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Dienstag, 07. November 2017

Das wäre ein Ding: Bochum bekommt eine Markthalle.

In der neuen Ausgabe des Magazins Bochum Geht Aus gibt es einen Beitrag, der mich richtig neugierig gemacht hat. Ach was, geradezu euphorisiert wurde ich allein von dem Gedanken daran, wie großartig er sich anfühlen würde, mein erster Gang durch die neue Bochumer Markthalle. Nein, ich übertreibe nicht, denn seit meiner besonders frankophilen Zeit als Twentysomething sind mir diese Paradiese ans Herz gewachsen. Diese pralle Dröhnung Kulinarik mit hunderten Käsesorten vom Affineur, mit reichlich frischem Meeresgetier, geradezu erotisch anmutenden Artischocken, Kräutern,. kompletten Wildhasen, Gänsen, Wachteln – ein unwiderstehliches Ereignis. Und nun soll meine Heimatstadt, mein Bochum auch so eine Markthalle bekommen. Als Standort ist das Gelände des alten Telekomblocks gegenüber dem Rathaus im Gespräch, das seit wenigen Jahren in Besitz des traditionsreichen Bochumer Kaufhauses Baltz ist, deren Ambition es hoffentlich sein wird, ein auch architektonisch reizvolles Gebäude dort zu realisieren.

Zugestanden, Bochum ist nicht Bordeaux, und wahrscheinlich wird die Realität weitaus nüchterner ausfallen als meine Phantasiegebilde im Kopf, aber ich will das jetzt auch nicht gleich wieder kaputtdenken. Denn es gibt ihn ja tatsächlich, diesen neuen Gegentrend zur Discounterkultur, wobei das Wort Kultur mir in diesem Zusammenhang schwer über die Tasten kommt. In Berlin feiern die vier verbliebenen Markthallen aus dem späten 19. Jahrhundert angeblich ein Comeback, in Coburg gibt es ein neues Markthallenkonzept und neben Bochum denkt auch Mönchengladbach über eine Markthalle nach. Kopenhagen, so der Gründer des Bochumer Frischemarkts für die Gastronomie im Interview von Bochum Geht Aus, Herwig Niggemann, könnte mit seiner neuen Markthalle konzeptionell ein Vorbild sein. Mehr Gastronomie, weniger Verkauf exklusiver Grundprodukte. Es wird eben nicht so viel, so frisch und mit so viel Freude gekocht in Deutschland wie in Frankreich. Wer es sich leisten kann, isst hierzulande lieber gut auswärts als daheim. Die Franzosen schaffen beides.

Eine Nachfrage bei der einheimischen älteren Generation, ob sie sich an eine Zeit mit Markthalle in Bochum erinnern können,  förderte bisher nur rudimentäre Ergebnisse zutage. Nahe des Nordbahnhofs soll es mal eine kleinere gegeben haben, aber gesichert ist das nicht. Der kompottsurfer bleibt dran.

Letztes Jahr besuchte ich die Markthalle Stuttgart (s. Foto), die 2014 hundertjähriges Jubiläum feierte. Jugenstilgebäude. Ein Traum von einer Markthalle. Ich hätte beinahe meinen Termin verpasst, so sehr war ich eingetaucht in das Angebot der Gemüsehändler, Bäcker, Metzger, Käsekerle und Fischfritzen. Also bitte, liebe Bochumer Entscheider, gebt uns eine Markthalle. Eine schöne, wenn möglich.

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2 Antworten zu “Das wäre ein Ding: Bochum bekommt eine Markthalle.”

  1. Toni sagt:

    Kennst Du die Markthalle in FfM? Sicher keine architektonisches Erlebnis – aber doch eine Institution.
    Wer mal reinschauen möchte: http://kleinmarkthalle.de/virtuelle-tour-durch-die-kleinmarkthalle/

  2. kompottsurfer sagt:

    Danke für die Info. Kenne in FFM nur die Festhalle. Dann muss ich mir bei Gelegenheit wohl auch mal die Markthalle ansehen ;-) .

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