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Essen und Trinken - Blog

DER KOMPOTTSURFER

Der Journalist und Autor Klaus Dahlbeck durchquert schon seit mehr als zwei Jahrzehnten die genussvollen Gebiete des Lebens. Sein persönliches Tagebuch öffnet den Blick in eine weite und spannende kulinarische Welt zwischen Versuchung und Verunsicherung.

01. Dezember 2016

Michelin Guide 2017: Die neuen Sterne sind da. Und ein paar alte sind verglüht.

Mit ungewohnter Verspätung von zwei Wochen ist gerade in Berlin die Vergabe der Michelinsterne 2017 verkündet worden. Sensationen? Keine. Es bleibt bei zehn Restaurants in der obersten Liga mit drei Sternen. 292 Häuser, zwei mehr als im Vorjahr, haben nun einen, zwei oder gar drei Sterne im Besitz. Im Vergleich zu 2012 ist das allerdings eine Zunahme der besternten Häuser um satte 17 Prozent. Die Erklärung dafür liefert der internationaler Direktor des Guide Michelin, Michael Ellis,: „Die Entwicklung der deutschen Spitzengastronomie bleibt dank zahlreicher junger, innovationsfreudiger Köche auf sehr hohem Niveau. Vielfach haben sie ihr Know-how in internationalen Top-Häusern erworben und stellen ihr Können jetzt als Küchenchefs in eigenen Restaurants unter Beweis. Damit tragen sie maßgeblich dazu bei, dass die deutsche Gastro-Szene zu den besten in Europa und der Welt zählt.“

Während also bei den 3-Sterne-Häusern alles beim alten blieb, gibt es gleich mehrere Aufstiege in die Klasse der 2-Sterne-Restaurants, darunter “Geisels Werneckhof“ in München mit Tohru Nakamura am Herd. Und das „Rutz“ in Berlin mit Marco Müller. Die Bundeshauptstadt zählt jetzt sieben 2-Sterne-Häuser sowie zwölf 1-Stern-Restaurants und “festigt damit ihren Ruf als kulinarischer Hotspot in Europa”, wie der Michelin mitteilt. 2010 waren es nur ein Haus mit zwei Sternen (Fischer’s Fritz mit Christian Lohse) sowie 11 1-Sterne-Betriebe. Und wenn ich an die Zeit kurz vor der Jahrtausendwende zurück denke, wo ich zigmal im Jahr in Berlin unterwegs war – es dürften damals nicht mal eine Handvoll besternter Restaurants gewesen sein. Was für eine rasante Entwicklung.

Aber wie sieht es in den heimischen Gefilden aus? Nach der Freude über den Zuwachs in der Sternefamilie des Ruhrgebiets ist in diesem Jahr Katerstimmung angesagt. Die Résidence geht zum Jahresende, wie berichtet, in die ewigen Gastronomiegründe ein, womit es auf lange Sicht schon mal ein sicheres Zweisternehaus weniger gibt in unserer Region. 27 Jahre hatte die Résidence diese besondere Auszeichnung verteidigen können. Auch der Niedergang des Dortmunder Restaurants Kikillus, vor einem Jahr noch überraschend mit einem Michelinstern ausgezeichnet, schlägt negativ zu Buche. Es verbleiben nun Frank Rosin allein mit zwei Sternen sowie Schote (Essen), Goldener Anker (Dorsten) Palmgarden (Dortmund), Landhaus Köpp (Xanten), Am Kamin (Mülheim/Ruhr) und das eingemeindete Haus Stemberg in Velbert (das zwar nicht mehr im Raum des Regionalverbands Ruhr liegt, aber gefühlt unbedingt zum Revier dazugehört – die fünf Kilometer Abstand zur RVR-Grenze machen den Spitzkohl nun wirklich nicht fett). Das Ruhrgebiet geht kulinarisch also nicht zugrunde, aber die Spitze hat eine Delle bekommen.

Hier nun der bundesweite Überblick mit allen Restaurants, die mit drei oder zwei Sternen ausgezeicnet worden sind:

3 Sterne
Baiersbronn // Restaurant Bareiss
Baiersbronn // Schwarzwaldstube
Rottach-Egern // Restaurant Überfahrt Christian Jürgens
Hamburg // The Table Kevin Fehling
Osnabrück // La Vie
Wolfsburg // Aqua
Bergisch-Gladbach // Vendôme
Wittlich/Dreis // Waldhotel Sonnora
Perl // Victor’s Fine Dining by christian bau
Saarbrücken // GästeHaus Klaus Erfort

2 Sterne
Berlin // FACIL
Berlin // Fischers Fritz
Berlin // Horváth
Berlin // Lorenz Adlon Esszimmer
Berlin // reinstoff
Berlin // Rutz
Berlin // Tim Raue
Baden-Baden // Brenners Park-Restaurant
Baiersbronn // Schlossberg
Konstanz // Ophelia
Mannheim // Opus V
Peterstal-Griesbach, Bad // Le Pavillon
Rust // ammolite – The Lighthouse Restaurant
Sulzburg // Hirschen
Aschau im Chiemgau // Restaurant Heinz Winkler
Augsburg // AUGUST
München // Atelier
München // Dallmayr
München // EssZimmer
München // Geisels Werneckhof
München // Tantris
Nürnberg // Essigbrätlein
Wernberg-Köblitz // Kastell
Frankfurt am Main // Lafleur
Frankfurt am Main // Tiger-Gourmetrestaurant
Königstein im Taunus // Villa Rothschild Kempinski
Hamburg // Haerlin
Hamburg // Jacobs Restaurant
Hamburg // Süllberg – Seven Seas
Cuxhaven // Sterneck
Dorsten // Rosin
Düsseldorf // Im Schiffchen
Köln // Le Moissonnier
Neuenahr-Ahrweiler, Bad // Steinheuers Restaurant Zur Alten Post
Piesport // schanz. restaurant.
Trier // BECKER’S
Glücksburg // Meierei Dirk Luther
Sylt/Rantum // Söl’ring Hof
Leipzig // Falco

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30. November 2016

Frankreichs Supermärkte vorbildlich, auch bei der Lebensmittelsicherheit

Dass Frankreich ein Land tief verwurzelter kulinarischen Hochkultur ist, merkt man als Deutscher nicht nur, wenn man bei unseren Nachbarn einfache Landgasthöfe besucht und über das beeindruckende Preis-Leistungsverhältnis des Essens staunt. Ja, da wird landauf, landab noch richtig gekocht. Und das gilt auch für die privaten Haushalte. Mögen die Franzosen selbst die auch bei Ihnen zunehmende Fastfood-Fresserei beklagen – es ist kein Vergleich zum Schnellfresssyndrom, das hierzulande grassiert.

Meinen ersten St. Emilion Premier Grand Cru Classé erwarb ich übrigens in einem Supermarkt, einem dieser monströsen Hypermarchés, wo es riesige Frischfischtheken gibt und allein die Weinabteilungen so groß sind wie bei uns ein kompletter Rewe-Markt. Ausgestattet mit allem, was bei Wein und Champagner Rang und Namen hat. Ich erstand dort – kein Witz – einen 1990er Cheval Blanc. Zugegeben nur deshalb, weil da ein Preisetikett dran war, das ich nicht glauben konnte: 99 Franc, also umgerechnet damals etwa 30 DM. Ich dachte, spätestens an der Kasse müsste der Irrtum auffallen, aber nein, die Kassiererin zieht den Preis anstandslos durch. Leider war es die einzige Cheval-Blanc-Flasche zu diesem Preis. Heute muss man für den von Weinpapst Robert Parker mit 98 Punkten geadelten Tropfen rund 800 Euro investieren, wohlgemerkt für eine Flasche.

Aber ich schweife ab. Mache ich ja gerne. Im Grunde wollte ich nur meine Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass französische Supermärkte Mineralöle aus ihren Lebensmitteln verbannen wollen. Na klar, die haben darin ohnehin nichts zu suchen, nur halten sich viele Hersteller nicht daran, wie der kompottsurfer in diesem Jahr schon hier und da berichtete.

Jetzt meldet foodwatch, dass ein paar namhafte Handelsketten aus unserem Nachbarland eine Initiative gegen Mineralölverunreinigungen gestartet haben. Vorbildlich. Mehr Infos dazu gibt’s hier.

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24. November 2016

The Taste: Marco gewinnt das Finale und 50.000 Euro

Die zäheste aller bisherigen Staffeln von The Taste  „isch over“, wie Finanzminister Schäuble sagen würde. Gab’s auf dem Weg ins diesjährige Finale überhaupt besonderes zu berichten? Ein bisschen schon. Zum Beispiel über Zuschauer, die geschockt auf Frank Rosins angeblich beleidigenden Umgang mit einem Kandidaten reagierten, weil der beim Verkosten einer Zubereitung den Geschmack von „alten Socken mit Mayo“ ausmachte. Sogar sein Rausschmiss wurde gefordert. Meine Güte, das ist eine TV-Show. Wenn ein Kandidat einen solchen Kommentar nicht aushält, dann sollte er besser gar nicht erst antreten.

Und sonst? Alexander Herrmann spielte im Halbfinale beleidigte Leberwurst, weil ihm ein Gastjurorenurteil nicht passte. Wirkte allerdings ein bisschen inszeniert das Ganze. Im Grunde viel Rauch um nix. Aber irgendwie musste man ja die Sendezeit vollkriegen. Ich mag den Typen trotzdem, für die lange Sendezeit kann er ja nichts.

Finale heute. In der ersten Runde gab’s sechs Aromenpaarungen zu beackern, die Gastjuror und Spitzenkoch Peter Maria Schnurr aus dem Restaurant Falco in Leipzig vorgab. Eine davon: Banane mit Nelken. Wollte keiner als Los ziehen, weil das gar nicht zusammengeht, wie alle meinten. Ob Schnurr immer aufmerksam den kompottsurfer aufmerksam gelesen hat? Könnte sein, obwohl man damit keinesfalls irgendeine Art von Ideenklau unterstellen kann. Gleichwohl wird Schurr 2007/2008 möglicherweise auch das Flavour-Pairing-Projekt nicht entgangen sein. Eine Idee des Wissenschaftlers Martin Lersch vom khymos blog, unterstützt von vielen anderen Bloggern und Küchenchefs weltweit. Unter dem Titel They Go Really Well Together (TGRWT) setzte er eine Mitmachaktion zu Aromenpaarungen mit Rezeptentwicklung auf. Und was gab es da in Folge #11 zu tun? Ja, man ahnt es schon: Kombiniere Banane mit Nelken!

Die sechs Verbliebenen der ursprünglich 16 Kandidaten lieferten in der ersten Finalrunde nicht schlecht ab, aber die Banane mit Nelke gefiel Schnurr nicht. Ihm war die Nelke zu dominant. Aber warum dann Schnurr am Ende nicht auch den zweiten von ihm kritisierten Löffel aussortierte, nämlich die Paarung von Tamarillo und Ziegenfrischkäse, sondern einen der vier hochgelobten, konkret die Leber mit Whisky. Muss man nicht verstehen. Coach Frank Rosin fügte sich als verantwortlicher Coach der zwei hier ausgeschiedenen Kandidaten gleichwohl unaufgeregt in sein Schicksal.

Marco und Frank also dann im Endspiel, nachdem Ex-Team-Coach Lea Linster als Gastjurorin zwischendrin noch zwei Kandidaten eliminieren musste. Mit den beiden kämpften schließlich auch die wohl größten Sympathieträger aus dem gesamten Kandidatenkreis um die Siegprämie von 50.000 Euro und die Bosch Smart Küche. Klarer Sieger: Marco aus dem Team von Alexander Herrmann. Es hat wohl nie in all’ den Staffeln einen Sieger gegeben, dessen Kochvermögen im Kandidatenkreis unumstrittener und dessen Sympathiewerte höher waren.
Und die Quoten waren zum Ende hin auch okay. Nur zäher als sonst zog es sich mit der Staffel leider trotzdem hin, aus Sicht des kompottsurfers. Wenn es eine weitere Staffel geben sollte, wovon man ausgehen darf, müsste man hier ansetzen. Ein bisschen mehr Pep wäre wünschenswert.

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21. November 2016

Weingut Tesch und Die Toten Hosen füllen neuen Jahrgang Weißes Rauschen ab

Dem Rausch von eisgekühltem Bommerlunder kann die legendäre Düsseldorfer Punkband anscheinend nicht mehr viel abgewinnen. Die Herren sind älter geworden und längst stilvoller unterwegs. Weißes Rauschen heißt ein Wein, den Campino und Co. zusammen mit dem namhaften Nahe-Winzer Martin Tesch kreiert haben. Seit 2008 arbeiten man nun schon zusammen, und mit dem großartigen Rieslingjahrgang 2015 wird der Rebensaft sogar erstmals auf Magnumflaschen gefüllt. Und so dürfte nicht nur den Fans der Toten Hosen Weißes Rauschen Trinkvergnügen bereiten, den der Gault Millau Weinguide als “unkomplizierten, zugänglichen Trinkwein” beschreibt. Wer eine der nur sehr begrenzt verfügbaren Flaschen an Land ziehen will, muss für die 1,5-Liter-Magnumflasche 35 Euro (plus Versandkosten) investieren. Und kann direkt ab Weingut bestellen.

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19. November 2016

Precht, Proteine und die fortgeschrittene Entwicklung von Kunstfleisch

Der Philosoph Richard David Precht hat ein neues Buch geschrieben. Titel: Tiere denken: Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen. Das Thema passt perfekt in eine Zeit, die Ernährung als eine Art Ersatzreligion hervorgebracht hat. Precht setzt sich allerdings schon länger damit auseinander. Vor 16 Jahren veröffentlichte er im Rowohlt Verlag Noahs Erbe. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen. Und in seinem millionenfach verkauften Bestseller Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? widmet er der Problematik ein ganzes Kapitel, der kompottsurfer berichtete 2008 darüber.

Nun habe ich, offen gestanden, Prechts neuestes Werk noch gar nicht gelesen. Es steht auf der Leseliste ziemlich weit oben, aber vorher muss noch Geronimo von Leon de Winter vertilgt werden, einer meiner erklärten Lieblingsautoren. Spannung geht halt vor, in meiner immer viel zu knappen Zeit zum Bücher lesen. Und außerdem: Ob ich so kurz vor Weihnachten meinen Appetit auf Wildschweinbraten und Gans gefährden will, weiß ich auch nicht wirklich. Mehr zum Buch also vermutlich erst in ein paar Wochen an dieser Stelle, falls ich es mir nicht noch anders überlege.

Halte ich es also erst mal, zumindest ungefähr, mit dem alten Stoiker Lucius Annaeus Seneca: Die Seele muß frisch, voll Zuversicht und über alles erhaben sein. Ich bin zuversichtlich, dass der Mensch schon bald in der Lage sein wird, künstliches Fleisch zu produzieren, das dem natürlichen Fleisch geschmacklich und texturell nahe kommt. Das Thema hat der kompottsurfer erstmals vor acht Jahren aufgebracht, seither ist einiges passiert. Das Fraunhofer Institut, so berichtete vor wenigen Tagen der IT-Nachrichtendienst Heise Online, will Anfang 2017, in Zusammenarbeit mit der Amidori Food Company, Schnitzel aus Pflanzenproteinen herstellen. Das Verfahren wird als Nasstexturierung beschrieben. “Fast genauso bissfest und saftig wie echtes Hühnchenfleisch” wird der Leiter des Food Technology Teams am Fraunhofer Institut München, Raffael Osen, zitiert. In einer von den Wissenschaftlern angesetzten Verkostungsreihe sollen acht von zehn Testern keinen Unterschied zwischen echtem und “Kunstfleisch” festgestellt haben. Liegt es an den degenerierten Geschmacksnerven der Tester? Oder ist das Kunstfleisch wirklich schon so weit entwickelt?

Wie dem auch sei, es gibt Menschen, denen der Geschmack offensichtlich gar nicht so wichtig ist, dafür aber der Tötungsakt gegenüber Tieren wie es kürzlich James Hetfield, Sänger der Band Metallica in einem Spiegel-Interview eingestand. Es sei sein “Hobby” Tiere zu töten, sagte er. Klingt erstmal erschreckend und stößt schnell auf Empörung, ist rein faktisch aber letztendlich kaum von dem zu unterscheiden, was Privatpersonen mit Jagdschein kennzeichnet: Jagen und Tiere töten als Hobby. Im Gegensatz zum Berufsjäger ist es für sie purer Zeitvertreib. Anders herum: Ich esse gerne von Hobbyjägern geschossenes Wild, mache aber um Fleisch aus Massentierhaltung einen weiten Bogen.

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14. November 2016

Gault Millau 2017 macht neue Deutsche Küche mit kompromisslosem Bekenntnis zur Region aus

Es ist wieder dieser Montag, mitten im November, an dem der Gastronomieführer Gault Millau traditionell seinen Guide Deutschland fürs kommende Jahr präsentiert. Die wichtigste Frage zuerst: Wer wurde zu Deutschlands Koch des Jahres gekürt? Diesen begehrten Titel heimste Andreas Krolik aus dem Frankfurter Restaurant Lafleur im Gesellschaftshaus Palmengarten ein. Ihn machten die Tester unter anderem als einen der “besten Gemüseköche Deutschlands” aus, was in diesen Zeiten den Einfall von Heerscharen Veganer nach Frankfurt befürchten lässt, die es auf die Beilagen abgesehen haben und den Karnivoren die Plätze streitig machen. Denn Krolik kann auch Fleisch, findet der Gault Millau. Bei ihm probierten sie jedenfalls eines der komplexesten Gerichte der letzten Testsaison: Brust, Keule und Confit vom Schwarzfederhuhn mit pochiertem Ei auf weißem Bohnenpüree, Bohnenkrautsalat und Geflügel-Dashi-Sud. Erst 2015 war Krolik ins Lafleur gewechselt, zuvor hatte er sich bereits im Frankfurter Tiger-Restaurant einen Namen gemacht und dort zwei Michelinsterne erkocht. Davor holte er sich an vielen Stationen in Deutschland und der Schweiz das Rüstzeug für seinen Weg nach oben.

Trotz des Titels ist Krolik noch nicht in der absoluten Spitze angekommen, wo mit 19,5 von 20 Punkten weiterhin Harald Wohlfahrt aus der Schwarzwaldstube in Baiersbronn, Joachim Wissler aus dem Vendôme in Bergisch Gladbach, Christian Jürgens, Überfahrt in Rottach-Egern, Klaus Erfort, aus dem GästeHaus in Saarbrücken und Helmut Thieltges, Waldhotel Sonnora in Dreis thronen. Bis dahin sind es für Krolik noch 1,5 Punkte, die nach wenig aussehen, aber in der Welt des Gault Millau ein sattes Stück kulinarischer Klasse ausmachen. Vor allem in der Spitze.

Auf dem Weg dahin ist auch Sascha Stemberg (Haus Stemberg / Velbert) für den es mich besonders freut, dass er nun erstmals mit 17 Punkten bewertet wird. Als ich vor zehn Jahren einen Beitrag für das Gault Magazin schrieb, war er gerade im elterlichen Gasthaus mit eigenem Programm gestartet. Und schon da war erkennbar, dass er ein Großer werden kann, wenn er geduldig bleibt und seine Begeisterung für erstklassige Produkte – nicht zuletzt auch aus der Region – in aufregende Küche münden lässt. Nur noch zwei Restaurants in NRW werden vom Gault Millau besser beurteilt als Sascha Stemberg. Joachim Wissler (Vendôme / Bergisch-Gladbach) und Eric Menchon (Le Moissonier / Köln). Aus dem Kreis der deutschlandweit beliebten Fernsehköche sieht der Gault Millau derzeit weder Frank Rosin (Rosin / Dorsten), noch Björn Freitag (Goldener Anker / Dorsten) und Nelson Müller (Schote  Essen) auf gleicher Höhe mit Stemberg, dem man da fast schon wünschen möchte, er möge zukünftig immer genügend Abstand zur Fernsehlandschaft halten.

Wenn in den nächsten Tagen der Guide Michelin seine Sterne für 2017 vergibt, könnte die Sache schon wieder anders aussehen. Aber sicher nicht viel anders.

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09. November 2016

Kaffeemüll to go: Warum Plastikbecher eine schlechte Lösung sind

Ja, an diesem Tag nach einer für viele Mitbürger sehr kurzen Wahlverfolgungsnacht, kann man schon den einen oder anderen Kaffee mehr vertragen. Für viele Pendler mit längerer Anfahrtszeit zur Arbeit ist der Coffee-to-go ohnehin ein Morgenritual. Nur leider wird einem das Gebrüh immer in einem Plastikbecher mitgegeben, was sowohl reichlich Müll enstehen als auch einige Wünsche bei der Handhabung offen lässt. Wie oft schon habe ich mir meine Nase mit dem  scharfen Plastikpickel angeritzt, der neben dem kleinen Luftloch auf dem Deckel hochsteht. Und wie oft löste sich schon im Nahverkehrsgedränge der Deckel vom Becher und bescherte mir in heißen Kaffee getunkte Finger. Ganz davon abgesehen, dass in den kalten Monaten der Kaffee nicht allzu lange heiß bleibt in den Wegwerfbehältern.

Längst gibt es Alternativen, früher bekannt als Thermoskannen, heute in klein und schick als Thermobecher verkauft. Für meine große Klappe gerade passend ist der Hydro Flask Wide Mouth (0,47 l / 28,90 €) aus doppelwandigem Edelstahl, der im Sommer auch für kühle Getränke gut zu nutzen ist, eben wegen seiner Breitmaulfroschlösung. Auch muss nicht mehr umständlich aufgeschraubt und in den Deckel umgefüllt werden, wenn man etwas trinken will. Wer allerdings auf eine Deckellösung steht, ist mit dem GSI Glacier gut bedient  (0,5 l / 34,95  €). Nur zwei Beispiele von vielen.

Und als kleine nützliche Geschenke zu Weihnachten taugen die Thermobecher natürlich auch.

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03. November 2016

Wird Til Schweiger neuer Coach bei The Taste?

Vorerst wohl nicht, aber man sollte sich dazu mal Gedanken machen bei SAT.1. Der Unterhaltungswert von Staffel 4 hinkt nämlich merklich hinter den ersten drei Staffeln her als Tim “Motzkoffer” Mälzer noch für pikante Noten sorgte. Und da bei The Taste nur theoretisch der Geschmack zählt – das Aromafernsehen ist ja immer noch nicht erfunden – muss es für den Zuschauer der Unterhaltungsaspekt rausreißen. Leider hakt’s da derzeit. Zu wenig überraschende Momente, zu viel leeres Gerede, zu wenig Witz. Was sich auch in der eher mäßigen Quote widerspiegelt.

Aber warum ausgerechnet Til Schweiger? Nun, der Schauspieler mit dem neuen Hang zum berufsfremden Engagement hat mit seinem Gemischtwarenladen barefootliving auch die Küche entdeckt. Vorratsgläser, Butterdose, Tee, Wein, Servietten – fehlen eigentlich nur noch die Köttbullar. Ob die irgendwann auf der Karte seines gestern in Hamburg eröffneten Restaurants Barefood Deli landen, wird man abwarten müssen. Unwahrscheinlich ist das nicht. Eine türkische Frikadelle soll es bereits geben.

Til Schweiger und The Taste – das würde passen, und ich meine das sogar wirklich eine Prise ironiefrei. Expertise in Sachen Geschmack sollte vorhanden sein, zumal er sich ausdrücklich abseits der Gourmetküche positioniert. Das dürfte schon mal für eine gewisse Grundspannung zwischen den Coaches sorgen. Natürlich ist die Frage mehr als berechtigt, ob Til Schweiger den Leuten aus seinem Team kulinarisch etwas beibringen kann. Doch auch wenn nicht – er könnte die anderen Teams und Coaches so dermaßen unter Beschuss nehmen, dass die nichts Geschmackvolles mehr auf die Löffel kriegen, zumindest nicht rechtzeitig. Außerdem gäbe es in Sachen Produktplatzierung Kooperationsmöglichkeiten, was das Engagement Schweigers für den Sender finanzierbar machen könnte.

1996 traf ich übrigens bei der Eröffnung des Planet Hollywood in Berlin Arnold Schwarzenegger zum Interview. Arnold hatte damals – gemeinsam mit Sylvester Stallone, Bruce Willis, Demi Moore, Jackie Chan und anderen – in diese filmkulissenhafte Restaurantkette investiert. Wir aßen Burger und tranken Bier, dabei erzählte er mir von den Zeiten als er in einer Essener Muckibude trainiert hatte, irgendwann in den 1960ern. Und dass er Planet Hollywood als gutes Investment betrachte. Der spätere Gouverneur von Kalifornien ist bekannt für seinen guten Geschäftssinn, aber mit der Restaurantkette hatte er Pech. Nach einer zunächst phänomenalen Kursexplosion an der Börse, ging das Unternehmen 1999 in die Insolvenz.

Das wünscht man Til Schweiger nun wirklich nicht, ich jedenfalls nicht. Auch wenn ich seinen Ausflug auf das neue Geschäftsfeld seltsam finde. Aber er ist wahrlich nicht der einzige Schauspieler, der sein finanzielles Glück abseits des Filmgeschäfts sucht. Wer noch dabei ist, berichtete stern-online vor einer Weile hier.

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30. Oktober 2016

rewirpower-Weintest 2016: Limitierte Probierpakete sichern

Wie in den vorausgegangen 13 Austragungen des rewirpower-Weintests werden auch in diesem Jahr wieder Probierpakete mit den besten drei Weiß- und Rotweinen geschnürt. Wer sich das eine oder andere Schächtelchen sichern möchte, kann das hier tun.

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25. Oktober 2016

rewirpower-Weintest 2016: Die Sieger sind ermittelt

Zur 14. Austragung des rewirpower-Weintests waren wir dieses Mal im stilvollen Ambiente des Laurushauses auf Schloss Hugenpoet zu Gast. Die Sommeliere des Hauses, Carla Veenstra, hatte uns perfekte Testbedingungen geschaffen und die von mir sehr geschätzte Küchenchefin Erika Bergheim zum Abschluss delikates Fingerfood kredenzt. Ich sag’ nur: Faked Couscous aus Blumenkohl. Bei Ferran Adrià habe ich ihn zwar nie essen können – aber ich kann mir kaum vorstellen, dass er ihm je besser gelungen ist. Wirklich verstanden habe ich Erikas Zauberei allerdings erst auf Hinweis unseres Testkollegen Philipp Diergardt (Küchenchef im Restaurant „Diergardts Kühler Grund“ und außerdem gelernter Winzer). Man sollte gutem Essen halt immer die nötige Aufmerksamkeit schenken und es nicht nebenbei vertilgen. Asche auf mein Haupt, Erika.

Christine Dördelmann (Sommeliere, Weinschmiede Essen), Stefanie Mensing (Sommeliere im „Hohoff’s 800°“) und natürlich auch wieder Markus Del Monego (Master of Wine und Sommelier-Weltmeister 1998) waren neben Philipp, Carla und mir ebenfalls zur Verkostung ausgewählter Fachhändlerweine angetreten, die für den Endverbraucher alle unter 8 Euro zu haben sind. Sicher werde ich in den nächsten Tagen noch mal ein paar Worte zur Verkostung verlieren, aber hier schon mal die Top 10 (aufs Bild klicken für mehr Infos):

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