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Dienstag, 16. März 2010

EU: Knapper, aber noch nicht entscheidender Beschluss gegen Nährwertampel gefallen. Medien blicken teilweise nicht mehr durch

Die Nährwertampel

Es war möglicherweise nur ein Pyrrhussieg, den die Kritiker der Nährwertampel heute im zuständigen Ausschuss des EU-Parlaments errungen haben. Mit den denkbar knappsten Ergebnissen von 30 zu 30 beziehungsweise 32 zu 30 Stimmen lehnte der Ausschuss zwei Antragsvorlagen zur Kennzeichnungspflicht ab. Jetzt muss das Parlament entscheiden, und da ist bei einer derart knappen Lage keineswegs gesagt, dass die Ampel nicht doch noch kommt.

Mit Taschenspielertricks hatten die Kritiker der Ampel, nicht zuletzt die große Lebensmittelindustrie, in der Vergangenheit immer wieder für Verwirrung gesorgt. So wird zum Beispiel gerne das Beispiel Bio-Apfelsaft versus Cola Light angeführt. Durch Weglassen wichtiger Details heißt es dann in den Nachrichten, zum Beispiel heute auf 1Live im WDR-Radio, dass Cola Light eine grüne und Bio-Apfelsaft eine rote Ampel bekäme. Ähnlich unzulänglich war auch schon im Zusammenhang mit Vollkornbrot und Weißbrot von Bundesregierungsseite argumentiert worden (der kompottsurfer berichtete), denn im Ampelsystem gibt es nicht nur ein Signal sondern mehrere zu bewertende Aspekte. Eine Cola Light, die weder Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz enthält, hätte durchgängig grüne Kennzeichnungen. Ein Bio-Apfelsaft hat in jedem Fall drei grüne Kennzeichnungen, eventuell die vierte in Gelb, wegen des Fruchtzuckers, in manchen Fällen vielleicht sogar Rot. Cola Light ist also nicht besonders gesund, was die grünen Farben ja auch gar nicht symbolisieren sollen, sondern enthält – im Gegensatz zum Apfelsaft – nur keinen Zucker. Die Ampel ist eben keine Universalkennzeichnung für gute oder schlechte Lebensmittel, sie ist nicht mehr oder weniger als eine schnell wahrnehmbare Orientierung für enthaltene Nährwerte. Die Verbraucherlizenz zum genauerem Hingucken. Die Ampel deswegen abzulehnen, weil sie nicht auch noch auf alle Probleme der Inhaltsstoffe eingehen kann, lässt die Verschleierer aus der Industrie nur noch mehr jubeln.

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