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Essen und Trinken - Blog

DER KOMPOTTSURFER

Der Journalist und Autor Klaus Dahlbeck durchquert schon seit mehr als zwei Jahrzehnten die genussvollen Gebiete des Lebens. Sein persönliches Tagebuch öffnet den Blick in eine weite und spannende kulinarische Welt zwischen Versuchung und Verunsicherung.

18. Juni 2013

Ist Rach der bessere Vorkoster?

Gestern war Premiere für Christian Rachs neue Sendereihe Rach deckt auf (RTL). Und damit wird die Trendwende auch bei RTL vollzogen, die fernsehaktive Köche nicht mehr als entertainende Rettungssanitäter sondern als investigative Essensretter inszenieren. Björn Freitag hat es mit dem Vorkoster im WDR vorgemacht, wie so was funktionieren kann. Nelson Müller kann seit Kurzem im ZDF auf ähnlichem Terrain punkten. Und nun ist Christian Rach ebenfalls auf dem Pfad der kulinarischen Aufklärung unterwegs. Den gestrigen Sendestart sahen satte 3,23 Mio. Zuschauer, das entspricht einem Marktanteil von 12,4 %. Ohne Zweifel ein starkes Ergebnis. Wer die Sendung verpasst hat, guckt hier hinterher.

Aber was kann die Sendung, was die anderen nicht können? Nun ja, der kompottsurfer sieht Rach in dem Format, das ihn als eine Art Supernanny für Ernährungsverstrahlte positioniert, denkbar unvorteilhaft eingesetzt. Christian Rach ist klug und populär genug, um etwas Investigatives in Sachen Ernährung publikumswirksam präsentieren zu können. Allein, sein Haussender RTL lässt ihn nicht. Entsprechend mau bis desaströs fallen auch die Kritiken aus. Zum Beispiel hier und hier.

Die Sendung ist aus Sicht des kompottsurfers definitiv keine Konkurrenz für die Serien von Björn Freitag und Nelson Müller. Daran werden wahrscheinlich auch die beiden folgenden Sendungen nichts ändern, denn die Vorschauen lassen ähnliches erwarten.

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15. Juni 2013

Recall für ein Wiener Schnitzel

Im aktuellen Falstaff Magazin sehr gut besprochen, macht die Kettwiger Résidence außerdem mit einer besonderen Aktion von sich Reden. Für den Club B des Hauses, hat Patron Berthold Bühler den Klassik Mittwoch ins Leben gerufen, wo es Gerichte wie Wiener Schnitzel, Scholle Finkenwerder Art, Spinatcrème Florentin oder Geschmorte Rinderroulade auf höchstem Niveau zu genießen gibt. Den kompottsurfer erinnert die Aktion an frühere Zeiten, als im damaligen Zweitrestaurant des Hauses unter dem Namen Püree sehr erfolgreich internationale Klassiker präsentiert und interpretiert worden sind.

Mit 12 Euro für Vorspeisen und 20 Euro für Hauptgänge ist die Aktion barmherzig kalkuliert. Einladender kann der kulinarische Sommer im Ruhrgebiet kaum werden.

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10. Juni 2013

Die etwas andere Weinmesse in Bochum: Viva la Vinolution!

Seit Monaten werden die Kreise von Weinliebhabern in den sozialen Netzwerken auf eine Veranstaltung in Bochum hingewiesen, deren Name ein Versprechen ist: Vinolution. Natürlich sollen wir da gleich Revolution assoziieren. Genauer: was revolutionäres in Sachen Wein. Dem kompottsurfer will allerdings nichts erfreulich revolutionäres zum Thema einfallen. Außer Konterrevolution. Die ist ja schon seit einigen Jahren erfolgreich im Gange, und hat sich die Rückkehr zur regionalen Typizität auf die Fahne geschrieben. Terroir. Ihre Verfechter sehen sich als Kämpfer gegen den Terror eines Einheitsgeschmacks, eines internationalen Stils, der den Wein regional entwurzelt. Also ausnahmsweise findet der kompottsurfer mal Konterrevolution gut ;-) .

Beim Blick auf die Ausstellerliste sind einige Winzer zu entdecken, die nicht nur regional verwurzelte Weine von hoher Typizität machen, sondern auch Weine fürs Volk. Gut und bezahlbar. So wie das vom kompottsurfer sehr geschätzte Weingut Bergdolt-Reif & Nett, das auch beim rewirpower Weintest überzeugen konnte. Auf ihrer Website gibt sich das Haus auch politisch: Show Racism the Red Card! Ein Grund mehr, das Weingut zu mögen.

Aus Neckarsulm ist Familie Holzapfel am Start der Vinolution, allerdings nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen Weingut aus Österreich. Da wurde auf der Vinolution-Website wohl ein falscher Link gesetzt. Sei’s drum, die Holzapfels stehen für den Württemberger Wein, ein Anbaugebiet dessen Image im Vergleich zu allen anderen deutschen Weinanbaugebieten reichlich bemitleidenswert ist. Aber auch dort tut sich was, und die Besucher der Vinolution dürfen gespannt sein, was ihnen die Mitarbeiter vom Weingut Holzapfel ins Glas füllen.

Sehr neugierig ist der kompottsurfer auf das Champagnerhaus Maison Lallier, ein Familienbetrieb, der den großen Markenchampagnern Individualität entgegensetzt. Alle weiteren Aussteller sind hier zu finden. Für das Ruhrgebietsterroir sorgen zwei Weinhändler und diverse design-affine Firmen aus der Region. Noch elf Tage sind’s hin, bis am 21. Juni in der Rotunde des Alten Katholikenbahnhofs die erste Bochumer Vinolution angetrunken wird.

Ach ja: Das Werbeplakat zur Vinolution erinnert ein wenig an ein Wahlkampfplakat der CDU von 1953: Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau.

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07. Juni 2013

Mülltaucherprozess in Aachen: Chance vertan

Es hätte eine interessante Auseinandersetzung mit nachhaltiger Außenwirkung werden können. Eine Botschaft gegen die Lebensmittelverschwendung. Aber offensichtlich haben zwei angeklagte Mülltaucher, die für das Containern vor einem REWE-Markt erstinstanzlich zu Haftstrafen verurteilt wurden, weil sie abgelaufene Lebensmittel und fleckiges Obst mitnahmen (genauer gesagt wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs), den Kern des Anliegens aus dem Auge verloren. Und das Ganze vor Gericht auf einen Nebenkriegsschauplatz abbiegen lassen, bei dem es nur noch um die offizielle Anerkennung ihres Laienrechtsbeistands ging.

Und als das nicht funktionierte, wurde der Vorgang von den Betroffenen als Positionierung des Gerichts in der Sache gewertet. Nun soll das OLG entscheiden, ob die Laienrechtsbeistände anerkannt werden müssen. Der geschätzte Kollege Frank Patalong hat die Vorgänge am Verhandlungstag übrigens gut nachvollziehbar und ausführlich auf Spiegel Online dargestellt.

Der kompottsurfer, der für das Mülltauchen durchaus Sympathie aufbringt, meint: So kann man ein wichtiges Thema echt vergurken. Als ob sich keine Rechtsanwälte hätten finden lassen, die den Angeklagten sogar kostenlosen Rechtsbeistand gewährt und Medieninteresse generiert hätten. Interessant ist auch, dass nicht etwa eine Anzeige von REWE die Anklage gegen die Mülltaucher auf den Weg gebracht hat, sondern die örtliche Polizeibehörde.

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05. Juni 2013

Das nenne ich mal richtige Eier, Leute!

Zurück aus einem Ganzkurzurlaub hat der kompottsurfer ein paar wunderbare Originale mitgebracht. Hühnereier aus einer vertrauenserweckenden und ganz privaten Haltung. Gerade mal eine Hand voll Hühner sind’s, die dort gehalten werden. Frei und ökologisch vorbildlich. Das Ergebnis sind in Größe und Form doch recht unterschiedliche Eier von erstklassiger Qualität, die von den vermutlich ziemlich glücklichen Hühnern dort gelegt werden. In Zeiten, wo auf das Qualitätssiegel “Bio” nicht zuletzt bei Eiern immer weniger Verlass ist, machen solche Exemplare richtig Freude.

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30. Mai 2013

Giraffenschaum: Brauchen wir Kaffee mit Überblick?

Big Giraffenhals is watching you: Der Japanische Barista Kazuki Yamamoto führt die aus Sicht des kompottsurfers einigermaßen alberne Kunstform des Latte Art in eine neue Dimension. Und zwar in die Dritte. Nicht, dass ich ein nettes Herzchen auf meinem Kaffee nicht zu schätzen wüsste. Aber Kunst? Yamamoto fabrizierte zunächst Gesichter auf den Kaffee. Harry Potter, Manga Figuren, Pink Panther. Akkurat mit Milch in die Crema gegossen. Nun modelliert er Figuren. Wie eine Giraffe, die als Ausguck aus der Tasse ragt und inzwischen durch Food Blogs zum Symbol von 3-D-Latte-Art hochgejazzt wird. Wenn dadurch das Geschmackserlebnis Kaffee profitieren würde, dann würde der kompottsurfer sagen, okay, kann man durchwinken. Aber nur als optischer Gimmick? Muss man nicht haben.

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27. Mai 2013

Ein richtiges Signal: Volksbanken wollen keine Spekulationsgeschäfte mehr mit Nahrungsmittelrohstoffen machen

So wichtig wie richtig: Nach der Commerzbank nimmt auch der Dachverband von 900 Volks- und Raiffeisenbanken Abstand vom Geschäft an den Rohstoffbörsen für Nahrungsmittel. Wie Spiegel Online heute berichtet, fordern die Banker auch eine strengere Regulierung des Geschäfts, das in Verdacht steht, Preisblasen entstehen zu lassen. Der kompottsurfer findet: Ein Schritt in die richtige Richtung. Agrarrohstoffe sollen der Ernährung der Weltbevölkerung dienen und nicht als Spielzeug für Börsenspekulationen missbraucht werden.

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25. Mai 2013

Zufällig entdeckt: Das beste Kochprojekt des Jahres

Da laufe ich am frühen Morgen, noch vor dem Frühstück, eine Runde durch die vorörtlichen Wälder, und was sehen plötzlich meine vor Hunger weit aufgerissenen Augen? Den Kinder-Koch-Bus. Geparkt auf einem Hinterhof, direkt am Waldrand. Ich wusste bis heute nicht, dass es so ein Gefährt überhaupt gibt, und auch nicht, was es damit auf sich hat. Also ging ich näher ran, auch in der Hoffnung, dass vielleicht eine Tür offen steht und im Innern frische Brötchen, Obst und Kaffee auf mich warten könnten. Aber leider hatte ich Pech. Der Kinder-Koch-Bus war zu.

Das schicke Gefährt, so fand der kompottsurfer heraus, ist einer Initiative der Velberter Stiftung Lichtblick zu verdanken. Kindern das Kochen näher zu bringen, Beziehungen knüpfen und Tischgemeinschaft pflegen, darum geht es bei den Einsatzfahrten des Kinder-Koch-Busses. Der kompottsurfer findet: großartige Sache! Während in den Schulen eine fragwürdige Ernährungsbildung unter anderem von Mc Donalds finanziert ist (der kompottsurfer berichtete), zeigt diese Initiative, wie man so was richtig macht.

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20. Mai 2013

Er ist wieder da: Der Plattpfirsich

Plattpfirsich

Er firmiert unter zahlreichen Bezeichnungen. Weinbergpfirsich, Wilder Pfirsich, Plattpfirsich. So altertümlich er auch wirkt – in Wahrheit ist er eine Neuzüchtung auf der Basis alter Sorten. Aber er macht Feinschmeckern schon deshalb Freude, weil er so unperfekt aussieht. So natürlich, so undesignt. Und er schmeckt. Jetzt hat er wieder Saison und erobert die Obstregale. Dem kompttsurfer gefällt’s.

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15. Mai 2013

Quarks mit Käse: Ranga Yogeshwars großartige Sendung über Schweizer Löcher, analoge Alternativen und Holzschneidebretter

Quarks & Co.: Wissenschaft vom Käse

Das war gestern eine wirklich erhellende Folge von Quarks & Co. im WDR-Fersehen. Das Thema: Edelschimmel und Scheibletten. Die Wissenschaft vom Käse. Besonders interessant aus Sicht des kompottsurfers war ein Abschnitt der Sendung, der sich mit Bakterien auf Holzschneidebrettern befasste. Und eine höchst erstaunliche Rehabilitation der beliebten, aber aus Hygiengründen in Verruf geratenen Küchenutensilie zutage brachte. Guckst du hier.

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