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Donnerstag, 06. September 2012

Transalpine Run 2012, Etappe 6: Das steilste Brett – gekrönt mit Waldhimbeeren vom Berg

Was Streckenchef Wolfgang Pohl beim gestrigen Briefing für die heutige Etappe ankündigte, ließ mich erstmal schlucken. Weil bei der letzten Austragung der Transalpin-Run-Ostroute einige Teilnehmer das lange flache Stück von Sand in Taufers nach Bruneck mokiert hatten, von wo aus es zum längsten Anstieg der gesamten acht Tage hoch zum Kronplatz geht, habe man sich entschlossen, nach vier Kilometern noch einen Buckel einzubauen. So, so, einen Buckel. Was aber so ein Buckel im alpinen Sprachgebrauch bedeutet, können Unbedarfte kaum ermessen. Tja, und so stemmten wir uns auf einem Teilstück von 2,5 Kilometern gleich mal über 550 Höhenmeter. Zum Vergleich: Der traditionsreiche Hermannslauf von Detmold nach Bielefeld weist diese 550 Höhenmeter ebenfalls auf – allerdings auf einer Streckenlänge von 31,1 Kilometern.

Auf dem folgenden Flachstück Richtung Bruneck kamen wir aber dann gut vorwärts bis dann bei Streckenkilometer 23 der Anstieg zum Kronplatz wartete. Kurz zuvor hatte ich an der Verpflegungsstelle noch mal meinen Trinkrucksack randvoll mit Wasser betankt, zwei Energieriegel eingesteckt und Wurstbrote vertilgt. Vor uns lagen nun 7 Kilometer mit 1.400 zu überwindenden Höhenmetern. Uff. Beim Anstieg wurde es mir bereits kalt am Kopf, obwohl die Sonne strahlte und der Wind nur mäßig zog. Waren das die Vorboten einer Erkältung? Bloß das nicht. Ich setzte eine Mütze auf – wofür schleppt man schließlich die ganzen Tage kiloweise Pflichtausrüstung mit sich herum.

Als wir etwa auf einer Höhe von 1.900 Metern üNN angekommen waren, überraschte mich Teampartnerin Birte mit der Frage “Magst du Himbeeren?” Und wie ich mochte. Tatsächlich wuchsen hier, dreihundertfünfzig Meter unterhalb des Gipfels, noch Waldhimbeeren. Sie reichte mir eine handvoll davon herüber, und ich muss sagen, es waren die köstlichsten Himbeeren meines Lebens. Noch dazu sind Himbeeren ein natürlicher Bomber an Vitamin C, Kalium, Calcium und Magnesium. Konnte in dieser Situation sicher auch nicht schaden.

Nur mein Kopf fühlte sich weiterhin unangenehm kalt an, auch als wir die Spitze des Berges schon längst überwunden hatten. Bis 500 Meter vor dem Ziel ließ ich die Mütze auf, dann nahm ich sie ab, weil’s mir bei diesem Kaiserwetter schlichtweg peinlich vorkam, mit Mütze einzulaufen. Zum Glück ging’s mir nach dem ersten Bier in der Chill Out Area schon sehr viel besser, und ich konnte mich über unsere ansonsten problemlos durchgelaufene Etappe freuen. Für die 38,5 km mit 2.289 Höhenmetern Aufstieg benötigten wir 6:55 Stunden. Auch wenn uns von Beginn des gesamten Etappenrennens an nur das Ankommen und Genießen interessiert hat, freuten wir uns, dass wir damit im Overall Ranking der Etappe Platz 142 erreichen konnten. Mühsam ernährt sich das Schleichhörnchen. Wobei es auch an diesem Tag wieder einige Teams (21) komplett aus der Wertung katapultierte. Lediglich 178 von 290 Teams sind jetzt noch im Rennen.

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