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Dienstag, 07. November 2017

Das wäre ein Ding: Bochum bekommt eine Markthalle.

In der neuen Ausgabe des Magazins Bochum Geht Aus gibt es einen Beitrag, der mich richtig neugierig gemacht hat. Ach was, geradezu euphorisiert wurde ich allein von dem Gedanken daran, wie großartig er sich anfühlen würde, mein erster Gang durch die neue Bochumer Markthalle. Nein, ich übertreibe nicht, denn seit meiner besonders frankophilen Zeit als Twentysomething sind mir diese Paradiese ans Herz gewachsen. Diese pralle Dröhnung Kulinarik mit hunderten Käsesorten vom Affineur, mit reichlich frischem Meeresgetier, geradezu erotisch anmutenden Artischocken, Kräutern,. kompletten Wildhasen, Gänsen, Wachteln – ein unwiderstehliches Ereignis. Und nun soll meine Heimatstadt, mein Bochum auch so eine Markthalle bekommen. Als Standort ist das Gelände des alten Telekomblocks gegenüber dem Rathaus im Gespräch, das seit wenigen Jahren in Besitz des traditionsreichen Bochumer Kaufhauses Baltz ist, deren Ambition es hoffentlich sein wird, ein auch architektonisch reizvolles Gebäude dort zu realisieren.

Zugestanden, Bochum ist nicht Bordeaux, und wahrscheinlich wird die Realität weitaus nüchterner ausfallen als meine Phantasiegebilde im Kopf, aber ich will das jetzt auch nicht gleich wieder kaputtdenken. Denn es gibt ihn ja tatsächlich, diesen neuen Gegentrend zur Discounterkultur, wobei das Wort Kultur mir in diesem Zusammenhang schwer über die Tasten kommt. In Berlin feiern die vier verbliebenen Markthallen aus dem späten 19. Jahrhundert angeblich ein Comeback, in Coburg gibt es ein neues Markthallenkonzept und neben Bochum denkt auch Mönchengladbach über eine Markthalle nach. Kopenhagen, so der Gründer des Bochumer Frischemarkts für die Gastronomie im Interview von Bochum Geht Aus, Herwig Niggemann, könnte mit seiner neuen Markthalle konzeptionell ein Vorbild sein. Mehr Gastronomie, weniger Verkauf exklusiver Grundprodukte. Es wird eben nicht so viel, so frisch und mit so viel Freude gekocht in Deutschland wie in Frankreich. Wer es sich leisten kann, isst hierzulande lieber gut auswärts als daheim. Die Franzosen schaffen beides.

Eine Nachfrage bei der einheimischen älteren Generation, ob sie sich an eine Zeit mit Markthalle in Bochum erinnern können,  förderte bisher nur rudimentäre Ergebnisse zutage. Nahe des Nordbahnhofs soll es mal eine kleinere gegeben haben, aber gesichert ist das nicht. Der kompottsurfer bleibt dran.

Letztes Jahr besuchte ich die Markthalle Stuttgart (s. Foto), die 2014 hundertjähriges Jubiläum feierte. Jugenstilgebäude. Ein Traum von einer Markthalle. Ich hätte beinahe meinen Termin verpasst, so sehr war ich eingetaucht in das Angebot der Gemüsehändler, Bäcker, Metzger, Käsekerle und Fischfritzen. Also bitte, liebe Bochumer Entscheider, gebt uns eine Markthalle. Eine schöne, wenn möglich.

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Donnerstag, 02. November 2017

Meine erste Banane

Nein, es geht ausnahmsweise nicht um die wahrscheinlich grünste Banane der Welt, die das Satiremagazin Titanic kurz vor dem Fall der Mauer von der längst legendären Zonen-Gaby (hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag) auf dem Titel präsentieren ließ. Es geht um meine erste Banane, der ersten, an deren Verzehr ich mich erinnern kann. Und das ist jetzt sechs Monate her.

Meine Mutter berichtete mir zwar, dass ich als Kleinkind Bananen zuhauf vertilgt hätte, aber daran erinnere ich mich genauso wenig, wie an den Tag in meinem Leben als Erstklässler als ich beim Genuss einer Banane kotzen musste. Seither habe ich keine dieser krummen Dinger mehr gegessen. Schon der Geruch bereitete mir Brechreiz. Wir wussten nicht, warum das so war, aber mein Bananenschicksal schien auf ewig besiegelt.

Nun wollte ich im Mai dieses Jahres zum dritten Mal versuchen, einen ganz besonderen Ultralauf über die Vulkanberge der Kanareninsel La Palma (ab min 6:30) ins Ziel zu bringen. Zweimal zuvor hatte ich es nur bis Rennkilometer 51  geschafft, war an der Hitze, den Anstiegen und den strengen Zwischenzeitvorgaben gescheitert. Vor dem dritten Versuch sagte ich mir: Wenn du dieses Mal ins 74 Kilometer entfernte Ziel kommen solltest, isst du eine Banane. Eine La-Palma-Banane, die zur Hauptmahlzeit an dem meisten Verpflegungsstellen unterwegs angeboten wird.

Bananen wachsen auf La Palma an jeder Ecke, nicht selten sogar direkt neben Weinreben. Die heimische Sorte heißt Dwarf Cavendish, benannt nach William Cavendish, dem 6. Duke of Devonshire, ein Politiker mit grünem Daumen, der Mitte des 19. Jahrhunderts auch zur wachsenden Popularität der Banane in Europa beitrug.

Als ich es dann tatsächlich ins Ziel der Veranstaltung schaffte, war klar, dass ich mich nun der nächsten großen Herausforderung zu stellen hatte: eine Banane essen. Ich tat das aber nicht sofort, sondern nahm eine frische Banane mit in die Heimat. Wohl wissend, dass mir andernfalls daheim niemand aus meinem Umfeld den Verzehr glauben würde. Und dann kam der Moment als ich die Banane schälte und tatsächlich aß. Das verblüffendste war für mich, dass die Banane ganz anders schmeckte als mich ihr Geruch befürchten ließ. Sie war geradezu fruchtig, und die Textur angenehm fest, kein Tubenmörtel ähnlicher Matsch wie bei den Standardbananen, die es in Deutschland zu kaufen gibt.

Und nun? Konvertierte ich zum Bananenfan? Nein, soweit kam es nicht, aber mir wurde mal wieder klar, wieviel Biodiversität ausmacht. Dass Banane nicht gleich Banane ist, genausowenig  wie Tomate nicht gleich Tomate. Ähnlich erstaunlich finde ich, dass der Vorab-Ekel fehlte. War es, weil ich mich mental vorbereitet hatte und den Konsum mit einer Sache kombinierte, an die ich mich positiv erinnerte? Hatte ich mich am Ende selbst ausgetrickst? Wie auch immer, ich bin um eine kulinarische Erfahrung reicher. Vielleicht sollten wir viel öfter Lebensmittel ausprobieren, die wir längst mit dem Bann des Unverzehrbaren belegt haben.

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Freitag, 18. August 2017

Die Metzger schlagen zurück: Weltmettbrötchentag 2018

Nein, der kompottsurfer ist noch nicht komplett irrsinnig geworden, nur halb. Aber was da auch 2018 mit dem Valentinstag wieder einhergeht, das ist schon ein paar Anmerkungen wert. Wenn am 14. Februar der Valentinstag die Blumenhändler, Parfümerien und Gastronomen glücklich macht, dürfen Metzger sich über den Weltmettbrötchentag freuen, der jetzt bereits zum wiederholten Male begangen wird und sich damit wohl endgültig durchgesetzt hat.

Okay, ein paar Ausgeschlossene gibt es immer. Am Valentinstag leiden die Singles und am Weltmettbrötchentag die Veganer und Vegatarier. Aber da müssen die dann halt mal durch. Ist ja nur für einen Tag. Mettbrötchen, am besten mit rohen Zwiebelringen sowie etwas Salz und Pfeffer serviert, das riecht für den kompottsurfer nach Geburtstagsfrühstück im Büro, nach Samstagsmorgenden in der Kinderzeit, und ach, es ist wahrlich eine Schande, dass diese hohe Gut kulinarischer Wonnen so aus der Mode gekommen ist. Und deshalb wird der kompottsurfer den Weltmettbrötchentag 2018 nach Kräften unterstützen und schon jetzt darüber nachdenken, wie er diesen Mittwoch zelebriert. Vielleicht mit dem alten Herrn Papa gemeinsam. Ja, das wäre was. Auf Facebook gibt es einen Veranstaltungshinweis dazu und Kontakt zu anderen Mettbrötchenfans. Dafür einfach aufs Foto klicken.

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Donnerstag, 20. Juli 2017

Der Butterberg ist geschmolzen, die Preise klettern. Aber wie schlimm ist das wirklich?

Ein Bericht der Financial Times sorgte vor einigen Tagen für Aufsehen, weil er dem Konsumenten eine unangenehme Wahrheit aufs Butterbrot schmiert: Die Butterpreise, in den letzten Monaten rasant gestiegen, werden auf hohem Niveau stabil bleiben, und möglicherweise wird es zu Weihnachten sogar zu einer Butterknappheit kommen. Ausgerechnet zu Weihnachten, wo früher regelmäßig Butter aus Lagerbeständen, die so genannte Weihnachtsbutter, deutlich verbilligt verkauft wurde. Wie konnte es dazu kommen? Und wo ist der Butterberg geblieben? Nun, der Butterberg ist schon vor längerer Zeit weitgehend geschmolzen, und das ist im Grunde auch gut so. Ausgelöst durch die 1984 europaweit eingeführte Milchquote sehendes Auges mehr Kühe mehr Milch produzieren zu lassen als nötig ist, hat nämlich etwas Unanständiges.
Auch wenn die Milchquote erst 2015 endgültig fiel, gab es schon vorher einige Achterbahnfahrten in Sachen Milchpreise, die gewöhnlich auf die Butterpreise durchschlagen. So stiegen diese in 2007 um 20%, fielen bis 2009 aber wieder um 15%, stiegen bis 2011 um satte 37%, sanken 2012 um über 13%, stiegen 2013 um 16% und wenn der geneigte Leser jetzt noch nicht abgehängt ist, lohnt auch noch der Blick auf 2015, dem Jahr der Freigabe des Milchmarktes, wo die Preise, erstaunlicher Weise, nicht extrem ausschlugen, sondern nur vergleichsweise leicht um 8,7% sanken. Was aber passierte, war, dass viele kleine Milchbauern die für sie unrentable Produktion endgültig drangaben, weshalb der Markt nun mengenmäßig allem Anschein nach in die Problemzone kommt, da die verbliebenen Großbetriebe den Mangel nicht so schnell wettmachen können. Und was passiert, wenn mehr Nachfrage als Angebot da ist? Genau. Da hüpfen die Euronen beim Einkauf nur so aus der Geldbörse. Zumal auch die Nachfrage steigt, weil Butter einfach beliebter geworden ist, seit der Vorwurf, mitverantwortlich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sein, vom Tisch ist.

Worauf sich des Deutschen liebste Frage aufdrängt: Wer ist schuld an dem Schlamassel? Und die liebste Antwort gibt man gerne gleich hintendran: Die EU. Aber nein, so einfach ist es nicht. So lange wir eine Geiz-ist-geil-Mentalität pflegen, und beim Lebensmittelkauf die oberste Maxime nicht die Qualität sondern der Preis ist, wird es Verwerfungen geben. Und was machen wir jetzt? Nun ja, wir könnten zum Beispiel weniger Butter essen, dafür aber bessere. Nur so als Idee. Oder wir regen uns gar nicht erst auf, trinken ein lecker Schnäpsken und blicken staunend zurück auf die Preise früherer Tage. 1960 kostete nämlich ein 250-g-Päckchen Butter 1,65 DM. Das entsprach 0,6% des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Arbeitslohns von 262 DM. Heute kostet ein 250-g-Päckchen 1,79 Euro, das entspricht 0,06% des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Arbeitslohns von 2.875 €. Vielleicht drückt diese Zahl auch die verloren gegangene Wertschätzung aus, die wir unseren Lebensmitteln entgegen bringen.
UPDATE 27.2.1017: Spiegel Online berichtet heute über einen immensen Vorrat an Milchpulver in der EU in sagenhafter Höhe von 358.000 Tonnen. Wo der Butterberg geschmolzen ist, türmt sich also nun ein anderer Berg aus Milcherzeugnissen auf. Mehr dazu hier.

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Freitag, 14. Juli 2017

Lob einer kleinen schwarzen Perle des kulinarischen Alltags

Mit den Erdbeeren wurde ja schon vor einer Weile die heimische Beerenzeit eröffnet, aber so gerne ich Erdbeeren auch mag – es geht mir zunehmend auf die Nerven, schon im Februar Erdbeeren in den Supermärkten herumliegen zu sehen, herbeigeschafft aus der Ferne, zumeist armselig im Aroma und eine teure Sache obendrein.
Kochen, essen und genießen kann wirklich abwechslungsreich und aufregend sein, wenn man die jahreszeitlich eingeschränkte Verfügbarkeit regional vorkommender Grundprodukte nicht als Mangel sondern als Geschenk versteht. Wieso Geschenk? Weil dieser Mangel Vorfreude wecken kann. Vorfreude auf frischen Spargel, Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen, Birnen, Steinpilze, Kürbis und so vieles mehr.
Besonders spannend finde ich aber, den wirklich nur sehr begrenzt verfügbaren Dingen habhaft werden zu können, vor allem, ihre Erntezeit nicht zu verbaseln. Würde einem bei Spargel, Erdbeeren, Pflaumen, Kürbis und Co. sicher nie passieren, weil man ja zugedröhnt wird mit Hinweisen darauf.

Die Zeit des frischen Bärlauchs war für mich oft schon vorbei, bevor ich regestriert hatte, dass es wieder so weit war, wobei mir das inzwischen nicht mehr passiert, weil Bärlauch beliebter geworden ist bei der Kundschaft und man ihn jetzt häufiger im Supermarkt und beim Gemüsehändler findet. Schwieriger wird’s für mich schon bei Schwarzwurzeln, ein großartiges Gemüse, wenn ich die Angebotszeit nicht wieder verpenne. Wirklich knifflig aber wird es Jahr für Jahr mit Schwarzen Johannisbeeren. Da bin ich meistens zu spät dran. Ihre roten Brüder sieht man ja mittlerweile recht häufig, und dann nehme ich mir auch gleich vor, beim nächsten Marktbesuch mal auf die schwarzen zu achten. Tja, und beim Vornehmen bleibt’s dann viel zu oft.

In diesem Jahr, genauer gesagt heute, hab’ ich, tätä, aufgepasst. Und ich will auch gar nicht erst die vielen gesundheitlich sehr positive wirkenden Inhaltsstoffe runterbeten, denn es ist dieser ganz besondere Geschmack, der Schwarze Johannisbeeren auszeichnet, wobei ich auch nicht auf Einzelheiten unterschiedlicher Sorten eingehen will, von denen es groß- und kleinbeerige gibt. Mögen sich die Fachleute und Hobbygärtner damit befassen. Schwarze Johannisbeeren empfinde ich als deutlich süßer als die roten, aber das ist eher nebensächlich. Es ist der leicht erdige Geruch, möglicher Weise beeinflusst durch den unvergleich hohen Eisenanteil, der gepaart mit den Fruchtaromen diese Beere, frisch verzehrt, zu einer Besonderheit im Obstangebot macht. Und dieses Superfood kommt auch nicht aus Timbuktu sondern, sagen wir mal Mülheim-Winkhausen. Keine Frage, Schwarze Johannisbeeren sind nicht jedermanns Sache, ähnlich wie Schwarzwurzeln, aber jedermanns Sache schmeckt auf Dauer doch langweilig. Oder nicht?

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Sonntag, 09. Juli 2017

Was für ein Deal: Michelin übernimmt Anteile von Robert Parkers Wine Advocate

„Überall auf der Welt stehen Michelin und Robert Parker Wine Advocate für eine große Glaubwürdigkeit, die auf Unabhängigkeit sowie auf erprobten Bewertungssystemen basiert. Die Partnerschaft ermöglicht es uns und unseren Kunden, von Synergieeffekten zu profitieren“, so verkündete Alexandre Taisne (CEO Food and Travel Business bei Michelin) die Beteiligung der legendären Firmenmutter des einflussreichsten Gastronomie Guides der Welt am einflussreichsten Weinmagazin der Welt. Die Aktivitäten umfassen anfangs nur Asien und Nordamerika, später werde das Engagement auf Europa ausgeweitet, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Bisher hatte man nur bei Events kooperiert. Warum Michelin aber nur mit 40 Prozent bei „Robert Parker Wine Advocate“ (RPWA) einsteigt, darüber wird jetzt intensiv spekuliert werden. Denn das Sagen bei RPWA behält Robert Parker. Warum steigt man also unterhalb eines Mehrheitsanteils ein? Vermutlich, weil eine strategische Partnerschaft für beide Seiten gewinnbringend scheint, denn einen Guide produzieren ist teuer, sehr teuer. Als reines Marketinginstrument für den Reifenhersteller kostet der Guide mehr als er einbringen könnte. Mit Parker als Partner könnte die Einnahmeseite aber nun weiter gestärkt werden, vielleicht, wenn man noch mehr im Eventbereich aktiv wird. Man darf gespannt sein, wie sich das konkret gestaltet, auch in Deutschland.

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Freitag, 30. Juni 2017

Restetrinken mal anders: Ein neuer Drink der Laune macht. Und wach.

Na klar, geschenkt, natürlich ist das Fotomotiv an den Haaren herbeigezogen. Aber echte Kaffeekirschen waren gerade nicht greifbar, also blieb nur ein Griff in die Trickkiste und – simsalabim – lagen plötzlich Kaffeekirschen auf dem Tisch, die Basis eines neuen Getränks, das in Hamburg hergestellt wird. Auch mit viel Simsalabim, denn wie das Team um Bastian Muschke und Bastian Senger Caté im Detail zusammenmischt bleibt selbstverständlich Betriebsgeheimnis.

Schon lange hab’ ich nach einem erfischenden Getränk mit reichlich Koffein gesucht, das möglichst natürlich ist, nicht übermäßig Zucker enthält und nicht nach Gummibärchen riecht. Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet eines Tages fündig zu werden, doch dann entdeckte ich Caté. Gemacht aus Kaffekirschen, der Frucht, die Kaffeebohnen umhüllt bis sie nach der Ernte entfernt und entsorgt werden. Diesen Bioabfall nutzen die beiden Bastians, um daraus ein koffeinhaltiges und mit Kohlensäure versetztes Getränk zu machen. Im Duft ist es ungemein frisch mit Noten, die an Minze und Zitrusfrüchte erinnern. Der Hallowacheffekt entspricht laut Hersteller zwei Espresso auf ein Fläschchen Limo. Das ist mal eine Ansage. Der Zuckergehalt von 5g/100ml, liegt knapp halb so hoch wie bei Coca Cola oder Red Bull. Klar, das ist jetzt auch nicht wirklich wenig, aber die Süße wirkt sehr gut eingebunden und schmeckt nicht vor. Könnte gut sein, dass ich mir Caté auch mal als Starthilfe für den einen oder anderen Nachtlauf genehmige. Und nein, ich krieg’ nix dafür, dass ich den Drink gut finde. Ich finde ihn einfach wirklich gut. Echt gezz.

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Dienstag, 20. Juni 2017

Zu doof zum Fast-Food-Essen.

Was Hunger wirklich bedeutet, wie er sich anfühlt, davon haben die allermeisten Menschen in Deutschland keine Ahnung. Und so klingt es schon ein wenig albern, wenn ich Hunger als Rechtfertigung für meinen Besuch im Restaurant einer internationalen Fast-Food-Kette anführe, die ich sonst so gut wie nie besuche. Echt gezz. Aber der Magen knurrte nun mal, gestern Nacht auf der Autobahn, irgendwo in Süddeutschland. Und die selbstgemachte Wegzehrung, Couscous-Salat und Käsestullen, war längst vertilgt; das Ziel der Fahrt noch längst nicht in Sicht. Also hielt ich vor einer dieser Raststätten, die Burger-Nähe pflegen.

Auf dem Parkplatz muss ich schon das erste Mal tief durchatmen. Aus der einen Richtung weht der Duft von gebratenem Fleisch herüber, aus der anderen der nach Tiermist. Ein Viehtransporter mit nervösen Rindviechern auf dem Weg zum Schlachthof parkt gegenüber. Drive In wäre ein bisschen eng geworden, deshalb spaziert der Fahrer des Trucks über den normalen Eingang rein und raus – in Hand und Mund einen Burger, dessen Grünzeugbelag und Sauce sich schon über die Finger des Mannes verteilt hatten. Ich weiß genau, was er gerade durchmacht.

Also gegrilltes Rind in der Fernfahrerpranke und noch lebendiges auf dem Laster. Eine Situation, die man sich nicht ausdenken würde, so plakativ wie sie ist. Ich weiß, dass mir die Geschichte trotzdem keiner abkauft. Aber genauso wie beschrieben war das. Doppelschwör!

Ich also rein. Ein paar junge Menschen stehen vor einem Bildschirm und tippen Bestellungen ein. Innerhalb von 60 Sekunden fällt mindestens dreimal das Wort nice. Ich habe keine Ahnung, was diese Kids nice finden, das Gerät oder das Angebot. Oder beides. Ich mache ganz nice einen auf oldschool. Und will an der Theke bestellen. Das erweist sich als nicht so einfach, wenn man mit den Menüoptionen, Angeboten und Preisen nicht so vertraut ist. Die Jugendlichen stehen mittlerweile am Tresen und warten auf ihr Essen. Sie lächeln mir mitleidig zu. Als sei ich ein Opa, der ein iPad für ein Schneidebrett hält oder Facebook für zeitgemäß. Zu doof für Fast Food. Irgendwo hupt ein Automat, den keiner abstellt. Das nervt. Ich bestelle Menü. Die Mitarbeiterin fragt mich “Pommes oder Curryreis?” Ich bin erfreut. Curryreis. Die machen Fortschritte. “Ja, ich nehme Curryreis.”

In der Zwischenzeit hatte ich mir bei anderen Besuchern abgeguckt, wie das mit der Ausgabe funktioniert. Bon aufbewahren schien wichtig zu sein, und tatsächlich musste man ihn abgeben, sobald das Essen aufgerufen wurde. Ich wartete länger als die anderen. Irgendeiner vor mir hatte außerdem seine Abholung verschlafen. Schön blöd. Kalt werden seine frittierten Calamari sicher nicht schmecken. Aber immerhin gibt es Calamari. Und Reis. Hätte ich nicht gedacht, dass sowas mal hier möglich sein würde. “Hallo, ihr Essen,” spricht mich eine der Mitarbeiterinnen plötzlich an. “Nein, das ist nicht mein Essen,” antworte ich lächelnd. Der hupende Automat hupte immer noch. “Ich habe keine Calamari bestellt, sondern Curryeis.” “Ja, Curryreis!” sagt sie, und deutet auf die Kringel. Ich lache. “Das soll Curryreis sein?” Endlich stellt einer die Hupe ab. “Ja!” sagt sie, immer noch freundlich und zeigt auf die Angebotstafel. Ich schaue genauer hin, was da unter den Kringeln steht: Curly Fries.

Nun hatte ich also weder Curry Reis noch Calamari, ich hatte Curly Fries. Schmeckte ein bisschen nach Kindheitserinnerung. Auch wenn ich die gebratenen Reste von Mamas Kartoffelpüree eindeutig vorziehe. Demnächst also wieder Pommes. Bloß keine Experimente.

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Dienstag, 23. Mai 2017

Genussvoll Urlaub machen am eigenen Wohnort, geht das wirklich?

Auch in diesem Jahr laden Essener Gastronomen Bürger ihrer Heimatstadt ein, Urlaub in einem Hotel am eigenen Wohnort zu machen. Essen. Hotel. Heimat. heißt die fünftägige Aktion, getragen von acht angesehenen Essener Hotels. Damit springen die Gastronomen für eine Initiative ein, die ursprünglich von der Essen Marketing GmbH EMG) unter dem Titel Essen Zu Gast in Deiner Stadt ins Leben gerufen worden war und in den letzten Jahren vom Publikum erstaunlich gut angenommen wurde.

Warum nicht mal die eigene Wohnung für einen Kurzurlaub mit dem Hotel in seiner Heimatstadt tauschen? Man spart Zeit und Kosten für die Anfahrt und bekommt so vielleicht mal einen ganz anderen Blick auf Essen und sein Umland. Auch preislich ist das Angebot verlockend. Zehn Euro pro Person, pro Stern und Nacht im Doppelzimmer inklusive Frühstück kostet das Ganze. Wer mit dem Fahrrad anreist, bekommt auf Wunsch und als Dankeschön ein Lunchpaket oder einen Picknickkorb zur Verfügung gestellt, schließlich ist Essen in diesem Jahr die Grüne Hauptstadt Europas, und dazu passt Radfahren nun mal besser als das An- und Umherreisen mit dem Auto. Also der kompottsurfer markiert die Aktion mit: Gefällt mir! Neue Perspektiven von der Gegend vor der eigenen Haustür eröffnen kann den Alltag enorm bereichern. Weil es sich nicht mehr wie Alltag anfühlt.

Und das sind die teilnehmenden Hotels, die Preise liegen zwischen 35 und 55 Euro (bitte erfragen):

Hotel an der Gruga // Eduard-Lucas-Straße 17 // www.grugahotel.de
Hotel Maximilians // Manfredstraße 10 // www.hotelmaximilians.de
Mintrops Land Hotel Burgaltendorf // Schwarzensteinweg 81 // www.mintrops.mm-hotels.de
Mintrops Stadt Hotel Margarethenhöhe // Steile Straße 46 // www.mintrops.mm-hotels.de
Parkhaus Hügel // Freiherr-vom-Stein-Str. 209 // www.parkhaus-huegel.de
Schlosshotel Hugenpoet // August-Thyssen-Str. 51 // www.hugenpoet.de
Sengelmannshof // Sengelmannsweg 35 // www.sengelmannshof.de
Sheraton Essen Hotel // Huyssenallee 5 // www.sheratonessen.com

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Donnerstag, 18. Mai 2017

Was essen Spitzenköche in der Pause? Ordern sie Pizza vom Bringdienst?

Vor ein paar Tagen entdeckte ich im blog von Joachim Wissler einen Link zu einer lesenswerten Geschichte über Personalessen. Erschienen auf foodizm. Ann-Christin Baßin beschreibt darin, wie es bei Kevin Fehling abläuft, und dass es in dessen Restaurant eine Neuorientierung gegeben hat. Weg von Formschnitzel und Tiefkühlkost, hin zur Individualität für alle Sinne. Es gibt wechselnde Wunschmusik der Mitarbeiter und Drei-Sterne-Reste-Essen. Die Mitarbeiter sammeln nicht verwertete Grundprodukte der letzten Tage und machen daraus hochwertige Mahlzeiten für die Kollegen. Auch neue Zubereitungen werden bei der Gelegenheit getestet.

Ich habe schon einige Male an Personalessen in Spitzenrestaurants teilnehmen dürfen. In Berthold Bühlers Essener Résidence zum Beispiel, oder bei Thomas Bühner im Osnabrücker La Vie. Eine schöne Idee fand ich, die Auszubildenden aus dem ersten Lehrjahr einzubeziehen. So lernen sie verantwortlich Gerichte zuzubereiten und haben gleich ein kritisches Publikum. Ich erinnere mich aber auch noch daran, was Thomas Bühner mir zum Thema Personalessen sagte, und das hatte nicht mit der Qualität des Essens zu tun: »Es gibt zwei unumstößliche Gesetze bei uns: Teambesprechung mittags von halb zwei bis zwei und Personalessen abends von sechs bis halb sieben. Pünktlich. Wenn du nämlich einmal das Verschieben anfängst, wird es erst viertel nach sechs, dann halb sieben, und irgendwann machst du gar keine Pause mehr, weil es bis zum Beginn des Service um sieben Uhr nicht mehr lohnt. Aber Pause ist wichtig.«

Es ist also fast wie zuhause beim Abendessen. Es ist nicht entscheidend, was gegessen wird, sondern das überhaupt und gemeinsam gegessen wird. Die Qualität ist das Sahnehäubchen.

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