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Montag, 10. April 2017

Die vielleicht 50 besten Restaurants der Welt 2017

Haben die Juroren den Stein der Weisen entdeckt? In der Vinothek des Restaurants El Celler Can Roca (Platz 3 der Bestenliste) wird dieser hier aufbewahrt.

Und da ist sie wieder, die neue Jahresliste mit den angeblich besten 50 Restaurants der Welt. Früher als S.Pellegrino-Liste bekannt, sind heute weitere Sponsoren im Boot. So können prima zusätzliche Bestenlisten in Unterkategorien generiert werden. Wie der beste Aufsteiger oder der beste weibliche Küchenchef. Merkwürdig, dass es keine gesonderte Kategorie für den besten männlichen Küchenchef gibt. Entweder, wie im Sport, komplett getrennte Wertungen, oder alles in einem Pott. Aber nicht so eine vergurkte, abwertende Sonderkategorie. Aber das Thema hatten wir ja schon mal. Nur geändert hat sich leider nix.

Deutsche unter den Top 50? Ja, Platz 47 und 48 mit Joachim Wissler und Tim Raue. Letztes Jahr belegten sie die Plätze 34 und 35. Ganz ehrlich, so ein deutsches Doppel im zweiten Jahr hintereinander darf man durchaus gewürfelt finden. Oder gar designt. Ach, vergessen wir das. Wissler war 2013 mal auf Platz 10, dann 2014 auf Platz 12, wenn ich’s recht erinnere. Warum dieser Absturz? Kocht er jetzt schlechter als vor fünf Jahren? Sicher nicht. Aber der aktuelle Hype um die Andenküche aus Peru,  Chile und Argentinien,  der den skandinavischen Hype ablöste, der wiederum auf den spanischen Hype folgte, drückt viele andere Spitzenköche an den Rand. Ginge es nach Michelinsternen, genauer gesagt nach der Anzahl der 3-Sterne-Restaurants, müsste Japan klar dominieren, Frankreich, USA und Deutschland folgen. Hier aber steht nur ein japanisches Restaurant unter den ersten 40, warum auch immer.

Wer die gesamte Liste einsehen will, schaut hier. Ganz oben steht die Küche des Schweizers Daniel Humm, die er zusammen mit Dmitri Magi im New Yorker Eleven Madison Park zelebriert. Das Restaurant wird allerdings in diesem Sommer für drei Monate geschlossen und eröffnet dann, neu gestaltet, im September. Auf Platz 2 und 3 der Liste folgen Massimo Botturas Osteria Francescana in Modena und das El Cellar can Roca der drei Gebrüder Roca in Girona.

Braucht es solche Bestenlisten wirklich? Der kompottsurfer hält sie für überholt, zumindest was ein explizites Durchplatzieren der Restaurants angeht. Die besten 100 der Welt täten es auch. Aber dann dürfte das Geschäft mit der Liste vermutlich nicht mehr so einträglich sein. Was man den Verantwortlichen für das Zustandekommen des Rankings aber unbedingt zugute halten muss: Sie lenken medienwirksam den Blick auf neue, spannende Küchen, auch abseits der alten kulinarischen Metropolen. Und das wirkt befruchtend.

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Samstag, 04. März 2017

Die Begegnung zweier Genusswelten: Laufen und Wein trinken.

Keine Sorge, das soll kein Grundssatzbeitrag zum Thema Alkohol und Doping im Sport werden. Okay, vielleicht doch ein bisschen. Alkohol steht immerhin auf der Dopingliste. Das Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) hat dazu ein paar lesenswerte Zeilen verfasst: “Unter Alkoholeinfluss kommt es bei den meisten Sportarten zu keiner Leistungssteigerung. Ausnahmen sind aber jene Sportarten, wo eine sympathische Erregung zu Leistungseinbußen führen kann. So ist z.B. beim Schießen in Sportarten wie Schießsport, Moderner Fünfkampf und Biathlon Alkohol verboten und Alkoholkontrollen können vorgenommen werden.” Sympathische Erregung nimmt in diesem Fall Bezug auf das Vegetative Nervensystem, wo der Parasympathikus für das Beruhigen des Systems steht.
Den ersten Satz der Einlassungen des Instituts kann ich bedingt bestätigen. Meine Erfahrungen mit Sport unter Alkoholeinfluss waren unterschiedlich. Damals, vor Fußballspielen, ging das gar nicht. Heute ist das anders. Am Abend vor einem mehr als 24 Stunden langen Ultrarennen, das oft in den frühen Morgenstunden beginnt, hilft mir das eine oder andere Glas Wein dabei, in den Schlaf zu finden. Während der Alkohol am nächsten Tag schnell rausgelaufen ist, bleibt ein eventueller Schlafmangel über das ganze Rennen hinweg ein unliebsamer Begleiter. Da fällt die Entscheidung leicht, hicks. Vielleicht begegnet man deshalb so vielen Weinliebhabern in der Ultralaufszene. Einer der namhaftesten ist sogar selbst Winzer. Im Beaujolais. Er heißt François D’Haene, leitet die Domaine du Germain und gewann unter anderem legendäre Rennen wie den Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB) oder die Diagonale der Verrückten auf La Réunion. Warum ich überhaupt auf das Thema Wein und Laufen komme? Weil ich mich kürzlich für einen Ultratrailmarathon anmeldete und mir der Veranstalter persönlich ein paar Zeilen schrieb. Ich solle meine Laufschuhe nicht vergessen. Als ob ich jemals meine Laufschuhe vergessen hätte. Na ja, bis auf ein oder zweimal. Ich schrieb zurück, notfalls liefe ich barfuß. Darauf sendete er mir das Foto von einem Weinetikett mit Barfüßen drauf: barefoot wine. Und dann erinnerte ich mich an ein Etikett der Weine von François. So kam das.

Aber zurück zum Alkoholverbot. Und ein paar krausen Gedanken dazu. Schon mal überlegt, woher die Redewendung der hat sich weggeschossen stammt? Also ich vermute, es könnte mit einem Gespräch unter Athleten im Olympischen Dorf begonnen haben. Turin 2006 – die berüchtigten Dopingspiele in der berühmten Weinregion Piemont. Ein paar Biathleten und Snowboarder sitzen abends gemeinsam an einem Tisch in der Kantine und diskutieren die Festnahmen einiger österreichischer Athleten wegen des dringenden Verdachts von EPO-Doping. Weil Dopingmissbrauch in Italien schon damals ein gravierender Gesetzverstoß war (in Deutschland hat der Beschluss eines Gesetzes dazu bis 2016 gebraucht), rückte man gleich mit der Kavallerie im Mannschaftsquartier der Österreicher an. Wo sich die Snowboarder und die Biathleten nun gerade so schön unterhalten, bechern die Boarder eine paar Gläser Barbera del Monferrato. Die Biathleten dürfen nicht und winken ab. Dabei fällt die Formulierung “Wollt ihr uns abschießen?” Derweil geben die Boarder zu, lieber Marihuana zu konsumieren, aber das dürfen sie nicht. 1998 bei den Olympischen Spielen von Nagano hatte ihr kanadischer Sportkollege Ross Rebagliati unter Einfluss von Marihuana Silber gewonnen, wie der Nachweis von THC in der anschließende Dopingprobe ergab. Eine Aberkennung der Medaille war aber nicht möglich, da THC noch nicht auf der Dopingliste stand. Erst daraufhin wurde die Substanz auf die Liste verbotener Mittel gesetzt.

Also hier dann mal meine aktuell liebsten Lieblingsetiketten:

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Montag, 20. Februar 2017

Ausgekocht: Die Mannschaft muss nun ohne Holger Stromberg satt werden.

Es war eine lange Partnerschaft, die Spitzenkoch Holger Stromberg als kulinarische Versorgungsinstanz mit der deutschen Fußballnationalmannschaft verband. Wochenlang begleitete er Neuer, Lahm, Özil und die anderen zu den großen Turnieren, erstellte mit dem Betreuerstab individuelle Ernährungsratgeber für die Spieler und sorgte höchstselbst dafür, dass es ihnen in der Ferne nicht an genussvollem Essen mangelte. Vor Jahren verriet er mir mal im Interview einige besonders delikate Schmankerl, nur leider grätschte die Pressestelle des DFB dazwischen, und ich durfte die unterhaltsamsten Anekdoten für mich behalten.

Man fragt sich jetzt natürlich: warum dieser Abschied? Hatte Stromberg, der am nördlichen Rand des Ruhrgebiets aufwuchs, zu schlecht gekocht? Hatte er heimlich Details über einen Zaubertrank ausgeplaudert? Oder war Strombergs neue Riesenbrille im Look der 70er Jahre den Stil-Ikonen Bierhoff und Löw ein Dorn im Auge? Wohl nichts von alledem. Die anstrengenden Touren zu den Spielen und Turnieren waren dem Familienvater wohl auf Dauer zu zeitraubend. Schließlich hat er ja noch sein Cateringunternehmen in München zu leiten. Er bleibt aber Ernährungsberater beim DFB.

Zum Abschied drei meiner Lieblingssätze aus meinen Interviews mit ihm:
“Auch beim DFB gibt es Etats, die eingehalten werden müssen.”
“Am Spieltag gibt es klare Rituale. Da brauche ich nicht mit einem Octopussalat kommen.”
“Als Küchenchef in einem Münchener Restaurant wurde ich anfangs von Gästen lauthals angeranzt, wie ich denn nur so riesige Portionen servieren könnte. Es hatte den Leuten zwar geschmeckt, aber sie drohten, nicht wiederzukommen, wenn ich weiterhin solche Mengen auftischen würde.“

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Mittwoch, 15. Februar 2017

Was ist der Unterschied zwischen Frankfurter Kranz, Frankfurter Würstchen und Frankfurter Brett?

Alle drei Dinge haben mit Essen zu tun, aber während die ersten beiden für bürgerliche Esstradition stehen und direkt dem leiblichen Wohl oder Unwohl dienen, ist das Frankfurter Brett eine Neuheit, die Hobby- und Profiköche interessieren dürfte. Der Tipp stammt übrigens von einem aufmerksamen Leser des kompottsurfer blogs (danke, Toni!).

Allerdings hat auch das Frankfurter Brett mit Tradition zu tun, da der Name Bezug auf die Frankurter Küche nimmt, der Mutter aller Einbauküchen, vor neunzig Jahren als modulares System entwickelt mit dem Ziel, die Arbeitsabläufe in der Küche zu vereinfachen und zu verkürzen.

Jetzt also das Frankfurter Brett. Oben kann auf einer massiven Holzplatte bequem Gemüse und anderes Gedöns geschnibbelt werden, darunter ermöglicht ein Schubladensystem eine direkte Versorgung mit zu bearbeitenden Zutaten, die nun nicht mehr neben oder auf dem Brett herumliegen müssen sowie die mitunter nervtötende Entsorgung der Abfälle. Typischer Küchendialog dazu: “Schatz, mir ist gerade ein Stück Tomate runtergefallen, siehst du das irgendwo?” – “Ja, ich seh’s. Du hast es gerade plattgetreten.”

Das Frankfurter Brett wurde mithilfe von Crowdfounding entwickelt und produziert und kann jetzt hier vorbestellt werden. Und im Video kann man anschauen wie das Ding funktioniert.

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Mittwoch, 04. Januar 2017

Aus Spaß wird Ernst: Sternerestaurant serviert Trüffel auf dem iPad.

Was haben wir gelacht, damals, vor drei Jahren, als die Komikerin Martina Hill ihren Sketch zum Thema iPad präsentierte (s. unten), in dem ihr iPapa das iPad als Schneidebrett missbrauchte, weil er nicht wusste, was er mit dem Ding anfangen sollte. Und nach Gebrauch packte er es ordnungsgemäß in die Spülmaschine. Dass das auch mit den iPads passiert, auf denen im Drei-Sterne-Restaurant Quince Trüffel serviert werden, darf man allerdings bezweifeln.

Das US-Magazin Mercury News berichtete kürzlich über diese kuriose Aktion des Restaurants in San Francisco und zitierte den Besitzer, Michael Tusk, mit den Worten: “Ich lebe seit über 20 Jahren in San Francisco, habe den Technologie-Boom erlebt und wollte nun Gastronomie mit Technik und etwas Bildung kombinieren.” Bildung? Tusk setzt das Gerät dazu ein, dem Gast Informationen über die darauf servierten Trüffel zu liefern, denn “viele meiner Mitarbeiter haben immer noch die Vorstellung,  große Schweine würden zur Trüffelsuche eingesetzt, statt kleiner und flinker Hunde”. Netter Erklärungsversuch, aber wie wär’s mit Mitarbeiterschulungen? Statt davon auszugehen, dass die Gäste es auch nicht besser wissen und noch dazu belehrt werden wollen.

Der kompottsurfer ist der Ansicht, die Ausarbeitung des jeweiligen Gerichts sollte im Mittelpunkt stehen und nicht das Infoprogramm. Mag sein, dass das eine altmodische Ansicht ist, aber in Zeiten, in denen Gäste Spitzenrestaurants besuchen, um sich dort nicht nur mit Essen und Trinken, sondern auch mit Pokemon Go zu beschäftigen (der kompottsurfer berichtete) sollte der Gastronom den vielen Ablenkungen vom Wesentlichen nicht noch Vorschub leisten. Und wer glaubt, damit jüngere Gäste anlocken zu können, der darf gerne auch glauben, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

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Montag, 02. Januar 2017

Der kompottsurfer wünscht allen Lesern ein gesundes und genussvolles 2017.

2016 war in der öffentlichen Wahrnehmung hierzulande alles andere als ein Hochglanzjahr. Individuell kann es aber durchaus anders empfunden worden sein. Weil es vielleicht auch überragend schöne private Ereignisse gab wie Hochzeiten, Geburten, berufliche oder sportliche Erfolge. Der kompottsurfer wünscht allen Lesern, dass 2017 bestmöglich nach den eigenen Vorstellungen verläuft. Und genügend Zeit für kulinarische Genussmomente bleibt.

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Samstag, 24. Dezember 2016

Frohe Weihnachten. Und wir genießen mal ganz ohne kulinarische Protzerei.

Es war einmal ein Herr Schröder. Der traf im Restaurant seinen alten Schulkollegen, Herrn Schober, begrüßte ihn überschwänglich und bat ihn Platz zu nehmen. Kaum saß der Schober, zog Schröder Fotos aus der Sakkotasche: “Mein Haus! Mein Auto! Mein Boot!” Schober konterte. Zog mit Haus, Auto und Boot gleich und legte einen Brunnen, einen Pool und ein Pferd obendrauf. Und schließlich die Visitenkarte des Anlageberaters seiner Spaßkasse. Wirklich lustig war dieser Werbespot schon in den 1990er Jahren nicht. Einfach zu nah dran an der Realität.

Heute sieht die Wirklichkeit der Protzerei anders aus. Hobbyköche – ob prominent oder nicht – berichten in blogs und sozialen Netzwerken über ihre selbst kreierten Weihnachtsmenüs und die wunderbaren Weine, die sie dazu getrunken haben. Meine Gänsestopfleber, mein Rehrücken, meine Crème Brûlée. Oder so. Ja, auch ich erlag in der Vergangeheit gelegentlich dieser Angeberei. Aber mit dem Alter kommt die Reife, wie jeder Wein- und Käsefreund weiß. Und deshalb hier an dieser Stelle mal nichts über Weihnachtsmenü und Wein, sondern einfach nur ein entspanntes: Frohe Weihnachten! Feiert genüsslich und sperrt Stress und Ärger für eine Weile im Keller ein.

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Sonntag, 18. Dezember 2016

Wie viele Kalorien enthalten eigentlich 100 Gramm Schokoladenhai? Und wie gefährdet ist der Wolfsbarsch?

Schokoladenhai

Ich wundere mich immer wieder, welche Tierformen heutzutage in Schokolade gegossen werden. Früher, in meiner Kindheit, fand man im Süßwarenzoo vielleicht mal ein paar Hasen, Maikäfer und Enten. Das war’s. Heute kann man sogar Dinosaurier, Tiger und Krokodile aus Schokolade vertilgen. Wobei für letztere aus Fleisch und Blut auch die umgekehrte Essrichtung gilt, wie ich vor einer Weile bei den Kollegen von WELT online las: Wenn ein Nilkrokodil einmal menschliches Fleisch probiert hat, dann hat es keine Lust mehr, sich anzustrengen und Fische zu fangen. Sie mögen Menschenfleisch. Es ist für sie ein bisschen wie Schokolade, wird dort ein ein erfahrener Krokodilfänger zitiert.

Nun entdeckte ich neulich ein anderes gefährlich anmutendes Schokoladentier. Einen Hai. Gefährlich aber nicht wegen seiner Zuckerkalorien, sondern weil er wirklich zubeißen kann. Er fiel mir beim Durchsehen der gerade erschienenen, für 2017 aktualisierten TAC-Liste (Total Allowabel Catches) der EU-Kommission auf, in der die Fischfangquoten geregelt sind. Der Schokoladenhai ist übrigens verwandt – nein, heute ist nicht der 1. April – mit dem Zigarrenhai. Während der eine am liebsten Schokolade futtert, stößt der andere beim Schwimmen Dampfwolken aus. Okay, das war jetzt Quatsch. Der Schokoladenhai heißt natürlich wegen seiner Farbe so, und der Zigarrenhai verdankt seinen Namen seiner Form. Wobei, lustiger Weise, beide Fische im englischen Sprachraum auch als cookie cutter shark bezeichnet werden, weil sie runde Stücke aus ihren lebenden, gelegentlich deutlich größeren Beutetieren herausbeißen, was sehr charakteristische Narben hinterlässt, die aussehen wie ein O. O für Opfer sozusagen. Es gibt Berichte, wonach diese Haie sogar U-Boote angeknabbert haben sollen.

Nein, ich bin noch immer nicht durch mit meinen durchgebrannten Überlegungen und frage mich ernsthaft: Wie kalorienhaltig ist überhaupt so ein Schokoladenhai? Legt man gängige Werte für Haifleisch als Orientierung zugrunde, kommt man etwa auf 130 kcal pro 100 Gramm. Wäre diese Menge Haifleisch nun aber aus Schokolade, kämen satte 500 kcal plus x zusammen, je nachdem, aus welcher Schokoladensorte der Hai bestünde. Wir wussten doch schon immer, dass Fisch gesünder ist als Schokolade.

Allerdings darf der Schokoladenhai in Europa derzeit nicht befischt werden. Seine Bestände sind ähnlich gefährdet wie diverse Rochenarten. Nur wenig besser sieht es für den in Spitzenküchen beliebten Wolfsbarsch (Loup de mer) aus. Da gibt es deutliche Beschränkungen für die Befischung, wohl auch deshalb kommt derzeit so viel Wolfsbarsch aus Aquakulturen.

Aber noch mal zurück zum Hai, der in Deutschland – anders als in China – nicht gerade zu den gefragtesten Speisefischen zählt, obwohl er sehr schmackhaft sein kann, selbst wenn er nicht aus Schokolade besteht. Wegen seiner Unbeliebtheit auch außerhalb von Badegewässern behilft sich der Handel deshalb mit einem Trick: Einige Hai-Arten werden unter lieblicheren Namen geführt. So firmiert der Dornhai als Seeaal. Dessen Bauchdecken werden wiederum als Schillerlocken verkauft. Klingt netter als Haibauch. Wie auch Wildstör appetitlicher klingt als Heringshai.

Zu Weihnachten wird es für die meisten Fischliebhaber hierzulande jedoch wieder Karpfen geben. Zumal er nicht auf der Liste bedrohter Fischarten steht. Man kann ihn bedenkenlos essen. Welche Fische jedoch gemieden werden sollten, darüber gibt dieses Greenpeace-Plakat Auskunft.

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Montag, 14. November 2016

Gault Millau 2017 macht neue Deutsche Küche mit kompromisslosem Bekenntnis zur Region aus

Es ist wieder dieser Montag, mitten im November, an dem der Gastronomieführer Gault Millau traditionell seinen Guide Deutschland fürs kommende Jahr präsentiert. Die wichtigste Frage zuerst: Wer wurde zu Deutschlands Koch des Jahres gekürt? Diesen begehrten Titel heimste Andreas Krolik aus dem Frankfurter Restaurant Lafleur im Gesellschaftshaus Palmengarten ein. Ihn machten die Tester unter anderem als einen der “besten Gemüseköche Deutschlands” aus, was in diesen Zeiten den Einfall von Heerscharen Veganer nach Frankfurt befürchten lässt, die es auf die Beilagen abgesehen haben und den Karnivoren die Plätze streitig machen. Denn Krolik kann auch Fleisch, findet der Gault Millau. Bei ihm probierten sie jedenfalls eines der komplexesten Gerichte der letzten Testsaison: Brust, Keule und Confit vom Schwarzfederhuhn mit pochiertem Ei auf weißem Bohnenpüree, Bohnenkrautsalat und Geflügel-Dashi-Sud. Erst 2015 war Krolik ins Lafleur gewechselt, zuvor hatte er sich bereits im Frankfurter Tiger-Restaurant einen Namen gemacht und dort zwei Michelinsterne erkocht. Davor holte er sich an vielen Stationen in Deutschland und der Schweiz das Rüstzeug für seinen Weg nach oben.

Trotz des Titels ist Krolik noch nicht in der absoluten Spitze angekommen, wo mit 19,5 von 20 Punkten weiterhin Harald Wohlfahrt aus der Schwarzwaldstube in Baiersbronn, Joachim Wissler aus dem Vendôme in Bergisch Gladbach, Christian Jürgens, Überfahrt in Rottach-Egern, Klaus Erfort, aus dem GästeHaus in Saarbrücken und Helmut Thieltges, Waldhotel Sonnora in Dreis thronen. Bis dahin sind es für Krolik noch 1,5 Punkte, die nach wenig aussehen, aber in der Welt des Gault Millau ein sattes Stück kulinarischer Klasse ausmachen. Vor allem in der Spitze.

Auf dem Weg dahin ist auch Sascha Stemberg (Haus Stemberg / Velbert) für den es mich besonders freut, dass er nun erstmals mit 17 Punkten bewertet wird. Als ich vor zehn Jahren einen Beitrag für das Gault Magazin schrieb, war er gerade im elterlichen Gasthaus mit eigenem Programm gestartet. Und schon da war erkennbar, dass er ein Großer werden kann, wenn er geduldig bleibt und seine Begeisterung für erstklassige Produkte – nicht zuletzt auch aus der Region – in aufregende Küche münden lässt. Nur noch zwei Restaurants in NRW werden vom Gault Millau besser beurteilt als Sascha Stemberg. Joachim Wissler (Vendôme / Bergisch-Gladbach) und Eric Menchon (Le Moissonier / Köln). Aus dem Kreis der deutschlandweit beliebten Fernsehköche sieht der Gault Millau derzeit weder Frank Rosin (Rosin / Dorsten), noch Björn Freitag (Goldener Anker / Dorsten) und Nelson Müller (Schote  Essen) auf gleicher Höhe mit Stemberg, dem man da fast schon wünschen möchte, er möge zukünftig immer genügend Abstand zur Fernsehlandschaft halten.

Wenn in den nächsten Tagen der Guide Michelin seine Sterne für 2017 vergibt, könnte die Sache schon wieder anders aussehen. Aber sicher nicht viel anders.

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Mittwoch, 09. November 2016

Kaffeemüll to go: Warum Plastikbecher eine schlechte Lösung sind

Ja, an diesem Tag nach einer für viele Mitbürger sehr kurzen Wahlverfolgungsnacht, kann man schon den einen oder anderen Kaffee mehr vertragen. Für viele Pendler mit längerer Anfahrtszeit zur Arbeit ist der Coffee-to-go ohnehin ein Morgenritual. Nur leider wird einem das Gebrüh immer in einem Plastikbecher mitgegeben, was sowohl reichlich Müll enstehen als auch einige Wünsche bei der Handhabung offen lässt. Wie oft schon habe ich mir meine Nase mit dem  scharfen Plastikpickel angeritzt, der neben dem kleinen Luftloch auf dem Deckel hochsteht. Und wie oft löste sich schon im Nahverkehrsgedränge der Deckel vom Becher und bescherte mir in heißen Kaffee getunkte Finger. Ganz davon abgesehen, dass in den kalten Monaten der Kaffee nicht allzu lange heiß bleibt in den Wegwerfbehältern.

Längst gibt es Alternativen, früher bekannt als Thermoskannen, heute in klein und schick als Thermobecher verkauft. Für meine große Klappe gerade passend ist der Hydro Flask Wide Mouth (0,47 l / 28,90 €) aus doppelwandigem Edelstahl, der im Sommer auch für kühle Getränke gut zu nutzen ist, eben wegen seiner Breitmaulfroschlösung. Auch muss nicht mehr umständlich aufgeschraubt und in den Deckel umgefüllt werden, wenn man etwas trinken will. Wer allerdings auf eine Deckellösung steht, ist mit dem GSI Glacier gut bedient  (0,5 l / 34,95  €). Nur zwei Beispiele von vielen.

Und als kleine nützliche Geschenke zu Weihnachten taugen die Thermobecher natürlich auch.

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