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Donnerstag, 29. Dezember 2011

Nach der Einführung in Frankreich: Cola-Steuer auch in Deutschland sinnvoll?

Wie ich gestern Abend in der digitalen Financial Times Deutschland lesen konnte, hat die geplante Cola-Steuer in Frankreich ihre letzte Hürde genommen. Eine Verfassungsbeschwerde gegen die neue Abgabe wurde von den Richtern abgewiesen. Damit ist der Weg frei für eine Steuer, deren vorgeblicher Zweck die Gesundheitsfürsorge sein soll. In Zeiten hochnotklammer Haushaltskassen wirkt diese hehre Absicht allerdings reichlich unglaubwürdig.

Bereits im Juli dieses Jahres forderte Thomas Danne, Chefarzt der Kinderklinik Hannover, medienwirksam via BILD die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke in Deutschland, um Diabetes und Adipositas besser bekämpfen zu können. Diesem Mann ist es abzunehmen, dass er tatsächlich ein Gesundheitsinteresse hat. Und natürlich liegt er mit dem Vorschlag, dass gegen den hohen Zuckerkonsum etwas getan werden muss, auch überhaupt nicht daneben, wie der kompottsurfer findet. Aber muss es die Einführung einer Steuer sein? Und warum der Begriff Cola-Steuer? Warum nicht Nutella-Steuer? Schließlich kann der von diversen Fußballprofis geförderte Nutellakonsum ähnliche Zuckermengen in kariesgeplagte Kindermünder bringen. Von den versteckten Zuckergaben in Ketchup und zahlreichen anderen Lebensmitteln ganz zu schweigen.

Der kompottsurfer findet, dass die Steuer nicht der richtige Ansatz ist, wenn man es mit der Gesundheitsfürsorge ernst meint. Besser wäre es, auf stark zuckerhaltige Genussmittel eine Altersbegrenzung wie beim Alkohol einzuführen. Dann können Kinder vor und nach der Schule  wenigstens nicht mehr unkontrolliert Süßzeug einkaufen und konsumieren.

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Eine Antwort zu “Nach der Einführung in Frankreich: Cola-Steuer auch in Deutschland sinnvoll?”

  1. egibo sagt:

    Dass bestimmte Genussmittel nicht gerade gesundheitsfördernd sind, ist wohl allseits bekannt. Wenn es aber um die Gesundheitspolitik geht, beschleicht mich bei solchen Maßnahmen der ungute Verdacht, dass Gesundheitsprobleme hierdurch grundsätzlich in neoliberaler Manier einzig und allein dem Einzelnen überantwortet werden. Dass Ernährung und Abusus von Genussmitteln und Drogen etwas mit gesellschaftlichen und sozialen Konstellationen zu tun haben, wird dabei bewusst hintangestellt, ignoriert oder sogar kaschiert.

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