rewirpower.de – Das Revierportal


Suche:

Montag, 09. Juli 2018

Die Schlacht am Buffet

Gemurmel dröhnt drohend wie Trommelklang, gleich stürzt eine ganze Armee, die Treppe herauf, und die Flure entlang, dort steht das kalte Buffet. So beginnt ein Songtext des Liedermachers Reinhard Mey aus dem Jahre 1972. Und was soll ich sagen, mir scheint, als habe sich seither nicht viel geändert. Sobald bei einer Veranstaltung ein Buffet bereitsteht, kann auch der netteste Kollege zum Biest mutieren. Da wird aus einem Andrés Iniesta ein Luis Suarez, der seine Gegner gnadenlos wegbeißt.

Wie ich gerade jetzt auf das Thema komme? Weil aktuell landauf, landab Abiturfeiern abgehalten werden. Wobei abgehalten reichlich euphemistisch formuliert ist, angesichts luxuriöser Veranstaltungsorte, wo Abiturienta ihre Schulabschlüsse feiern wie Hochzeiten. Zelebrieren trifft es besser. Wäre da nicht die brutale Schlacht am Buffet. Nochmal Mey: Zunächt regiert noch die Hinterlist, doch bald schon brutale Gewalt, da spießt man, was aufzuspießen ist, die Faust um die Gabel geballt.

Vorgestern konnte ich mal wieder Zeuge eines solchen Spektakels werden, wobei ich die Abiturientinnen und Abiturienten ausdrücklich ausnehmen möchte vom Vorwurf fieser Vordrängelei und hinterlistiger Messerattacken. Mich natürlich auch, versteht sich. Es sind die Älteren, die mit dreisten Überholmanövern und gefährlichen Eingriffen in den Verpflegungsverkehr Unruhe stiften. Da, das letzte Stück Lachsfilet! Ellbogen raus – und meins! Yeah! Und bevor die Rinderrouladen gleich weg sind – her damit! Wer weiß, ob die verfressenen anderen Gestalten hier nicht gleich alles ratzeputz vertilgt haben. Mousse au Chocolat? Ist auch immer schnell vergriffen. Auf den Teller, fertig los. Salat? Überbewertet. Den kann man notfalls noch getrost zum Nachtisch nehmen. Erfahrungsgemäß bleibt immer reichlich Grünzeug übrig.

Und wer ist Schuld an derartigem Kampfgetümmel? Ist da in der Erziehung was schief gelaufen? Müssten die Alten nicht mal von den Jungen zur Ordnung gerufen werden? Oder an gute Manieren erinnert? Könnte helfen. Aber das Hauptproblem liegt meist in einer gefährlichen Gemengelage aus langatmigem Vorprogramm und leeren Mägen. An dieser Stelle ein paar Tipps, wie man am Buffet nicht zum Tier mutiert oder anderweitig durch Fehlverhalten auffällt.

1. Niemals ausgehungert zu einer Veranstaltung mit Buffet gehen. Immer eine kleine Stulle oder einen Energieriegel als Notration in der Tasche haben.
2. Alkoholkonsum vorab auf ein Minimum beschränken, erst recht, wenn der Magen leer ist. Wankende Gäste sind zankende Gäste, und tickende Zeitbomben.
2. Vor dem Gang zum Essen einen Blick auf die Karte werfen, soweit vorhanden. Es nervt, wenn Gaffer sich durch die Reihen der Anstehenden zwängen um zu erspähen, womit die Rechauds befüllt sind.
3. Überprüfen, ob Besteck am Platz liegt, oder es aus dem Buffettsaal mitgenommen werden muss. So vermeidet man halsbrecherisches Herumgerenne mit vollen Tellern.
4. Nicht sofort nach der Buffeteröffnung aufspringen und lossprinten. Das wirkt gierig.
5. Überfüllte Teller, im schlimmsten Fall mit einem Mix aus Vor- und Hauptspeisen, sind ein No-Go. Es sei denn, man möchte sich den Ruf als verfressener Zeitgenosse verdienen, der von Genuss und Essen keine Ahnung hat.
6. Mehrmals gehen und dabei die übliche Speisenfolge aus Vorspeisen, Haupt- und Zwischengängen sowie Desserts beachten.
7. Teller nicht mehrmals benutzen sondern vom Servicepersonal wegräumen bzw. ausheben lassen, wie es in der Gatronomiesprache heißt.
8. Aufmerksam und hilfsbereit sein, wenn man merkt, dass unroutinierte oder gehandicapte Gäste am Buffet Schwierigkeiten haben.

So, und nun viel Vergnügen beim nächsten Gang zum Buffet.

_____

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Sonntag, 24. Juni 2018

Umgekehrte Nahrungskette: Essen in Plastik und Plastik im Essen.

Ich weiß nicht, wann es anfing. Wann wir in Deutschland beim Lebensmittelkonsum falsch abgebogen sind und nicht mehr allein Industrieprodukte wie Joghurt, Kaffee, Chips und Weingummi plastikverpackt einkauften, sondern auch Mineralwasser. Obst und Gemüse. Erbeeren, Himbeeren, Pfirsiche, Pflaumen. Möhren, Champignons, Tomaten, Suppengrün. Nur, wenn wir das Zeug lose an Land ziehen, kommt es nicht in eine Plastikschale. Da bevorzugen wir Konsumenten, genau: Plastiktüten.

Seit Monaten versuche ich dem Irrsinn überlegtes Einkaufen entgegenzusetzen. Aber der Job erscheint mir wie Don Quijotes Kampf gegen die Windmühlen: nicht zu gewinnen. Auch weil wir, weil ich verlernt habe, mit ausreichend Stauraum meine Besorgungen zu machen. Gibt ja Tüten an der Kasse. Kosten 15 Cent, aber was soll’s. Die dünnen gibt’s sogar umsonst beim türkischen Lebensmittelhändler meines Vertrauens. Wir sind längst Opfer unserer Bequemlichkeit geworden, und deshalb kaufen wir jetzt auch Champignons in Plastik verpackt, und Tomaten und Pfirsiche. Jute statt Plastik! hieß es mal in den 80ern. Alles vergessen?

Wären da nicht besorgniserregende Meldungen über 13 Millionen Tonnen neuen Plastikmülls in den Weltmeeren pro Jahr, über mikroskopisch kleine Kunststoffteilchen, die an Orten in der Antarktis gefunden werden, die vorher nie ein Mensch betreten hat und über ähnliche Teilchen, die in unsere Nahrungskette  gelangen, entweder direkt über die Verpackung oder indirekt, weil sie von Fischen verspeist werden – ich würde jetzt vermutlich darüber schreiben, wie sehr sich der Verderbnis-Fallout bei Tomaten verstärkt hat, seit ich sie in der Plastikschale kaufe. Aber so klein ist das Problem eben nicht.  Soll mir also keiner mit dem Argument kommen, ist nicht mein Problem, ich esse keinen Fisch. Und Gemüse und Obst sowieso nicht. Denn die Sache geht jeden an. Weil es kaum noch etwas gibt in unserer durchindustrialisierten Ernährungswelt, was nicht in Kontakt mit Mikroplastik gekommen ist.

Ja, da redet er wieder schlau daher, der kompottsurfer. Aber was soll man denn tun, wenn es tatsächlich wie ein Kampf gegen Windmühlen ist, dem Plastikproblem Paroli zu bieten? Genau, man muss ihn kämpfen. Wo ist das Problem, eine dünne Baumwolltasche in den Rucksack zu packen, die einem beim Einkauf nach der Arbeit die Plastik- oder Papptüte vom Leib hält? Ist es so schwer, eine Tupperdose mitzunehmen (okay, auch Plastik, aber tausendfach besutzbar), um darin Gemüse oder Obst zu transportieren? Ja, es ist schwer, leider. Aber welche Welt wollen wir unseren Kindern hinterlassen? Eine Müllhaldenwelt?

Es gibt einen interessanten Kurzfilm von Terra X zum Thema, den ich unbedingt empfehlenswert finde. Schaut einfach mal rein.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Montag, 28. Mai 2018

Laber Rhabarber: Eine kurze Geschichte über unbeliebtes Gemüse.

Was labert der kompottsurfer da? Rhabarber soll Gemüse sein, nicht Obst? Tja, letzteres hatte ich auch mal gedacht, und auch in einem alten geerbten Kochbuch von meiner Oma ist er unter Obst einsortiert. Aber dann las ich irgendwo in der Fachliteratur, dass der sogenannte Gemeine Rhabarber Gemüse ist, obwohl er reichlich Obstsäuren enthält, die ihm seine von einigen geliebte, von anderen gefürchtete saure Geschmacksnote verleiht. Gefürchtet ist er bei einigen Gärtenern auch wegen seiner hartnäckigen Wiederkehr – man rupft ihn aus mit Stumpf und Stiel und trotzdem wuchert das Zeug im nächsten Jahr wieder aus der Erde. Ich weiß noch genau, wie wohl sich der Rhabarber in einer schattigen Ecke neben dem Geräteschuppen im Garten meiner Eltern fühlte. Als dort irgendwann Umpflanzungen anstanden, widersetzte sich der Rhabarber erfolgreich. Jahr fürJahr schoss er wieder irgendwo aus der Erde. Obwohl die Pflanze ihren Ursprung im Himalaya haben soll, scheint sie sich auch im Ruhrgebiet sehr wohl zu fühlen. Wobei Agrarwissenschaftler den Rharbarber, der über Jahrhunderte auch als Heilpflanze begehrt war, modifizierten, damit er auch in Mitteleuropa  heimisch werden kann.

Für mich bringt der Rhabarber kulinarische Kindheitserinnerungen zurück. Allen voran im Obststreuselkuchen, der in diesem Fall wohl ein Gemüsestreuselkuchen ist, habe ich ihn schätzen gelernt Und als Eingekochtes aus dem Glas, zusammen mit Erdbeeren, gab es ihn daheim zum Nachtisch. Der geschätzte Kollege Bert Gamerschlag stellt im aktuellen stern interessante Rezepte vor, die den Rhabarber auch abseits von Kuchen und Dessert zur Geltung bringen. Zum Beispiel mit Makrelen und Lammschulter. Ich werde mich die Tage mal daran versuchen.

____

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Montag, 14. Mai 2018

Wie man die kleinen kulinarischen Freuden wieder schätzen lernt.

Zuhause hangele ich mich von Saison zu Saison, was die kleinen genussvollen Momente des Alltags mit heimischen Produkten angeht. Vom Bärlauch zum Spargel, zu den Erdbeeren, den Pflaumen, den Kürbissen, den Schwarzwurzeln. In der Fremde dagegen gibt es oft viele kleine Freuden auf einmal zu entdecken. Dieser Tage auf La Palma war da zum Beispiel der Blütenhonig direkt aus der Wabe gekratzt, die vollreifen Avocado vom Bauern nebenan, der Pulpo, frisch gefangen, und dann erst diese Mandarinen. Ja, richtig gelesen: Mandarinen. Bei uns oft nur als dickschaliges Etwas zu haben, gerne verklappt in Nikolaus- oder Weihnachtstüten mit Süßigkeiten, damit auch was Gesundes drin ist. Doch hier musste ich die Mandarine voll und ganz rehabilitieren. Zwar ist sie äußerlich betrachtet meist unansehnlicher und schorfiger als das, was bei uns daheim zu haben ist, aber unter der dünnen Schale kommt eine derart saftige und aromatische Zitrusfrucht zum Vorschein, dass ich mehr und mehr davon wollte. Eine Jahrhunderte alte einheimische Spezialität auf den Kanaren ist Gofio, ein grobes Mehl, hergestellt aus geröstetem Getreide. Ich habe mal ein Tütchen mitgebracht und werde ausprobieren, ob es im Pfannkuchenteig funktioniert.

Was mir an Spanien noch gefällt ist die Zubereitung vieler Gerichte auf der Plancha. Tortilla schieben und kratzen sie darauf von flüssig nach fest. Frische Garnelen strömen geradezu betörende Düfte aus und entwickeln beim Zubeißen ein unwiderstehliches Aroma am Gaumen. Für die Palmeros ist das alles alltäglich. Aber wer weiß, vielleicht würde der eine oder andere von ihnen bei einem winterlichen Besuch bei uns über das Angebot an Kohl- und Wurzelgemüse jubilieren.

Einen Besuch der Kioscos von El Remo hab’ ich auch endlich hinbekommen, die von 2015 bis 2017 von den Behörden geschlossen worden waren, weil sie zu nah am Meer gestanden hätten, was aber schon seit Jahrzehnten so war und geduldet wurde. Gäste, die noch Erinnerungen daran haben, wie die auf fangfrischen Fisch spezialisierten Lokale vor dem Umbau aussahen, karge Bretterbuden am felsigen Meeresufer, blicken mit Wehmut auf die jetzt schick auf Holzpfähle gepflanzten neuen Hütten. Das Preis-Leistungsverhältnis  ist inzwischen auch sportlich geworden, erst recht, wenn man es mit dem anderer Fischlokale auf der Insel vergleicht. Aber immerhin hab’ ich’s jetzt mal gesehen und ausprobiert.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Montag, 23. April 2018

Schokolade: neue extreme Sorten und die Sorge vor einer Preisexplosion

Vor drei Tagen war Weltmarihuanatag. Ja, sowas gibt’s wirklich, und genauso wirklich gibt’s die Hanfschokolade von Ritter-Sport, eine ganz neue Sorte, von der ich mir schon der großartigen Verpackungsoptik wegen eine Tafel kaufen wollte. Aber zu meinem großen Schrecken titelt die Marketingplattform Horizont heut früh: “Das Gras ist alle”.  Drei Tage nach Markteinführung ist die limitiert aufgelegte Schokolade bereits ausverkauft. Und ich wollte doch so gerne ausprobieren, ob man sich daraus einen leckeren Schokojoint bauen kann, wo ich doch sonst mit dem Rauchen nichts am Hut habe.

Nun gut, vielleicht kann ich auf eBay noch was davon ersteigern.  Aber da explodieren schon jetzt die Preise. Sieben Tage vor Gebotsablauf stand eine Tafel heute früh bei 4,01 Euro. Und das, wo Schokolade insgesamtauf eine Preiserhöhung zusteuert. Von der Kostenexplosion, die einige Experten langfristig bei Kakaobohnen befürchten, weil die Klimaentwicklung den Anbau beeinträchtigen wird, ist aktuell noch nicht viel zu spüren. An der Rohstoffbörse sind die Preise für Kakao zwar seit dem Jahreswechsel um über 30 Prozent gestiegen, aber von den Höchstwerten aus 2010, wo eine Tonne Kakao 3.240 Euro kostete (aktuell 2.046 EUR) ist man noch ein ganzes Stück entfernt.

Während viele Hersteller nicht müde werden, ihrer Schokolade die aberwitzigsten aromatischen Begleiterscheinungen zu verpassen, schlägt der Lebensmittelkonzern Nestlé gerade einen anderen Weg ein. Mit einem Produkt, das aus einer besonderen brasilienischen Bohne stammt, deren besondere Farbgebung bislang im großen Bohnenmix unterging, wie das Handelsblatt schreibt, gezielt geerntet und durch ein spezielles Herstellungsverfahren der Schweizer Firma Barry Callebaut bearbeitet, erstaunlich rosafarbene Schokoladenmasse hervorbringt. Im letzten Sommer ging diese Nachricht bereits durch die Medien. Jetzt testet der Lebensmittelkonzern Nestlé als Erster die Akzeptanz der rosa Schokolade beim Verbraucher, und zwar in Asien und Großbritannien. Das Produkt: KitKat Ruby,. Eine Version des altbekannten KitKat-Riegels. Produziert wird die Spezialität übrigens in Hamburg, wie Nestlé mitteilte. In Deutschland ist die Markteinführung für den 7. Mai geplant.

Ob rosa Schokolade irgendwann auch als Solist mit hohem Kakaobutteranteil, noch dazu ohne Keks und Co. zu haben sein wird, darüber ist dem kompottsurfer im Moment nichts bekannt. Vielleicht muss ich mal einen Abstecher in die Schweiz machen …

____

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Montag, 16. April 2018

Von wegen Zuckerbombe: Marc und Poldi machen Eis mit ganz viel Protein

Es wird heiß die nächsten Tage; und was reimt sich auf heiß? Genau, Poldi. Der legendäre Sprücheklopfer (“So ist Fußball, manchmal gewinnt der Bessere”) und Fußballweltmeister von 2014 unterstützt den Schwimmweltmeister von 2005 über 50 Meter Brust, Mark Warnecke, bei der Kreation von Proteineis. Mark, ein echter Bochumer Junge übrigens, hat in den letzten zwölf Jahren mit AM-Sport ein erfolgreiches Unternehmen für Sportlernahrung aufgebaut. Zahlreiche internationale Spitzenathleten aus vielen Disziplinen ergänzen damit ihre tägliche Ernährung, um ihren erhöhten Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen zu decken. Als Mediziner und langjährige Leistungssportler kennt er die Bedeutung optimaler Ernährung aus Theorie und Praxis. Eine Vertrauensbasis, die seine Produkte sowohl für erfolgreiche Profifußballteams als auch für Olympiasieger in Einzelsportarten attraktiv gemacht haben.

Nun klingt schon das Wort Nahrungsergänzungsmittel reichlich unappetitlich, aber als Ausdauersportler mit hohen Energieumsätzen kann ich ganz persönlich sagen: Es geht kaum ohne. Da können die Ranga Yogeshwars dieser Welt behaupten, was sie wollen. Nun endlich wird diese eher öde Zufütterungsprozedur aufgefrischt, denn Mark stellte bei der Sportmesse FIBO am letzten Wochenende ein 100% Wheyprotein-Eis vor. Damit das auch wirklich schmeckt, hat er Lukas Podolski als Geschmacksexperten dazu geholt. Dem würde ich jetzt nicht unbedingt in allen kulinarischen Genussfragen mein Vertrauen schenken, aber wenn’s um Eis geht, passt das.

Bis das Zeug auf dem Markt ist, wird es leider noch ein bisschen dauern. Aber der Sommer hat ja auch noch nicht angefangen.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Montag, 12. März 2018

Schon mal was von Mukbang gehört?

Neulich fragte ich mich beim ziellosen Surfen durchs Netz, was wohl nach food porn kommt. Der Trend, schick angerichtetes Essen im Restaurant zu fotografieren und die Welt wissen zu lassen, was man da gerade tafelt. Nach dem Motto: Seht her, ihr armen Wichte, was ich mir gerade gönne, während ihr belangloses Zeug in euch hineinstopft. Fast könnte man meinen, Mukbang, ist die direkte Antwort auf food porn, weil nicht Schönheit und Qualität des Essens im Vordergrund stehen, sondern Menge und Fastfood-Faktor.

Die Wortschöpfung Mukbang beschreibt im Grunde ähnliches wie food porn und kann in etwa mit Essen senden übersetzt werden, worunter – jedenfalls im Moment noch – digitales Senden zu verstehen ist. Zumindest bis zu dem Tag an dem wir erstmals unser komplettes Menü aus dem 3D-Drucker ziehen. Wo war ich? Ach ja, die Antwort auf food porn – Mukbang.

In Südkorea ist Mukbang (laut wikipedia auch Mok-Bang oder Meokbang) eine große Sache. Im Land mit dem schnellsten Internet der Welt erreichen Fressvideos – vor allem als vlogs – auf youtube Reichweiten, die man hierzulande nicht mal erreichen könnte, wenn Helene Fischer zusammen mit Tim Mälzer und Johann Lafer im ZDF ein Dreierlei vom gebratenen Dackel anrichten würden. Aber wahrscheinlich wäre das immer noch sehr viel ansehnlicher als dieses Mukbangdings, wo die größten Reichweiten nicht selten von grell geschminkten jungen Frauen erreicht werden, die sich an monströse Mengen Pasta, Pizza oder Burger heranmachen. Nach Dackelessen hab’ ich übrigens noch nicht gesucht, weil ich nicht weiß, was Dackel auf koreanisch heißt.

Wer sich ohnehin gelegentlich bei youtube herumtreibt, sollte einfach mal das Wörtchen “Mukbang” eingeben und sehen, was da so geboten wird. Der Trend hat auch schon auf die USA übergegriffen (watch me eat). Ob Mukbang auch in Deutschland ein großes Ding werden kann? Natürlich, was für eine Frage. Die Protagonisten werden aber vermutlich keine durchgestylten, jungen Frauen sein, sondern angetrunkene, rülpsende Kerle, die sich mit Bier, Mayo, Ketchup und Käsefäden das schöne Metallica-T-Shirt einsauen. Aber warten wir’s ab.


________

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Mittwoch, 14. Februar 2018

Ölmühle Sauerland: Spitzenprodukte aus der Region

Als der kompottsurfer vor zehn Jahren auf den Spezialisten für Argan-, Lein-, Schwarzkümmel- und Traubenkernöle Fargano in Dortmund aufmerksam wurde, galten derartige Produkte noch als absolute Nischenware. Aber die Zeiten haben sich geändert, und sogar Discounter sind längst dazu übergegangen, ihr Sortiment um Speiseöle jenseits von Oliven- Raps und Sonnenblumenöl zu erweitern. Gleichwohl spielten die Produkte von Fargano schon immer in einer anderen Liga.

Mit der Umfirmierung in Ölmühle Sauerland zum vergangenen Jahreswechsel hat sich aber nicht nur Name geändert, auch die Preise sind nicht mehr die alten. Was normalerweise bedeutet: Der gute Stoff wird teurer. Hier ist es aber mal anders. Das vom kompottsurfer besonders geschätzte Arganöl wird billiger. Zudem setzt man verstärkt auf die Kooperation mit Landwirten aus der Region und kann jetzt alle Öle bio-zertifiziert anbieten.

Jeden Samstag öffnet der Mühlenladen. Ein Grund mehr, dem Städtchen Iserlohn mal einen Besuch abzustatten und das Ganze mit einem Wochenend-Abstecher zum Skifahren oder Wandern ins Sauerland zu verbinden. Ansonsten kann natürlich auch weiterhin bestellt werden. Ab 19 Euro Bestellwert sogar versandkostenfrei.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Donnerstag, 08. Februar 2018

Ein Messer kann Werkzeug für ein ganzes Leben sein. Manchmal sogar für länger.

Was tun, wenn der Nachwuchs volljährig wird und man als Vater ein Geschenk sucht, das noch geschätzt und genutzt werden kann, wenn man selbst längst unter dem Torf liegt? Eines, das nicht so schnell abhanden kommt wie eine vererbte Uhr beispielsweise? Ich musste nicht lange grübeln bis mir als Liebhaber hochwertiger Kochwerkzeuge das Thema Messer einfiel. Zumal wir im Ruhrgebiet in unmittelbarer Nähe zur Welthauptstadt der Klingen leben: Solingen.

Kein anderer Gegenstand demonstriert derart eindrücklich den Fortschritt in der Menscheitsgeschichte. Ohne das Messer und seine Vorläufer, so scheint es, wenn man sich mit seiner Entwicklung und Nutzung befasst, gäbe es den modernen Menschen wahrscheinlich nicht. Über 2,5 Millionen Jahre ist es her als in der Altsteinzeit erstmals Steine und später Knochen mit scharfen Kanten gefertigt wurden. Der Mensch konnte sich auf diese Weise protein- und fettreiche Nahrungsquellen erschließen, die seine Entwicklung förderten und die Hirne wachsen ließen. Messer aus Bronze wurden bereits im dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung hergestellt, aber es dauerte noch einmal mehrere Jahrtausende bis schließlich jene rostfreien Stahllegierungen entstanden, aus denen die Klingen hochwertiger Messer von heute gemacht sind, wobei in den bedeutendsten Herstellerländern USA, Japan und Deutschland unterschiedliche Legierungen favorisiert werden.

Güde Kochmesser mit Holzgriff aus Fasseiche

Ich nutzte also den geplanten Messerkauf für einen Besuch und eine Besichtigung der namhaften Solinger Messerschmiede Güde, ein Vorhaben, das ohnehin schon seit Jahren auf meiner to-do-Liste stand, aber immer wieder in Vergessenheit geriet. Der Betrieb wird heute in vierter Generation von Karl-Peter Born, einem promovierten Ingenieur geführt. Dessen Urgroßvater Karl Güde hatte die Schmiede 1910 gegründet, dessen Sohn Franz den internationalen Bekanntheitsgrad vorangetrieben, nicht zuletzt als Erfinder des Wellenschliffs in der heute weltweit verbreitetsten Version mit den spitzen Zähnen. Es gibt kaum ein Brotmesser, das nicht auf diese Weise geschliffen ist. Das müsste dem Unternehmen doch Jahrzehnte sprudelnder Einnahmen aus Lizenzgebühren eingebracht haben, frage ich Herrn Born. Der schüttelt schmunzelnd den Kopf: “Es gab damals nur einen Gebrauchsmusterschutz für den Schliff, und der war kurz nach dem Krieg abgelaufen. Aber immerhin haben wir bis heute noch etwas vom Ruhm der Erfindung.”

Karl-Peter Born führt mich durch die Räumlichkeiten der Werkstätten, wo es nach Eisen riecht, nach Paraffinen und Schmierölen. An Maschinen und Werktischen sitzen Borns Mitarbeiter und lassen Schritt für Schritt jene Messer entstehen, die das Gütesiegel “Made in Germany Solingen” tragen dürfen. Das bedeutet, die komplette Wertschöpfung des Werkzeugs erfolgt in der Klingenstadt. Darauf ist Born zurecht stolz, heben sich seine Messer dadurch doch erheblich von vielen Gerätschaften der deutschen Konkurrenz ab, die einen nicht unerheblichen Teil ihrer Produktion nach Asien verlegt haben. Und bei aller Traditionspflege bleibt er offen für Innovation und beweist immer wieder, dass Handwerkskunst keinesfalls bedeuten muss, sich vom Fortschritt abzukoppeln, weder technologisch noch gestalterisch. Für das Brotmesser Franz Güde gab es einen Red Dot Award, für das Delta einen Interior Innovation Award und für das neueste Modell The Knife sogar einen German Design Award. Und es geht immer weiter. So durfte ich bereits die frühen Vorstufen eines neuen Messerentwurfs in Augenschein nehmen, natürlich ohne Bilder mit der Kamera davon zu machen.

Aber abseits aller Gestaltungs- und Handhabungsaspekte: Vor allem muss ein erstklassiges Kochmesser, na klar, perfekt schneiden. Damit es diese Aufgabe auf Dauer gut erledigt, seien aufmerksame Pflege und richtige Behandlung unabdingbar, unterstreicht der Chef. Zu den wichtigsten Geboten zählen die unverzügliche Reinigung nach Benutzung, insbesondere, wenn säurehaltige Lebensmittel verarbeitet wurden. Allerdings nur mit ein wenig Wasser und einem Tuch, keinesfalls mit Scheuermitteln. Was auch die Reinigung in der Spülmaschine ausschließt. Erst recht, wenn das Messer mit Hiolzgriffen versehen ist. Außerdem ist loses Lagern in der Schublade für ein gutes Messer keine geeignete Aufbewahrung. Besser sind Messerblöcke oder Magnetleisten. Dazu kommt, mit Kochmessern möglichst nicht auf steinernen oder metallenen Flächen und auch nicht auf Porzellantellern zu schneiden. Das schadet der Klinge. Was das Schleifen angeht, so lohnt für den häufigen Messerbenutzer die Anschaffung eines original Güde Wetzstahls. Der ist zwar so teuer wie ein gutes Messer, aber hält die Klinge dauerhaft scharf. Andere Wetzstähle tun es natürlich auch, sie sind nur nicht so perfekt auf das Messer abgestimmt. Profiköche ziehen ihre Messer nach jedem Gebrauch über den Wetzstahl, damit sie beim nächsten Gebrauch wieder tiptop ihren Dienst tun. Dazu braucht es etwas Übung, weil der Winkel beim Ansetzen stimmen muss, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Nach einer Weile intensiven Gebrauchs und Wetzerei, sollte man seine Messer zum Nachschleifen geben. Güde bietet diesen Service für seine Messer gegen eine fair kalkulierte Gebühr an.

Fazit meines Besuchs: Handgeschmiedete Messer machen ist harte und aufwändige Arbeit. In der Gesenkschmiede musste ich mir teilweise die Ohren zu halten, so laut war es da. Aber wenn man sieht, was am Ende dabei herauskommt, scheint all’ der Aufwand vollkommen gerechtfertigt.

Bearbeitungskontrolle durch den Chef persönlich: Es geht auch analog

Glühender Messerstahl, frisch vom Schmiedehammer bearbeitet

____

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Freitag, 02. Februar 2018

Hand in Hand: Wie ein Kochbuch Völkerverständigung durch den Magen fördert

Der Nachteil sinnvoller Apps wie Notizen in meiner iCloud ist die Ansammlung von Stichworten, die binnen kürzester Zeit so weit nach unten wandern, dass ich sie aus den Augen verliere. So war es auch mit einer Notiz zu einem Kochbuch, das zu empfehlen mir eine Herzenssache ist. Hand in Hand aus dem ars viviendi Verlag – bei dem ich übrigens mit dem geschätzten Kollegen Peter-Erik Hillenbach Anfang der 1990er Jahre das erste Buch aus der Reihe Ruhrgebiet zwischen Sekt und Selters herausgegeben hatte – macht auf eindrucksvolle Weise Werbung für Völkerverständigung. Und zwar in Gestalt eines Kochbuchs. Weil nicht nur Liebe durch den Magen geht, sondern auch das Miteinander unterschiedlicher Kulturen. Wer, wenn nicht die Menschen im Ruhrgebiet, meiner Heimat, wüssten das besser. Ins industrielle Herz der Republik kamen seit den 1950er Jahren Menschen aus vielen Teilen Europas. Damals nannte man sie Gastarbeiter. Aber sie brachten nicht nur ihre Arbeitskraft mit, sondern auch ihre kulinarische Kultur. Und das war verdammt gut so für eine Region, die das Genießen von Essen & Trinken erst lernen musste und feststellen konnte, dass es eine Welt jenseits von Kartoffeln, Kohl und Kotelett gab.

Damals schien Integration, allen Erbschäden der NS-Diktatur zum Trotz, besser zu funktionieren als heute. Denn die Menschen waren in harter, gefährlicher Arbeit vereint, in den Stollen der Zechen und an den Hochöfen der Stahlwerke. Da musste man sich hundertprozentig aufeinander verlassen können. Wenn’s hart auf hart kam, spielte Herkunft keine Rolle mehr. Ich kann mich noch gut an einen Ferienjob in den 1980er Jahren erinnern,  wo ich in einem Aluminiumwerk gearbeitet hatte. Wir mussten riesige Schmelzkessel von Ablagerungen säubern. Dafür stiegen wir mit Presslufthammer, Ohrstöpseln und Atemschutz ausgestattet in den Kessel hinab und knatterten los bis der Schweiß in Bächen herabfloss. Auch wenn man am Kessel zusammenarbeitete, saßen türkische und deutsche Kollegen in den Pausen zumeist getrennt. Mir missfiel das, und ich setzte mich demonstartiv zu den türkischen Kollegen, die mir gleich einige Spezialitäten zum Essen anboten. Börek mit Spinat und Schafskäse, Lahamacun, Köfte und Sucuk – alles das lernte ich schon im Pausenraum des Betriebes kennen, lange bevor überall in der Stadt türkische Restaurants und Dönerläden aufmachten.

Arbeit und Essen verbindet Menschen. Und weil das mit den Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge aus verschiedenen Gründen kompliziert ist in Deutschland, muss es erstmal das Essen richten. Vier Studenten der Hotelfachschule Heidelberg brachten in 2016 junge Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern in Kontakt mit deutschen Spitzenköchen. Über 50 von ihnen – darunter Alfons Schuhbeck, Frank Oehler und Michael Kempf – interpretierten für das Buch Hand in Hand Gerichte aus Flüchtlingsregionen neu. Jedes Land wird von zwei Flüchtlingen vertreten, die im Buch ihre persönliche Geschichte erzählen. Autorenhonorar und ein Spendenzuschuss des Verlages kommen einem gemeinnützigen Hilfsprojekt zugute. Beispielhaft.

_____

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF