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Mittwoch, 15. Juni 2016

Fußball-EM in Frankreich: Einfach mal aufs Gute gucken. Kulinarische SpezialitĂ€ten (1), das Bressehuhn.

Bresse gauloise (from Aleks / Free GNU doc license)

Terrorgefahr, Hooligan-Krawalle und ein ermĂŒdend langer Spielplan – keine Frage, die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich kommt atmosphĂ€risch nicht in die GĂ€nge. Höchste Zeit, abseits der sportlichen und unsportlichen Dinge mal auf die zweifelsfrei schönen zu verweisen. Es geht, na klar, ums Essen. Und weil die kulinarische Klasse unserer westlichen Nachbarn geradezu weltmeisterlich ist, möchte der kompottsurfer an dieser Stelle einige Produkte und Rezepturen vorstellen, die uns auf den guten Geschmack bringen. Eine Auswahl französischer Leckereien, die uns die unappetitlichen Dinge rund um das Fußballfest mal fĂŒr eine Weile vergessen lassen. Neun hat der kompottsurfer ausgesucht, die hier in den nĂ€chsten Tagen und Wochen in loser Folge vorgestellt werden. Als da sind: Tomme de Savoie // Diots // Jambon de Bayonne // Domaine de Bisconte // Pastis // Croissant // Bresse Gauloise // Tapenade // Mousse au chocolat.

Den Anfang der kleinen Reihe macht das Bressehuhn, eine HĂŒhnerrasse, die aus der Region Bresse stammt, die wiederum unweit von Lyon gelegen ist. Wie so viele französische SpezialitĂ€ten verfĂŒgt auch das Bressehuhn ĂŒber eine geschĂŒtzte Herkunftsbezeichnung. Besonderes Erkennungsmerkmal der Tiere sind die blauen Beine, die zusammen mit dem weißen Gefieder und dem roten Kamm die Nationalfarben Frankreichs ergeben. Es sind FreilandhĂŒhner, die sich von WĂŒrmern, Insekten, KrĂ€utern und GrĂ€sern ernĂ€hren, aber auch mit Buchweizen, Trocknmilch und Mais gefĂŒttert werden. Alles zusammen fĂŒhrt zu der besonderen GeschmacksqualitĂ€t, die sich auch im Preis niederschlĂ€gt.

In Deutschland werden von einigen Biohöfen BressehĂŒhner gehalten, die aber nicht so heißen dĂŒrfen, weil zum Beispiel das Windrather Tal am SĂŒdrand des Ruhrgebiets nun mal nicht die Bresse ist. Deshalb heißt die HĂŒhnerrasse andernorts Les Bleues, wegen ihres besonderen Merkmals, den blauen Beinen. Der Velberter Biobetrieb Hof zur Hellen pflegt diese HĂŒhnerrasse als Zweinutzungshuhn, das heißt, die mĂ€nnlichen KĂŒken werden nicht sofort geschlachtet sondern im Freiland als MasthĂ€hnchen hochgezogen, wĂ€hrend die Legehennen die Kunden des Hofs mit frischen Bio-Eiern (0,55 € / StĂŒck) versorgen. Samstag und sonntags ist ĂŒbrigens auch das HofcafĂ© geöffnet, wo es leckeren hausgemachten Kuchen und guten Espresso gibt.

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Donnerstag, 29. Januar 2015

Eine Stadt im Ruhrgebiet will essbar werden. Kann ja nur Essen sein. Ist es aber nicht.

Schon mal was von Urban Farming gehört? Nein? Kein Wunder, der Begriff ist hierzulande recht neu, obwohl der kompottsurfer schon ĂŒber das Thema berichtet hat, allerdings in anderem Zusammenhang. Es ging um Mundraub. Konkret um die Internetplattform mundraub.org. Auf deren Webseite können Nutzer öffentlich zugĂ€ngige Stellen eintragen und finden, an denen unter anderem Birnen, Äpfel, Pflaumen und Beeren wachsen. Damit das Obst nicht unbeachtet vom Baum oder Strauch fĂ€llt oder daran vertrocknet.

Der Umweltausschuss der Stadt Oberhausen hat nun beschlossen, eine legale Version der Idee zu realisieren. Angelehnt an ein Projekt der Stadt Andernach sollen die BĂŒrger kĂŒnftig Obst und GemĂŒse von stĂ€dtischen GrĂŒnflĂ€chen ernten können. Aus Sicht der Verwaltung eignen sich sowohl öffentliche stĂ€dtische GrundstĂŒcke, als auch SchulgĂ€rten, FlĂ€chen von Wohnungsbaugesell-schaften oder große private GrundstĂŒcke. Hinter der Idee steht nicht nur der Gedanke, die WertschĂ€tzung fĂŒr regionale Lebensmittel zu steigern, sondern auch die Pflegekosten der GrĂŒnflĂ€chen durch die Umstellung zu reduzieren. Ein feine Idee, findet der kompottsurfer und wird das Fortkommen des Projekts mit Interesse beobachten.

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Mittwoch, 05. Juni 2013

Das nenne ich mal richtige Eier, Leute!

ZurĂŒck aus einem Ganzkurzurlaub hat der kompottsurfer ein paar wunderbare Originale mitgebracht. HĂŒhnereier aus einer vertrauenserweckenden und ganz privaten Haltung. Gerade mal eine Hand voll HĂŒhner sind’s, die dort gehalten werden. Frei und ökologisch vorbildlich. Das Ergebnis sind in GrĂ¶ĂŸe und Form doch recht unterschiedliche Eier von erstklassiger QualitĂ€t, die von den vermutlich ziemlich glĂŒcklichen HĂŒhnern dort gelegt werden. In Zeiten, wo auf das QualitĂ€tssiegel “Bio” nicht zuletzt bei Eiern immer weniger Verlass ist, machen solche Exemplare richtig Freude.

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Dienstag, 05. Juni 2012

Endlich wieder Tellerpfirsich, Plattpfirsich, Bergpfirsich, Wilder Pfirsich, Paraguaya …

Aromatischer Pfirsich aus Spanien: Plattpfirsich / Paraguaya

Ein Pfirsich und so viele Namen: Seit einigen Tagen finden sich wieder vermehrt Angebote dieser wunderbar aromatischen, weißfleischigen und flachen Pfirsichsorte in den Obstregalen von FachhĂ€ndlern und SupermĂ€rkten. Auch beim HĂ€ndler meines Vertrauens ist er wieder am Start. Die aus Spanien stammenden FrĂŒchte docken besonders durch die verlockende Bezeichnung Wildpfirsich in meinem Hirn gut an, obwohl das tatsĂ€chliche Vorkommen gar nicht so wild ist. Der Preis allerdings schon. Wobei der kompottsurfer allein in den letzten Tagen eine wundersame Reduzierung ausgemacht hat: von 7,95 Euro pro Kilogramm auf 4,95 Euro. Da musste natĂŒrlich gleich besonders umfĂ€nglich zugegriffen werden. Die Pfirsichsorte passt ĂŒbrigens sehr gut zu frischen Erdbeeren, deren heimische Freiluftsaison ja auch schon in KĂŒrze beginnt.

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Montag, 16. April 2012

Entdeckung im Harz: Ziegen-Eis!

Harzer ZiegenkÀse direkt vom Bauern

Da renne ich am Samstag ĂŒber die Berge im SĂŒdharz, will hinter der nĂ€chsten Ecke auf einen schönen Trail abbiegen, der TeilstĂŒck der 51-km-Harzquerung ist, und was sehen meine Augen: Ein Hinweisschild, das Ziegen-Eis anpreist. TatsĂ€chlich produziert die Ziegenalm Sophienhof nahe Ilfeld im ThĂŒringer Landkreis Nordhausen nicht nur KĂ€se aus Ziegenmilch sondern auch Eis. NatĂŒrlich war ich extrem neugierig – aber leider nicht mit Portemonnaie unterwegs, so dass es mit dem Eis nix wurde. Aber bei der nĂ€chsten Gelegenheit, also spĂ€testens zur Harzquerung 2013, werde ich so lange suchen, bis ich ein Eis in der Waffel habe.

Die Ziegenalm bietet ĂŒbrigens eine ganze Reihe hausgemachter ZiegenkĂ€sesorten und Ziegenwurst an, die auch Online bestellt werden können.

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Donnerstag, 25. August 2011

Purple Haze: So aufregend schön und schmackhaft kann eine Möhre sein

Deutsche Urmöhre mit englischer Bezeichnung: Purple Haze

Ich liebe diese Möhre. Viel zu schön, um sie zu kochen. Gleichwohl fĂ€rbt sie Ă€hnlich intensiv wie Rote Beete. Die schwarz-violette Purple Haze gilt als eine Art Urmöhre, wie sie hierzulande schon vor tausend Jahren geerntet worden sein soll. Ihr Geschmack ist weniger typisch karottig als ihre orangefarbene Schwester. Und sie erscheint mir auch weniger sĂŒĂŸ. Einfach großartig, um sie im Salat zu verarbeiten. Gibt’s im Moment aus dem eigenen Anbau des Bioland Klosterberghofs im Grenzgebiet zwischen Bochum und Essen.

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Sonntag, 30. Mai 2010

Stiftung Warentest und Stern mit Nachrichten, die zu denken geben

NatĂŒrlich ist es nichts wirklich Neues (s. kompottsurfer 08/2008), was Stiftung Warentest und Stern in dieser Woche zu den beherrschenden Themen rund ums Essen machten – aber sie sorgen immerhin fĂŒr Aufmerksamkeit. Aus Sicht des kompottsurfers auch absolut berechtigt. Und nur auf den ersten Blick scheinen sich die BeitrĂ€ge in ihrer Stoßrichtung zu widersprechen. WĂ€hrend Stiftung Warentest mit der Aussage Bio ist nicht unbedingt gesĂŒnder oder schmackhafter als normale Kost fĂŒr Aufregung sorgt, titelt der Stern Esst weniger Fleisch und macht im Verlauf der Geschichte deutlich, dass, wenn ĂŒberhaupt, lediglich Biofleisch ein Nahrungsmittel akzeptabler Herkunft und fĂŒr den verantwortungsbewussten Verbraucher tolerabel ist.

Beides sind schon seit langem Lieblingsthemen des kompottsurfers, der mit Vorliebe die mangelnde FrischequalitĂ€t von Obst und GemĂŒse in BiolĂ€den geißelt, zum Beispiel hier. Auch das Fleischthema kommt immer mal wieder hoch. Es ist nach meiner Ansicht nicht nur der vermeintlich gĂŒnstige Preis des Fleisches, der Verbrauchern den Massenkonsum tierischer Erzeugnisse leicht macht, sondern vor allem auch der entblutete Konsum (dazu empfehle ich noch mal folgendes kompottsurfer-Interview). Obwohl ich kein Vegetarier bin, finde ich immer mehr Gefallen an dem Gedanken, dass derjenige, der Fleisch essen will, gefĂ€lligst auch bei der Schlachtung des Tieres anwesend und behilflich sein sollte. So wie es viele unserer Ă€lteren oder auf dem Land groß gewordene MitbĂŒrger noch kennen. Und den Umstand, dass ein Kilo Tomaten oft teurer ist als ein Kilo Fleisch, finde ich ohnehin schon erschreckend genug und absolut unakzeptabel.

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Sonntag, 19. Oktober 2008

Große, kleine, legefrische Eier

EierEs ist immer etwas besonderes, wenn ich auf dem Klosterberghof absolut legefrische Eier ergattern kann. Gestern war mal wieder so ein Tag. Die Eier waren noch warm. Das fĂŒhlte sich wirklich großartig an. Und dann gab’s noch ein Mini-HĂŒhnerei extra, das ungefĂ€hr die GrĂ¶ĂŸe eines Wachteleies aufwies. Das Huhn ĂŒbt wohl noch

Übrigens: Je frischer das Ei, um so nĂ€her liegt der pH-Wert des Eiklars an der neutralen 7. Ältere Eier werden alkalisch und können pH-Werte um 9 aufweisen. Außerdem habe ich irgendwo gelesen, dass der Cholesterinanteil im Ei mit abnehmender Frische zunimmt. Nur finde ich dazu gerade nicht den passenden Link. Reiche ich aber bei Gelegenheit nach.

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Freitag, 06. Juli 2007

Endlich Tomaten – und was fĂŒr welche!

Campari-TomateHeute war ein besonderer Tag. Der Tag, an dem ich auf dem Klosterberghof endlich wieder vor Ort angebaute Freilandtomaten bekommen konnte. Ganz besonders hat mich die Miniverkostung gefreut, die einer der verantwortlichen Landwirte des Betriebes aus dem Biolandverbund spontan auf der Verkaufstheke angerichtet hatte. Es galt eine Auswahl zwischen zwei Tomaten zu treffen, von denen ich vor dem Probieren zunĂ€chst glaubte, eine sei aus dem Supermarkt, die andere vom Klosterberghof. Frei nach dem Motto: Wir können beweisen, dass Biotomaten nicht nur die gesĂŒnderen sondern auch die geschmackvolleren Tomaten sind. FĂŒr mich galt: probieren und nicht blamieren. Es war ein Riesenunterschied zwischen beiden festzustellen. Die eine saftig, weich, dĂŒnne Haut, im Duft und Geschmack sehr ausgeprĂ€gt. Die andere fester in der Konsistenz, weniger aromatisch, gleichwohl auch noch in Ordnung. Das ist die Supermarkttomate, dachte ich, logo. Aber es war anders. Zum GlĂŒck fĂŒr mein noch halbwegs heiles Ökoweltbild nicht andersherum. Beide Tomaten kamen vom Klosterberghof, unterschiedliche Felder, unterschiedliche Sorten. Mein Sieger heißt jedenfalls Campari, wie ich vom Landwirt erfuhr, der gleich losstapfte, um mir ein Kilo zu pflĂŒcken, weil im Laden nichts mehr vorrĂ€tig war. Campari, großartiger Name. Das nĂ€chste Mal, wenn ich zum Bauernhof fahre, stelle ich mich an die Theke und sage: “Einmal Campari-Tomate, bitte.” Wie ich auf der Seite der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen lesen konnte, hat es Campari in 2004 sogar schon zum Titel Tomate des Jahres gebracht.

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Freitag, 02. MĂ€rz 2007

Fast Food Nation – Boykottieren Kinos kritischen Film?

Fast Food NationDie Wahrheit ist schwer zu schlucken lautet der Untertitel zum Film Fast Food Nation, der gestern in den deutschen Kinos anlief. Auf der Theke des Klosterberghofs, wo ich heute Salat und Eier einkaufte, lagen Flyer zum Film, die von Bioland gedruckt worden waren. Wie schwer die Wahrheit zu schlucken ist, merkte ich schon daran, dass ich im gesamten PLZ-Bereich 4 nur ein Kino fand (und zwar das Bambi in DĂŒsseldorf), das den Film zeigt. Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg – ĂŒberall Fehlanzeige. Kein Wunder, dass der Film fast nirgendwo zu sehen ist, denn wovon leben die Kinos zu einem nicht unerheblichen Teil? Richtig, vom Verkauf von Fast- und Junk Food. Da braucht man kein großer Verschwörungstheoretiker zu sein, um einen entsprechenden Zusammenhang zu vermuten. Der Film mit Starbesetzung (Bruce Willis, Ethan Hawke, Patricia Arquette, Avril Lavigne u.v.a.) erzĂ€hlt auf der Basis des gleichnamigen Sachbuchbestsellers von Eric Schlosser die Geschichte des Marketingchefs einer Fast-Food-Kette, der feststellt, dass mit Kolibakterien verseuchtes Fleisch in die bestverkauften Burger seiner Kette gelangt ist und spĂŒrt den Ursachen nach. Prima Kinoprogramm – nicht nur fĂŒr Schulklassen, denke ich. Auf der Website zum Film sind in der Rubrik Fast Food Facts auch zahlreiche Videos zum Thema zu sehen, unter anderem mit BeitrĂ€gen von stern-Redakteur Bert Gamerschlag, Fernsehköchin Sarah Wiener und der ehemaligen Verbraucherministerin Renate KĂŒnast. Sollte der Film irgendwann einmal in einem der zig Ruhrgebietskinos laufen, werde ich ihn mir sicher anschauen.

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