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Donnerstag, 11. Februar 2016

Vegetarier bezahlen Fleischverzicht mit erhöhtem Krebs- und Infarktrisiko. Sagt eine Studie. Andere Studien behaupten das Gegenteil. Ja, was denn nun?

Fleischesser könnten angesicht dieser Nachricht in Schadenfreude ausbrechen, aber wie fast immer bei Studienergebnissen zu Ernährungsdingen geht es nur um ein eingegrenztes Phänomen: Die Universität Graz hat in einer Untersuchung, die angesichts anderer Meldungen weniger beachtet blieb, ermittelt, dass Vegetarier im Vergleich zu Fleischessern ein erhöhtes Risiko für Infarkte sowie Krebs- und Depressionserkrankungen eingehen. Wie das?  Wie kann einerseits die International Agency for Research on Cancer (IARC) Fleisch- und Wurstwaren in die Klasse der Stoffe mit dem höchsten Krebsrisiko einordnen (aufgrund von Meta-Studien) und andererseits eine angesehene Universität herausfinden, dass das Krebsrisiko für Vegetarier im Vergleich zum Fleischesser höher ist? Keine Frage, das klingt irre. Aber es ist auch ein schönes Beispiel dafür, wie vorsichtig man mit Schlussfolgerungen aus Studienergebnissen sein muss und wie genau man hinschauen sollte.

In einer Pressemitteilung der Unversität heißt es: “Vegetarier haben häufiger Krebs und mehr Herzinfarkte, leiden wesentlich öfter an Allergien und zeigen mehr psychische Störungen als Viel-Fleischesser. Darüber hinaus ist die Lebensqualität der Vegetarier niedriger, und sie benötigen mehr Leistungen des Gesundheitssystems.” Liegt es daran, dass Vegetarier und Veganer empathischer sind als Fleischesser, wie eine Studie aus Kuba nahelegt? Oder daran, dass die Bioverfügbarkeit pflanzlichen Eisens für Vegetarier problematisch sein kann und dass Vitamin B12 in pflanzlichen Lebensmitteln – mit Ausnahme von Algen – nicht nenneswert enthalten ist? Oder hat es hauptsächlich damit zu tun, dass nur bestimmte Aspekte in bestimmten Zusammenhängen erfasst wurden? Wohl eher letzteres.

Der kompottsurfer kann diese Fragen aber letztlich auch nicht seriös beantworten, sondern allenfalls Empfehlungen geben. Und die wichtigste Empfehlung beim Lesen von Studienergebnissen lautet: Hütet euch vor Umkehrschlüssen! Wenn eine Studie Zusammenhänge zwischen Fleischverzicht und bestimmten Erkrankungen aufzeigt, heißt das nicht, dass wir jetzt Fleisch, beziehungsweise noch mehr Fleisch essen müssen. Andersherum bedeuten Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum und Krankheitsrisiken nicht, dass wir jetzt alle zum Vegetarismus konvertieren müssen. Was also tun? Hirn einschalten bei der Ernährung. Frische Nahrungsmittel den industriell gefertigten vorziehen. Eher Bioprodukte als konventionelle konsumieren. Auf Mengen und Wertigkeit bei den Energielieferanten Kohlenhydrate und Fett achten, Zuckerzufuhr minimieren und Transfette aus der Ernährung verbannen. Ausreichend Proteine und Mikronährstoffe einverleiben und am Ende dem Körper nicht mehr Kalorien zumuten als er auch wieder verbraucht. Okay, das waren jetzt ziemlich viele Ratschläge. Aber immerhin, sie machen nicht dick.

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Eine Antwort zu “Vegetarier bezahlen Fleischverzicht mit erhöhtem Krebs- und Infarktrisiko. Sagt eine Studie. Andere Studien behaupten das Gegenteil. Ja, was denn nun?”

  1. egibo2002 sagt:

    Genau! Korrelationen sind keine Kausalitäten!

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