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Montag, 30. August 2010

Deutschland sucht den Meisterflop

Fünfzehn Minuten habe ich durchhalten und mitansehen können, wie Tim Raue in Deutschland sucht den Meisterkoch im Kasernenhofton Hobbyköche ankoffert. Elementarer als in der Sendung kann man das Ansehen des Kochberufs kaum beschädigen. Was ich aber noch viel schlimmer finde, ist, dass in der Sendung sich derart viele Erwachsene so respektlos behandeln lassen, wie Jugendliche im Erziehungscamp.

Die miese Quote der Sendung wundert mich deshalb nicht. Gerade mal 780.000 Zuschauer im werberelevanten Alter wollten den Start der Sendung am Freitag zur Primetime um 20.15 Uhr sehen.

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Montag, 30. August 2010

Großer Bahnhof für frisches Obst

Obst mit Dusche im Hauptbahnhof

Der kompottsurfer hält eine Menge für möglich, wenn es um Lebensmittel geht. Aber dass es einmal in den von Fast und Junk Food zugeballerten Shopping-Zonen der Deutschen Bahn einen Trend zu frischem Obst geben würde, schien mir so wahrscheinlich wie ein Tag ohne Verspätungen im deutschen Fernverkehr der Bahn. Mit Säften aus frischen Früchten, die zu exorbitanten Preisen an die Reisenden verdealt werden, war es vor ein paar Jahren angefangen. Aber nun entdecke ich sogar in beschaulichen Bahnhöfen wie dem Recklinghäuser frisches Obst. So richtiges, an einem Stück befindliches Obst. Appetitlich in Bastkörben präsentiert. Daneben steht eine Obstdusche.

Der kompottsurfer fordert: mehr davon!

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Montag, 23. August 2010

Dönninghaus: Wurst für die 2. Bundesliga. Jetzt mit Pommes.

Legendäres Bratwursthäuschen: Jetzt auch mit Pommes

Das war ein merkwürdiger Moment, heute vor dem Bratwursthäuschen in der Bochumer Innenstadt, wo die berühmte, von Herbert Grönemeyer besungene Currywurst über den Tresen geht. Dass mit dem Abstieg des VfL Bochum jetzt weniger Auswärtsfans an Spieltagen vorbeikommen würden, war abzusehen. Aber dass eines Tages nicht mehr nur Wurst, sondern auch Pommes an der legendären Bude an die heimischen Fans verdealt werden würden, ist die eigentliche Überraschung der neuen Saison. Der kompottsurfer muss gestehen, dass er mit dieser Entscheidung, das seit 40 Jahren unveränderte Angebot (Wurst und sonst nix) zu erweitern, überhaupt nicht glücklich ist. Um so größer war heute das Erstaunen über die Mengen an Pommes, die von den VfL-Fans bestellt wurden. Ja, habt ihr denn alle kein Traditionsgefühl? Ey Leute, datt iss ne Wuasstbude. Pommes sollen die Auswärtsfans bestellen.

Immerhin konnte verhindert werden, dass unser geliebtes Fiege Pils aus dem Stadionausschank verschwindet, aber so richtig rund sind die Fußballtage jetzt nicht mehr. Über die desaströsen Anstoßzeiten in der zweiten Liga, zum Beispiel sonntags 13.30 Uhr, will ich gar nicht lange lamentieren. Sie sind auf jeden Fall Wurst- und Bierkonsumfeindlich.

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Samstag, 07. August 2010

Sauerstoffbehandlung von Fleisch: kompottsurfer fordert Verkaufsverbot von verpacktem Schlachtfleisch im Einzelhandel

Fleisch in der Werbung: Leuchtend kirschrot muss es sein

In der Themenrubrik Lebensmittelskandale auf Spiegel Online hat ein Beitrag über die Behandlung von eingeschweißtem und mit Sauerstoff angereichertem Fleisch für Aufregung gesorgt, der auf einer Untersuchung von foodwatch basiert. Die Praxis, für die Verpackung vorgesehenes Schlachtfleisch durch Behandlung mit einem CO-Luft-Gemisch vor Farbverlusten zu schützen, ist nun wahrlich nicht neu und wird schon seit Jahren praktiziert. Allerdings hat bisher noch niemand einen Lebensmittelskandal daraus gemacht. Dass Fleisch seine Farbe verliert, hat mit der Autoxidationsanfälligkeit seiner Oberflächen (bis 1 cm Tiefe) zu tun. Der ph-Wert von Fleisch liegt direkt nach der Schlachtung bei 7, fällt aber schnell unter 6, was die Anfälligkeit für die Autoxidation erhöht. Auch die Temperatur spielt eine erhebliche Rolle. Mit mathematischen Formeln lässt sich genau berechnen, wie lange Fleisch unter welchen Bedingungen seine beliebte, leuchtend kirschrote Farbe behält.

Wie so oft in Lebensmittelfragen, demonstriert auch dieser Fall, dass der Verbraucher einen erheblichen Anteil an der Entwicklung trägt, denn leicht angebräuntes Fleisch lässt er zumeist liegen, sogar in der Kühltheke des Metzgers. Nur der gut (weiterlesen…)

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Mittwoch, 04. August 2010

Die Mädels kriegen alle Asti …

… dann sind die total glücklich.” Heute aus dem Dialog zweier 16-jähriger im REWE-Supermarkt aufgeschnappt. Sie wollten eine Party vorbereiten.

Ich wusste gar nicht, dass Asti Spumante immer noch so verbreitet ist und von jungen Frauen getrunken wird. Der Dialog hätte auch glattweg aus meiner Schulzeit stammen können. Von mir persönlich wäre so was selbstverständlich niemals gekommen. Weder der Satz, noch das Getränk.

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Freitag, 30. Juli 2010

Meine Wunderbeere heißt Brombeere

Brombeermüsli

Im Sommerloch werden nicht nur Problembären entdeckt, sondern auch neue Wunderbeeren. Die bisher als Wunderbeere gehandelte Synsepalum dulcificum bekommt Konkurrenz durch die von RTL entdeckte Neue Wunderbeere. Während die altbekannte Wunderbeere durch ihren Wirkstoff Miraculin sauren Speisen den sauren Geschmackseindruck nimmt, kann die neue Wunderbeere so etwas nicht. Sie firmiert im Original als Aroniabeere und kann im Grunde das, was viele andere Beeren auch können, die über hohe Anteile Flavonoide, Folsäure und Vitamine verfügen und freie Radikale bekämpfen. Don’t believe the hype, kann ich da nur sagen.

Da verweise ich doch lieber auf meine Lieblingswunderbeere: die Brombeere. Wunderbar, dass diese kostenlos zu habenden Beeren in unserem schönen Ruhrgebiet an fast jeder Ecke wachsen, keine Pflege brauchen – nur etwas Erfahrung bei der Ernte. Statt jede schwarze Brombeere, weil scheinbar schon reif, abzupflücken, obwohl einige noch viel zu sauer sind und deshalb höchstens noch mit Wunderbeere I genießbar werden, sollte man nur die sehr leicht abpflückbaren Beeren vom stacheligen Strauch zupfen. Das braucht etwas Übung, die aber mit dem Genuss wunderbar süßer Früchte belohnt wird. Mein morgendliches Müsli wird in den nächsten Wochen jedenfalls besonders brombeerig.

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Montag, 05. Juli 2010

107 Shrimps in 5 Minuten: Juliet Lee, die hübscheste Fressmaschine der Welt

Wer dieser hübschen, sportlichen und zierlichen Frau in einem schicken Düsseldorfer Restaurant begegnen würde, käme vielleicht zu der Vermutung, dass sie zu den Damen zählt, die nur Spatzenportionen zu sich nähmen und sich nach eineinhalb Salatblättern und einem Glas Cola Light pappsatt gebärdeten. Aber Juliet Lee isst ganz anders, nämlich viel. Unfassbar viel. Sie schaffte 26 Hotdogs in 12 Minuten und im folgenden Video ist zu sehen, wie sie in der Sendung Guy’s Big Night zwei gestandene Mannbilder unter den Tisch futtert. Die Omas im Ruhrgebiet hätten ihre helle Freude an ihr. Mit der üblichen Aufforderung Komm’ Kind, iss! Bestehst ja nur aus Haut und Knochen träten sie bei Lee eine beispiellose Fresslawine los.

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Montag, 28. Juni 2010

Zuchtmeister Australien: Schwarze Trüffel aus Känguruhland

Hartgesottene Feinschmecker verziehen das Gesicht, wenn das Gespräch auf Sommertrüffel kommt. Keine richtigen Trüffel seien das, nicht mal Trüffel Light, sagen sie. Und tatsächlich bieten Sommertrüffel nur einen Bruchteil der Aromenfülle und -intensität im Vergleich zu ihren winterlichen Brüdern. Inzwischen ist die Sommerflaute durch eine Züchtung von der Südhalbkugel aber Geschichte. Ja, richtig gelesen, es geht um gezüchtete Trüffel. In Australien hatte man vor über zehn Jahren versuchsweise Myzellen europäischer Trüffel ins Wurzelwerk australischer Eichen ausgebracht, und war mit dem Experiment erfolgreich gewesen. Nun können die Früchte des Versuchs geerntet werden. Für ca. 1.600 Euro das Kilo sind die australischen Trüffel inzwischen bei wenigen Händlern erhältlich und liegen damit auf dem Preisniveau der Klassiker aus dem Périgord.

Mit der erfolgreichen Zucht stirbt allerdings ein Mythos, der von feinsinnigen Tiernasen, geheimnisvollen Orten in von Herbstlaub übersäten Wäldern und legendären Schürfern des schwarzen Goldes handelte. Und das Phänomen, dass immer weniger Grundprodukte ihre typischen Jahreszeiten haben, weitet sich nun auch auf Trüffel aus. Sexy finde ich das nicht. Aber wohl nicht zu ändern in einem globalisierten Markt, wo jeder alles zu jeder Zeit verfügbar haben will.

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Donnerstag, 24. Juni 2010

Koksen ist Achtziger: Hamburger Kola mit rotzfrechen Slogans und mehr Koffein

Fritz Kola. Als jemand, der nachts schon mal Stunden im Laufschritt unterwegs ist und allein deshalb Koffein als höchst hilfreiche Droge schätzen gelernt hat, ist mir Fritz-Kola schon deshalb aufgefallen, weil sie angeblich viel viel Koffein enthält. Nun ist ja längst bekannt, dass die Koffeinmenge in herkömmlicher Pepsi oder Coca Cola vergleichsweise homöopatisch dosiert ist, also mit 10 Milligramm pro 100 ml. Ein Tässchen mit 30 ml Espresso enthält 40 mg. Man müsste also schon 0,4 Liter Cola trinken und damit auch notgedrungen 42 Gramm Zucker aufnehmen, um eine vergleichbare Wirkung zu erzielen. Okay, auch ein Espresso braucht etwas Zucker, aber die umgerechnet 15 Würfelstückchen würden gar nicht in die Tasse passen. Und nicht mal Zuckerextremisten wie Benjamin Blümchen würden so eine Menge einwerfen.

Der Slogan Koksen ist Achtziger zielt natürlich gegen Coca Cola. Nicht nur wegen des sprachlichen Zusammenhangs Coca – Kokain, sondern auch, weil Coca Cola Gerüchten zufolge Ende des 19 Jahrhunderts Kokain enthalten haben soll, was das Unternehmen allerdings durchweg abstritt.

Nun ist also mit Fritz Kola ein Hersteller unterwegs, der nicht mehr nur in Hamburg sondern inzwischen auch darüber hinaus ein Vetriebsnetz aufbaut. Die Gründer Lorenz Hampl und Mirco Wolf Wiegert pflegen das Image von zwei mit der herkömmlichen Cola unzufriedenen Burschen, die daraufhin ihr eigenes Ding machten. Durchaus clever, sprechen sie ein junges, hippes Publikum an.

Mit 25 mg Kokain, pardon Koffein, liegen die Werte von Fritz Kola 2,5 mal höher als bei Coca Cola und Pepsi sowie gleich hoch wie bei Afri Cola. Leider haben es die Fritzen verpasst, in Sachen Zucker andere Wege zu gehen. Klar, gibt es auch eine zuckerfreie Version, aber das ist halt das, was die anderen auch machen. Und die Gründer wollten doch anders sein. Da also der Brennwert von 420 kcal pro Liter bei Fritz so hoch ist wie bei der Konkurrenz, ist davon auszugehen, dass auch in der Fritz Cola mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter verbaut sind.

Fritz ist ein netter Versuch, den Markt zu beleben, aber weit davon entfernt, einen ähnlichen Siegeszug anzutreten wie Bionade. Es ist eben dann doch nur Kola.

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Montag, 21. Juni 2010

Und wieder eine Studie zu den guten Seiten von Tee und Kaffee

Es ist schon merkwürdig, wie viele Institute und Wissenschaftler darüber forschen, ob nun Kaffeekonsum gut oder schlecht, Tee vielleicht besser, Bier nicht ungesund ist und Rotwein möglicherweise heilende Wirkung hat. Insbesondere Getränke, die nicht im unzweifelhaften Ruf stehen, gesund zu sein, werden daraufhin untersucht, ob sie vielleicht doch irgendwie was gesundheitlich positives zu bieten haben. Und natürlich steckt oft Lobbyarbeit hinter den Studien, weshalb die Ergebnisse mit größerer Vorsicht zu genießen sind als so manches Getränk.

Kaffee gegen Herzinfarkt

Jetzt gibt’s wieder was Neues. Eine Gruppe Wissenschaftler aus den Niederlanden wollen herausgefunden haben, dass sowohl hoher Tee- als auch Kaffeekonsum positive Wirkungen auf das menschliche Herz haben, weil sie Herzerkrankungen und Mortalitätsrate aufgrund von Herzinfarkt herabsetzten. Ich würde das nicht erwähnen, wenn mir die Studie nicht halbwegs überzeugend erscheinen würde. Die Ergebnisse wurden über 13 Jahre von 37514 Probanden zusammengetragen. Wir reden hier aber nicht über ein Tässchen, sondern über einen Konsum von 2 bis vier Tassen Kaffee beziehungsweise sechs Tassen Tee, die das Herzerkrankungsrisiko um 20-40% senken. Starker Stoff.

Man stelle sich vor, es würde eine belastbare Langzeitstudie über Bier- und Weinkonsum mit ähnlichen Werten geben. Es wäre ein wunderbares Debakel für alle Gesundheitsapostel.

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