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Sonntag, 14. November 2010

Weinangebot in der Gastronomie zu teuer und einfallslos?

Bloggerkollege Marion Scheuermann wirft diese Frage in seinem drinktank auf und bezieht sich dabei auf Ver├Âffentlichungen von Der Feinschmecker und Zeit Online. Der Feinschmecker beklage Aufschl├Ąge von 300 Prozent f├╝r einfachen Gutswein, die Zeit monotone Gestaltungen von Weinkarten. Der drinktank kritisiert diese Einsch├Ątzungen, und ich kann da nur beipflichten.

Das Thema Kalkulation von Wein in der Gastronomie war ja schon immer brisant. Ich habe mich damit schon Anfang der 1990er Jahre in eine heikle Diskussion begeben, als ich Aufschl├Ąge von bis zu 400% f├╝r eine Flasche im Vergleich zum Abverkauf ab Weingut beklagte. Heute sehe ich das nicht mehr ganz so eng. Die so genannte Mischkalkulation der Gastronomen entbehrt nun mal nicht jeglicher Plausibilit├Ąt. Und dass die gro├čen Weine die kleinen bezahlen ist auch nicht wirklich etwas Neues. Ich kann mich an Besuche in Restaurants wie dem Schwarzen Adler oder Auberge de l’Ill erinnern, wo ich Perlen wie Roman├ęe Conti oder Mouton-Rothschild aus reifen Jahrg├Ąngen f├╝r Preise weit unterhalb der seinerzeit ├╝blichen Handelspreise angeboten bekam. Ich wei├č von Weinfreunden, die regelm├Ą├čig in Gruppen in Franz Kellers Schwarzen Adler einfallen, um dort g├╝nstig gro├če, reife Weine trinken zu k├Ânnen. Und ich habe im Laufe der letzten zwanzig Jahre viele Restaurants kennengelernt, die sehr wohl eigenst├Ąndige und reizvolle Weinkarten zustande brachten. Und das nicht nur in der Sternekategorie.

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Eine Antwort zu “Weinangebot in der Gastronomie zu teuer und einfallslos?”

  1. Anno sagt:

    Ich als Besitzer eines kleinen privat gef├╝hrten Weinlokals kann dazu nur sagen, dass die Weinpreise der Konkurrenz tats├Ąchlich teilweise sehr ├╝berteuert sind. Was den Kunden allerdings oft gar nicht auff├Ąllt… da die ├╝berzogenen Preise gut kaschiert werden – zumeist mit geringeren Ausschankmengen. In den meisten Lokalen werden nur noch 0,1 Gl├Ąser angeboten. Die sind dann auf den ersten Blick recht preiswert – aber auch nur noch halb so gro├č wie fr├╝her. Ich pers├Ânlich halte von solchen Praktiken nichts und biete weiterhin 0,2 Weine an.

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