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Dienstag, 24. Januar 2012

Schlimmer als befüchtet: Tödliche Keime aus der Massentierhaltung. ZDF zeigt erschreckende Doku.

Wie der kompottsurfer in der Vergangenheit immer wieder berichtet hat, kann vor dem Verzehr von Geflügel aus der Massentierhaltung nicht genug gewarnt werden. In ZDFzoom wird am morgigen Mittwoch um 23 Uhr die Frage eines möglichen Zusammenhangs zwischen Massentierhaltung und Todesfällen in Krankenhäusern beleuchtet.

Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts haben ergeben, dass 90% (!) aller untersuchten Geflügel-Tiefkühlprodukte mit ESBL bildenden Bakterien verseucht sind, Keimen, die Peniciline zerstören und mit Antbiotika nicht mehr zu bändigen sind. Sie verbreiten sich immer weiter in deutschen Kliniken. Auf mehreren Frühchenstationen, so die Macher des Beitrags, gab es bereits verheerende Krankheitsausbrüche.

Die Geschichte wirft einen ganz neuen Blick auf die Verbreitung multiresistenter Keime in Krankenhäusern. Es scheint also weder mangelnde noch übersteigerte Hygiene zu sein, die das Problem potenziert, sondern unsere Ernährung.

Aber warum läuft so eine Sendung erst um 23 Uhr? Das sind doch genau die Beiträge, die ich für meine TV- und Rundfunkgebühren sehen will. Und zwar nicht erst zur Nachtzeit.

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Freitag, 13. Januar 2012

Warnung vor Serranoschinken und Chorizo

Der kompottsurfer hat es sich zur Gewohnheit gemacht, regelmäßig bei Lebensmittelwarnung vorbeizuschauen, dem Informationsportal des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Aktuell wird in neun Bundesländern vor dem Verzehr spanischer Chorizo-Wurst und Serranoschinken der Bezeichnung Tapas Trio Espanol gewarnt, die mit Listerien belastet sein können und über die Handelskette Metro in den Vertrieb gelangt sind. Der Konzern hat bereits eine Rückrufaktion eingeleitet. Die Ware kann also problemlos umgetauscht werden.

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Montag, 09. Januar 2012

Keimbelastetes Hähnchenfleisch im Supermarkt: BUND sieht gefährliches und flächendeckendes Problem

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) informierte heute in einer Pressemitteilung über eine Stichprobenuntersuchnung, bei der jede zweite Hähnchenfleischprobe in deutschen Supermärkten und bei Discountern in Berlin, Hamburg, Köln, Nürnberg und der Region Stuttgart entweder mit ESBL- oder MRSA-Keimen belastet war. ESBL-produzierende Darmkeime (Extended Spectrum Beta-Lactamase) und MRSA-Keime (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) können, laut Auskunft des Verbandes, bei anfälligen Menschen zu schweren Erkrankungen oder gar zum Tod führen.

Das Problem ist nicht neu, schon seit über zehn Jahren weisen Verbraucherschützer immer wieder darauf hin. Vor genau einem Jahr warnte der kompottsurfer explizit vor der tickenden Zeitbombe antibiotikaresistenter Keime, und natürlich ist das keine Prognose mit der man unbedingt Recht haben will. Ursache ist, ganz offensichtlich, die industrielle Massentierhaltung. Reinhild Benning Agrarexpertin beim BUND, fordert von Bundesverbraucherministerin Aigner, umfassend Daten über die Keimbelastungen von Lebensmitteln zu erheben und offenzulegen: “Hähnchen, Hühner, Schweine und Kälber leiden millionenfach unter inakzeptablen Haltungsbedingungen und erkranken daran. Bekämen sie keine Antibiotika verabreicht, würden sie in vielen Fällen nicht bis zum Schlachten durchhalten. Selbst gesunde Tiere bekommen die Antibiotika, weil in der industriellen Tierhaltung in der Regel ganze Tierbestände damit behandelt werden.”

Es wird höchste Zeit, dass ein Umdenkprozess in Gang kommt. So lange ein Kilo Fleisch billiger sein kann als ein Kilo Äpfel, läuft gewaltig was schief im Ernährungsverhalten der Deutschen. Ja, es wird vielen Verbrauchern nicht schmecken, aber sie sind es, die das Problem verstärken, wenn sie Fleisch nach den Regeln des Schnäppchenjagens einkaufen.

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Dienstag, 03. Januar 2012

Olivenöl Extra Vergine: Die Extraportion Verbrauchertäuschung

Wir wussten es doch im Grunde schon lange: Italienisches Olivenöl höchster Qualität ist für drei bis vier Euro pro 0,75-Literflasche schlichtweg nicht kostendeckend zu verkaufen, es sei denn, ein Händler nutzt den Preis als Lockvogelangebot oder im angebotenen Gebinde ist möglicherweise nicht drin, was drin sein soll. Da die Preise bei vielen Händlern aber dauerhaft auf extrem niedrigen Niveau verharren, scheidet die Lockvogelvariante weitgehend aus.

Zum Jahresende 2011 enthüllte nun die italienische Zeitung la Repubblika unter dem martialischen Titel La Mafia dell’ Olio, wie systematisch in Italien Premiumöle durch billige Importware gefälscht werden. Der kompottsurfer meint, dass erst die ungesunde Mischung aus unkritischer Geiz-ist-geil-Mentalität und mangelnder Wertschätzung für Nahrungsmittel derartigen Skandalen Tür und Tor öffnet. Wer nur ein wenig nachdenkt, würde die Finger von fragwürdigen Angeboten dieser Art lassen. Ähnliches gilt weiterhin auch für Billigheimer Balsamessig, der kompottsurfer berichtete schon vor einigen Jahren darüber.

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Donnerstag, 29. Dezember 2011

Nach der Einführung in Frankreich: Cola-Steuer auch in Deutschland sinnvoll?

Wie ich gestern Abend in der digitalen Financial Times Deutschland lesen konnte, hat die geplante Cola-Steuer in Frankreich ihre letzte Hürde genommen. Eine Verfassungsbeschwerde gegen die neue Abgabe wurde von den Richtern abgewiesen. Damit ist der Weg frei für eine Steuer, deren vorgeblicher Zweck die Gesundheitsfürsorge sein soll. In Zeiten hochnotklammer Haushaltskassen wirkt diese hehre Absicht allerdings reichlich unglaubwürdig.

Bereits im Juli dieses Jahres forderte Thomas Danne, Chefarzt der Kinderklinik Hannover, medienwirksam via BILD die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke in Deutschland, um Diabetes und Adipositas besser bekämpfen zu können. Diesem Mann ist es abzunehmen, dass er tatsächlich ein Gesundheitsinteresse hat. Und natürlich liegt er mit dem Vorschlag, dass gegen den hohen Zuckerkonsum etwas getan werden muss, auch überhaupt nicht daneben, wie der kompottsurfer findet. Aber muss es die Einführung einer Steuer sein? Und warum der Begriff Cola-Steuer? Warum nicht Nutella-Steuer? Schließlich kann der von diversen Fußballprofis geförderte Nutellakonsum ähnliche Zuckermengen in kariesgeplagte Kindermünder bringen. Von den versteckten Zuckergaben in Ketchup und zahlreichen anderen Lebensmitteln ganz zu schweigen.

Der kompottsurfer findet, dass die Steuer nicht der richtige Ansatz ist, wenn man es mit der Gesundheitsfürsorge ernst meint. Besser wäre es, auf stark zuckerhaltige Genussmittel eine Altersbegrenzung wie beim Alkohol einzuführen. Dann können Kinder vor und nach der Schule  wenigstens nicht mehr unkontrolliert Süßzeug einkaufen und konsumieren.

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Samstag, 26. November 2011

EHEC, nur der Ordnung halber: Wann kommt die volle Aufklärung in Sachen Sojasprossen?

Heute am Marktstand. Bio. Natürlich, was sonst. Vor mir ein Päckchen mit Mungobohnen, die bekannteste Art von Sojasprossen. Die wiederum waren als Ursache für die Verbreitung von EHEC im Mai/Juni ermittelt worden. Ich greife nicht zu, ganz einfach deshalb, weil ich mich lediglich an eine teilweise Entwarnung erinnern kann.

Zuhause angekommen, durchforste ich die Internetseiten des Verbraucherschutz-ministeriums und des Bundesamtes für Risikobewertung. Nichts, kein Hinweis, ob nun auch für Bockshornkleesamen sowie deren Sprossen und Keimlinge aus Ägypten eine Entwarnung vorliegt. In Europa durften, so schreibt es die Hamburger Verbraucherzentrale, bis zum 31.10.2011 keine ägyptischen Samen und Bohnen zur Sprossenherstellung mehr importiert werden. Der Termin ist inzwischen verstrichen. Woher soll der Verbraucher außerdem wissen, aus welchen Beständen die angebotenen Sprossen stammen? Jetzt haben wir November, und klare Statements, die Hinweise zum weiteren Verfahren geben, fehlen. Sehen so die Lehren aus der Kommunikationskatastrophe EHEC-Krise aus?

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Dienstag, 22. November 2011

Lehren aus der EHEC-Krise: Bundesrechnungshof fordert nationalen Krisenstab

Es war der mit Abstand meistgelesene Themenblock in über fünf Jahren kompottsurfer: die EHEC-Krise. Nun hat der Bundesrechnungshof den behördlichen Umgang mit EHEC untersucht und in seinem Dokument über die Organisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes nach Informationen einiger Online-Medien, denen der Bericht bereits vorliegt, systemimmanente Schwächen des deutschen Krisenmanagements ausgemacht und fordert einen nationalen Krisenstab. Dem kompottsurfer ist diese Forderung zu schwammig. Was es aber braucht und an dieser Stelle auch bereits gefordert wurde ist ein durchstrukturiertes Erfassungs-, Melde-, Maßnahmen- und Kommunikationssystem. Die Strukturen müssen aufgebaut sein und reibungslos funktionieren sonst nutzt auch ein nationaler Krisenstab herzlich wenig.

Dass Veränderungen bei der Lebensmittelüberwachung notwendig sind, stellt der Bericht ebenfalls fest. Dazu sollen Spezialeinheiten des Bundes eingerichtet werden, die Lebensmittelhersteller und Handelsketten kontrollieren, die einen überregionalen Markt bedienen. Kommt da nun also ein Bundesgesundheitsamt durch die Hintertür hereinspaziert? Und das mit Segnung des Bundesrechnungshofes? Genug spekuliert. Warten wir erst mal den kompletten Bericht ab.

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Montag, 07. November 2011

Lebensmittelwarnung vor Mettwurst. Aber wer isst schon Mettwurst, oder?

Seit die neue Seite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit online ist, schaue ich da regelmäßig vorbei. Welche Lebensmittel sind gerade aktuell warnungswürdig? Spitzenreiter ist derzeit die Mettwurst. Und da trifft es keineswegs nur einen Hersteller. Es sind gleich drei Produzenten, die in den letzten Wochen mit ihren Mistwursterzeugnissen die Kontrollbehörden auf den Plan riefen. In ersten Fall sind es Salmonellen, im zweiten das Bakterium Listeria Monocytogenes und im dritten nicht näher definierte mikrobielle Verunreinigungen.

Tja, als Kind habe ich öfter Mettwurst gegessen, allerdings nur die feine, weil ich nicht auf diesen knorpeligen weißen Fettwarzen herumbeißen mochte, die dann auch noch so hartnäckig zwischen den Zähnen festsaßen. Aber diese Wurst ist mir schon längst nicht mehr geheuer.

Ach ja, und dann war da noch die Warnung aus dem September vor der Mettwurst von Oma Hilde. Da muss wohl bei der Herstellung Omas Monokel in den Bottich gefallen sein, denn es wurden doch tatsächlich kleine Glasstückchen in der Wurst gefunden.

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Freitag, 04. November 2011

Follow Fish: Handgeangelt auf den Tisch

Thunfisch von den Malediven: von Hand unter Nachhaltigkeitsaspekten gefischt

Es gibt keine Zufälle? Natürlich gibt es die. Zum Beispiel gestern. Da kaufe ich im Biomarkt handgeangelten Thunfisch der Firma followfish, und als ich heimkomme und den frisch erschienenen Stern aus dem Postkasten fische, finde ich beim ersten Durchblättern gleich eine Story des geschätzten Kollegen Bert Gamerschlag über eben genau diese Firma und über die Art und Weise, wie deren Lieferanten ihren Thunfisch angeln. Von Hand nämlich und ohne Beifang. Da schmeckte mir der Thunfisch am Abend gleich noch besser. Echt jetzt. Und die Story mit ihrer beeindruckenden Fotostrecke ist auch absolut lesenswert.

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Dienstag, 25. Oktober 2011

Clean Label: Wie hilfreich sind gesundheitsorientierte Verpackungshinweise auf Lebensmitteln?

Clean Label: Sind die Angaben auf Verpackungen hieb und stichfest?

Und vor allem, für wen sind clean labels hilfreich? Für den Konsumenten oder für den Hersteller? Oder gar für beide? Die erste dicke Falte der Skepsis zerfurcht des kompottsurfers Stirn schon beim Anblick von Pizzaverpackungen, auf denen mit Hinweisen geworben wird, die Verzehrgenuss ohne künstliche Aromen und geschmacksverstärkende Zusatzstoffe in Aussicht stellen. Denn natürlich stehen die unerfreulichen Details im Kleingedruckten auf der Rückseite. So enthält die Pizza zum Beispiel Natriumnitrit, Zucker, nicht näher definierten Gewürzextrakt, reichlich gesättigte Fettsäuren, über 1.000 Kilokalorien Brennwert und Rauch. Das sind natürlich keine skandalträchtigen Inhaltsstoffe, gleichwohl wird wieder einmal deutlich, wo der Hase lang läuft: Der Industrie wird gestattet, Produkten einen gesunden Anstrich zu verpassen, die aus Verbrauchersicht besser mit ein paar Warnhinweisen bepflastert wären.

Blöd genug und selbst schuld, wer auf derartige Werbebotschaften reinfällt, mag mancher Besserwisser einwenden. Aber ist es so einfach? Der letzte Idiot weiß, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, und trotzdem finden sich auf den Verpackungen Warnhinweise, die so deutlich sind, dass sich sogar der letzte Idiot verarscht vorkommen wird. Okay, der kompottsurfer will jetzt hier keine Totenkopfsymbole auf Pizzaverpackungen fordern, aber so eine Karrikatur von einem schwer übergewichtigen Jugendlichen wäre doch schon mal ein Anfang … ;-) .

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