Die große Gastkoch-Täuschung
Da wollte ich gerade eine Story über Grant Achatz planen, ihn in Salzburg interviewen, wo er im November als Gastkoch im Ikarus (Hangar 7) präsentiert wird, und dann muss ich erfahren, dass der Mann nur an den ersten beiden Tagen des Monats vor Ort war. Das sei im Ikarus üblich, heißt es aus der Pressestelle, schließlich habe Achatz ja noch ein eigenes Restaurant in Chicago.
Nun wissen Eingeweihte, dass es auch bei anderen Gastpielen von Starköchen oft eine ähnliche Vorgehensweise gibt. Höchste Zeit also für einen mahnenden Zeigefinger. Denn Unbedarfte dürften sich vehement verschaukelt fühlen, wenn Ihnen nicht sauber vermittelt wird, dass der Gastkoch gar nicht kocht. Korrekt agierende Gastronomen kündigen den Gastkoch deshalb nur für die zwei Tage seiner tatsächlichen Anwesenheit an und kommunizieren ihren Gästen dann, dass das Menü noch eine bestimmte Zeit auf der Karte bleibt, also ohne den Meister am Herd. Bei Ikarus empfand ich diese Kommunikation als unsauber, zumal auch auf der Internetseite der Eindruck vermittelt wird, Grant Achatz sei den ganzen Monat November persönlich vor Ort.






13. November 2009 um 21:46
Ähm ja, ich wollte eigentlich nächstes Jahr mal dort vorbei. Aber irgendwie hat das ganze dann einen etwas schalen Beigeschmack. Das Konzept finde ich super, aber jetzt fühle ich mich, gelinde gesagt, ziemlich vera…
13. November 2009 um 22:23
Das Konzept finde ich ebenfalls gut, nur sollten die Details richtig kommuniziert werden. Sonst geht der Schuss ganz schnell nach hinten los. Wenn mir von voneherein gesagt worden wäre, Grant Achatz kommt nur für zwei Tage, instruiert unser Team, und dann bleibt sein Menü einen Monat lang im Programm – ich wäre wohl trotzdem gefahren und hätte das Interview später telefonisch gemacht. Aber mit diesem faden Beigeschmack? Nee. Dann lieber per Billigflug nach Chicago jetten und gleich noch bei den anderen Avangardisten aus der amerikanischen Hauptstadt der New Daring Cuisine aufkreuzen.
kompottsurfer