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Mittwoch, 26. Juni 2019

Hitzewelle: Was sollen wir trinken und wie viel?

Wenn Sie mich jetzt sehen könnten, barfuß am Schreibtisch sitzend, nur mit Shorts und Tank Top bekleidet. Die geschwollenen Finger mühsam über die Tastatur schleifend, den Kopf leicht gerötet, die Oberarme mit einer weißen Spur Salzkruste markiert. Sie würden denken: Hat der arme Kerl überhaupt genug getrunken? Ich kann Sie beruhigen: hat er. Ein Glas Champagner, zwei Maurerbomben Fiege Pils, drei Espresso. Glauben Sie nicht? Okay, die Flunkerei war vielleicht zu offensichtlich. Wer kommt an einem Vormittag schon mit drei Espresso aus.

Die Frage nach dem richtigen Trinken bei dieser Hitze ist nicht so einfach zu beantworten, wie es scheint. Denn viel hilft nicht viel, und mit Wasser allein ist es auch nicht immer getan. Im Gegenteil, zu viel Wasser kann sogar ernste Probleme verursachen. Und zwar dann, wenn ein Wasserüberschuss den Natriumspiegel im Körper zu stark senkt, was Herz oder Nieren angreifen und im schlimmsten Fall sogar ein Hirnödem auslösen kann. Hyponatriämie nennt sich das. 2015 erregte ein Todesfall beim Ironman Frankfurt Aufsehen, den Experten auf eben diesen Natriummangel zurückführten. Insbesondere Sportler (aber nicht nur die) laufen im wahrsten Sinne des Wortes Gefahr, durch die Aufnahme von zu viel Wasser eine Hyponatriämie zu erleiden wie auch das Deutsche Ärzteblatt schreibt. Kopfschmerzen, Übelkeit und Krämpfe sind unspezifische Symptome, die auf das Problem hinweisen können. Ähnliche Anzeichen können allerdings auch bei Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) zu beobachten sein, dabei zeigt sich zudem der Urin dunkelgelb gefärbt. Wenn es keine anderen Gründe für die Verfärbung gibt, sollte man umgehend trinken, am besten Mineralwasser mit hohem Natriumanteil.

Im Normalfall kann unser Körper 0,7-1 Liter Flüssigkeit pro Stunde verarbeiten. Das ist eine ganze Menge. Allein schon aus diesem Grund erscheint die Behauptung, man sollte nicht erst dann trinken, wenn man Durst hat, fragwürdig. Tatsächlich reicht es völlig aus, dann zu trinken, wenn man Durst hat.
Bleibt noch die Frage, was es mit der Empfehlung auf sich hat, bei Hitze möglichst lauwarme Getränke zu konsumieren, ganz davon abgesehen, dass so was an Masochismus grenzt. Weil kalte Getränke die Blutgefäße verengen, heizt der Körper tatsächlich zusätzlich auf, keine Frage, aber ich wüsste keinen Fall, bei dem jemand am Konsum kalten Wassers verdurstet wäre. Den wirksamsten Abkühlungseffekt erreicht man ohnehin von Außen. Meine Lieblingsmaßnahme: Kaltes Wasser vom Nacken aus die Wirbelsäule hinab Richtung Allerwertesten rinnen lassen – sehr wirkungsvoll, wie ich finde. Oder mit dem Hintern in ein kaltes Becken setzen. Ein Tipp, den mir vor Jahren mal Sportmediziner beim Ultra-Trail du Mont-Blanc gegeben hatten.

Ich selbst trinke bei Hitze übrigens am liebsten kalte Apfelschorle im Mischungsverhältnis 1:6 (Saft/Wasser mit Kohlensäure), auch alkoholfreies Weizenbier mit ein paar Spritzern frisch gepresstem Limettensaft steht hoch im Kurs. Mit Weinschorle kann man mich jagen, auch wenn das in Weinanbaugebieten ein beliebtes Sommergetränk ist, selbst bei Winzern. Kommt mir nicht ins Glas das Gepansche. Dann lieber Pils aus der Maurerbombe.

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