Dönninghaus: Wurst für die 2. Bundesliga. Jetzt mit Pommes.

Legendäres Bratwursthäuschen: Jetzt auch mit Pommes
Das war ein merkwürdiger Moment, heute vor dem Bratwursthäuschen in der Bochumer Innenstadt, wo die berühmte, von Herbert Grönemeyer besungene Currywurst über den Tresen geht. Dass mit dem Abstieg des VfL Bochum jetzt weniger Auswärtsfans an Spieltagen vorbeikommen würden, war abzusehen. Aber dass eines Tages nicht mehr nur Wurst, sondern auch Pommes an der legendären Bude an die heimischen Fans verdealt werden würden, ist die eigentliche Überraschung der neuen Saison. Der kompottsurfer muss gestehen, dass er mit dieser Entscheidung, das seit 40 Jahren unveränderte Angebot (Wurst und sonst nix) zu erweitern, überhaupt nicht glücklich ist. Um so größer war heute das Erstaunen über die Mengen an Pommes, die von den VfL-Fans bestellt wurden. Ja, habt ihr denn alle kein Traditionsgefühl? Ey Leute, datt iss ne Wuasstbude. Pommes sollen die Auswärtsfans bestellen.
Immerhin konnte verhindert werden, dass unser geliebtes Fiege Pils aus dem Stadionausschank verschwindet, aber so richtig rund sind die Fußballtage jetzt nicht mehr. Über die desaströsen Anstoßzeiten in der zweiten Liga, zum Beispiel sonntags 13.30 Uhr, will ich gar nicht lange lamentieren. Sie sind auf jeden Fall Wurst- und Bierkonsumfeindlich.






24. August 2010 um 01:00
Was ist nur an der Dönninghaus dran ? Bei einer Blindverkostung von Slow Food Mittleres Ruhrgebiet im letzten Jahr hat sie nun nicht gerade gut abgeschitten. Die Wurst war einfach viel zu laff, kaum gewürzt und die Soße einfach nur zu scharf ohne Frucht und Aroma. Insgesamt hieß es , das ist eine Wurst für die Besoffenen ist, die spät abends/früh morgens aus den umliegenden Gaststätten kommen und noch etwas brauchen, das den betäubten Gaumen zu kitzeln.
24. August 2010 um 09:18
Ihr habt eine Blindverkostung mit Würsten gemacht? Coole Sache. Ich denke, an der Dönninghaus schmeckt vor allem die Historie. Die Sauce ist sehr sämig und scharf, keine ausdifferenzierte Gourmetsache, schon richtig. Aber Gourmets kommen da auch gar nicht hin. Ich kann mich an eine Aktion aus den späten 90er Jahren erinnern. Da ist 2-Sterne-Koch Thomas Bühner – seinerzeit La Table in Dortmund – mit einer eigenen Wurstkreation vor Ort in Bochum gegen die Dönninghaus angetreten. Sein Erfolg beim Publikum war bescheiden, obwohl er eine um Längen bessere Wurst und eine großartige Sauce am Start hatte. Ich persönlich finde an der Wurst von Raimund Ostendorp (Profi Grill / Wattenscheid) auch deutlich mehr Gefallen. Die Dönninghaus-Currywurst ist für mich schlicht eine Traditionsangelegenheit. Wie das Fiege Pils, das sicher auch nicht jede Blindverkostung gewinnen würde. Vielen Leuten ist es schlicht zu undifferenziert herb. Mir dagegen gefällt genau diese rustikale herbe Note.
24. August 2010 um 17:29
Hallo, hier der Link zu den Ergebnissen unserer letztjährigen Currywurst-Blindverkostung.
http://www.slowfood.de/slow_food_vor_ort/mittleres_ruhrgebiet/aktuelles_1/veranstaltungen_2009/270509_testessen/
02. September 2010 um 14:32
Ich finde, die Wurst hat eine tolle Konsistenz und die Sauce ist einfach köstlich. Ich finde sie überhaupt nicht “nur scharf”, sondern im Gegenteil sehr ausgewogen. Also ich liebe diese Wurst und habe (trotz ausgedehnter Tests an den berühmtesten Buden der Hauptstadt Berlin) noch keine bessere gefunden – Außer vielleicht im Bioimbiss Blondies (die sich aber auch von der Dönninghaus haben inspirieren lassen.
Kurz zur Bude: der Witz an der neuen großen Bude ist doch, dass das Bratwursthäuschen nun auch tatsächlich in Bratwursthaus umgetauft wurde! Denn ein Häuschen ist es wahrlich nicht mehr.
Und obwohl wir als KInder die Mutprobe kannten, an dieser Bude “Pommes” zu bestellen (man wurde lauthals davon gejagt “Wir sind keine Pommesbude!!!!!”), finde ich die Erweiterung konsequent. Wenn sie gute Pommes machen (noch nicht probiert) ist das ja prinzipiell keine schlechte Ergänzung.