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Essen und Trinken - Blog

DER KOMPOTTSURFER

Der Journalist und Autor Klaus Dahlbeck durchquert schon seit mehr als zwei Jahrzehnten die genussvollen Gebiete des Lebens. Sein persönliches Tagebuch öffnet den Blick in eine weite und spannende kulinarische Welt zwischen Versuchung und Verunsicherung.

26. April 2015

Die Roboter kommen. In die Küche.

Erst kürzlich hatte der kompottsurfer seine Sympathie für diesen niedlichen Fratz bekundet, da sorgt im Rahmen der CEBIT in Hannover ein Roboter der Firma Moley Robotics für Aufsehen, dessen handwerklichen Fähigkeiten vom britischen Kochshow-Sieger Tim Anderson anerzogen wurden. Genauer gesagt, werden Andersons arbeitenden Hände vom Roboterkoch nachgeahmt, dessen Knowhow von einer Rezeptdatenbank unterfüttert wird.

Nach Ansicht des kompottsurfer muss so ein Roboterkoch nicht unbedingt alle Arbeiten in der Küche übernehmen, aber es gibt schon ein paar Dinge, die man gerne abtreten würde. Zwiebeln schneiden, Topinambur schälen, Fisch filetieren, Kleingefügel hohl ausbeinen …

Wer wissen will, wie so ein Ding zum Beispiel Spaghetti Bolognese zubereitet, schaut einfach mal ins Video hinein.

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24. April 2015

Weltausstellung in Mailand: Essen mal anders

Feeding the Planet, Energy for Life, das ist das Thema der Expo 2015, die vom 1. Mai bis zum 31. Oktober in Mailand die Problematik der Welternährung in den Mittelpunkt des Geschehens stellen wird. Eine nie dagewesene Gelegenheit, in den Pavillons der beteiligten Länder kulinarische Kulturen, Konzepte und Ideen aus aller Welt kennenzulernen. Natürlich ist selbst eine Expo zum Thema Ernährung alles andere als ein internationales Catering Event, soll es doch um Innovationen und Visionen rund um das Thema gehen, visualisiert durch architektonische Wunderwerke. Deutschlands Pavillon zum Beispiel steht unter dem Motto Be active. Er soll dazu beitragen, die Zivilgesellschaft zu eigenem Handeln anzuregen, wie es im Sprachgebrauch der Politik etwas sperrig formuliert ist. Optisch will der Deutsche Pavillon die deutsche Feld- und Flurlandschaft in Architektur umsetzen, mit einem Gebäude, das als sanft ansteigende Landschaftsebene mit einer frei zugänglichen Oberfläche und einer Themenausstellung im Inneren realisiert ist. Aus der Landschaft wachsen stilisierte Pflanzen, so genannte Ideen-Keimlinge, empor und entfalten ein großes Blätterdach.

Es wird interessant sein zu sehen, welche Antworten die Ausstellernationen in Mailand zu Fragen der Beseitigung von Hunger, der Lebensmittelsicherheit und der Qualität von Nahrungsmitteln in ihren Pavillons präsentieren werden.

Cook the Mountain ist ein Projekt im Rahmen der Expo 2015, das dem mompottsurfer besonders gefällt und das der mit zwei Michelinsternen ausgezeichnete Küchenchef Norbert Niederkofler geprägt hat. Sein Ansatz ist, vereinfacht formuliert, die Ernährungsweise der Bergbevölkerung zum Vorbild zu nehmen, die regional und nachhaltig in Sachen Produktion geprägt ist. Dazu gibt es ein Interview mit Niederkofler auf Expo net.

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18. April 2015

Kompottsurfers Top 10 der wertvollsten Lebensmittel für Gesundheit und Fitness

Wie wertvoll ein Lebensmittel für den Menschen ist, hängt natürlich von seinen Lebensumständen ab. Für viele Menschen in Afrika, ja mittlerweile auch für die Bewohner von Kalifornien ist zum Beispiel Trinkwasser besonders wertvoll. Worum es in den Top 10 des kompottsurfers aber gehen soll ist etwas anderes, nämlich aufzuzeigen, welche natürlichen Grundprodukte uns hierzulande wertvolle Inhaltsstoffe für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit liefern können. Bevor wir also in Drogeriemärkten und Apotheken einmal quer durchs Regal Vitamin- und Mineralstoffzusätze in Tablettenform einkaufen, könnten wir es ja mal mit echter Nahrung versuchen. Und das sind sie, kompottsurfers ganz persönliche Top 10:

Ananas
Was die Ananas so besonders macht ist nicht ihr hoher Anteil Vitamin C, sondern die Variationen des enzymatischen Inhaltsstoffs Bromelain, der als entzündungshemmend gilt und seit seiner Entdeckung aus der Ananas isoliert und in Medikamenten eingesetzt wird. Küchentechnisch findet die Ananas Verwendung in diversen asiatischen sowie süd- und mittelmerikanischen Gerichten, nicht zuletzt als Beigabe zu Fleisch. Der kompottsurfer favorisiert sie als Bestandteil von Ostsalat und Smoothies.

Avocado
Die Beerenfrucht ist eines der perfektesten Lebensmittel überhaupt. Sie enthält neben zahlreichen ungesättigten Fettsäuren auch Kohlenhydrate und Eiweiß sowie Ballaststoffe, viele Vitamine der B-Gruppe sowie Vitamin C, E und D. Dazu kommen reichlich Mineralstoffe von Calcium über Eisen, Magnesium und Kalium bis Zink. Bei uns in Deutschland sind zumeist die Sorten Fuerte (glatt, grünliche Farbe) und Hass (rau bis runzelig, lila-schwarze Farbe) erhältlich. Reif sind Avocados, wenn sie am schmalen Ende auf Fingerdruck nachgeben. Klassische Verwendung findet die Avocado als Guacamole oder als Beigabe zu diversen Salaten. Immer etwas Limetten- oder Zitronensaft zugeben, um eine bräunliche Verfärbung an den Schnittflächen zu verhindern.

Cashew
Der nierenfömige Kern des Kaschu-Apfels ist reich an ungesättigten Fettsäuren, Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen. Außerdem enthält er die essentielle Aminosäure Tryptophan, die nicht vom menschlichen Körper selbst hergestellt werden kann und für die Bildung des sogenannten Glückshormons Serotonin notwendig ist. Die Qualität von Cashews kann stark differieren, deshalb besser keine Schnäppchenware kaufen. Geröstete Cashews passen sehr gut zu diversen Currys, aber mit Salz und Chilipulver bestreut auch prima als Knabberei zum abendlichen Bier vor dem Fernseher.

Granatapfelkerne
Studien legen nahe, dass die Kerne des Granatapfels, die wie geschliffene Rubine in ihrem Gehäuse liegen, gegen Rheuma, Arteriosklerose, Schlaganfall, Arthritis und Krebs helfen könnten. Sie enthalten diverse Vitamine und Mineralstoffe, vor allem aber reichlich Polyphenole. Granatapfelkerne sind vielseitig verwendbar, der kompottsurfer empfiehlt sie zum Beispiel als Zugabe zum Früchtemüsli. Dazu schmecken ein paar Splitter Bitterschokolade übrigens besonders gut.

Hühnerei
Wir reden jetzt natürlich nur von der Bio-Freilandvariante, klar. Und trotzdem gilt es hier gegen ein Vorurteil anzukämpfen, nämlich dem, Eier würden den Cholesterinspiegel erhöhen. Die Behauptung ist, nach aktuellem Stand, Murks. Vielmehr sind Eier komplett unterschätzt, weisen sie doch einen hohen Anteil Mineralstoffe, Vitamine und Eiweiß und Aminosäuren auf. Die Verwendung von Eiern in der Küche ist vielseitig, vom weich bis hart gekochten Frühstücksei über Rührei und Omeletts reichen die bei uns üblichen Rezepturen, wo das Ei Hauptzutat der Zubereitung ist. Dazu kommen zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel wenn es um’s Backen geht.

Ingwer
Natürlich ist die Notierung von Ingwer in dieser Liste alles andere als eine Überraschung. Abgesehen von seinen Aromanoten in frischem Zustand wie Zitrus und Kampfer sowie seiner besonderen Schärfe, die mit abnehmender Frische nachlässt, ist Ingwer der Popstar unter den heilsamen Lebensmitteln. Er soll schmerzlindernd und antientzündlich wirken, außerdem den Kreislauf anregen und noch dazu Magen-Darm-Probleme erfolgreich bekämpfen können. Der kompottsurfer empfiehlt Ingwer nicht nur als Würzmittel in asiatischen Gerichten oder eingelegt als Beilage sondern auch in dünne Scheiben geschnitten mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser und einem Spritzer Limettensaft aufgegossen als anregendes Erfrischungsgetränk.

Kichererbsen
Die Hülsenfrucht ist vor allem in Indien sehr beliebt, wo auch ihre Hauptanbaugebiete liegen. Sie muss unbedingt ausreichend lange gekocht werden, damit der enthaltene Giftstoff Phasin zerfällt. Kichererbsen enthalten reichlich pflanzliches Eiweiß, Kohlenhydrate sowie die essentiellen Aminosäuren Threonin und Lysin. Außerdem eine Reihe Mineral- und Ballaststoffe. Sie eignen sich prima als Suppeneinlage oder Bestandteil von Currys und Eintöpfen. Auch der Brotaufstrich Hummus wird auf der Basis von Kichererbsen hergestellt.

Quinoa
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht in der auch als Inkareis bezeichneten, robusten Pflanze eine Chance gegen den Welthunger. Der kompottsurfer macht’s mal eine Nummer kleiner und hebt den außerordentlichen Nährstoffgehalt von Quinoa hervor. Sie liefert viel pflanzliches Eiweiß sowie – neben Kohlenhydraten und Ballaststoffen – reichlich Mineralstoffe. Quinoa lässt sich ähnlich wie ein Risotto zubereiten, wobei das Korn im Biss etwas fester bleibt. Auch als Frühstücksalternative zum Müsli, serviert mit verschiedenen Früchten, ist Quinoa zu empfehlen.

Thymian
Als Gewürz- und Heilpflanze hat Thymian eine große Tradition in der Küche wie in der Heilkunst. Es gibt viele Variationen des Thymian, vom Azorenthymian bis zum Zitronenthymian. Viele Arten haben positive Wirkung auf unsere Atemwege, wenn die Aromen aus den ätherischen Ölen der Blätter gelöst werden. Der kompottsurfer schätzt auch die aromatische Wirkung des Thymian, wenn er während des Bratens von Fleisch zum Olivenöl in die Pfanne gegeben wird.

Tomate

Was die Tomate in dieser Liste zu suchen hat? Ganz einfach, das früher als Liebesapfel (pomodoro) bezeichnete Nachtschattengewächs kann mehr als viele Konsumenten vermuten. Dazu kommt ihre große Sortenvielfalt, die hier und da noch gepflegt wird. Tomaten stärken die Immunabwehr, was dem Inhaltsstoff Lycopin zugeschrieben wird, darüber hinaus enthalten sie diverse Vitamine und einen hohen Anteil Kalium, der u.a. zur Stabilität des Blutdrucks beiträgt und an der bioelektrischen Reizleitung unserer Zellen beteiligt ist. Angeblich soll der Konsum von Tomaten auch den Alterungsprozess der Haut verlangsamen. Verwendung finden Tomaten in Salaten oder als Saucen und Suppen.

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12. April 2015

Ja, ich will! Und zwar so einen niedlichen Hilfskoch …

Wer sagt denn, dass Roboter nur für die Lebensmittelindustrie geeignet sind? Also, ich jedenfalls würde diesen niedlichen kleinen Küchenhelfer aus dem Video sofort gegen Kost und Logis in meiner Küche anstellen und an den Herd lassen. Bis ich das Rentenalter erreicht hab’ und nicht mehr so gut auf den Beinen bin, sind unsere nächsten Verwandten sicher sogar schon so weit entwickelt, dass sie sternereif kochen können, wenn man sie denn mit den richtigen Rezepten und den entsprechend hochwertigen Zutaten füttert. Aber seht selbst:

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09. April 2015

Achtsam essen: Nicht das Was entscheidet, sondern das Wie. Aber warum?

Achtsam essen: Bei Zubereitungen von Joachim Wissler ein köstliches Muss, wenn man alle Aspekte erfassen will

Ein deutscher Discounter wirbt gerade mit einer großen Imagekampagne im Apple Style für sein Sortiment. Woran erkennen wir, was gut ist an Produkten wie Wein und Brot und Schokolade, wird der Verbraucher in den Werbespots gefragt, und natürlich wird die Antwort gleich mitgeliefert. Mal spielt der Geschmack eine Rolle, mal die Farbe, die Herstellung und der Preis. Der gute Preis.

Es ist eine der größten Tücken im deutschen Lebensmittelsektor, dass der Verbraucher hierzulande so enorm preisorientiert ist. Glaubt man Experten aus der Lebensmittel- wirtschaftsforschung, gibt es kaum einen anderen Industriestaat auf der Welt, in dem der Lebensmittelmarkt so hart umkämpft ist. Selbst der weltweit größte Handelskonzern Walmart hat es vor Jahren nicht geschafft, in Deutschland Fuß zu fassen. Und das soll was heißen.

Das Problem in Deutschland sind zum Einen die Verbraucher selbst, weil sie beim Essen mehr auf den Preis als auf die Qualität achten (anders als beim Auto). Außerdem haben wir es auf der Ebene der landwirtschaftlichen Erzeuger sowie im Verarbeitungssektor hierzulande hauptsächlich mit kleinen und mittelständischen Unternehmen zu tun, denen ein hochkonzentrierter Handel gegenübersteht. In Deutschland halten die fünf größten Unternehmen derzeit einen Marktanteil von rund 75 Prozent. Die veranlassen den Handel dazu, möglichst niedrigpreisig anzubieten. So schmelzen die Gewinnmargen, wodurch der Druck auf den Einzelhandel steigt, extrem günstig einkaufen zu müssen. Das wiederum macht Druck auf die Erzeuger und die Verarbeiter, die an jeder Ecke Kosten sparen müssen. Und wer glaubt, dass das alles nicht zu Lasten der Qualität geht, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Nun wird gerade eine neue Trendsau durch die Medienwelt getrieben: das achtsame Essen. Der kompottsurfer beschäftigt sich schon lange mit dem Thema, weil es tatsächlich von Bedeutung ist. In unserem Buch “Verwegen kochen” (erschienen 2008) haben Heiko Antoniewicz und ich auch diesen Aspekt beleuchtet. Denn wer Essen einfach nur schnell in sich hineinschlingt, wird seine Qualität und die möglicherweise kunstvolle Art seiner Zubereitung nicht erfassen können.

“Das Ziel der Achtsamkeit”, so formulieren es die Mentaltrainer eines Münchener Instituts auf ihrer Website, “ist inneres Gleichgewicht. Idealgewicht ist nur eine erfreuliche Nebenwirkung.” Gleichwohl entdeckt der kompottsurfer bei der Internetsuche nach Trainings für mehr Achtsamkeit beim Essen, überwiegend Zusammenhänge mit Abnehmstrategien und Anti-Stress-Verfahren. Dagegen ist selbstverständlich nichts zu sagen, und die Angebote haben sicher ihre Berechtigung, aber aus Genießersicht betrachtet: Wie wäre es mal mit einer Orientierung der Achtsamkeit hin zu Aroma, Geschmack, Textur und Zubereitungsqualität eines Gerichts?

Woran erkennen wir also, was gut ist? Auch am Preis, sicher. Nur anders als es uns die Werbestrategen verkaufen wollen. Vegleichsweise billig ist in der Regel nämlich vergleichsweise weniger gut, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Achtsamkeit beim Essen fängt schon beim Einkauf an. Bei der Qualität der Produkte, die wir in unseren Warenkorb legen. Bei der Bereitschaft, lieber mehr Geld für gute Zutaten auszugeben als für mehr Pixel auf dem neuen Smart-TV. Und endet bei der Investition von Zeit. Für Einkauf, Zubereitung und Genuss. So geht Achtsamkeit beim Essen aus Sicht eines Genießers.

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05. April 2015

Noch Eier übrig? Dann unbedingt mal Heston Blumenthals Rührei ausprobieren.

Dass Ostern zum Fest der vielen Eier wurde, ist ausnahmsweise mal nicht auf dem Mist cleverer Marketingstrategen gewachsen, sondern aus der Not der 40-tägigen Fastenzeit geboren, in denen auch der Konsum von Eiern verboten war. Nun konnten die Bauern, damals wie heute, den Hühnern keinen Dienstplan verordnen, der eine Aussetzung der Eierlegerei vorsah, also waren zu Ostern immer reichlich Eier übrig, die unbedingt weg mussten. Das Kuriose in der heutigen Zeit ist aber, dass kurz vor Ostern fast immer alle Eier vergriffen sind. Klar, fastet ja kaum einer mehr heutzutage. Und bis Veganer die Mehrzahl der Weltbevölkerung ausmachen und es auch zu Ostern wieder Eier im Überfluss gibt, wird es noch ein paar Jahrhunderte dauern.

Alle diejenigen, die mir in den letzten Tagen den gesamten Bestand der Bioeier aus der Region vor der Nase weg gekauft haben und jetzt nicht wissen, was sie mit den überzähligen Eiern machen sollen, empfehle ich hier – nein, ich bin nicht mehr sauer ;-) – ein sehr schönes Rezept von Spitzenkoch Heston Blumenthal, dem Eiermagier. Nicht die Zutaten machen seine Rezeptur aus, sondern die Art der Zubereitung im Wasserbad. Aber seht selbst:

https://www.youtube.com/watch?v=NZtwPf32YN4

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31. März 2015

Neues vom Flexitarier

Flexitarische Ernährung: mal Currywurst, mal Pommes

Ja, auch für Leute wie mich gibt es eine Typisierung, wie ich vor einer Weile feststellen durfte, oder besser: musste. Ich bin ein Flexitarier, ob ich will oder nicht. Ich will nicht, soviel zur Klarstellung. Aber nach Lehrmeinung der Ernährungspolizei sind Menschen, die auch mal Gerichte ohne Fisch und Fleisch essen, Flexitarier. Andere sagen: Gelegenheitsvegetarier.

Hauptsache man ist irgendwas. Früher definierten sich die Menschen auf der Nordhalbkugel über Religionszugehörigkeit oder die politischen Standorte Rechts, Mitte, Links. Aber das ist irgendwie aus der Mode gekommen. Inzwischen vereint die Haltung zum Essen Glaubensfragen und politische Orientierung. Längst haben auch die Marketingstrategen der Nahrungsmittelindustrie das Potential erkannt, das anfangs nur in der Bezeichnung “Bio” lag, heute aber eine Vielzahl an vermeintlichen Gütesiegeln umfasst.

Erst neulich las ich in der Holzausgabe des stern über den Wahnsinnserfolg des vegetarischen Schinkenspickers aus der Rügenwalder Mühle, bekannt auch aus einem aktuellen TV-Spot Da schafft es ein im Kern durch und durch fleischiges Unternehmen doch tatsächlich, mit einer vegetarischen Variante seines Schinkenspickers die vier- bis fünffache Menge des Originals zu verkaufen. Was für ein Coup! Das wäre ungefähr so, als würde die Lufthansa Bahnreisen in diverse deutsche Großstädte verdealen und davon ein Vielfaches ihrer Flugtickets absetzen. Auch da würde man auf Sieg des guten Gewissens spielen, schließlich dürften innerdeutsche Bahnreisen ökologisch unbedenklicher sein als Flugreisen.

Aber was ist überhaut drin, in den fleischfreien Wurstartikeln? Nun ja, neben zahlreichen Würzmitteln vor allem jede Menge Eiklar und Rapsöl. Womit die Wurst schon mal nichts für Veganer wäre. Aber für die gäbe es ja noch das vegane Mett. Bei dem gegenwärtigen Verkaufserfolg vegetarischer Wurstsorten mag man die Menge an Hühnereiern nicht ausrechnen, die so vielen Vegetariern und Flexitariern Wurst sind. In der Süddeutschen Zeitung gab es schon im vergangenen Jahr einen Beitrag über einen vegetarischen Metzger zu lesen, und natürlich musste man auch da genau auf den Erscheinungstermin des Beitrags schauen und sicherstellen, dass es nicht der 1. April war. Nein, es war kein Aprilscherz.

Welche glaubhaften Scherze über Ernährungsweisen lassen sich überhaupt noch machen, ohne Gefahr zu laufen, von der Wirklichkeit eines Besseren, eines Unlustigen belehrt zu werden, fragt sich der kompottsurfer einen Tag vor dem 1. April.

Eine Nacht bleibt noch, darüber nachzudenken.

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27. März 2015

Familie Furtmann verabschiedet sich aus ihrem Traditionsrestaurant Kölner Hof in den Ruhestand

Wie der kompottsurfer heute erfuhr, werden Heinz und Rosmarie Furtmann nach 35 Jahren im einst elterlichen Kölner Hof in den Ruhestand gehen. Über diesen Zeitraum haben sie das Haus zu einem Aushängeschild der ambitionierten Küche im Ruhrgebiet gemacht und vor allem auch mit hoch entwickelten, gleichwohl gnädig kalkulierten regionalen Gerichten für Begeisterung bei Gästen und Gastronomiekritikern gesorgt. Nun gehen sie also, die herzlichen Furtmanns, was jammerschade ist, aber andersherum haben sie sich nach so vielen Jahren Spitzengastrononmie den Ruhestand mehr als verdient. 2010 hatten wir den rewirpower-Weintest im Kölner Hof ausrichten lassen und reichlich Vergnügen dabei gehabt.

Das Team von Essen Genießen, Ausrichter diverser Gastronomiemeilen und -events, organisierte für die Furtmanns zum Abschied ein Dankeschön-Dinner, bei dem auch namhafte Kollegen als Überraschungsgäste dabei waren. Auch der kompottsurfer sagt Danke und wird nie die köstlichen Lammnierchen mit getrüffeltem Kartoffelpüree vergessen, die es irgendwann Anfang der 1990er Jahre für eine vergleichsweise schmale Mark auf die Gabel gab. Wie es mit dem Kölner Hof weitergehen und ob es einen Nachfolger geben wird, steht noch nicht fest. Vielleicht findet sich ja jemand, der sich in die großen Fußstapfen der Furtmanns traut.

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22. März 2015

Eine kleine kulinarische Perle Asiens, mitten in Dortmund: Der Ruan-Thai-Imbiss

Was machte eine Metropole aus, kulinarisch gesehen? Die besternten Spitzenrestaurants? Keineswegs, denn die meisten von ihnen befinden sich abseits der Millionenstädte, in Orten die Bergisch-Gladbach heißen, Baiersbronn, Saarbrücken, Osnabrück und Rottach-Egern. Nein, der kulinarische Reiz der Metropolen liegt in der Dichte ambitionierter Landesküchen, Lokale, die nicht mit großem Tamtam daherkommen, sondern wo nur eines zählt: gute Küche, und das zu fairen Preisen. Oft sind es sogar imbissartige Betriebe, die den kompottsurfer begeistern. So wie das höchst unscheinbare Ruan Thai in Dortmund, die ja noch ein Weilchen brauchen wird, um eines Tages Millionenstadt zu sein. Im Schatten des monumentalen U gelegen, nach dem Selbstverständnis der Stadt, Dortmunds neuem kulturelles Zentrum, bietet dieses spartanisch eingerichtete und mit allerhand folkloristischen Accessoires aufgehübschte Lokal an der Rheinischen Straße 35 eine so wunderbar aromatische, nicht ansatzweise überwürzte Thaiküche zum kleinen Preis, dass einem das Herz aufgeht. Schärfe wird sehr dosiert eingesetzt, es gibt also kein Essen für Angebergäste, die gerne damit prahlen, wieviel Fantastillionen Scoville sie vertragen können sondern eine frische Küche ür Aromafreunde.

Wer das Ruan Thai besucht, muss allerdings seine Getränke selbst mitbringen, was definitiv Kultfaktor hat. Nebenan gibt’s einen Kiosk, wo man für einen schmalen Euro eine Flasche Bier kaufen kann. Wer Wein will, muss ihn sich selbst von zuhause mitbringen. Dieser Imbiss passt sowas von gut ins Ruhrgebiet, dass man in Ahnlehnung an eine alte Fußballweisheit sagen muss: die Wahrheit liegt auf dem Teller

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15. März 2015

Auf der Suche nach dem verschollenen Rezept: Bibliothek des Deutschen Kochbuchmuseums nutzen

Seit 2011 ist das Deutsche Kochbuch- museum am alten Standort Westfalenpark nun schon dicht, aber der Verwaltungsvor- stand der Stadt Dortmund hat letzte Woche endlich beschlossen, ein neues Domizil als Außenstelle des Museums für Kunst und Kulturgeschichte in der Volkshochschule zu schaffen. Ein löblicher Beschluss, nach dem das Kochbuchmuseum dort Ende 2016 wird einziehen können, wenn alle baulichen Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind. Als Gesamtkosten für Einrichtung und Investition veranschlagt die Verwaltung 537.500 Euro.

Der Schwerpunkt der neuen Dauerausstellung wird auf der Präsentation der Entwicklung der Esskultur nach 1945 liegen, ihre kulturelle Vielfalt und die Aspekt gesunder Ernährungsweise. Die historische und in ihrer Art einzigartige Bibliothek mit mehr als 10.000 Titeln steht der interessierten Öffentlichkeit allerdings schon jetzt zur Verfügung. Wer auf der Suche nach einem alten Rezept ist, nach dem zum Beispiel die verstorbene Oma immer das Lieblingsgericht ihrer Enkel fabriziert hat, kann hier vielleicht fündig werden.

Geöffnet hat die Bibliothek allerdings nur einmal in der Woche Mittwochs von 10–14 Uhr, ansonsten nur nach Absprache. Und verortet ist sie noch am alten Standort an der Buschmühle 3 im Westfalenpark, wo früher auch das Museum war.

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