rewirpower.de – Das Revierportal


Suche:

Essen und Trinken - Blog

DER KOMPOTTSURFER

Der Journalist und Autor Klaus Dahlbeck durchquert schon seit mehr als zwei Jahrzehnten die genussvollen Gebiete des Lebens. Sein persönliches Tagebuch öffnet den Blick in eine weite und spannende kulinarische Welt zwischen Versuchung und Verunsicherung.

17. Januar 2017

functional food und die Frage: Was ist das überhaupt?

Kürzlich erschien im Gourmet Report ein so interessanter wie unheimlicher Beitrag über functional food, und das unter der Überschrift Gesunde Wurst. Darin geht es um ein Entwicklungsprojekt der Arbeitsgruppe Lebensmittel- und Ernährungsforschung der Hochschule Anhalt in Bernburg, an dessen Ende die Rezeptur für eine neuartige Wurst stand. Diese Wurst wird, so heißt es, bereits unter dem Namen „Pro Gesundheit“ in Filialen der Fleisch- und Wurstwarenproduktion Bernburg verkauft.

Irritierend an dem Beitrag findet der kompottsurfer, mit welch’ positivem Beigeschmack der Begriff functional food serviert wird. Für Gourmets ein eher abschreckender Begriff, geht es bei functional food doch letzten Endes darum, hochverarbeitete Lebensmittel herzustellen. Vor zehn Jahren hat der kompottsurfer übrigens schon einmal sein Fremdeln mit dieser Art von Ernährung kundgetan.

Wenn es aus Sicht des kompottsurfers aktuell einen Entwicklung im Bereich der Nahrungsmittelherstellung gibt, die besonders besorgniserregend ist, dann die ungehemmte Ausbreitung vermeintlich “guter” Lebensmittelzusätze sowie aromatische Manipulationen aller Art. Geimpftes Essen sozusagen. Warum? Weil dieses Geschehen weitgehend unterhalb des Radars abläuft. Weil es eben kein klassischer Lebensmittelskandal ist. Dabei kann es viel folgenreicher sein. Was diese Zusätze langfristig gesundheitlich anrichten können ist kaum erforscht. Natürlich klingt es erstmal positiv, wenn man hört, dass die Kastration von männlichen Ferkeln bald der Vergangenheit angehören könnte, weil man nun ein Mittel gefunden zu haben glaubt, mit dem der unangenehme Beigeschmack, der das Fleisch von Ebern kaum genießbar macht, maskiert werden kann. Aber dafür ein Mix aus diversen, zugesetzten Aromen schlucken? Maskieren ist überhaupt ein großes Thema in der Lebensmittelchemie. Und leider gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auch skandalträchtige Szenarien auszumalen, in denen Maskierung von Lebensmitteln eine Rolle spielt.

“Verbraucher scheitern oft an gesunder Ernährung” titelt foodwatch erst kürzlich zu den Ergebnissen einer aktuellen Ernährungsstudie, die von den Verbraucherschützern gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegeben worden war. “Viele Menschen wollen sich zwar gerne gesünder ernähren, es fällt ihnen jedoch schwer,” heißt es da. Genau da setzt functional food an. Man gebe einfach ein paar Zusätze ins Essen, und schon haben die Konsumenten alle gesunden Dinge die sie brauchen. Oder sie sollen es zumindest glauben.

Die Sorge um die Pflege des Kulturguts Essen, sie ist in den letzten zehn Jahren keineswegs kleiner geworden. Eher größer.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

11. Januar 2017

Kitchen Impossible: kompottsurfers Lieblingskochsendung mit neuer Staffel

Das wurde auch Zeit. VOX zeigt ab Ende Januar wieder neue, schräge Kochduelle mit Tim Mälzer und diversen Spitzenköchen als Herausforderer. Allen voran der Neuauflage seiner Schlacht mit Tim Raue dürften Fans entgegenfiebern. Maulheld oder Meisterkoch? Tim Mälzer reißt das Mundwerk jedenfalls im Vorfeld eines Duells gerne weit auf und wird dann wieder liefern müssen. Vielleicht braucht er das ja, um alles aus sich rausholen zu können. Und sichert damit nebenbei eine gute Quote für die Sendung. Denn der eine Teil des Publikums wird ihn gerne krachend scheitern sehen, der andere freut sich mit ihm über den Sieg – wie Fans des FC Bayern über einen Sieg ihrer Münchener.

Aber es gibt auch eine große Neuerung in der neuen Staffel, denn erstmals wird Mälzer nicht in jedem Duell zu sehen sein. Einige seiner einstigen Gegner werden untereinander wie auch gegen ganz neue Kombattanten antreten. Zu den mälzerfreien Duellen gehören Roland Trettl gegen Christian Lohse und Tim Raue gegen Meta Hiltebrand.

Die erste Folge wird am 29. Januar um 20.15 Uhr zu sehen sein.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

04. Januar 2017

Aus Spaß wird Ernst: Sternerestaurant serviert Trüffel auf dem iPad.

Was haben wir gelacht, damals, vor drei Jahren, als die Komikerin Martina Hill ihren Sketch zum Thema iPad präsentierte (s. unten), in dem ihr iPapa das iPad als Schneidebrett missbrauchte, weil er nicht wusste, was er mit dem Ding anfangen sollte. Und nach Gebrauch packte er es ordnungsgemäß in die Spülmaschine. Dass das auch mit den iPads passiert, auf denen im Drei-Sterne-Restaurant Quince Trüffel serviert werden, darf man allerdings bezweifeln.

Das US-Magazin Mercury News berichtete kürzlich über diese kuriose Aktion des Restaurants in San Francisco und zitierte den Besitzer, Michael Tusk, mit den Worten: “Ich lebe seit über 20 Jahren in San Francisco, habe den Technologie-Boom erlebt und wollte nun Gastronomie mit Technik und etwas Bildung kombinieren.” Bildung? Tusk setzt das Gerät dazu ein, dem Gast Informationen über die darauf servierten Trüffel zu liefern, denn “viele meiner Mitarbeiter haben immer noch die Vorstellung,  große Schweine würden zur Trüffelsuche eingesetzt, statt kleiner und flinker Hunde”. Netter Erklärungsversuch, aber wie wär’s mit Mitarbeiterschulungen? Statt davon auszugehen, dass die Gäste es auch nicht besser wissen und noch dazu belehrt werden wollen.

Der kompottsurfer ist der Ansicht, die Ausarbeitung des jeweiligen Gerichts sollte im Mittelpunkt stehen und nicht das Infoprogramm. Mag sein, dass das eine altmodische Ansicht ist, aber in Zeiten, in denen Gäste Spitzenrestaurants besuchen, um sich dort nicht nur mit Essen und Trinken, sondern auch mit Pokemon Go zu beschäftigen (der kompottsurfer berichtete) sollte der Gastronom den vielen Ablenkungen vom Wesentlichen nicht noch Vorschub leisten. Und wer glaubt, damit jüngere Gäste anlocken zu können, der darf gerne auch glauben, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

03. Januar 2017

Kocht die Jugend ihre Eltern ab? Ministerium stellt Ernährungsreport 2017 vor. Und der gibt Anlass zu Optimismus.

Deutschland, wie es isst – so betitelt das Bundeministerium für Ernährung und Landwirtschaft ihren Ernährungsreport 2017. Erinnert entfernt an Köln wie es singt und lacht, aber Anlass zum Lachen bietet der Bericht nicht, es sei denn, man hat vorher ein paar Haschkekse gegessen. Aber nein, geht ja gar nicht, Kekse will nämlich kaum einer mehr backen. Zumindest macht das Ministerium in seinem Bericht auf die mangelnde Bereitschaft der Bundebürger aufmerksam, selbst und frisch Essen zuzubereiten.

Schrieb ich gerade, der Bericht böte keine Erheiterung? Okay, ich muss das revidieren. Vielleicht sind meine Lieblingskekse, die ich gerade zum Espresso knabbere, auch etwas angereichert. Wie auch immer – unter der Überschrift Stimmt’s oder nicht? gibt der Report reichlich Kostfaktisches zum Besten:

1. Mehr Frauen (63 %) als Männer (46 %) bevorzugen die schnelle und einfache Essenszubereitung.
2. Je älter die Deutschen sind, desto häufiger trinken sie täglich Tee oder Kaffee, entsprechend fast alle über 60-Jährigen (97 %)
3. Im Vergleich zu Männern achten Frauen häufiger auf Biosiegel (58 zu 39 %), Fairer-Handel-Siegel (52 zu 35 %) und auch auf Tierwohllabel (52 zu 40 %).
4. Menschen im Westen greifen häufiger täglich zu Süßigkeiten (23%) als Ostdeutsche (11%). Entsprechend stehen Obst und Gemüse im Osten eher auf dem Speiseplan (82 %) als im Westen (73%).
5. Die große Mehrheit hält vegane Lebensmittel auch auf lange Sicht für relevant (71 %). Gleichwohl stehen Zubereitungen mit Fleisch auf Platz 1 der aktuellen Lieblingsgerichte (53%).

Der kompottsurfer kann derartigen Umfragereports kaum etwas abgewinnen. Was um alles in der Welt hilft es dem Verbraucher, wenn er weiß, dass er mit zunehmendem Alter anfälliger für den Konsum von Kaffee und Tee wird? Oder, dass Frauen einfachere Essenszubereitung bevorzugen als Männer? Liegt das vielleicht einfach nur daran, dass Frauen meist diejenigen in der Familie sind, die deutlich häufiger den Kochlöffel schwingen und auch die Zutaten (Stichwort: Biosiegel, Punkt 3) besorgen müssen? Nicht selten neben Beruf und Kindererziehung? Ob die Untersuchung diese Faktoren berücksichtigt hat, wagt der kompottsurfer mal zu bezweifeln. Über das Erhebungsverfahren der Daten erfährt der Leser nämlich herzlich wenig.

Wir lesen auch , dass 89% der Befragten ein Schulfach Ernährung für wünschenswert halten. Wie gut, dass Schulpolitik Ländersache ist. Da muss sich der Bund mit der Umsetzung nicht herumärgern. Gleichwohl stellt der Ernährungsreport auch fest, dass es bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren einen großen Trend zum Kochen gibt. Während sich also die Eltern Ernährungslehre und Kochen als Schulfächer wünschen, steht der Nachwuchs bereits mit Begeisterung am Herd. Macht die Jugend aus der Not eine Tugend? Weil Eltern und Großeltern immer weniger Ahnung davon haben, wie man mit frischen Zutaten etwas Leckeres zubereitet? Komm’ mir jetzt keiner mit “die Eltern haben keine Zeit”. Denn ginge es danach, müssten Schüler, vor allem die vielen G8-Pennäler, einen großen Bogen um den Herd machen. Tun sie aber nicht, wenn man den Umfrageergebnisse zumindest ansatzweise trauen kann. Und dank youtube-Kanälen wie yumtamtam bekommen sie hilfreiche Tipps fürs Zubereiten einfacher Gerichte serviert.

Auch wenn sich am Beispiel Jugendkochtrend mal ein interessanter Aspekt aus dem Umfragesumpf des Ernährungsreports fischen lässt – dem kompottsurfer wären eine dichtere Lebensmittelkontrolle und Erhebungen über Produktqualität lieber als eine Ansammlung von Umfrageergebnissen, die eher für Industrie und Handel von Belang sind als für den Verbraucher.

So, Kekse sind alle. Jetzt wird gekocht.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

02. Januar 2017

Der kompottsurfer wünscht allen Lesern ein gesundes und genussvolles 2017.

2016 war in der öffentlichen Wahrnehmung hierzulande alles andere als ein Hochglanzjahr. Individuell kann es aber durchaus anders empfunden worden sein. Weil es vielleicht auch überragend schöne private Ereignisse gab wie Hochzeiten, Geburten, berufliche oder sportliche Erfolge. Der kompottsurfer wünscht allen Lesern, dass 2017 bestmöglich nach den eigenen Vorstellungen verläuft. Und genügend Zeit für kulinarische Genussmomente bleibt.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

30. Dezember 2016

kompottsurfers Lieblingsweine aus dem Trinkjahr 2016

Normalerweise listet der kompottsurfer zum Jahreswechsel immer zehn Lieblingsprodukte rund ums Essen auf. Aber in diesem Jahr gab es nicht so viele Produkte, die nicht schon in den Vorjahren Berücksichtigung gefunden hätten. Dafür umso mehr überragenden, neu entdeckten Trinkstoff. Also schwenken wir ausnahmsweise mal um.

Neben meinen persönlichen Favoriten aus den Top 10 des rewirpower-Weintests sind auch ein paar Tropfen aus Übersee aufgelistet, die mich zukünftig mehr auf Südafrika und Chile blicken lassen, wenn es um außergewöhnliche Weine geht. Die Liste ist jedoch nicht nach den Höchstbewertungen aller von mir in 2016 getrunkenen Weine zusammengestellt, sondern nach persönlichem Preis-Genuss-Verhältnis. Klar, dass ein Champagner wie Pol Rogers 2004er Jahrgangs-Cuvee “Sir Winston Churchill“ großes Trinkvergnügen bereitet, wenn man ihn – wie bei der Prowein in diesem Jahr – mal vor die Flinte bekommt. Aber 199 Euro Einkaufspreis sind dann schon ein reichlich üppiges Trinkgeld für diese rare Perle unter den Champagnern. Deshalb finden solche Kreszenzen keine Aufnahme in meine Hitliste. Und doch bleibt genügend wunderbarer Stoff übrig.

1. Domaine de Rochegrès // 2014 // Moulin a Vent // Beaujolais // Frankreich // Gamay // 12,5 Vol.% // EUR 25,90
2. Montes Alpha // 2012 // Colchagua Valley / Chile // Syrah // 14,5 Vol.% // EUR 14,95
3. Deidesheimer Herrgottsacker // 2015 // Staatsweingut mit Johannitergut // Pfalz // Deutschland // Riesling Kabinett trocken // 11,5 Vol. % // EUR 5,50
4. Kloof Street ‘Bush Vines’ // 2012 //Mullineux & Leeuw Family Wines // Swartland // Südafrika // Syrah // 13,5 Vol. % // EUR 14,90
5. Les Courtines Grande Réserve // 2015 // Cave de Cruzy // Pays d’Oc // Frankreich //  Sauvignon Blanc, Colombard, Gros Manseng // 12 Vol. % // EUR 7,95
6. Vidal-Fleury // 2013 // Cotes du Rhone // Frankreich // Grenache, Syrah, Mourvèdre, Carignan // 14 Vol. % // EUR 9,90
7. 1838 // 2014 // Weingut Bergdolt, Reif & Nett // Pfalz // Deutschland // Cabernet, Merlot, Lagrein, Dornfelder // 13 Vol. % // EUR 7,80
8. Riesling Sekt Brut Tradition Flaschengärung // Winzervereinigung Die Weinmacher // Pfalz // Deutschland // 12,5 Vol % // EUR 6,95
9. Chasslie // Heitersheimer Maltesergarten // Weingut Zotz // Baden // Deutschland // 12 Vol. % // EUR 6,90
10. Edition Riesling // 2007 // Weingut Querbach // Rheingau // Deutschland // 12 Vol. % // EUR 9,40

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

24. Dezember 2016

Frohe Weihnachten. Und wir genießen mal ganz ohne kulinarische Protzerei.

Es war einmal ein Herr Schröder. Der traf im Restaurant seinen alten Schulkollegen, Herrn Schober, begrüßte ihn überschwänglich und bat ihn Platz zu nehmen. Kaum saß der Schober, zog Schröder Fotos aus der Sakkotasche: “Mein Haus! Mein Auto! Mein Boot!” Schober konterte. Zog mit Haus, Auto und Boot gleich und legte einen Brunnen, einen Pool und ein Pferd obendrauf. Und schließlich die Visitenkarte des Anlageberaters seiner Spaßkasse. Wirklich lustig war dieser Werbespot schon in den 1990er Jahren nicht. Einfach zu nah dran an der Realität.

Heute sieht die Wirklichkeit der Protzerei anders aus. Hobbyköche – ob prominent oder nicht – berichten in blogs und sozialen Netzwerken über ihre selbst kreierten Weihnachtsmenüs und die wunderbaren Weine, die sie dazu getrunken haben. Meine Gänsestopfleber, mein Rehrücken, meine Crème Brûlée. Oder so. Ja, auch ich erlag in der Vergangeheit gelegentlich dieser Angeberei. Aber mit dem Alter kommt die Reife, wie jeder Wein- und Käsefreund weiß. Und deshalb hier an dieser Stelle mal nichts über Weihnachtsmenü und Wein, sondern einfach nur ein entspanntes: Frohe Weihnachten! Feiert genüsslich und sperrt Stress und Ärger für eine Weile im Keller ein.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

18. Dezember 2016

Wie viele Kalorien enthalten eigentlich 100 Gramm Schokoladenhai? Und wie gefährdet ist der Wolfsbarsch?

Schokoladenhai

Ich wundere mich immer wieder, welche Tierformen heutzutage in Schokolade gegossen werden. Früher, in meiner Kindheit, fand man im Süßwarenzoo vielleicht mal ein paar Hasen, Maikäfer und Enten. Das war’s. Heute kann man sogar Dinosaurier, Tiger und Krokodile aus Schokolade vertilgen. Wobei für letztere aus Fleisch und Blut auch die umgekehrte Essrichtung gilt, wie ich vor einer Weile bei den Kollegen von WELT online las: Wenn ein Nilkrokodil einmal menschliches Fleisch probiert hat, dann hat es keine Lust mehr, sich anzustrengen und Fische zu fangen. Sie mögen Menschenfleisch. Es ist für sie ein bisschen wie Schokolade, wird dort ein ein erfahrener Krokodilfänger zitiert.

Nun entdeckte ich neulich ein anderes gefährlich anmutendes Schokoladentier. Einen Hai. Gefährlich aber nicht wegen seiner Zuckerkalorien, sondern weil er wirklich zubeißen kann. Er fiel mir beim Durchsehen der gerade erschienenen, für 2017 aktualisierten TAC-Liste (Total Allowabel Catches) der EU-Kommission auf, in der die Fischfangquoten geregelt sind. Der Schokoladenhai ist übrigens verwandt – nein, heute ist nicht der 1. April – mit dem Zigarrenhai. Während der eine am liebsten Schokolade futtert, stößt der andere beim Schwimmen Dampfwolken aus. Okay, das war jetzt Quatsch. Der Schokoladenhai heißt natürlich wegen seiner Farbe so, und der Zigarrenhai verdankt seinen Namen seiner Form. Wobei, lustiger Weise, beide Fische im englischen Sprachraum auch als cookie cutter shark bezeichnet werden, weil sie runde Stücke aus ihren lebenden, gelegentlich deutlich größeren Beutetieren herausbeißen, was sehr charakteristische Narben hinterlässt, die aussehen wie ein O. O für Opfer sozusagen. Es gibt Berichte, wonach diese Haie sogar U-Boote angeknabbert haben sollen.

Nein, ich bin noch immer nicht durch mit meinen durchgebrannten Überlegungen und frage mich ernsthaft: Wie kalorienhaltig ist überhaupt so ein Schokoladenhai? Legt man gängige Werte für Haifleisch als Orientierung zugrunde, kommt man etwa auf 130 kcal pro 100 Gramm. Wäre diese Menge Haifleisch nun aber aus Schokolade, kämen satte 500 kcal plus x zusammen, je nachdem, aus welcher Schokoladensorte der Hai bestünde. Wir wussten doch schon immer, dass Fisch gesünder ist als Schokolade.

Allerdings darf der Schokoladenhai in Europa derzeit nicht befischt werden. Seine Bestände sind ähnlich gefährdet wie diverse Rochenarten. Nur wenig besser sieht es für den in Spitzenküchen beliebten Wolfsbarsch (Loup de mer) aus. Da gibt es deutliche Beschränkungen für die Befischung, wohl auch deshalb kommt derzeit so viel Wolfsbarsch aus Aquakulturen.

Aber noch mal zurück zum Hai, der in Deutschland – anders als in China – nicht gerade zu den gefragtesten Speisefischen zählt, obwohl er sehr schmackhaft sein kann, selbst wenn er nicht aus Schokolade besteht. Wegen seiner Unbeliebtheit auch außerhalb von Badegewässern behilft sich der Handel deshalb mit einem Trick: Einige Hai-Arten werden unter lieblicheren Namen geführt. So firmiert der Dornhai als Seeaal. Dessen Bauchdecken werden wiederum als Schillerlocken verkauft. Klingt netter als Haibauch. Wie auch Wildstör appetitlicher klingt als Heringshai.

Zu Weihnachten wird es für die meisten Fischliebhaber hierzulande jedoch wieder Karpfen geben. Zumal er nicht auf der Liste bedrohter Fischarten steht. Man kann ihn bedenkenlos essen. Welche Fische jedoch gemieden werden sollten, darüber gibt dieses Greenpeace-Plakat Auskunft.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

12. Dezember 2016

Das Malheur der Woche: Dinkelpfannkuchen mit Huch!

Dinkelpfannkuchen mit Apfel

Routinen sind eine großartige Sache. Vor allem beim Kochen. Man muss nicht mehr in Rezepte schauen und kennt Zubereitungsabläufe, Zutaten und Mengenverhältnisse aus dem Effeff. Ideal nach einem Vorabend mit reichlich köstlichem Wein, wenn man solche Routinen abrufen kann. Wäre da nicht dieses gelegentliche “huch!”. Huch, ich hab’ mich vertan. So wie vorgestern beim allsonntäglichen Pfannkuchen backen.

Wenn mein Sohn mit am Tisch sitzt, gibt es für ihn, seit Jahr und Tag, immer eine deftige Variante meines Dinkelpfannkuchens. Und zwar mit Parmesankäse. Für alle anderen steht in einer zweiten Schüssel der Teig mit den eingerührten Stückchen vom Boskop-Apfel bereit, der nach dem Backen mit Zuckerrübensirup aus der Furzgeräusche machenden Dosierflasche bespritzt wird.

Während ich mich nun auf den schwierigsten Teil des Backprozesses vorbereite, dem einhändig ausgelösten Pfannkuchensalto, geht bei Tisch das Gespräch über Richard Dawkins erstes Buch Das egoistische Gen weiter. Ich versuche dem Gespräch zu folgen und gleichzeitig den Salto des Pfannkuchens sauber und ohne Wackler in der Pfanne zu landen. Geschafft. Also, wie war das? Selbstlosigkeit lässt sich auch durch den Egoismus der Gene erklären, wobei Egoismus nur ein Begriff zur Veranschaulichung ist, denn Gene haben ja keine Gefühle und Absichten? Richtig?

So, jetzt nur noch der Parmesankäse oben drauf, etwas anschmelzen lassen und, voilà, der Pfannkuchen ist servierfertig. Während ich ihn auf den Teller gleiten lassen, fällt mir auf, dass es unter der Teigoberfläche etwas uneben aussieht, so wie beim Apfelpfannkuchen. Ich hatte doch nicht etwa? Doch. Ich hatte. Den Parmesankäse auf den Apfelpfannkuchen gestreut. Und damit eine neue Generation Pfannkuchen geboren. Im Übrigen völlig selbstlos. Essen wollte das trotzdem keiner, aber zum Wegwerfen war diese ungewöhnliche Variante auch zu schade. Also musste ich das Ding selbst vertilgen, das so schlecht nun auch wieder nicht schmeckte. Flunkerte ich den anderen jedenfalls vor.

Was lerne ich daraus? Dass Novalis noch immer Recht behält mit seinem Satz: Auf alles, was der Mensch vornimmt, muß er seine ungeteilte Aufmerksamkeit richten. Und sei es auch die siebenhunderthaumichtoteste Zubereitung eines Pfannkuchens.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

07. Dezember 2016

Wine Spectator kürt die besten 100 Weine des Jahres

Seit 28 Jahren gibt es sie nun schon, die Top 100 Liste des Fachmagazins Wine Spectator. Damals, im Jahre 1988, wurde alles noch auf Papier gedruckt, und die Urteile der Experten schienen wie in Stein gemeißelt. Der 1976 in New York City aus der Taufe gehobene Wine Spectator bildete anfangs ein Gegengewicht zum britischen Decanter, der 1975 gegründet wurde. Dann trat auch noch Robert M. Parker auf den Plan und machte die vormals nur Spezialisten zugängliche Weinbewertung zu einem marktrelevanten Kriterium. Weingüter mit hohen Punktebewertungen von Parker können sich heutzutage eines Verkaufserfolgs sicher sein, so umstritten manche Bewertung vielleicht auch sein mag. Und wenn Händler für ihre Weine nicht mit Parkerpunkten punkten können, dann tun es notfalls auch die Punkte von anderen Kritikern, um für den Wein zu werben. Alles das mag mit Schwächen behaftet sein, aber es kann für einen vom gigantischen Angebot schlicht überforderten Konsumenten ein Fingerzeig sein zu einem guten Wein.

Aber zurück zur Wine Spectator Top 100 List. Im Jahre 1988 führte ein 1985er Lynch-Bages die Liste an, vor Chateau Margaux aus dem gleichen Jahrgang. Unter den ersten 10 Weinen waren damals sieben (!) Weine aus Frankreich zu finden. Zu Preisen, die jedem Weinliebhaber heute nur ein Kopfschütteln entlocken. Sparsame 38 $ kostete der Lynch-Bages damals, und der Chateau Margaux war für 76 $ zu haben. Heute muss man bei Chateaux Margaux mit dem vierfachen Preis für einen aktuellen Jahrgang kalkulieren.

Die Liste allerdings hat sich in ihrer Zusammensetzung komplett verändert. Die großen Bordeauxweine sucht man inzwischen meist vergebens in den Top 100. Überhaupt spielt die alte Weinmacht Europa in der Liste nicht mehr die überragende Rolle von einst. Nur noch zwei französische und zwei italienische Weine sind 2016 dort zu finden. Die neue Welt und ihre guten Tropfen haben aufgeholt. Bewertet werden alle von WS in 2016 getesteten Weine, deren Zahl in die Zigtausende geht. Zumeist sind es die gerade erschienenen aktuellen Jahrgänge, die man unter die Lupe genommen hat.

Wirklich interessant wird die Liste, wenn man sie nach Preisen sortiert und einen Blick auf Weine bis 15 $ wirft. Da gibt es das eine oder andere Schnäppchen zu entdecken. Davor aber heißt es: suchen.  Also ein bisschen Ostern, kurz vor Weihnachten. Welcher Händler in Deutschland hat den Wein überhaupt vorrätig und zu welchem (Euro-)Preis?

Diese 11 Weine sind in der aktuellen Top 100 Liste mit Preisen bis 15 Dollar zu finden:

2014 Villa Pillo Toscana Borgoforte
2015 Kono Sauvignon Blanc Marlborough
2015 Charles Smith Riesling Ancient Lakes Of Columbia Valley Kung Fu Girl Evergreen
2014 Viña Montes Cabernet Sauvignon Colchagua Valley Classic Series
2014 Real Companhia Velha Douro Evel Red
2014 Fritz Hasselbach Riesling QbA Rheinhessen Fritz’s
NV   Korbel Brut California Organic Grapes
2014 M. Chapoutier Côtes du Roussillon-Villages Les Vignes de Bila-Haut
2014 Bodegas Ontañon Viura Rioja Vetiver
2014 Mud House Pinot Noir Central Otago

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF