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Freitag, 06. Oktober 2017

Das war der rewirpower-Weintest 2017: ein Frühsport für Nase und Gaumen.

Die Zahl des Tages lautet: 15. So viele Jahre gibt es ihn jetzt schon, den rewirpower-Weintest, für den Fachhändler aus der Metropole Ruhr und Umgebung ihre besten Weine im Preissegment unter 8 Euro (früher 6 Euro) in einen Wettbewerb schicken. Im Rahmen einer Blindverkostung, bei der aus verdeckten Weinflaschen probiert wird, ermittelten wir heute wieder die besten zehn Rot- und Weißweine. Entscheidend ist der aktuelle Genusswert und nicht das Reifepotential der Weine, in diesem Preissegment ein zu vernachlässigender Aspekt.

Schon mal um 9 Uhr morgens Wein probiert? Also, das ist wirklich Frühsport der besonderen Art. Und ich kenne mich aus mit Sport. Also zumindest theoretisch. Nach unserem üblichen Begrüßungsgespräch – einige von uns haben sich schon eine Weile nicht gesehen – wird es schnell still im Probenraum, sobald die ersten Weine in die Gläser fließen. Den Raum konnten wir diesmal im beeindrucken neuen Ambiente des frisch renovierten Sternerestaurants Palmgarden (Spielbank Hohensyburg, Dortmund) beziehen. Gastgeberin Sabrina Koos, Sommeliere und Restaurantleiterin des Hauses, hatte perfekte Vorarbeit geleistet und uns zudem Platz für die Testweine in den Klimaschränken freigeräumt. Beste Voraussetzungen also sowohl für uns als auch für die Prüflinge, denen wir zu sechst zu Leibe rückten. Mit dabei auch in diesem Jahr wieder langjähriges Stamm- und Fachpersonal, allen voran Christine Dördelmann und Markus Del Monego. Außerdem Oliver Speh, gern gesehener Experte aus Mülheim, und Gastgeberin Sabrina Koos.

Die Stille einer solchen Verkostung wird übrigens nur von gelegentlichen Schlürf- und Spuckgeräuschen unterbrochen. Spucken ist nötig, weil sonst alle Tester schon nach der Hälfte der Probe hackenstramm in den Seilen hingen, was nicht Sinn der Übung wäre. Die Reihe der Weißweine ist aufsteigend alkoholisch sortiert. Begänne man gleich mit den schweren Geschützen, könnte das bei den Weinen mit weniger Alkohol zu Wahrnehmungseinbußen führen. Das Feld bei den Weißen war in diesem Jahr stark dominiert von deutschen Weinen, die über 70% stellten. Dabei wurden besonders viele Weiß- und Grauburgunder von den Händlern eingereicht. Womit die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende auch ein Weißburgunder aus Deutschland auf dem  Treppchen stehen würde, hoch war. Und doch landete die heimische Vorzeigerebsorte Riesling auf Platz Eins: 2016er Tandem Riesling vom Weingut Stefan Müller  an der Saar (eingereicht von der Weinhandlung Lapinski in Wuppertal). 2. Platz für den 2016er Weißer Burgunder Classic vom Weingut Genheimer Kitz an der Nahe (eingereicht von der WeinMühle, Datteln) und auf dem 3.Platz landete der 2016er Grauburgunder vom Weingut Landerer aus Baden (eingereicht von Feinkost Hedtstück, Gevelsberg).

Bei den Rotwein war es – wie auch schon in den letzten Jahren – schwieriger, das Feld zu sondieren. Im Preissegment bis 8 Euro einen wirklich starken Roten auf die Flasche zu bringen, stellt sich für viele Winzer offensichtlich als nicht ganz so leichtes Unterfangen heraus. Ja, wir sind da pingelig. Bei drei Weinen mussten wir zum Vergleich sogar die Konterflaschen bemühen, da wir beim Testen Korkfehler ausgemacht hatten. Während die Weißweine zu über 90% mit Schraubverschluss versehen waren, bot sich bei den Roten ein ganz anderes Bild. Nur 20 Prozent hatten Schraubverschluss. Markus Del Monego machte uns darauf aufmerksam, dass es in einigen europäischen Weinanbauländern Pflicht sei, den Flaschenhals zu verstopfen, will man seine Klassifizierung nicht verlieren. Ein Unding, eigentlich. Am Ende staunten wir nicht schlecht, dass alle drei erstplatzierte Rote mit Schrauber verschlossen waren. Und so sah es auf dem Treppchen aus:

1. 2015er Cabernet Sauvignon Shiraz, Südafrika,Produzent: Simonsig (eingereicht von Der Weinhof, Herne)
2. 2016er Spätburgunder, Produzent: Weingut Landerer (eingereicht von: Feinkost Hedtstück, Gevelsberg)
3. 2016er Spätburgunder, Produzent: Lukas Kesselring (eingereicht von: Die Bodega, Castrop-Rauxel)

Alle weiteren Sofort-Ergebnisse hier. Weitere Infos folgen.

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2 Antworten zu “Das war der rewirpower-Weintest 2017: ein Frühsport für Nase und Gaumen.”

  1. egibo sagt:

    Lieber Kompottsurfer,

    herzlichen Glückwunsch zu den ersten fünfzehn Jahren, auf dass noch viele weitere Jahre folgen mögen. Ich warte immer schon darauf, dass mit dem Farbenspiel der Blätter das Angebot hereinrauscht, damit zu den Festen am Jahresende das Weinregal (noch) einiger Maßen gefüllt ist. In stillen Stunden kann man ja schon zuvor den einen oder anderen Weißen oder Roten probieren…
    Weiter so!
    egibo

  2. kompottsurfer sagt:

    Vielen Dank und genussvolles Probieren der Siegerweine. Ja, im Winter fließt auch bei mir immer mehr Wein durch die Kehle als im Sommer. Da sollte der Keller als zeitig einen guten und sicheren Füllstand haben ;-) .

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