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Essen und Trinken - Blog

DER KOMPOTTSURFER

Der Journalist und Autor Klaus Dahlbeck durchquert schon seit mehr als zwei Jahrzehnten die genussvollen Gebiete des Lebens. Sein persönliches Tagebuch öffnet den Blick in eine weite und spannende kulinarische Welt zwischen Versuchung und Verunsicherung.

18. August 2017

Die Metzger schlagen zurück: Weltmettbrötchentag 2018

Nein, der kompottsurfer ist noch nicht komplett irrsinnig geworden, nur halb. Aber was da auch 2018 mit dem Valentinstag wieder einhergeht, das ist schon ein paar Anmerkungen wert. Wenn am 14. Februar der Valentinstag die Blumenhändler, Parfümerien und Gastronomen glücklich macht, dürfen Metzger sich über den Weltmettbrötchentag freuen, der jetzt bereits zum wiederholten Male begangen wird und sich damit wohl endgültig durchgesetzt hat.

Okay, ein paar Ausgeschlossene gibt es immer. Am Valentinstag leiden die Singles und am Weltmettbrötchentag die Veganer und Vegatarier. Aber da müssen die dann halt mal durch. Ist ja nur für einen Tag. Mettbrötchen, am besten mit rohen Zwiebelringen sowie etwas Salz und Pfeffer serviert, das riecht für den kompottsurfer nach Geburtstagsfrühstück im Büro, nach Samstagsmorgenden in der Kinderzeit, und ach, es ist wahrlich eine Schande, dass diese hohe Gut kulinarischer Wonnen so aus der Mode gekommen ist. Und deshalb wird der kompottsurfer den Weltmettbrötchentag 2018 nach Kräften unterstützen und schon jetzt darüber nachdenken, wie er diesen Mittwoch zelebriert. Vielleicht mit dem alten Herrn Papa gemeinsam. Ja, das wäre was. Auf Facebook gibt es einen Veranstaltungshinweis dazu und Kontakt zu anderen Mettbrötchenfans. Dafür einfach aufs Foto klicken.

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13. August 2017

Gourmetmeile auf Zeche Zollverein

Es begann im Kulturhauptstadtjahr 2010: Das Weltkulturerbe Zeche Zollverein wurde erstmals zum Schauplatz gastronomischer Vielfalt aus der Region. Mittlerweile geht die Gourmetmeile ins achte Jahr und hat sich als Highlight unter den zahlreichen kulinarischen Sommerfesten in NRW etabliert. Veranstalter Rainer Bierwirth vom Vorstand Essen Geniessen e.V. hat mit der Kombination von Live Musik und Essen wahrlich ein gutes Näschen bewiesen. Es trifft den Nerv des Publikums. In diesem Jahr sind während der viertägigen Sause 19 Restaurants und neun Live Acts zu Gast auf dem Katernberger Zechengelände. Darunter das Schlosshotel Hugenpoet, das Ristorante La Grappa und die Gastronomie Gummersbach. Es wird also reichlich Genussvolles dabei sein. Alle Infos zum Spektakel vom 24.-27.8. gibt’s hier.

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07. August 2017

Eier. Wir brauchen Eier. Ohne Fipronil.

Ich war gerade auf dem Weg in die Niederlande als die Radionachrichten den Eierskandal vermeldeten, womit klar war, dass Rührei als Mahlzeit für die nächsten Tage ausfallen würde. Warum ich aber schon im nächsten Moment ausgerechnet an Oliver Kahn’s legendären Satz “Eier! Wir brauchen Eier!” denken musste, werde ich bei Gelegenheit mal einen Psychologen fragen, wenn mir einer über den Weg läuft. Vielleicht war es der genervte Unterton mit dem Kahn den Ausspruch tat. Denn genervt bin ich auch und ganz besonders, weil dieser Skandal kein verarbeitetes Industrieprodukt betrifft, sondern ein ziemlich unverarbeitetes. Zwar verringert der Konsument sein Risiko, verseuchte oder verpanschte Ware zu kaufen, je weniger verarbeitet ein Nahrungsmittel ist. Aber frei von Risiko ist er selbst dann nicht wie das aktuelle Beispiel zeigt.

Seit Beginn der Aufzeichnungen des kompottsurfers 2006 ziehen sich reichlich Meldungen über Gefährdungen der Lebensmittelsicherheit durchs Archiv. Eier waren auch schon Thema. 2011 wurde ein Dioxinskandal bekannt, 2013 wurden herkömmliche Eier unter anderem als Bio-Eier verkauft. Im letzten Jahr sickerte durch, dass die Verantwortlichen für das Dioxin verseuchte Futter durch das wiederum Hühner und Eier kontaminiert wurden, nur geringe Geldbußen als Ordnungswidrigkeit zu zahlen hatten. Schon da mutmaßte ich, dass eine solche Entscheidung für Missetäter geradezu wie ein Persilschein augefasst werden muss. Und – der Kalauer sei erlaubt – jetzt gibt’s für viele Eier einen Fipronilschein. Fipronil, ein Schädlingsbekämpungsmittel, wurde inzwischen aber nicht nur in Oranje-Eiern entdeckt sondern auch in solchen aus Belgien und Deutschland. Das Problem ist also offensichtlich nicht auf einen Einzelfall begrenzbar.

Wirklich gesundheitsschädlich sind die Mengen nicht, die bisher in den Proben gefunden wurden, sagt das Bundesamt für Risikobewertung (BfR). Beruhigen sollte uns das aber keinesfalls, im Gegenteil. Nur ein sehr geringer Teil der in Deutschland (und vermutlich in ganz Europa) im Handel verfügbaren Nahrungsmittel wird kontrolliert. Und wenn es Stichproben gibt, decken die viel zu oft gravierende Mängel auf. Brauchen wir also mehr Proben, mehr Mitarbeiter in den Kontrollbehörden und mehr Geld für die Ausstattung eben dieser? Helfen könnte es sicher. Aber kriegsentscheidend ist das nicht.
Was wir brauchen sind Eier. Um Selbstkritik zu üben. An unserem Konsumverhalten. Hauptsache billig, aber bitte mit Qualität funktioniert in einer Gesellschaft nun mal nicht, deren Lebensmittelmarkt hauptsächlich darauf ausgerichtet ist, pekuniären Gewinn abzuwerfen. Also müssen zuallerst wir uns ändern. Oder wie es die Generation meiner Eltern gerne formuliert hat: Man sollte zuerst vor der eigenen Haustür kehren. Qualität hat ihren Preis eben nicht nur beim Autokauf. Ich empfehle, mehr Geld für gute Nahrungsmittel und weniger für den fahrbaren Untersatz ausgeben. Und nein, ich schweife jetzt nicht noch zum Thema Diesel ab. Die Eier reichen für heute.

UPDATE: Die Firma Abelssoft hat eine kostenlose App mit dem Namen Faules Ei entwickelt, die eine Identifizierung heikler Ware ermöglichen soll. Der kompottsurfer hat’s ausprobiert. Funktioniert ganz simpel. Einfach den auf dem Ei befindlichen Code eingeben, und wenn es keine Bedenken gibt, erscheint ein Häkchen mit dem Hinweis “Alles okay! Ihre Eier sind unbedenklich!”

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01. August 2017

Die vielleicht besten Pommes am Meer

Es gehört irgendwie zusammen, Pommes und Baden. Nein, nicht die Pommes im Fett sondern der Mensch im Wasser. Ob im Schwimmbad oder am belebten  Strand – die Portion Fritten ist nicht wegzudenken. Was schließen wir daraus? Genau, der kompottsurfer bloggt auf Meereshöhe und nicht von den  Bergen herunter wie sonst im Sommer. Warum? Lange Geschichte, aber in Kürze: Der Schreiber hat Fuß. Also nix mit x mal Zugspitze hochkraxeln, wie ursprünglich geplant. Aber ich schweife ab. Pommes und Meer war der Gedanke. Ja, und da muss ich unbedingt diese sensationellen Knusperstäbchen erwähnen, die ich gestern im niederländischen Westkapelle verputzte. Immer noch so gut wie bei meinem ersten Besuch 2003. Ganz frisch aus Kartoffeln geschnitten, nicht überwürzt und knusprig. Für die Pommes von Melis, wie die Bude heißt, steht so viel Kundschaft an, dass Wartenummern gezogen werden müssen wie im Einwohnermeldeamt. Nur, dass nicht so lange gewartet werden muss und es am Ende nie so ausgeht wie im Amt, wo man fast immer irgendwas nachreichen soll. Wer also mal in der Gegend ist sollte unbedingt für einen Imbiss vorbeischauen.

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25. Juli 2017

Harald Wohlfahrt und das Ende einer Reise zu den Sternen?

Das war’s jetzt also mit der erfolgreichsten Geschichte der deutschen Spitzengastronomie. Der einflussreichste Sternekoch des Landes, Harald Wohlfahrt, und Heiner Finkbeiner, Eigentümer des Hotels Traube Tonbach samt Restaurant Schwarzwaldstube, sind geschiedene Leute. Heute sollte vor dem Amtsgericht Pforzheim der leidige Streit zwischen dem Koch, der über satte 25 Jahre drei Michelinsterne für das Haus verteidigen konnte, und dem Erben des einstigen Begründers des Traube-Tonbach-Erfolgs verhandelt werden. Wer aber nun erwartet hatte, dass heute körbeweise schmutzige Wäsche gewaschen würde, sah sich getäuscht. Der Streit wurde vor Prozessbeginn geschlichtet. Und aus meiner Sicht betrachtet ist das sehr gut so – die Kolleginnen und Kollegen aus dem Boulevard mögen es anders sehen.

Die Vorgeschichte in Kurzform. Der 61-jährige Harald Wohlfahrt, seit 40 Jahren dem Haus zu Diensten, sollte die Verantwortung am Herd nach einer gemeinsamen Übergangszeit an seinen langjährigen Sous Chef, Torsten Michel, abgeben und als Küchendirektor weitermachen. Die Sache schien aber nicht so reibungslos abzulaufen, wie sie nach Außen hin verkauft worden war. Schließlich soll Herr Finkbeiner vor wenigen Wochen Herrn Wohlfahrt das Betreten der Küche schriftlich untersagt haben, worauf der sich zurück an den Herd klagen wollte. Drama. Drama. Drama. Und ein unwürdiges Spektakel für ein Haus, das kulinarisch betrachtet Weltruhm genießt.

Wie genau die gütliche Einigung unter vereinbartem Stillschweigen aussieht, die vor wenigen Minuten unter anderem von den Stuttgarter Nachrichten bekannt gegeben wurde, ist unklar. So schnell wird Stillschweigen dann doch nicht gebrochen. Wie gerade Nikos Gourmetwelten melden, soll Wohlfahrt jedoch erklärt haben, ihm stünde die Option offen, als kulinarischer Direktor in der Traube Tonbach weiterzuarbeiten. Derweil ließ Finkbeiner erklären, man werde das große kulinarische Erbe von Harald Wohlfahrt immer hochhalten.

Liebhaber der Kaffeesatzleserei dürften daraus unschwer eine Trennung mit finanziell ausreichendem Schmerzensgeld für Wohlfahrt dechiffrieren. Harald Wohlfahrt, so beschreibt es der geschätzte Kollege Bert Gamerschlag im aktuellen stern, könnte sich schon lange von Heiner Finkbeiner missachtet, gedemütigt und ausgebeutet gefühlt haben. Kaum vorstellbar, dass da noch was zu kitten ist. Ganz anders sei das Verhältnis zu dessen Erb-Onkel Willi Finkbeiner gewesen, der ihn vor vier Jahrzehnten eingestellt hatte.

Wie es weitergeht mit der Traube Tonbach und Harald Wohlfahrt, vermutlich auf getrennten Wegen, wird sich zeigen. Torsten Michel wird mittelfristig mit mindestens zwei Sternen weiterkochen, davon darf man ausgehen. Und wenn er denn sogar den dritten Stern hält, wäre er der fünfte von aktuell neun weiteren deutschen Köchen mit 3 Sternen, die Wohlfahrt ausgebildet hat (Kevin Fehling, Thomas Bühner, Christian Bau, Klaus Erfort). Von den vielen Köchen mit zwei Sternen oder einem Stern, die durch seine Schule gingen, gar nicht zu reden.

Vielleicht, so wäre zu hoffen, packt Wohlfahrt was ganz Neues an und blüht mit seinem ganzen Können und seiner Kreativität andernorts noch einmal auf. Es wäre ihm und den vielen Freunden seiner Küche nur zu wünschen.

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20. Juli 2017

Der Butterberg ist geschmolzen, die Preise klettern. Aber wie schlimm ist das wirklich?

Ein Bericht der Financial Times sorgte vor einigen Tagen für Aufsehen, weil er dem Konsumenten eine unangenehme Wahrheit aufs Butterbrot schmiert: Die Butterpreise, in den letzten Monaten rasant gestiegen, werden auf hohem Niveau stabil bleiben, und möglicherweise wird es zu Weihnachten sogar zu einer Butterknappheit kommen. Ausgerechnet zu Weihnachten, wo früher regelmäßig Butter aus Lagerbeständen, die so genannte Weihnachtsbutter, deutlich verbilligt verkauft wurde. Wie konnte es dazu kommen? Und wo ist der Butterberg geblieben? Nun, der Butterberg ist schon vor längerer Zeit weitgehend geschmolzen, und das ist im Grunde auch gut so. Ausgelöst durch die 1984 europaweit eingeführte Milchquote sehendes Auges mehr Kühe mehr Milch produzieren zu lassen als nötig ist, hat nämlich etwas Unanständiges.
Auch wenn die Milchquote erst 2015 endgültig fiel, gab es schon vorher einige Achterbahnfahrten in Sachen Milchpreise, die gewöhnlich auf die Butterpreise durchschlagen. So stiegen diese in 2007 um 20%, fielen bis 2009 aber wieder um 15%, stiegen bis 2011 um satte 37%, sanken 2012 um über 13%, stiegen 2013 um 16% und wenn der geneigte Leser jetzt noch nicht abgehängt ist, lohnt auch noch der Blick auf 2015, dem Jahr der Freigabe des Milchmarktes, wo die Preise, erstaunlicher Weise, nicht extrem ausschlugen, sondern nur vergleichsweise leicht um 8,7% sanken. Was aber passierte, war, dass viele kleine Milchbauern die für sie unrentable Produktion endgültig drangaben, weshalb der Markt nun mengenmäßig allem Anschein nach in die Problemzone kommt, da die verbliebenen Großbetriebe den Mangel nicht so schnell wettmachen können. Und was passiert, wenn mehr Nachfrage als Angebot da ist? Genau. Da hüpfen die Euronen beim Einkauf nur so aus der Geldbörse. Zumal auch die Nachfrage steigt, weil Butter einfach beliebter geworden ist, seit der Vorwurf, mitverantwortlich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sein, vom Tisch ist.

Worauf sich des Deutschen liebste Frage aufdrängt: Wer ist schuld an dem Schlamassel? Und die liebste Antwort gibt man gerne gleich hintendran: Die EU. Aber nein, so einfach ist es nicht. So lange wir eine Geiz-ist-geil-Mentalität pflegen, und beim Lebensmittelkauf die oberste Maxime nicht die Qualität sondern der Preis ist, wird es Verwerfungen geben. Und was machen wir jetzt? Nun ja, wir könnten zum Beispiel weniger Butter essen, dafür aber bessere. Nur so als Idee. Oder wir regen uns gar nicht erst auf, trinken ein lecker Schnäpsken und blicken staunend zurück auf die Preise früherer Tage. 1960 kostete nämlich ein 250-g-Päckchen Butter 1,65 DM. Das entsprach 0,6% des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Arbeitslohns von 262 DM. Heute kostet ein 250-g-Päckchen 1,79 Euro, das entspricht 0,06% des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Arbeitslohns von 2.875 €. Vielleicht drückt diese Zahl auch die verloren gegangene Wertschätzung aus, die wir unseren Lebensmitteln entgegen bringen.
UPDATE 27.2.1017: Spiegel Online berichtet heute über einen immensen Vorrat an Milchpulver in der EU in sagenhafter Höhe von 358.000 Tonnen. Wo der Butterberg geschmolzen ist, türmt sich also nun ein anderer Berg aus Milcherzeugnissen auf. Mehr dazu hier.

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14. Juli 2017

Lob einer kleinen schwarzen Perle des kulinarischen Alltags

Mit den Erdbeeren wurde ja schon vor einer Weile die heimische Beerenzeit eröffnet, aber so gerne ich Erdbeeren auch mag – es geht mir zunehmend auf die Nerven, schon im Februar Erdbeeren in den Supermärkten herumliegen zu sehen, herbeigeschafft aus der Ferne, zumeist armselig im Aroma und eine teure Sache obendrein.
Kochen, essen und genießen kann wirklich abwechslungsreich und aufregend sein, wenn man die jahreszeitlich eingeschränkte Verfügbarkeit regional vorkommender Grundprodukte nicht als Mangel sondern als Geschenk versteht. Wieso Geschenk? Weil dieser Mangel Vorfreude wecken kann. Vorfreude auf frischen Spargel, Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen, Birnen, Steinpilze, Kürbis und so vieles mehr.
Besonders spannend finde ich aber, den wirklich nur sehr begrenzt verfügbaren Dingen habhaft werden zu können, vor allem, ihre Erntezeit nicht zu verbaseln. Würde einem bei Spargel, Erdbeeren, Pflaumen, Kürbis und Co. sicher nie passieren, weil man ja zugedröhnt wird mit Hinweisen darauf.

Die Zeit des frischen Bärlauchs war für mich oft schon vorbei, bevor ich regestriert hatte, dass es wieder so weit war, wobei mir das inzwischen nicht mehr passiert, weil Bärlauch beliebter geworden ist bei der Kundschaft und man ihn jetzt häufiger im Supermarkt und beim Gemüsehändler findet. Schwieriger wird’s für mich schon bei Schwarzwurzeln, ein großartiges Gemüse, wenn ich die Angebotszeit nicht wieder verpenne. Wirklich knifflig aber wird es Jahr für Jahr mit Schwarzen Johannisbeeren. Da bin ich meistens zu spät dran. Ihre roten Brüder sieht man ja mittlerweile recht häufig, und dann nehme ich mir auch gleich vor, beim nächsten Marktbesuch mal auf die schwarzen zu achten. Tja, und beim Vornehmen bleibt’s dann viel zu oft.

In diesem Jahr, genauer gesagt heute, hab’ ich, tätä, aufgepasst. Und ich will auch gar nicht erst die vielen gesundheitlich sehr positive wirkenden Inhaltsstoffe runterbeten, denn es ist dieser ganz besondere Geschmack, der Schwarze Johannisbeeren auszeichnet, wobei ich auch nicht auf Einzelheiten unterschiedlicher Sorten eingehen will, von denen es groß- und kleinbeerige gibt. Mögen sich die Fachleute und Hobbygärtner damit befassen. Schwarze Johannisbeeren empfinde ich als deutlich süßer als die roten, aber das ist eher nebensächlich. Es ist der leicht erdige Geruch, möglicher Weise beeinflusst durch den unvergleich hohen Eisenanteil, der gepaart mit den Fruchtaromen diese Beere, frisch verzehrt, zu einer Besonderheit im Obstangebot macht. Und dieses Superfood kommt auch nicht aus Timbuktu sondern, sagen wir mal Mülheim-Winkhausen. Keine Frage, Schwarze Johannisbeeren sind nicht jedermanns Sache, ähnlich wie Schwarzwurzeln, aber jedermanns Sache schmeckt auf Dauer doch langweilig. Oder nicht?

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09. Juli 2017

Was für ein Deal: Michelin übernimmt Anteile von Robert Parkers Wine Advocate

„Überall auf der Welt stehen Michelin und Robert Parker Wine Advocate für eine große Glaubwürdigkeit, die auf Unabhängigkeit sowie auf erprobten Bewertungssystemen basiert. Die Partnerschaft ermöglicht es uns und unseren Kunden, von Synergieeffekten zu profitieren“, so verkündete Alexandre Taisne (CEO Food and Travel Business bei Michelin) die Beteiligung der legendären Firmenmutter des einflussreichsten Gastronomie Guides der Welt am einflussreichsten Weinmagazin der Welt. Die Aktivitäten umfassen anfangs nur Asien und Nordamerika, später werde das Engagement auf Europa ausgeweitet, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Bisher hatte man nur bei Events kooperiert. Warum Michelin aber nur mit 40 Prozent bei „Robert Parker Wine Advocate“ (RPWA) einsteigt, darüber wird jetzt intensiv spekuliert werden. Denn das Sagen bei RPWA behält Robert Parker. Warum steigt man also unterhalb eines Mehrheitsanteils ein? Vermutlich, weil eine strategische Partnerschaft für beide Seiten gewinnbringend scheint, denn einen Guide produzieren ist teuer, sehr teuer. Als reines Marketinginstrument für den Reifenhersteller kostet der Guide mehr als er einbringen könnte. Mit Parker als Partner könnte die Einnahmeseite aber nun weiter gestärkt werden, vielleicht, wenn man noch mehr im Eventbereich aktiv wird. Man darf gespannt sein, wie sich das konkret gestaltet, auch in Deutschland.

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04. Juli 2017

Der Honig, die Bienen und die Sorge um die Schadstoffbelastung und Regionalität eines Naturprodukts.

Unter dem Titel Unser Honig: geliebt und gefährdet zeigte das NDR-Fernsehen gestern einen so umfassenden wie erschreckenden Beitrag, wie schlecht es um die Qualität unseres Honigs teilweise bestellt ist. Bisher hatte ich immer geglaubt, das Bienensterben sei das größte Problem. Gefolgt von anderen Umweltfaktoren wie Pflanzengift, das die Blüten schädigt. Aber was da gestern gesendet wurde, offenbarte noch weitere Probleme aus ganz anderen Richtungen wie Deklaration, Vermarktung und das Ansteuern giftiger Pflanzen durch Bienenvölker, denen die Blütenoptionen ausgehen.

Wer glaubt, beim Imker um die Ecke ausschließlich Honig aus der Region zu bekommen, kann sich schnell getäuscht sehen, denn die Mitglieder des Deutschen Imkerbundes dürfen Honig aus anderen Quellen dazukaufen und vermarkten und das bis zu einem Anteil von 50 Prozent. Dazu kommt, das Bienen – anders als lange Zeit angenommen – die Blüten des Jakobs-Greiskraut ansteuern, eine knallgelb blühende heimische Pflanze, die giftige Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten kann. In Stichproben wurden Schadstoffbelastungen gemessen, die teils zigfach über den zulässigen Grenzwerten liegen. Das Problem: Die Kontrolle der heimischen Honige kleiner Imker ist kaum möglich. Die würden selbst auch gerne sicher sein und unbelastete Honige anbieten, aber die Analyse ist nicht billig.

Ganz neu ist das Problem allerdings nicht. Experten wissen schon lange, dass toxische Inhaltsstoffe über Bienen in den Honig gelangen können, die diverse asiatische und kaukasische Rhododendronarten anfliegen. Für Deutschland hat man das Problem bisher nicht gesehen. Das ändert sich nun.

Den gesamten Beitrag des NDR gibt’s hier zu sehen:

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30. Juni 2017

Restetrinken mal anders: Ein neuer Drink der Laune macht. Und wach.

Na klar, geschenkt, natürlich ist das Fotomotiv an den Haaren herbeigezogen. Aber echte Kaffeekirschen waren gerade nicht greifbar, also blieb nur ein Griff in die Trickkiste und – simsalabim – lagen plötzlich Kaffeekirschen auf dem Tisch, die Basis eines neuen Getränks, das in Hamburg hergestellt wird. Auch mit viel Simsalabim, denn wie das Team um Bastian Muschke und Bastian Senger Caté im Detail zusammenmischt bleibt selbstverständlich Betriebsgeheimnis.

Schon lange hab’ ich nach einem erfischenden Getränk mit reichlich Koffein gesucht, das möglichst natürlich ist, nicht übermäßig Zucker enthält und nicht nach Gummibärchen riecht. Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet eines Tages fündig zu werden, doch dann entdeckte ich Caté. Gemacht aus Kaffekirschen, der Frucht, die Kaffeebohnen umhüllt bis sie nach der Ernte entfernt und entsorgt werden. Diesen Bioabfall nutzen die beiden Bastians, um daraus ein koffeinhaltiges und mit Kohlensäure versetztes Getränk zu machen. Im Duft ist es ungemein frisch mit Noten, die an Minze und Zitrusfrüchte erinnern. Der Hallowacheffekt entspricht laut Hersteller zwei Espresso auf ein Fläschchen Limo. Das ist mal eine Ansage. Der Zuckergehalt von 5g/100ml, liegt knapp halb so hoch wie bei Coca Cola oder Red Bull. Klar, das ist jetzt auch nicht wirklich wenig, aber die Süße wirkt sehr gut eingebunden und schmeckt nicht vor. Könnte gut sein, dass ich mir Caté auch mal als Starthilfe für den einen oder anderen Nachtlauf genehmige. Und nein, ich krieg’ nix dafür, dass ich den Drink gut finde. Ich finde ihn einfach wirklich gut. Echt gezz.

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