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Sonntag, 09. August 2020

Öffentliche Obstwiesen: Regionaler und billiger geht’s nicht.

Gestern war ich mal wieder länger zum Laufen unterwegs. Der Hitze wegen starteten wir früh. Als ich um 6 Uhr morgens aus der Haustür komme, um Richtung Treffpunkt Weitmarer Holz zu traben, liegt die Temperatur bei 17° Celsius. BBBRRR. Wenn ich mir da mal keine Frostbeulen hole, so wie ich unterwegs bin, in kurzer Buxe und T-Shirt, witzelt es mir im Kopf herum.

Kaum brechen die ersten Sonnenstrahlen durch die Baumwipfel, zieht die Temperatur an, und mir steigt unvermittelt der Duft von Brombeeren in die Nase. Ein Blick nach Links, einer nach Rechts – Bingo! Brombeersträucher. So industriell und urban das Ruhrgebiet auch strukturiert ist – was den Bewuchs selbst kleinster Grünflächen mit Brombeersträuchern angeht, reicht uns niemand das Wasser. Wir sind die Weltmetropole der Brombeerbüsche. Die meisten davon sind frei zugänglich, trotzdem verenden jedes Jahr Millionen wilder Brombeeren elendig am Strauch, sträflich ignoriert von uns Bürgern, die sich von ein paar Dornenzweigen abschrecken lassen. Könnte ja ein paar Kratzerchen geben an unserer Nivea verwöhnten Streichelhaut.

Bei mir ist sowieso alles zerknittert, zerkratzt und nix mehr zu retten, deshalb greife ich immer zu, wenn ich irgendwo reife Brombeeren entdecke. Ob sie reif sind, entscheidet der Zupftest. Lassen sich die Beeren nicht mit einem ganz leichten Zupfen vom Strauch lösen, sind sie noch unreif und schmecken sauer. Bei der einen oder anderen Beere ignoriere ich das mal, wenn nichts Reifes zu finden ist. Der innere Drang ist zu stark. Unterwegs einfach Essen vom Strauch pflücken können, finde ich unwiderstehlich. Wahrscheinlich bricht da der Urmensch in mir durch.

Nun sind Brombeeren nicht die einzigen Früchte, die man im Ruhrgebiet einfach so ungestraft abpflücken kann. Auch bei Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Kirschen kann man Glück haben. Einige Städte und Gemeinden machen inzwischen über die Medien Werbung für das Ernten von Obst auf öffentlichen Wiesen. Natürlich ist das nur für den Privatgebrauch zulässig. Man kann da also nicht mit Auto und Erntehelfern aufkreuzen und das Zeug nachher am Straßenrand vertickern.

Im Netz finden sich unter essbare Stadt und mundraub zahlreiche Ortsangaben fürs kostenlose Ernten. Eignet sich auch prima als Familienausflug mit kleinen Kindern. Und anschließend wird mit den Äpfeln, Birnen oder Pflaumen noch ein leckerer Kuchen gebacken.

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