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Montag, 25. Februar 2019

Hoch lebe die Notlösung: Warum immer ein Vorrat Tomatenmark im Haus sein sollte.

Gestern Abend wieder einer dieser Momente vor denen Köche sich fürchten: Eine wichtige Zutat für das geplante Essen fehlt. Außerdem ist Sonntag, mal fix besorgen geht nicht. Ich will Pizza machen, und weil das so ziemlich wichtigste Element einer Pizza Tomatensauce ist, bin ich reichlich aufgeschmissen als ich feststellen muss: Verdammte Axt, wo zum Teufel sind die Dosentomaten? Allen Puristen, die sich jetzt fragen, warum nimmt der Typ überhaupt Dosentomaten, gebe ich zur Antwort: Weil jetzt Winter ist und die frischen Tomaten aromatisch nicht viel hergeben.

Nun steht also das gesamte Abendmahl zur Disposition. Aber was alternativ kochen? Klar, Risotto mit irgendeinem TK-Gemüse geht immer, aber so schnell will ich mich nicht geschlagen geben. Und dann denke ich: Moment mal, du müsstest doch noch Tomatenmark im Haus haben. Ein Blick in den Kühlschrank und tatsächlich: Es ist noch was da, allerdings nicht mehr viel, und ich will ja viel Tomatensauce für viel Pizza haben.

Also die Tube bis auf den letzten Furz ausgequetscht, mit etwas Gemüsebrühe, Balsamico, Olivenöl und Sojasauce zu einem dickflüssigen Gemisch angerührt, Salz und Pfeffer dazu, probiert …. und? Na ja, das ist noch nicht der Leckerheit letzter Schluss. Dann erinnere ich mich an den Vorrat getrockneter Tomaten, nehme ein paar aus dem Glas, hacke die Fladen kurz und klein, gebe sie ins Gemisch und lasse das ganze bei niedrigster Flamme einige Minuten ziehen. Ich gebe noch ein bisschen Gemüsebrühe dazu und stelle fest: Nee, jetzt ist’s wieder zu dünn und das Gesuppe wird gar nicht am Pizzaboden haften bleiben. Ich entscheide mich, eine große, fein gewürfelte rote Zwiebel erst glasig in etwas Olivenöl zu garen und dann in die Masse zu geben, die ich schließlich mit dem Pürierstab zu einer dicklichen Tomatenpfuschsauce vollende. Voilà!

Tatsächlich schmeckte die Notlösung ganz passabel, und mir wurde mal wieder klar, wie wertvoll so eine Tube Tomatenmark sein kann. Als Kind hab’ ich mir das Zeug gerne mal pur auf einen Löffel gedrückt und als kleine Leckerei zwischendurch gegönnt. Und meine Mutter wunderte sich immer, warum so wenig in der Tube war, die sie doch kürzlich erst eingekauft hatte. Wenn Sie jetzt denken, das machte ich noch immer und nur deshalb sei in meiner Tube fast nix mehr drin gewesen, muss ich den Verdacht strikt zurückweisen. So was mache ich nicht mehr, Doppelschwör!

Tomatenmark leistet mir gelegentlich aber noch andere Notdienste, zum Beispiel, wenn kein Ei mehr im Haus ist, um die Haftmasse für die Panade eines Nackenkoteletts zu fabrizieren oder die Homogenität von Frikadellen zu verbessern. Was muss ich heute unbedingt einkaufen? Richtig, Dosentomaten. Ach ja: Und Tomatenmark ist auch alle.

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