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Sonntag, 02. August 2020

Schwarzes Risotto

Sie haben die Überschrift gelesen und gieren jetzt nach einer Geschichte über ein Kochdebakel am Herd des kompottsurfers? Da kann ich nur sagen: Nee, watt schäbbich. Und genau deshalb erzähle ich lieber eine Geschichte über jemanden den ich nur weitläufig kenne.

Es war einmal ein Mann in Bochum, der hielt sich für unerschütterlich souverän, wenn es um die Zubereitung von Risotto ging. Eines Abends – er hatte gerade den Reis samt Zwiebelwürfel und Knoblauch leicht anschwitzen lassen und mit etwas Weißem Portwein abgelöscht – klingelte in seinem Arbeitszimmer das Telefon. Er ging rüber, telefonierte eine Weile, recherchierte anschließend noch ein paar Kleinigkeiten im Netz bis ihm der Geruch von Angebranntem in die Nase stieg, und er dachte: Welcher Idiot hat da sein Essen aus dem Blick verloren? Der Groschen fiel pfennigweise bis ihm klar wurde, dass er selbst dieser verdammte Idiot war. Damals hing in seiner Küche noch kein Rauchmelder, sonst wäre unser Mann, aufgeschreckt vom Sirenenlärm, viel früher an den Herd zurückgeeilt. So aber musste er sich durch dicke Rauchschwaden bis zum Stieltopf vorkämpfen, den er schleunigst auf die Terrasse ausquartierte, nachdem er etwas Wasser hineingeschüttet hatte. Den nächsten Tag verbrachte der Mann überwiegend damit, auf YouTube nach Videos zu suchen, die Rettung für seinen böse malträtierten Lieblingstopf versprachen. Viele Tipps taugten leider nichts, deshalb dauerte es einige Tage, bis er den Topf – nach unzähligen Behandlungen – wieder in Gebrauch nehmen konnte.

Bis dahin dachte unser Mann auch, die einzige Art pechschwarzen Reis zu fabrizieren, wäre, ihn anbrennen zu lassen. Aber dann kam Corona, und mit den Einschränkungen beim Einkauf vor Ort stieg die Taktrate an Bestellungen übers Internet. Eine seiner Orders ging nach Norditalien, wo man über einen Feinkosthändler die legendären Martelli Spaghetti beziehen kann. Für portofreien Versand fehlten noch wenige Euro in der Bestellsumme, und so kam schließlich noch ein Tütchen Venere-Reis, angebaut in Piemont, mit ins Paket. Wie würde dieser Reis wohl schmecken?

Venere-Reis ist kein Wildreis, wie man annehmen könnte, sondern zählt zu den Oryza-Sorten. Schon beim Öffnen des Tütchens strömen einem wunderbar nussige Aromen entgegen. Man kann ihn wie Risotto zubereiten und natürlich auch anbrennen lassen, wenn man nicht aufpasst. Die Körner haben eine für Reis ungewöhnlich bissfeste Textur, die ein schönes Kaugefühl macht. Kombiniert mit gebratenen Garnelen, dazu Salat und Schaum von Rote Beete und garniert mit Gartenkresse, kann man Venere-Reis geschmacklich reizvoll in Szene setzen. Probieren Sie’s aus. Unser unbekannte Mann hat’s genauso gemacht.

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