rewirpower.de – Das Revierportal


Suche:

Mittwoch, 13. Juli 2016

Gol de Messi: Für alle, die drei Tage nach dem EM-Finale schon wieder den Fußball vermissen.

Patissier Jordi Roca (wer sonst) mit seiner durchgeknallten Gol-de-Messi-Kreation. Guckst du:

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Dienstag, 12. Juli 2016

Kulinarische Spezialitäten zur Tour de France (4): Pastis

By Véronique PAGNIER (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Pastis // Distillerie de Provence // by V. PAGNIER

Mit den Spezialitäten zur Fußball-EM in Frankreich hatte der kompottsurfer spontan eine Serie begonnen, die hinten raus nicht aufging. Wie gut, dass sich über die Tour de France diese kleine Serie sinnvoll fortführen lässt.

Der kompottsurfer hat keine Ahnung, wie viel Pastis nach dem verlorenen Finale durch die Kehlen der Franzosen geflossen sind. Sicher aber ist, dass die Tour de France in diesen Tagen durch die Heimat des Anisschnapses führt, der Provence. Und noch bevor die Radrennfahrer an den hundertausenden Fans entlang der Strecke vorbeisausen – die oft schon am Vorabend im Campingmobil angereist sind – haben die das erste Glas Pastis schon getrunken. Mancher unbedarfte Konsument mag Pastis für eine Marke halten, da der Begriff oft ähnlich prominent auf einem Etikett platziert ist wie Pernod, oder Ricard, aber so einfach ist es nicht. Pastis ist eine allgemeine Bezeichnung für einen Anisschnaps, der in seiner Zusammensetzung bestimmten Anforderungen entsprechen muss. Auch Ricard und Pernod sind nach Anis schmeckende Spirituosen, hergestellt zumeist auf der Basis von Anethol aus Sternanis und nicht aus echtem Anis, weil das billiger ist. Manche werden kalt angesetzt, andere mazeriert. Vermischt wird die Basis mit Destillaten anderer Kräuter wie Fenchelsamen. Als Pastis darf eine Spirituose aber nur bezeichnet werden, wenn natürliche Extrakte aus Süßholz enthalten sind.

Lange gibt es Pastis noch nicht.  Er ist vor fast genau einhundert Jahren als Notlösung entstanden, als in Frankreich der vielerorts selbstgebrannte Absinth verboten wurde. Anfangs war der Alkoholgehalt auf maximal 30 Vol.% begrenzt, heute dürfen Anisbrände bis 45 Vol.% enthalten. Wie bei anderen Anisbränden auch, entsteht durch Zugabe von Wasser oder extreme Abkühlung eine milchig aussehende Emulsion, der so genannte Louche-Effekt.

Zu den bekanntesten Brennereien für Pastis zählt die Destillerie Janot aus Aubagne, westlich von Marseille. Dort produziert man sogar einen Pastis in Bio-Qualität. Inwieweit Bio-Qualität einen gesunden Konsum von Branntwein ermöglicht, vermag der kompottsurfer aber nicht einzuschätzen. Das Haus Henri Bardouin hegt und pflegt gar einen Pastis Grand Cru.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Freitag, 08. Juli 2016

Gastronomiekritiker Wolfram Siebeck gestorben

Keine Frage, der Gastronomiekritiker Wolfram Siebeck, aufgewachsen in Bochum, frankophil durch und durch, war umstritten. Da waren nicht nur die Gastronomen, die sich von ihm dann und wann ungerechnet behandelt fühlten, da waren auch die Leser seiner Kolumnen (u.a. ZEIT, Der Feinschmecker, stern) , die seine harsche Kritik an Deutschlands bedauernswerten Esskultur überzogen fanden. Auch der kompottsurfer zählte dazu, jedenfalls manchmal.

In einer Zeit als die Menschen in Deutschland gegen Atomraketen protestierten, sinnierte Siebeck über die Qualität unseres Essens, vor allem unserer Grundprodukte, empfahl, ruhig mal ein paar zig Kilometer Anfahrt in Kauf zu nehmen um gutes Brot zu kaufen oder gutes Fleisch. Das wurde ihm seinerzeit gerne als Snobismus ausgelegt. Aber es war alles andere als das. So mahnte er denn auch schon artgerechte Tierhaltung an, als sich in Deutschland noch niemand darum scherte.

Heute wissen wir: Er war ein Vorreiter. Einer der das sogenannte deutsche Küchenwunder mit zu verantworten hat, das man gerne Sternekoch Eckart Witzigmann zuschreibt. Aber ohne Witzigmanns Einfluss schmälern zu wollen, war es Siebeck, der in Deutschland das Feld für gutes Essen und gute Grundprodukte bereitete.

Er hat seine Arbeit getan. Und dazu immer gerne gut gespeist. Wenn ihm jemand in seinen Anfangsjahren gesagt hätte, dass er noch Zeiten erleben werde, in denen es in Deutschland hunderte Sternerestaurants geben würde – er hätte vermutlich schallend gelacht.

Nun ist er nicht mehr unter uns. Aber sein Engagement hat gewirkt. Auch der kompottsurfer sieht sich zumindest ein Stück weit in der Tradition Siebecks. Und das nicht nur, weil wir im gleichen Ort aufgewachsen sind.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Sonntag, 26. Juni 2016

Bone Suckin’ Day bei Bos Food: 1.000 Gäste feiern köstliche Charity Grillparty

Da steht er auf dem Dach eines Pavillons auf seinem Firmengelände und spricht zu den Gästen, der Mann, der diese heitere Genussparty verantwortet: Ralf Bos. Der Chef des Meerbuscher Delikatessenhandels Bos Food ist eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der deutschen Gastronomieszene, und das verwundert angesichts seines guten Gespürs für kommende Trends und außergewöhnliche Produkte auch nicht. “Als wir vor zehn Jahren den Barbecuetrend vorhersagten, wurden wir noch belächelt”, berichtet er seinem Publikum aus luftiger Höhe. Nein, Bos ist keiner, der mit seinem Gespür für Trends hinter dem Berg hält. Er ist zukunftsorientiert, weiß, das Vertrauen im Geschäft mit Nahrungsmitteln die wichtigste Währung ist. Dazu gehört auch, seiner Kundschaft – die zum Beispiel in neues Gerät investiert, um bei den kommenden Trends früh dran zu sein – zu signalisieren: Vertraut mir, ich weiß, was kommt. Zumal bei so einer Gelegenheit wie dieser. Warum die Party ausgerechnet Bone Suckin’ Day heißt, verrät er seinem Publikum ebenfalls: Zu Ehren der weltbesten BBQ-Begleitung. Bone Suckin’ Sauce. Die natürlich auch im Portfolio seines Shops zu finden ist. Niemand verbindet Geschäft und Vergnügen so smart wie er. Natürlich vergisst er nicht, seine Mitarbeiter hervorzuheben, wo er da gerade so auf dem Dach steht und ihm derart viele Leute aufmerksam zuhören. Ohne die nichts von dem ginge, was er da in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat. Und seine Töchter, die mittlerweile auch aktiver Teil des Familienunternehmens geworden sind. Alles das klingt ehrlich gemeint. Und natürlich redet er dann noch über seine große Leidenschaft, über die Aktion Spitzenköche für Afrika als Bestandteil der Initiative Menschen für Menschen. Schulen für Kinder in Äthiopien bauen, dafür sammelt er unermüdlich Geld und hängt sich mit viel Engagement rein (auch der kompottsurfer ist schon einmal für das Projekt aktiv geworden). Auch an diesem Abend werden reichlich Lose für eine Tombola verkauft, deren Erlöse seinem Spendenprojekt zugute kommen.

Aber zurück zum BBQ. Auch weil man Ralf Bos vertraut, investierte die Gastronomie in den letzten Jahren verstärkt in diverses Grillgerät wie Smoker, Plancha, Keramikgrills  und Co., und Bos Food liefert die passenden Grundprodukte dazu. Dry aged Burger vom Wagyu Beef zum Beispiel.

Der kompottsurfer traf vor Ort auf reichlich bekannte Gesichter aus der Gastronomieszene. Nils Henkel ließ durchblicken, dass er bald wieder in einem namhaften Haus am Herd stehen wird. Der renommierte Foodfotograf und Verleger von Port Culinaire, Thomas Ruhl, berichtete von einer niederländischen Austragungsvariante der von ihm initiierten Kölner Fachmesse für Kulinarik Chefsache, die unter dem Namen Chefsrevolution in Zwolle stattfinden wird. Gesichtet wurde auch der Gastronomiekritiker Jürgen Dollase, dazu jede Menge Köche und Produzenten. Hier noch ein paar Bilder …

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Mittwoch, 15. Juni 2016

Fußball-EM in Frankreich: Einfach mal aufs Gute gucken. Kulinarische Spezialitäten (1), das Bressehuhn.

Bresse gauloise (from Aleks / Free GNU doc license)

Terrorgefahr, Hooligan-Krawalle und ein ermüdend langer Spielplan – keine Frage, die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich kommt atmosphärisch nicht in die Gänge. Höchste Zeit, abseits der sportlichen und unsportlichen Dinge mal auf die zweifelsfrei schönen zu verweisen. Es geht, na klar, ums Essen. Und weil die kulinarische Klasse unserer westlichen Nachbarn geradezu weltmeisterlich ist, möchte der kompottsurfer an dieser Stelle einige Produkte und Rezepturen vorstellen, die uns auf den guten Geschmack bringen. Eine Auswahl französischer Leckereien, die uns die unappetitlichen Dinge rund um das Fußballfest mal für eine Weile vergessen lassen. Neun hat der kompottsurfer ausgesucht, die hier in den nächsten Tagen und Wochen in loser Folge vorgestellt werden. Als da sind: Tomme de Savoie // Diots // Jambon de Bayonne // Domaine de Bisconte // Pastis // Croissant // Bresse Gauloise // Tapenade // Mousse au chocolat.

Den Anfang der kleinen Reihe macht das Bressehuhn, eine Hühnerrasse, die aus der Region Bresse stammt, die wiederum unweit von Lyon gelegen ist. Wie so viele französische Spezialitäten verfügt auch das Bressehuhn über eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Besonderes Erkennungsmerkmal der Tiere sind die blauen Beine, die zusammen mit dem weißen Gefieder und dem roten Kamm die Nationalfarben Frankreichs ergeben. Es sind Freilandhühner, die sich von Würmern, Insekten, Kräutern und Gräsern ernähren, aber auch mit Buchweizen, Trocknmilch und Mais gefüttert werden. Alles zusammen führt zu der besonderen Geschmacksqualität, die sich auch im Preis niederschlägt.

In Deutschland werden von einigen Biohöfen Bressehühner gehalten, die aber nicht so heißen dürfen, weil zum Beispiel das Windrather Tal am Südrand des Ruhrgebiets nun mal nicht die Bresse ist. Deshalb heißt die Hühnerrasse andernorts Les Bleues, wegen ihres besonderen Merkmals, den blauen Beinen. Der Velberter Biobetrieb Hof zur Hellen pflegt diese Hühnerrasse als Zweinutzungshuhn, das heißt, die männlichen Küken werden nicht sofort geschlachtet sondern im Freiland als Masthähnchen hochgezogen, während die Legehennen die Kunden des Hofs mit frischen Bio-Eiern (0,55 € / Stück) versorgen. Samstag und sonntags ist übrigens auch das Hofcafé geöffnet, wo es leckeren hausgemachten Kuchen und guten Espresso gibt.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Samstag, 11. Juni 2016

Résidence versus Kikillus: Unterschiedlicher können Michelinsterne kaum vergehen.

Als das Essener Hotel-Restaurant Résidence am 31. Mai die Schließung zum Jahresende bekannt gab, war das nicht nur ein Schock für die Branche und die Liebhaber anspruchsvoller Küche in ganz Deutschland (der kompottsurfer berichtete). Es war auch ein Beispiel dafür, wie würdig man einen Abschied begehen, ja geradezu zelebrieren kann. Mit Wehmut, na klar, aber eben auch mit positiver Leidenschaft, mit der Freude am kulinarischen Werk, die das Haus von Berthold B. Bühler über drei Jahrzehnte ausgezeichnet hatte.

Das fällt dem Betrachter umso mehr auf, wenn er auf die Geschehnisse rund um das Dortmunder Restaurant Kikillus im Hotel Ambiente schaut. Ebenfalls im Mai war es dort zum Bruch zwischen Verpächter und Restaurantbetreiber David Kikillus gekommen, der daraufhin das Lokal aufgab, für das er im vergangenen November seinen ersten Michelinstern erhalten hatte. Eine sensationelle Auszeichnung nur eineinhalb Jahre nach der Eröffnung. Jetzt tobt in den Medien eine Schlammschlacht über angeblich noch nicht erstattete Menü-Gutscheine und unbezahlte Mitarbeiter (zum Beispiel hier und hier).

Der kompottsurfer will sich gar nicht in die Details der Dortmunder Problematik eingraben. Es fällt aber auf, dass der Guide Michelin bei der Vergabe des Sterns an Kikillus’ Restaurant offensichtlich einen alten Vorsatz aus dem Blickfeld verlor, nämlich vor der erstmaligen Vergabe eines Sterns an ein Haus/einen Koch zunächst das eine oder andere Jahr abzuwarten, ob die Leistung konstant bleibt. Dass eine derart defensive Vergabepraxis sinnvoll sein kann, weil die Gefahr sinkt, im Folgejahr gleich wieder einen Stern entziehen zu müssen, erkennt man jetzt wieder am Fall Kikillus/Ambiente.

Die Zahl der Sternerestaurants im Ruhrgebiet könnte nun zur nächsten Ausgabe des Guide Michelin einen Jahrzehnte nicht da gewesenen Tiefstand erreichen. Mal sehen, wann und wo es adäquate Gegenbewegung geben wird.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Mittwoch, 01. Juni 2016

Rilke und die Résidence: Sei allem Abschied voran, als wäre er hinter dir.

Vollgas bis Jahresende: Résidenceküche im Schlussspurt

Nie hätte ich gedacht, dass ich an dieser Stelle einmal Rilke zitieren würde. In der Schule waren wir keine Freunde, der Dichter und ich. Zu viele Interpretations- spielräume taten sich auf, wenn ich seine Zeilen sezieren musste.
Nie hätte ich gedacht, dass ich an dieser Stelle einmal das Ende der Résidence vermelden müsste. In den vergangenen Jahrzehnten ist das Kettwiger Spitzenrestaurant, allen voran sein Patron Berthold B. Bühler, immer mein wichtigster Orientierungspunkt gewesen, wenn ich mir über die Gastronomie in unserem Lande Gedanken machte, denn der gebürtige Badener hatte ein gutes Gespür dafür, welche kulinarischen Entwicklungen Sinn machten und welche Trends überflüssig waren. Anders als bei Rilke tun sich nun aber keine Interpretationsspielräume auf, wenn man die aktuelle Pressemeldung des Hauses liest, in der das Aus des Zwei-Sterne-Restaurants zum Jahresende verkündet wird.

“Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Diesen Höhepunkt habe ich jetzt gesetzt. Ganz bewusst mit Eintritt ins offizielle Rentenalter – auch als Signal an Kollegen”, lässt er darin verlauten. Nach 32 Jahren ist nun Schluss, und die Jugendstilvilla hat mit dem Architekten Sven van Gelder bereits einen neuen Eigentümer gefunden. „Meine Résidence weiß ich bei ihm in guten Händen“, sagt Bühler und meint damit wohl in erster Linie das Gebäude, denn nach einer Fortführung der Gastronomie an gleicher Stelle klingt nichts, was in der Meldung steht. Bis Silvester will Bühler nun jeden Tag zu einem Festtag machen. Für sich selbst, für seine Mitarbeiter und für seine Gäste.

Sein kulinarisch-kulturelles Engagement hat ihm die Ehrung Bürger des Ruhrgebiets eingebracht, die seinerzeit stimmungsvoll in einem Festakt im Dortmunder Westfalenstadion vorgenommen wurde. Sein Fußballerherz, das für den Karlsruher SC schlägt, wird den Austragungsort verkraftet haben. Bühler ist längst mehr als nur ein zugezogener Künstler am Herd. Er ist eine kulinarische Instanz in der Region, der verinnerlicht hat, wie die Menschen hier ticken, und er hat nie aufgehört, sie für Kochkunst zu begeistern. Was wahrlich keine einfache Sache ist.

Nun wird bald Schluss sein mit lecker. Und wer in den letzten Monaten noch einmal diese besondere Gastronomie genießen oder sie überhaupt erstmal kennenlernen will, sollte das unbedingt tun. Bis Dezember steht abwechslungsreiches Fine Dining auf dem Programm, für fast jeden Geldbeutel. Es wird zu „Das-kann-sich-jeder-leisten“-Abenden gebeten und zu Events unter dem Namen „Das Beste vom Besten“. Einmal im Monat wird es außerdem speziell bühlerisch: Gartenparty in Schneeweiß und Sonnengelb, Meine Verbeugung vor der Politik oder Pop-Lack und Borsalino. “Knistern wie bei Frischverliebten ist das Motto der bleibenden Monate”, lässt Bühler verlauten, und es ist ein typischer Satz für ihn.

Als ich 1991 das erste Mal in der Résidence zu Gast war, da waren dort auch schon Sommelier Alfred Voigt und Hausdame Margret Reker aktiv. Gute Gastronomie lebt von Konstanz und Veränderung, lebt von den Menschen, die sie machen. Menschen wie die genannten, Menschen wie Bühler, wie Katrin Lohmann, die aufmerksame und zugewandte “Schaltzentrale” des Hauses und die vielen engagierten Mitarbeiter in Küche und Service. Es dürfte in Deutschland nur wenige Spitzenrestaurants geben, die über die Jahrzehnte ähnlich viele erstklassige Köche und Restaurantfachleute hervorgebracht haben wie die Résidence.

Neulich fiel mir ein altes Dia in die Hände. Es stammt von 1993, und ich stehe in weißer Montur in der Küche der Résidence. An diesem Tag machte ich meine erste Backstage-Reportage in einem Gourmetrestaurant. Zu sehen, wie viel Handarbeit in einem Sternemenü steckt, konnte ich bis dahin nur erahnen. Kochen am heimischen Herd und in der Spitzengastronomie sind nun mal zwei völlig unterschiedliche Sportarten. Es ist sicher einer der besonderen Gründe, warum mir das Geschehen in der Résidence immer näher ging als alles was sonst gastronomisch passierte.

Bis zum Jahresende ist noch ein wenig Zeit, und der kompottsurfer wird bis dahin sicher noch das eine oder andere Mal auf die Résidence zu sprechen kommen.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Sonntag, 01. Mai 2016

Nicht nur Veganer kreieren kuriose Lebensmittelnamen. Heute: Sportsalami

Nachdem der kompottsurfer die Erheiterung über veganes Mett verdaut hat, sorgt ein Ereignis diesseits der Fleischtöpfe für Belustigung. Da wirbt ein Metzger doch tatsächlich mit, Achtung (!): Sportsalami. Die sportliche Seite des kompottsurfers fühlt sich gleich an die Salamitaktik erinnert, mit der Ultramarathonläufer Teile des Weges angehen, die ihnen Schwierigkeiten bereiten. Wenn der Schmerz kommt oder die Müdigkeit, es aber noch 30, 50, 80 Kilometer bis zum Ziel sind, kämpft er sich mit der Salamitaktik voran. Bis zum nächsten Baum, dann bis zum übernächsten, dann zum nächsten Verpflegungspunkt, wo es manchmal sogar Salami gibt. Und weiter zum nächsten. Immer weiter.

Sportsalami für Salamitaktiker?  Sachen gibt’s …

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Sonntag, 17. April 2016

Andere Städte, andere Sitten: Hamburger Kotzbecken.

Reden wir über Kneipenkultur. Traditionelle Kneipenkultur wie sie vor allem in Brauhäusern südlich des Weißwurstäquators noch gepflegt wird. Man sitzt an großen Tischen redet, mampft und trinkt. Und während man so redet, mampft und trinkt und trinkt, rebelliert plötzlich der Magen. Kann passieren, muss aber keinesfalls das Ende des gemütlichen Abends bedeuten. Denn so manche Gaststätte der alten Trinkschule wird noch nach dem Motto gepflegt: Wo Saufen eine Ehre ist, kann Kotzen keine Schande sein. Und in diesen Häusern gibt es sie tatsächlich noch: die guten alten Kotzbecken.

Der kompottsurfer konnte mit Saufkultur noch nie viel anfangen. Und doch ist das Grinsen groß, wenn man mal wieder irgendwo eine Lokalität mit Kotzbecken entdeckt. So gesehen in der Hamburger Bierstube Nagel, gegenüber dem Hamburger Hauptbahnhof gelegen. Das besondere an diesem Kotzbecken ist nicht, dass es überhaupt da ist – obwohl die Dinger tatsächlich selten geworden sind – sondern, dass noch ein Schild drübersteht mit dem Hinweis, für welche Verrichtungen der Porzellankübel vorgesehen ist. Könnte im betrunkenen Kopp ja mal passieren, dass man sich vertut. Aber ob man in diesen Momenten noch des Lesens fähig ist, darf durchaus bezweifelt werden.

Anlass zur Benutzung gab’s zumindest für Bochumer Fußballfans am letzten Samstag reichlich. Die Niederlage gegen den FC St. Pauli war echt zum k….

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Montag, 04. April 2016

Als die Franzosen begannen Pferde zu essen.

Einen sehr lesenswerten Beitrag zum aufkommenden Verzehr von Pferdefleisch im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts hat der kompottsurfer auf den Seiten des Oxford Symposiums entdeckt. Interessant sind die Gründe für den damaligen Trend, denn die Franzosen mochten ihre treuen tierischen Freunde bis dahin nicht so gerne verspeisen. Abgesehen vom als langweilig empfundenen Geschmack des fettarmen Fleisches war es wohl in erster Linie Kopfsache, sie nicht in den Speiseplan aufzunehmen. Aber dann kam das Automobil, und Tausende von Kutschpferden wurden arbeitslos. Später nahmen Traktoren den Ackergäulen die Arbeit weg. Also, wohin mit Klepper? Durchfüttern, dafür dürften damals Geld und Muße gefehlt haben. Also futtern. So jedenfalls erklären es sich die Kollegen.

Der kompottsurfer fragt sich, welche unantastbaren Tiere bei uns vielleicht bald gegessen werden, weil sie überflüssig oder zur Last geworden sind. Ratten? Krähen? Insekten? Modehunde? Am besten denkt man das nicht zu Ende.

Wer übrigens mal Pferdefleisch probieren möchte – die Dortmunder Rossschlachterei Bäumer ist für Interessierte eine gute Adresse.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF