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Freitag, 18. August 2017

Die Metzger schlagen zurück: Weltmettbrötchentag 2018

Nein, der kompottsurfer ist noch nicht komplett irrsinnig geworden, nur halb. Aber was da auch 2018 mit dem Valentinstag wieder einhergeht, das ist schon ein paar Anmerkungen wert. Wenn am 14. Februar der Valentinstag die Blumenhändler, Parfümerien und Gastronomen glücklich macht, dürfen Metzger sich über den Weltmettbrötchentag freuen, der jetzt bereits zum wiederholten Male begangen wird und sich damit wohl endgültig durchgesetzt hat.

Okay, ein paar Ausgeschlossene gibt es immer. Am Valentinstag leiden die Singles und am Weltmettbrötchentag die Veganer und Vegatarier. Aber da müssen die dann halt mal durch. Ist ja nur für einen Tag. Mettbrötchen, am besten mit rohen Zwiebelringen sowie etwas Salz und Pfeffer serviert, das riecht für den kompottsurfer nach Geburtstagsfrühstück im Büro, nach Samstagsmorgenden in der Kinderzeit, und ach, es ist wahrlich eine Schande, dass diese hohe Gut kulinarischer Wonnen so aus der Mode gekommen ist. Und deshalb wird der kompottsurfer den Weltmettbrötchentag 2018 nach Kräften unterstützen und schon jetzt darüber nachdenken, wie er diesen Mittwoch zelebriert. Vielleicht mit dem alten Herrn Papa gemeinsam. Ja, das wäre was. Auf Facebook gibt es einen Veranstaltungshinweis dazu und Kontakt zu anderen Mettbrötchenfans. Dafür einfach aufs Foto klicken.

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Donnerstag, 20. Juli 2017

Der Butterberg ist geschmolzen, die Preise klettern. Aber wie schlimm ist das wirklich?

Ein Bericht der Financial Times sorgte vor einigen Tagen für Aufsehen, weil er dem Konsumenten eine unangenehme Wahrheit aufs Butterbrot schmiert: Die Butterpreise, in den letzten Monaten rasant gestiegen, werden auf hohem Niveau stabil bleiben, und möglicherweise wird es zu Weihnachten sogar zu einer Butterknappheit kommen. Ausgerechnet zu Weihnachten, wo früher regelmäßig Butter aus Lagerbeständen, die so genannte Weihnachtsbutter, deutlich verbilligt verkauft wurde. Wie konnte es dazu kommen? Und wo ist der Butterberg geblieben? Nun, der Butterberg ist schon vor längerer Zeit weitgehend geschmolzen, und das ist im Grunde auch gut so. Ausgelöst durch die 1984 europaweit eingeführte Milchquote sehendes Auges mehr Kühe mehr Milch produzieren zu lassen als nötig ist, hat nämlich etwas Unanständiges.
Auch wenn die Milchquote erst 2015 endgültig fiel, gab es schon vorher einige Achterbahnfahrten in Sachen Milchpreise, die gewöhnlich auf die Butterpreise durchschlagen. So stiegen diese in 2007 um 20%, fielen bis 2009 aber wieder um 15%, stiegen bis 2011 um satte 37%, sanken 2012 um über 13%, stiegen 2013 um 16% und wenn der geneigte Leser jetzt noch nicht abgehängt ist, lohnt auch noch der Blick auf 2015, dem Jahr der Freigabe des Milchmarktes, wo die Preise, erstaunlicher Weise, nicht extrem ausschlugen, sondern nur vergleichsweise leicht um 8,7% sanken. Was aber passierte, war, dass viele kleine Milchbauern die für sie unrentable Produktion endgültig drangaben, weshalb der Markt nun mengenmäßig allem Anschein nach in die Problemzone kommt, da die verbliebenen Großbetriebe den Mangel nicht so schnell wettmachen können. Und was passiert, wenn mehr Nachfrage als Angebot da ist? Genau. Da hüpfen die Euronen beim Einkauf nur so aus der Geldbörse. Zumal auch die Nachfrage steigt, weil Butter einfach beliebter geworden ist, seit der Vorwurf, mitverantwortlich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sein, vom Tisch ist.

Worauf sich des Deutschen liebste Frage aufdrängt: Wer ist schuld an dem Schlamassel? Und die liebste Antwort gibt man gerne gleich hintendran: Die EU. Aber nein, so einfach ist es nicht. So lange wir eine Geiz-ist-geil-Mentalität pflegen, und beim Lebensmittelkauf die oberste Maxime nicht die Qualität sondern der Preis ist, wird es Verwerfungen geben. Und was machen wir jetzt? Nun ja, wir könnten zum Beispiel weniger Butter essen, dafür aber bessere. Nur so als Idee. Oder wir regen uns gar nicht erst auf, trinken ein lecker Schnäpsken und blicken staunend zurück auf die Preise früherer Tage. 1960 kostete nämlich ein 250-g-Päckchen Butter 1,65 DM. Das entsprach 0,6% des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Arbeitslohns von 262 DM. Heute kostet ein 250-g-Päckchen 1,79 Euro, das entspricht 0,06% des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Arbeitslohns von 2.875 €. Vielleicht drückt diese Zahl auch die verloren gegangene Wertschätzung aus, die wir unseren Lebensmitteln entgegen bringen.
UPDATE 27.2.1017: Spiegel Online berichtet heute über einen immensen Vorrat an Milchpulver in der EU in sagenhafter Höhe von 358.000 Tonnen. Wo der Butterberg geschmolzen ist, türmt sich also nun ein anderer Berg aus Milcherzeugnissen auf. Mehr dazu hier.

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Freitag, 14. Juli 2017

Lob einer kleinen schwarzen Perle des kulinarischen Alltags

Mit den Erdbeeren wurde ja schon vor einer Weile die heimische Beerenzeit eröffnet, aber so gerne ich Erdbeeren auch mag – es geht mir zunehmend auf die Nerven, schon im Februar Erdbeeren in den Supermärkten herumliegen zu sehen, herbeigeschafft aus der Ferne, zumeist armselig im Aroma und eine teure Sache obendrein.
Kochen, essen und genießen kann wirklich abwechslungsreich und aufregend sein, wenn man die jahreszeitlich eingeschränkte Verfügbarkeit regional vorkommender Grundprodukte nicht als Mangel sondern als Geschenk versteht. Wieso Geschenk? Weil dieser Mangel Vorfreude wecken kann. Vorfreude auf frischen Spargel, Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen, Birnen, Steinpilze, Kürbis und so vieles mehr.
Besonders spannend finde ich aber, den wirklich nur sehr begrenzt verfügbaren Dingen habhaft werden zu können, vor allem, ihre Erntezeit nicht zu verbaseln. Würde einem bei Spargel, Erdbeeren, Pflaumen, Kürbis und Co. sicher nie passieren, weil man ja zugedröhnt wird mit Hinweisen darauf.

Die Zeit des frischen Bärlauchs war für mich oft schon vorbei, bevor ich regestriert hatte, dass es wieder so weit war, wobei mir das inzwischen nicht mehr passiert, weil Bärlauch beliebter geworden ist bei der Kundschaft und man ihn jetzt häufiger im Supermarkt und beim Gemüsehändler findet. Schwieriger wird’s für mich schon bei Schwarzwurzeln, ein großartiges Gemüse, wenn ich die Angebotszeit nicht wieder verpenne. Wirklich knifflig aber wird es Jahr für Jahr mit Schwarzen Johannisbeeren. Da bin ich meistens zu spät dran. Ihre roten Brüder sieht man ja mittlerweile recht häufig, und dann nehme ich mir auch gleich vor, beim nächsten Marktbesuch mal auf die schwarzen zu achten. Tja, und beim Vornehmen bleibt’s dann viel zu oft.

In diesem Jahr, genauer gesagt heute, hab’ ich, tätä, aufgepasst. Und ich will auch gar nicht erst die vielen gesundheitlich sehr positive wirkenden Inhaltsstoffe runterbeten, denn es ist dieser ganz besondere Geschmack, der Schwarze Johannisbeeren auszeichnet, wobei ich auch nicht auf Einzelheiten unterschiedlicher Sorten eingehen will, von denen es groß- und kleinbeerige gibt. Mögen sich die Fachleute und Hobbygärtner damit befassen. Schwarze Johannisbeeren empfinde ich als deutlich süßer als die roten, aber das ist eher nebensächlich. Es ist der leicht erdige Geruch, möglicher Weise beeinflusst durch den unvergleich hohen Eisenanteil, der gepaart mit den Fruchtaromen diese Beere, frisch verzehrt, zu einer Besonderheit im Obstangebot macht. Und dieses Superfood kommt auch nicht aus Timbuktu sondern, sagen wir mal Mülheim-Winkhausen. Keine Frage, Schwarze Johannisbeeren sind nicht jedermanns Sache, ähnlich wie Schwarzwurzeln, aber jedermanns Sache schmeckt auf Dauer doch langweilig. Oder nicht?

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Sonntag, 09. Juli 2017

Was für ein Deal: Michelin übernimmt Anteile von Robert Parkers Wine Advocate

„Überall auf der Welt stehen Michelin und Robert Parker Wine Advocate für eine große Glaubwürdigkeit, die auf Unabhängigkeit sowie auf erprobten Bewertungssystemen basiert. Die Partnerschaft ermöglicht es uns und unseren Kunden, von Synergieeffekten zu profitieren“, so verkündete Alexandre Taisne (CEO Food and Travel Business bei Michelin) die Beteiligung der legendären Firmenmutter des einflussreichsten Gastronomie Guides der Welt am einflussreichsten Weinmagazin der Welt. Die Aktivitäten umfassen anfangs nur Asien und Nordamerika, später werde das Engagement auf Europa ausgeweitet, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Bisher hatte man nur bei Events kooperiert. Warum Michelin aber nur mit 40 Prozent bei „Robert Parker Wine Advocate“ (RPWA) einsteigt, darüber wird jetzt intensiv spekuliert werden. Denn das Sagen bei RPWA behält Robert Parker. Warum steigt man also unterhalb eines Mehrheitsanteils ein? Vermutlich, weil eine strategische Partnerschaft für beide Seiten gewinnbringend scheint, denn einen Guide produzieren ist teuer, sehr teuer. Als reines Marketinginstrument für den Reifenhersteller kostet der Guide mehr als er einbringen könnte. Mit Parker als Partner könnte die Einnahmeseite aber nun weiter gestärkt werden, vielleicht, wenn man noch mehr im Eventbereich aktiv wird. Man darf gespannt sein, wie sich das konkret gestaltet, auch in Deutschland.

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Freitag, 30. Juni 2017

Restetrinken mal anders: Ein neuer Drink der Laune macht. Und wach.

Na klar, geschenkt, natürlich ist das Fotomotiv an den Haaren herbeigezogen. Aber echte Kaffeekirschen waren gerade nicht greifbar, also blieb nur ein Griff in die Trickkiste und – simsalabim – lagen plötzlich Kaffeekirschen auf dem Tisch, die Basis eines neuen Getränks, das in Hamburg hergestellt wird. Auch mit viel Simsalabim, denn wie das Team um Bastian Muschke und Bastian Senger Caté im Detail zusammenmischt bleibt selbstverständlich Betriebsgeheimnis.

Schon lange hab’ ich nach einem erfischenden Getränk mit reichlich Koffein gesucht, das möglichst natürlich ist, nicht übermäßig Zucker enthält und nicht nach Gummibärchen riecht. Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet eines Tages fündig zu werden, doch dann entdeckte ich Caté. Gemacht aus Kaffekirschen, der Frucht, die Kaffeebohnen umhüllt bis sie nach der Ernte entfernt und entsorgt werden. Diesen Bioabfall nutzen die beiden Bastians, um daraus ein koffeinhaltiges und mit Kohlensäure versetztes Getränk zu machen. Im Duft ist es ungemein frisch mit Noten, die an Minze und Zitrusfrüchte erinnern. Der Hallowacheffekt entspricht laut Hersteller zwei Espresso auf ein Fläschchen Limo. Das ist mal eine Ansage. Der Zuckergehalt von 5g/100ml, liegt knapp halb so hoch wie bei Coca Cola oder Red Bull. Klar, das ist jetzt auch nicht wirklich wenig, aber die Süße wirkt sehr gut eingebunden und schmeckt nicht vor. Könnte gut sein, dass ich mir Caté auch mal als Starthilfe für den einen oder anderen Nachtlauf genehmige. Und nein, ich krieg’ nix dafür, dass ich den Drink gut finde. Ich finde ihn einfach wirklich gut. Echt gezz.

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Dienstag, 20. Juni 2017

Zu doof zum Fast-Food-Essen.

Was Hunger wirklich bedeutet, wie er sich anfühlt, davon haben die allermeisten Menschen in Deutschland keine Ahnung. Und so klingt es schon ein wenig albern, wenn ich Hunger als Rechtfertigung für meinen Besuch im Restaurant einer internationalen Fast-Food-Kette anführe, die ich sonst so gut wie nie besuche. Echt gezz. Aber der Magen knurrte nun mal, gestern Nacht auf der Autobahn, irgendwo in Süddeutschland. Und die selbstgemachte Wegzehrung, Couscous-Salat und Käsestullen, war längst vertilgt; das Ziel der Fahrt noch längst nicht in Sicht. Also hielt ich vor einer dieser Raststätten, die Burger-Nähe pflegen.

Auf dem Parkplatz muss ich schon das erste Mal tief durchatmen. Aus der einen Richtung weht der Duft von gebratenem Fleisch herüber, aus der anderen der nach Tiermist. Ein Viehtransporter mit nervösen Rindviechern auf dem Weg zum Schlachthof parkt gegenüber. Drive In wäre ein bisschen eng geworden, deshalb spaziert der Fahrer des Trucks über den normalen Eingang rein und raus – in Hand und Mund einen Burger, dessen Grünzeugbelag und Sauce sich schon über die Finger des Mannes verteilt hatten. Ich weiß genau, was er gerade durchmacht.

Also gegrilltes Rind in der Fernfahrerpranke und noch lebendiges auf dem Laster. Eine Situation, die man sich nicht ausdenken würde, so plakativ wie sie ist. Ich weiß, dass mir die Geschichte trotzdem keiner abkauft. Aber genauso wie beschrieben war das. Doppelschwör!

Ich also rein. Ein paar junge Menschen stehen vor einem Bildschirm und tippen Bestellungen ein. Innerhalb von 60 Sekunden fällt mindestens dreimal das Wort nice. Ich habe keine Ahnung, was diese Kids nice finden, das Gerät oder das Angebot. Oder beides. Ich mache ganz nice einen auf oldschool. Und will an der Theke bestellen. Das erweist sich als nicht so einfach, wenn man mit den Menüoptionen, Angeboten und Preisen nicht so vertraut ist. Die Jugendlichen stehen mittlerweile am Tresen und warten auf ihr Essen. Sie lächeln mir mitleidig zu. Als sei ich ein Opa, der ein iPad für ein Schneidebrett hält oder Facebook für zeitgemäß. Zu doof für Fast Food. Irgendwo hupt ein Automat, den keiner abstellt. Das nervt. Ich bestelle Menü. Die Mitarbeiterin fragt mich “Pommes oder Curryreis?” Ich bin erfreut. Curryreis. Die machen Fortschritte. “Ja, ich nehme Curryreis.”

In der Zwischenzeit hatte ich mir bei anderen Besuchern abgeguckt, wie das mit der Ausgabe funktioniert. Bon aufbewahren schien wichtig zu sein, und tatsächlich musste man ihn abgeben, sobald das Essen aufgerufen wurde. Ich wartete länger als die anderen. Irgendeiner vor mir hatte außerdem seine Abholung verschlafen. Schön blöd. Kalt werden seine frittierten Calamari sicher nicht schmecken. Aber immerhin gibt es Calamari. Und Reis. Hätte ich nicht gedacht, dass sowas mal hier möglich sein würde. “Hallo, ihr Essen,” spricht mich eine der Mitarbeiterinnen plötzlich an. “Nein, das ist nicht mein Essen,” antworte ich lächelnd. Der hupende Automat hupte immer noch. “Ich habe keine Calamari bestellt, sondern Curryeis.” “Ja, Curryreis!” sagt sie, und deutet auf die Kringel. Ich lache. “Das soll Curryreis sein?” Endlich stellt einer die Hupe ab. “Ja!” sagt sie, immer noch freundlich und zeigt auf die Angebotstafel. Ich schaue genauer hin, was da unter den Kringeln steht: Curly Fries.

Nun hatte ich also weder Curry Reis noch Calamari, ich hatte Curly Fries. Schmeckte ein bisschen nach Kindheitserinnerung. Auch wenn ich die gebratenen Reste von Mamas Kartoffelpüree eindeutig vorziehe. Demnächst also wieder Pommes. Bloß keine Experimente.

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Dienstag, 23. Mai 2017

Genussvoll Urlaub machen am eigenen Wohnort, geht das wirklich?

Auch in diesem Jahr laden Essener Gastronomen Bürger ihrer Heimatstadt ein, Urlaub in einem Hotel am eigenen Wohnort zu machen. Essen. Hotel. Heimat. heißt die fünftägige Aktion, getragen von acht angesehenen Essener Hotels. Damit springen die Gastronomen für eine Initiative ein, die ursprünglich von der Essen Marketing GmbH EMG) unter dem Titel Essen Zu Gast in Deiner Stadt ins Leben gerufen worden war und in den letzten Jahren vom Publikum erstaunlich gut angenommen wurde.

Warum nicht mal die eigene Wohnung für einen Kurzurlaub mit dem Hotel in seiner Heimatstadt tauschen? Man spart Zeit und Kosten für die Anfahrt und bekommt so vielleicht mal einen ganz anderen Blick auf Essen und sein Umland. Auch preislich ist das Angebot verlockend. Zehn Euro pro Person, pro Stern und Nacht im Doppelzimmer inklusive Frühstück kostet das Ganze. Wer mit dem Fahrrad anreist, bekommt auf Wunsch und als Dankeschön ein Lunchpaket oder einen Picknickkorb zur Verfügung gestellt, schließlich ist Essen in diesem Jahr die Grüne Hauptstadt Europas, und dazu passt Radfahren nun mal besser als das An- und Umherreisen mit dem Auto. Also der kompottsurfer markiert die Aktion mit: Gefällt mir! Neue Perspektiven von der Gegend vor der eigenen Haustür eröffnen kann den Alltag enorm bereichern. Weil es sich nicht mehr wie Alltag anfühlt.

Und das sind die teilnehmenden Hotels, die Preise liegen zwischen 35 und 55 Euro (bitte erfragen):

Hotel an der Gruga // Eduard-Lucas-Straße 17 // www.grugahotel.de
Hotel Maximilians // Manfredstraße 10 // www.hotelmaximilians.de
Mintrops Land Hotel Burgaltendorf // Schwarzensteinweg 81 // www.mintrops.mm-hotels.de
Mintrops Stadt Hotel Margarethenhöhe // Steile Straße 46 // www.mintrops.mm-hotels.de
Parkhaus Hügel // Freiherr-vom-Stein-Str. 209 // www.parkhaus-huegel.de
Schlosshotel Hugenpoet // August-Thyssen-Str. 51 // www.hugenpoet.de
Sengelmannshof // Sengelmannsweg 35 // www.sengelmannshof.de
Sheraton Essen Hotel // Huyssenallee 5 // www.sheratonessen.com

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Donnerstag, 18. Mai 2017

Was essen Spitzenköche in der Pause? Ordern sie Pizza vom Bringdienst?

Vor ein paar Tagen entdeckte ich im blog von Joachim Wissler einen Link zu einer lesenswerten Geschichte über Personalessen. Erschienen auf foodizm. Ann-Christin Baßin beschreibt darin, wie es bei Kevin Fehling abläuft, und dass es in dessen Restaurant eine Neuorientierung gegeben hat. Weg von Formschnitzel und Tiefkühlkost, hin zur Individualität für alle Sinne. Es gibt wechselnde Wunschmusik der Mitarbeiter und Drei-Sterne-Reste-Essen. Die Mitarbeiter sammeln nicht verwertete Grundprodukte der letzten Tage und machen daraus hochwertige Mahlzeiten für die Kollegen. Auch neue Zubereitungen werden bei der Gelegenheit getestet.

Ich habe schon einige Male an Personalessen in Spitzenrestaurants teilnehmen dürfen. In Berthold Bühlers Essener Résidence zum Beispiel, oder bei Thomas Bühner im Osnabrücker La Vie. Eine schöne Idee fand ich, die Auszubildenden aus dem ersten Lehrjahr einzubeziehen. So lernen sie verantwortlich Gerichte zuzubereiten und haben gleich ein kritisches Publikum. Ich erinnere mich aber auch noch daran, was Thomas Bühner mir zum Thema Personalessen sagte, und das hatte nicht mit der Qualität des Essens zu tun: »Es gibt zwei unumstößliche Gesetze bei uns: Teambesprechung mittags von halb zwei bis zwei und Personalessen abends von sechs bis halb sieben. Pünktlich. Wenn du nämlich einmal das Verschieben anfängst, wird es erst viertel nach sechs, dann halb sieben, und irgendwann machst du gar keine Pause mehr, weil es bis zum Beginn des Service um sieben Uhr nicht mehr lohnt. Aber Pause ist wichtig.«

Es ist also fast wie zuhause beim Abendessen. Es ist nicht entscheidend, was gegessen wird, sondern das überhaupt und gemeinsam gegessen wird. Die Qualität ist das Sahnehäubchen.

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Sonntag, 07. Mai 2017

Gib’ mal einen Kaffee aus! Dortmunderin pflanzt traditionsreiches Hilfsprojekt im Ruhrgebiet an.

Es gehört ja in inzwischen zum traurigen Alltag, mehrmals am Tag von Menschen auf der Straße angesprochen zu werden, ein Obdachenlosenmagazin zu kaufen oder für diverse Hilfsprojekte Geld zu spenden. Warum diese Begegnungen oft mulmige Gefühle auslösen, hängt sicher auch damit zusammen, immer wieder mit tragischen persönlichen Schicksalen konfrontiert zu sein, verbunden mit der Einsicht, meistens nicht wirklich helfen zu können. Man geht zum Bäcker, in den Supermarkt, ins Café, und hat beim Betreten schon ein schlechtes Gewissen, nur weil man Geld ausgibt. Selbst wenn es alles andere als Luxusgüter sind, die man erwirbt.

Wobei – was wirklich Luxus ist, hängt auch vom Blickwinkel ab. Einen Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato im Café trinken – das kann für uns ein kleiner Luxus des Alltags sein. Für andere ist es ein unerschwinglicher. Und genau da setzt ein Hilfsprojekt an, über das bento berichtet.

Die Dortmunder Social Media Designerin Laura-Stella Kaldinski, die auch den foodblog fuerleibundseele betreibt, initiierte eine Variante des “Caffè Sospeso”, eine Art schwebender Kaffee, den ein zahlender Gast für spätere Gäste spendiert, die sich einen Kaffee gerade nicht leisten können und holte dafür mehrere Cafés in Dortmund als Kooperationspartner ins Boot. Eine Idee, die es so schon über 100 Jahre in Neapel geben soll. Keine Frage, das hat was, weil einfach dieses Unwohl bereitende Bitten, Geben, Danken auf beiden Seiten entfällt. Aber lest selbst.

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Montag, 10. April 2017

Die vielleicht 50 besten Restaurants der Welt 2017

Haben die Juroren den Stein der Weisen entdeckt? In der Vinothek des Restaurants El Celler Can Roca (Platz 3 der Bestenliste) wird dieser hier aufbewahrt.

Und da ist sie wieder, die neue Jahresliste mit den angeblich besten 50 Restaurants der Welt. Früher als S.Pellegrino-Liste bekannt, sind heute weitere Sponsoren im Boot. So können prima zusätzliche Bestenlisten in Unterkategorien generiert werden. Wie der beste Aufsteiger oder der beste weibliche Küchenchef. Merkwürdig, dass es keine gesonderte Kategorie für den besten männlichen Küchenchef gibt. Entweder, wie im Sport, komplett getrennte Wertungen, oder alles in einem Pott. Aber nicht so eine vergurkte, abwertende Sonderkategorie. Aber das Thema hatten wir ja schon mal. Nur geändert hat sich leider nix.

Deutsche unter den Top 50? Ja, Platz 47 und 48 mit Joachim Wissler und Tim Raue. Letztes Jahr belegten sie die Plätze 34 und 35. Ganz ehrlich, so ein deutsches Doppel im zweiten Jahr hintereinander darf man durchaus gewürfelt finden. Oder gar designt. Ach, vergessen wir das. Wissler war 2013 mal auf Platz 10, dann 2014 auf Platz 12, wenn ich’s recht erinnere. Warum dieser Absturz? Kocht er jetzt schlechter als vor fünf Jahren? Sicher nicht. Aber der aktuelle Hype um die Andenküche aus Peru,  Chile und Argentinien,  der den skandinavischen Hype ablöste, der wiederum auf den spanischen Hype folgte, drückt viele andere Spitzenköche an den Rand. Ginge es nach Michelinsternen, genauer gesagt nach der Anzahl der 3-Sterne-Restaurants, müsste Japan klar dominieren, Frankreich, USA und Deutschland folgen. Hier aber steht nur ein japanisches Restaurant unter den ersten 40, warum auch immer.

Wer die gesamte Liste einsehen will, schaut hier. Ganz oben steht die Küche des Schweizers Daniel Humm, die er zusammen mit Dmitri Magi im New Yorker Eleven Madison Park zelebriert. Das Restaurant wird allerdings in diesem Sommer für drei Monate geschlossen und eröffnet dann, neu gestaltet, im September. Auf Platz 2 und 3 der Liste folgen Massimo Botturas Osteria Francescana in Modena und das El Cellar can Roca der drei Gebrüder Roca in Girona.

Braucht es solche Bestenlisten wirklich? Der kompottsurfer hält sie für überholt, zumindest was ein explizites Durchplatzieren der Restaurants angeht. Die besten 100 der Welt täten es auch. Aber dann dürfte das Geschäft mit der Liste vermutlich nicht mehr so einträglich sein. Was man den Verantwortlichen für das Zustandekommen des Rankings aber unbedingt zugute halten muss: Sie lenken medienwirksam den Blick auf neue, spannende Küchen, auch abseits der alten kulinarischen Metropolen. Und das wirkt befruchtend.

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