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Freitag, 28. September 2012

AdVini: Wozu eine Fusion auf dem Weinmarkt gut sein kann

Ich muss gestehen, dass ich kein Freund von Presseterminen bin. Wenn ich es darauf anlegen würde, könnte ich vermutlich allein in NRW jeden Tag einen Termin wahrnehmen, der mit kulinarischen Themen zu tun hat. Aber mehr als in einem persönlichen Gespräch mit den Protagonisten erfährt man dort in der Regel nicht. Eher weniger.

Gestern war ich allerdings mal wieder unterwegs. Die AdVini Group hatte zu einer Verkostung ins Schloss Lerbach geladen, und so sehr mich auch die vorgestellten Weine interessierten, besonders neugierig war ich darauf, welche Vorteile sich die zusammengeschlossenen Weingüter von der Allianz versprechen. Meine Bürchtung war: finanzielle Einsparungen. Die dann zu Lasten der Typizität gingen. Ein Flying Winemaker für alle eingebundenen Häuser und eine weniger gebietstypische Stilistik der Weine, also weniger Terroir und mehr International Style.

Zu AdVini gehören mittlerweile sieben Häuser: Laroche (Chablis // Languedoc // Südafrika // Chile), Vignobles Jeanjean (Languedoc), Domaine Cazes (Roussillon), Ogier (Rhône), Gassier (Provence), Rigal (Cahors) und Antoine Moueix (Bordeaux). Schon die erste Verkostung, die sich über drei Flights mit zwölf Weinen erstreckte, zeigte, dass meine Sorgen hinsichtlich eines internationalen Stils unbegründet waren. Allerdings muss einschränkend gesagt werden, dass die Weine aus Jahrgängen vor dem großen Zusammenschluss stammten. Interessant war der Chablis Flight mit den Jahrgängen 2007 und 2008 der Grand Crus “Les Blanchots” und “Les Clos” von Laroche. Schön zu sehen, welch’ differenzierte Ergebnisse doch unterschiedliche Jahrgänge und Lagen einer Domäne liefern können. Mir wurde mal wieder klar, dass ich solche Vergleiche viel zu selten mache.

Zum Essen gab es weitere Weine zu verkosten und die Gelegenheit, ausgiebig mit Sandrine Audegond von Laroche zu sprechen. Es war eine sehr kurzweilige Unterhaltung, auch weil sich Sandrine nicht hinter obeflächlichem Tischgeplauder versteckt, sondern offen redete. Die Vorteile der Allianz, so sagt sie, liege ganz klar im Marketing. Man hoffe, mit der Kraft des Zusammenschlusses, interessante Weine in diesem für den Verbraucher unüberschaubaren Weltmarkt besser positionieren und vermarkten zu können. Jedes Haus behalte aber seine Eigenständigkeit. Man wolle die Typizität der Weine herausstellen und weiterentwickeln, nicht schwächen.

Wie gut die klassische Verbindung von Laroches 2007 Gran Cru Chablis “Les Blanchots” und Austern funktioniert, konnte ich beim ersten Menügang in Perfektion erleben. Nebenbei sei bemerkt, dass Küchenchef Nils Henkel sehr überzeugende Arbeit ablieferte. Wir beide teilen übrigens nicht nur die Liebe zum guten Essen, sondern auch eine große Laufleidenschaft. Ein paar Minuten konnten wir auch darüber plaudern, bevor er zurück in die Küche und ich Richtung Heimat musste.

Fotos von den Weinen zum Menü und den einzelnen Gängen habe ich in der Galerie zusammengestellt.

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