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Dienstag, 23. Februar 2010

Bahnhofsgastronomie ohne WC: Versperrt die DB den kostenlosen Weg zur Kloschüssel?

WC im Bahnhof Essen

Für den ICE nach Köln ist Verspätung angesagt. Zeitliche Prognose: 30 Minuten. Was tun in dieser Zeit? Genau, einen Kaffee trinken. Der Essener Hauptbahnhof hat nach langem Umbau und der Neueröffnung im Januar ja ein attraktives Erscheinungsbild und zahlreiche gastronomische Optionen zu bieten. Also, was soll’s. Etwaige Verspätungen hatte ich ohnehin eingeplant. Ich entscheide mich für Starbucks, bestelle einen Caffé Latte, setze mich und lese mal wieder in Richard Dawkins Buch Der Gotteswahn den Abschnitt über die höchste Form der Boeing 747. Sehr unterhaltsam. Es ist der zweite Kaffee an diesem noch jungen Tag, und der treibt. Wo denn die Toilette ist, wollte ich vom Personal hinter dem Tresen wissen.
“Wir haben leider keine”, antwortete mir der junge Mann.
“Wie? Sie haben keine? Bei so vielen Sitzplätzen muss ein Gastronomiebetrieb doch Toiletten haben” fragte ich ungläubig.
Die Antwort kam so prompt, wie der Kassenautomat am Bahnhofsklo Münzen schluckt: “Wir hätten gerne welche, aber die Deutsche Bahn hat es den Betreibern in neu bezogenen, modernisierten Bahnhöfen untersagt, welche einzubauen. Wir müssen die Gäste deshalb zum Bahnhofs-WC schicken.”
“Und die kosten sicher Geld, oder gibt es für Ihre Gäste WC-Gutscheine?”
“Gibt es nicht. Aber seien Sie froh, in Essen sind die Toiletten noch billig. In Köln kostet der Besuch mehr als das Doppelte”, versuchte mich der Service zu beschwichtigen.

Die Geschichte klingt, vorsichtig formuliert, seltsam. Kann die Bahn tatsächlich derartige Vorgaben machen? Ich kontaktiere die Pressestelle der DB. Von dort kommt die Kunde, dass es derartige Vereinbarungen definitiv nicht gibt. Schiebt in diesem Fall also nur ein Gastronom, der sich die teure Einrichtung einer Toilette sparen will, den Schwarzen Peter der Deutschen Bahn zu? Es scheint fast so.

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Freitag, 19. Februar 2010

Kampfsage von Ärzten und Krankenkassen: Die Lebensmittelampel leuchtet wieder

Die Nährwertampel

Der Kampf für eine Ampel-Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln schien spätestens nach dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl aussichtsloser denn je. Über das Für und Wider hatte der kompottsurfer in den letzten Jahren immer wieder berichtet und dabei klar für eine Kennzeichnungspflicht votiert.

Nun, wo der Kampf gegen die lobbystarke Lebensmittelindustrie schon fast verloren schien, legen die Befürworter der Kennzeichnungspflicht noch mal einen Gang zu. Wie der digitale Spiegel heute berichtet, fordern Ärzte und Krankenkassen in einem Brief an deutsche EU-Abgeordnete, sich im europäischen Parlament für die Ampel einzusetzen. Und es sind nicht nur ein paar versprengte Funktionäre und Gutmenschenärzte, die das Papier unterzeichnet haben, sondern es sind der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen, der AOK-Bundesverband, die Verbraucherzentralen, die Bundesärztekammer sowie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und die deutsche Herzstiftung. Da ist mächtig Druck hinter. Und endlich kommt richtig Bewegung ins Geschehen. Die Schlacht ist also noch nicht verloren.

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Mittwoch, 10. Februar 2010

Menü Karussell biegt auf die Zielgerade

Der kulinarische Einstieg ins europäische Kulturhauptstadtjahr ist gelungen. Die gastronomische Vereinigung „ESSEN GENIESSEN & friends“ hatte in den vergangenen Wochen aus 18 regionalen Produkten abwechslungsreiche Vier-Gang-Menüs kreiert und präsentiert. Am kommenden Samstag endet nun die Aktion. Nur schade, dass auf der Website die Termine, Restaurants und Angebote nicht so übersichtlich strukturiert sind, dass dem Gast eine unkomplizierte Planung möglich (gewesen) wäre.

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Donnerstag, 04. Februar 2010

Upgrade für den Kompottsurfer, deshalb wird bis Dienstag nix gebloggt

In den nächsten Tagen wird der Kompottsurfer mit einer Reihe technischer Neuheiten ausgestattet. Dafür sind einige Portierungsarbeiten nötig, die das Bloggen in den nächsten Tagen unmöglich machen. Sollte es in dieser Zeit Probleme mit dem Kommentieren geben, bitte nicht verzweifeln. Ab Dienstag läuft dann alles wieder normal. Bis dahin schaut einfach mal wieder durchs Archiv, da hat sich in den letzten viereinhalb Jahren jede Menge Lesestoff angesammelt.

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Donnerstag, 28. Januar 2010

Piss-a-bed ist nicht unanständig, sondern nahrhaft

löwenzahnUnd es geht auch nicht um mittelläufigen Urin, jedenfalls nicht primär, sondern um eine Salatpflanze.

Als ich mich heute bei meinem Lebensmittelhändler umschaute, entdeckte ich wunderbar frischen Löwenzahn, das Kilo für 1.95 Euro. Als ich nachfragte, warum der Löwenzahn so selten im Sortiment sei, antwortete mein Händler: “Die meisten Leute kennen das nicht, und probieren auch nicht.” Zuhause angekommen, warf ich zunächst einen Blick ins Grundlagenkochbuch von Terence Conran und entdeckte, dass die Engländer den Löwenzahn piss-a-bed nennen und die Franzosen Pissenlit. Hintergrund soll die harntreibende Wirkung von Löwenzahn sein. Da böte es sich doch an, die deutsche Bezeichnung Pissnelke für Löwenzahn einzuführen. Dann wäre der Begriff auch keine Beleidigung mehr.

In meinem alten Kochbuch von Henriette Davidis suchte ich nach Rezepten mit Löwenzahn, da ich nicht die übliche Salatvariation zubereiten wollte, fand aber leider überhaupt nichts. Jetzt werde ich gleich beim Joggen darüber nachdenken, was ich mit den verdammten, ähem, Pissnelken, anstelle.

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Mittwoch, 27. Januar 2010

Pomm-Döner: Auf dem Weg zum Multikultimegakebap

PommDönerIn der Essener City bellte mich heute ein Aufsteller des Istanbul Kebaphauses an: Pomm-Döner, NEU NEU NEU mit Dönerfleisch, Pommes und Tzaziki, alles in der Tüte. Fehlen noch Currywurst und Spaghetti für einen Multikultimegakebap nach meinem Geschmack. Und viel scharf.

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Montag, 25. Januar 2010

Vergoldete Lauchstangen und 337,85 Euro für drei Stückchen Käse

LauchObst- und Gemüsetage beim Kompottsurfer. Heute: Lauch.

Obwohl ich ein einigermaßen preisbewusster Käufer bin, gerate ich gelegentlich in Situationen, die mich irre Dinge tun lassen. Zum Beispiel Lauch im Biomarkt kaufen, wenn dort mal wieder die Preise nicht kalkuliert sondern scheinbar gewürfelt worden sind. Wie am letzten Samstag. Natürlich hatte ich nicht auf die Preistafel geschaut, sondern in größter Vorderby-Hektik einfach zugegriffen. Und an der Kasse einen mittelschweren Schock erlitten (der allerdings nichts war gegen den, der mir beim frühen 0:1 gegen Schalke bevorstehen sollte). 2,44 Euro für 408 Gramm Lauchstangen. Aber was will ich mich beschweren: Bochum drehte das Spiel noch in letzter Sekunde, und heute traf es einen Kunden im Biomarkt noch viel krasser als mich. Der gute Mann stand direkt vor mir an der Kasse. Und dann tippte die Dame doch tatsächlich 337,85 Euro für eine Tüte mit drei Käsestücken ein. Der Mann zückte seine EC-Karte, reichte sie der Kassiererin und realisierte im gleichen Augenblick, was er da bezahlen sollte. Er stand da wie von einem Elektroschocker gegrillt. Denn auf der Käsetüte stand tatsächlich dieser Irrsinnsbetrag. “Für den Preis kann ich ja gleich die ganze Käsetheke mitnehmen”, sagte der Mann,  als er wieder zur Besinnung kam. “Oder ein paar Stangen Lauch” wollte ich sagen, verkniff es mir aber im letzten Moment. Und erinnerte mich dann an ein altes Sprichwort: Wucher ist auch eine Art Mord.

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Freitag, 22. Januar 2010

Nehmen wir mal ne Nase Ananas

AnanasNein, es geht ausnahmsweise nicht um Aromen. Aber nach dieser unglaublichen Meldung in Spaniens Allgemeine Zeitung musste ich gleich unseren Kühlschrank ansteuern und die Ananas aus Ecuador unter die Lupe nehmen. Ich schnitt sie auf und siehe da, es rieselte tatsächlich eine Line Koks aus der Frucht. Nee, quatsch, so was verkauft der Lebensmittelhändler meines Vertrauens natürlich nicht, obwohl sich damit bestimmt ein lukratives Nebengeschäft aufziehen ließe. Außerdem war das Zeug angeblich in Dosen verpackt und soll, na klar, aus Kolumbien stammen. Andere Medien melden, dass es Dosen für Palmherzen gewesen seien. Palmherzen? Vielleicht sollte ich mal im Asia Shop ….

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Mittwoch, 20. Januar 2010

Essen als Mutprobe und Schärfe als Geschmackswert

chiliEine Meldung aus der Augsburger Allgemeinen erinnerte mich heute mal wieder an ein paar Erlebnisse aus meiner Jugend. In Augsburg hatten sich nämlich ein paar Schüler mit einer Chilisauce, die sie wohl über das Internet bestellt hatten, einen besonders scharfen Wettstreit geliefert. Die hochkonzentrierte Sauce wurde von zehn Jugendlichen probiert, die im Anschluss allesamt notärztlich versorgt werden mussten. Acht von ihnen wurden anschließend in eine Kinderklinik eingeliefert. Dass Chilis selbst die furchtlosesten Esser bezwingen können, hatte der kompottsurfer bereits im Dezember in einem Videobeitrag vor Augen geführt.

Zu meinen kulinarischen Mutproben aus Jugendzeiten zählten unter anderem das Essen von lebenden Würmern sowie von zwei Portionen eingelegte Ingwerkugeln in einem China-Restaurant, irgendwo an der Nordsee (danach war mir speiübel). Extreme Überwindung kotzete, pardon, kostete mich auch das Schlürfen von sechs frischen Austern in einem Strandlokal an der französischen Atlantikküste, da war ich 19. Mit Genuss habe ich Austern erst sechs Jahre später essen können, kombiniert mit Champagner von Gonet, wenn ich nicht irre.

Was ich, im Gegensatz zu jugendlichen Mutproben, aber nie verstanden habe, ist, dass erwachsene Mitteleuropäer die geschmackliche Wertigkeit eines Essens am Schärfegrad festmachen. Je schärfer, umso besser. Bin ich Drache oder was? Das Einzige, was wirklich scharf sein muss, (nee, nee, was Anzügliches kommt jetzt nicht, zu früh gefreut) sind Messer.

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Dienstag, 12. Januar 2010

Ruhr 2010lab.tv belobigt den kompottsurfer

Da geht mir doch echt das Herz auf, wenn ich so was lese. Vielen Dank für die Blumen! Aber nicht nur deshalb möchte ich allen Lesern einen regelmäßigen Besuch oder ein rss-feed des Kulturhauptstadtblogs lab2010.tv empfehlen.

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