clock unpassend, weil das Bier aus dem Fass – die Franzosen nennen es Pression – selbst und eigenhĂ€ndig gezappft und per Prepaid Card bezahlt wird. “Das wĂŒrde bei uns in den USA niemals funktionieren”, sagte mir mein Begleiter. Denn damit es funktioniert, sind Ehrlichkeit und Aufmerksamkeit gefragt, und gerade Letzteres kommt einem bei erhöhtem Alkoholpegel schnell mal abhanden.

Geboten werden im Beer o’ Clock diverse Craft-Biere aus der ganzen Welt. Wechselnde SpezialitĂ€ten aus USA, Japan, Belgien, Tschechien, DĂ€nemark werden fassweise bereitgestellt und können aus einer Batterie ZapfhĂ€hne so lange abgefĂŒllt werden bis man abgefĂŒllt und die Prepaid Card aufgebraucht ist. Wer jetzt annimmt, hier torkelten die GĂ€ste unkontrollierbar zwischen Tresen und Tisch hin und her, wird ĂŒberrascht sein, dass es tatsĂ€chlich erstaunlich kultiviert zugeht. Ob das Konzept auch fĂŒr Massenbierausschank in großen Gastronomiebetrieben funktionieren wĂŒrde? Ich denke, eher nicht.

So interessant die Idee auch ist – ich mag es lieber, von einem leibhaftigen Wirt mein Bier gezapft und serviert zu bekommen.

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23. Mai 2017

Genussvoll Urlaub machen am eigenen Wohnort, geht das wirklich?

Auch in diesem Jahr laden Essener Gastronomen BĂŒrger ihrer Heimatstadt ein, Urlaub in einem Hotel am eigenen Wohnort zu machen. Essen. Hotel. Heimat. heißt die fĂŒnftĂ€gige Aktion, getragen von acht angesehenen Essener Hotels. Damit springen die Gastronomen fĂŒr eine Initiative ein, die ursprĂŒnglich von der Essen Marketing GmbH EMG) unter dem Titel Essen Zu Gast in Deiner Stadt ins Leben gerufen worden war und in den letzten Jahren vom Publikum erstaunlich gut angenommen wurde.

Warum nicht mal die eigene Wohnung für einen Kurzurlaub mit dem Hotel in seiner Heimatstadt tauschen? Man spart Zeit und Kosten fĂŒr die Anfahrt und bekommt so vielleicht mal einen ganz anderen Blick auf Essen und sein Umland. Auch preislich ist das Angebot verlockend. Zehn Euro pro Person, pro Stern und Nacht im Doppelzimmer inklusive FrĂŒhstĂŒck kostet das Ganze. Wer mit dem Fahrrad anreist, bekommt auf Wunsch und als Dankeschön ein Lunchpaket oder einen Picknickkorb zur Verfügung gestellt, schließlich ist Essen in diesem Jahr die GrĂŒne Hauptstadt Europas, und dazu passt Radfahren nun mal besser als das An- und Umherreisen mit dem Auto. Also der kompottsurfer markiert die Aktion mit: GefĂ€llt mir! Neue Perspektiven von der Gegend vor der eigenen HaustĂŒr eröffnen kann den Alltag enorm bereichern. Weil es sich nicht mehr wie Alltag anfĂŒhlt.

Und das sind die teilnehmenden Hotels, die Preise liegen zwischen 35 und 55 Euro (bitte erfragen):

Hotel an der Gruga // Eduard-Lucas-Straße 17 // www.grugahotel.de
Hotel Maximilians // Manfredstraße 10 // www.hotelmaximilians.de
Mintrops Land Hotel Burgaltendorf // Schwarzensteinweg 81 // www.mintrops.mm-hotels.de
Mintrops Stadt Hotel Margarethenhöhe // Steile Straße 46 // www.mintrops.mm-hotels.de
Parkhaus Hügel // Freiherr-vom-Stein-Str. 209 // www.parkhaus-huegel.de
Schlosshotel Hugenpoet // August-Thyssen-Str. 51 // www.hugenpoet.de
Sengelmannshof // Sengelmannsweg 35 // www.sengelmannshof.de
Sheraton Essen Hotel // Huyssenallee 5 // www.sheratonessen.com

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18. Mai 2017

Was essen Spitzenköche in der Pause? Ordern sie Pizza vom Bringdienst?

Vor ein paar Tagen entdeckte ich im blog von Joachim Wissler einen Link zu einer lesenswerten Geschichte ĂŒber Personalessen. Erschienen auf foodizm. Ann-Christin Baßin beschreibt darin, wie es bei Kevin Fehling ablĂ€uft, und dass es in dessen Restaurant eine Neuorientierung gegeben hat. Weg von Formschnitzel und TiefkĂŒhlkost, hin zur IndividualitĂ€t fĂŒr alle Sinne. Es gibt wechselnde Wunschmusik der Mitarbeiter und Drei-Sterne-Reste-Essen. Die Mitarbeiter sammeln nicht verwertete Grundprodukte der letzten Tage und machen daraus hochwertige Mahlzeiten fĂŒr die Kollegen. Auch neue Zubereitungen werden bei der Gelegenheit getestet.

Ich habe schon einige Male an Personalessen in Spitzenrestaurants teilnehmen dĂŒrfen. In Berthold BĂŒhlers Essener RĂ©sidence zum Beispiel, oder bei Thomas BĂŒhner im OsnabrĂŒcker La Vie. Eine schöne Idee fand ich, die Auszubildenden aus dem ersten Lehrjahr einzubeziehen. So lernen sie verantwortlich Gerichte zuzubereiten und haben gleich ein kritisches Publikum. Ich erinnere mich aber auch noch daran, was Thomas BĂŒhner mir zum Thema Personalessen sagte, und das hatte nicht mit der QualitĂ€t des Essens zu tun: »Es gibt zwei unumstĂ¶ĂŸliche Gesetze bei uns: Teambesprechung mittags von halb zwei bis zwei und Personalessen abends von sechs bis halb sieben. Pünktlich. Wenn du nĂ€mlich einmal das Verschieben anfĂ€ngst, wird es erst viertel nach sechs, dann halb sieben, und irgendwann machst du gar keine Pause mehr, weil es bis zum Beginn des Service um sieben Uhr nicht mehr lohnt. Aber Pause ist wichtig.«

Es ist also fast wie zuhause beim Abendessen. Es ist nicht entscheidend, was gegessen wird, sondern das ĂŒberhaupt und gemeinsam gegessen wird. Die QualitĂ€t ist das SahnehĂ€ubchen.

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11. Mai 2017

Trinken die Deutschen wirklich zu viel Alkohol?

Du, die Wanne ist voll war Ende der 1970er Jahre ein Partyhit, gesungen von der legendĂ€ren Helga Feddersen im Duett mit Didi Hallervorden. Daran musste ich gerade denken als ich auf Spiegel Online den Aufmacher zur aktuellen Aktionswoche der Deutschen Hauptstelle fĂŒr Suchtgefahren (DHS) las. Eine Badewanne voller alkoholischer GetrĂ€nke, so heißt es in einem Interview unter der Spiegel-Meldung, trinke der Durschschnittsdeutsche pro Jahr. Wobei nicht definiert wird, ob es GetrĂ€nke auf dem Alkoholniveau von Bier mit 4,9 Vol.% sind oder dem von Strohrum (80 Vol%). Welchen Unterschied das macht, weiß jeder, der von beidem schon mal ein paar Schlucke genommen hat.

Um gar nicht erst missverstanden zu werden, ich sehe in unserer Gesellschaft auch einen deutlich zu unreflektierten und sorglosen Umgang mit alkoholischen GetrĂ€nken. Die gesundheitlichen Gefahren durch ĂŒberhöhten Konsum sind ohnehin unumstritten, noch heikler aber ist, dass nur schwer zu vermitteln sein dĂŒrfte, was “ĂŒberhöht” ĂŒberhaupt bedeutet. Ich kann da erst recht keine Empfehlungen geben, maximal indiviuelle Erfahrungswerte, und die sind ganz sicher nicht auf die Allgemeinheit ĂŒbertragbar. Es hĂ€ngt von einer Menge Einflussfaktoren ab, wieviel Alkohol bei wem welchen Schaden anrichtet.
Wenn aber nun der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des DHS, Dr. Raphael Gaßmann, verlauten lĂ€sst „Die Aktionswoche Alkohol kratzt am Mythos, Alkohol sei ein Kulturgut” und dann einen Zusammenhang zu den Gefahren herstellt, dann lĂ€sst mich das als Leser irritiert zurĂŒck. Alkohol – wahrscheinlich gemeint: alkoholische GetrĂ€nke – sind aus meiner Sicht unbedingt Kulturgut. Aber der Fehler liegt darin, daraus eine individuelle Rechtfertigung fĂŒr ungehemmten Konsum herzuleiten. Aufgabe sollte sein, den BĂŒrger zum mĂŒndigen Konsumenten zu befördern, was auch bedeutet, schon in der Schule auf die Gefahren von Alkoholkonsum hinzuweisen, was ja löblicher Weise auch zunehmend gemacht wird.

Trinken die Deutschen nun wirklich zu viel Alkohol? Wenn wir es mal an einer Badewanne mit einem gĂ€ngigen Fassungsvermögen von 140 Litern bemessen, kĂ€men wir pro Tag auf ein Glas Bier von 0,38 l. Aber es wurde ja nicht explizit formuliert, womit die Wanne gefĂŒllt ist. Vermutlich bezieht sich die Aussage auf eine Veröffentlichung des Spirituosenverbandes, wonach der Durchschnittsdeutsche in 2015 etwa 135,5 Liter unterschiedlicher alkoholischer GetrĂ€nke konsumiert hat. Davon entfallen auf Bier 105,9 l, Wein 20,5 l, Spirituosen 5,4 l und Schaumwein 3,7 l. Pro Tag also ein 0,3-l-Glas Bier, pro Woche eine 0,4-l-Karaffe Wein, alle zweieinhalb Monate ist eine Flasche Schaps leergetrunken und fĂŒnf Mal im Jahr plöppen die Sektkorken. Klingt vielleicht nicht nach ĂŒber die Maßen viel, aber nun gibt es diesen Durchschnittskonsument eben kaum. Vielmehr aber gibt es zigtausende Erwachsene die keinen, oder nur extrem wenig Alkohol trinken. Bleibt also fĂŒr die anderen definitiv mehr ĂŒbrig als höchstwahrscheinlich empfehlenswert ist, ganz unabhĂ€ngig von weiteren Einflussfaktoren.

Was können Freunde eines guten Tropfens daraus schließen? QualitĂ€t statt QuantitĂ€t könnte eine Lösung sein. Lieber eine gute Flasche Wein pro Woche trinken als zwei schlechte. Nur mal so als Idee.

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07. Mai 2017

Gib’ mal einen Kaffee aus! Dortmunderin pflanzt traditionsreiches Hilfsprojekt im Ruhrgebiet an.

Es gehört ja in inzwischen zum traurigen Alltag, mehrmals am Tag von Menschen auf der Straße angesprochen zu werden, ein Obdachenlosenmagazin zu kaufen oder fĂŒr diverse Hilfsprojekte Geld zu spenden. Warum diese Begegnungen oft mulmige GefĂŒhle auslösen, hĂ€ngt sicher auch damit zusammen, immer wieder mit tragischen persönlichen Schicksalen konfrontiert zu sein, verbunden mit der Einsicht, meistens nicht wirklich helfen zu können. Man geht zum BĂ€cker, in den Supermarkt, ins CafĂ©, und hat beim Betreten schon ein schlechtes Gewissen, nur weil man Geld ausgibt. Selbst wenn es alles andere als LuxusgĂŒter sind, die man erwirbt.

Wobei – was wirklich Luxus ist, hĂ€ngt auch vom Blickwinkel ab. Einen Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato im CafĂ© trinken – das kann fĂŒr uns ein kleiner Luxus des Alltags sein. FĂŒr andere ist es ein unerschwinglicher. Und genau da setzt ein Hilfsprojekt an, ĂŒber das bento berichtet.

Die Dortmunder Social Media Designerin Laura-Stella Kaldinski, die auch den foodblog fuerleibundseele betreibt, initiierte eine Variante des “CaffĂš Sospeso”, eine Art schwebender Kaffee, den ein zahlender Gast fĂŒr spĂ€tere GĂ€ste spendiert, die sich einen Kaffee gerade nicht leisten können und holte dafĂŒr mehrere CafĂ©s in Dortmund als Kooperationspartner ins Boot. Eine Idee, die es so schon ĂŒber 100 Jahre in Neapel geben soll. Keine Frage, das hat was, weil einfach dieses Unwohl bereitende Bitten, Geben, Danken auf beiden Seiten entfĂ€llt. Aber lest selbst.

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02. Mai 2017

Heute nicht gut drauf? Das Drogenpotential von Eiscreme.

Ich war tatsĂ€chlich nicht gut drauf, als ich das Werbeplakat einer Eisdiele in einer mittelalterlichen Kleinstadt erblickte. Gerade erst hatte ich vom Tod des Bergsteigers Ueli Steck erfahren, zudem prĂ€sentierte sich das Wetter fies regnerisch, und ich war auf dem nassen Kopfsteinpflaster bergab nach einem Ausrutscher nur knapp einer Bauchlandung entgangen. Alles echt nicht lustig. Aber siehe da, das Plakat brachte Erheiterung. Das beste daran: Ich brauchte nicht einmal Eis. Und das ist gut so. Denn das bedeutet: Ich bin nicht eissĂŒchtig. Obwohl wahrscheinlich einige Leute aus meinem engsten Familien- und Freundeskreis vor Lachen BauchkrĂ€mpfe bekommen, wenn sie das lesen. Aber ich habe eine Entzugskur hinter mir. Und kann die Sache inzwischen kontrollieren.

Das ist keinesfalls selbstverstĂ€ndlich wie eine schon vor Jahren veröffentlichte Studie des Oregon Research Institute in Eugene ergab. Denn Eiscreme habe Drogenpotential wie Kokain, heißt es dort. Mal sehen wie selbstdiszipliniert ich ĂŒber den zweiten Sommer komme.

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