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Dienstag, 28. Mai 2019

Studie: Warum Fertigessen √úbergewicht verursachen kann.

Erst neulich hat der kompottsurfer wieder √ľber die Lebensmittelampel berichtet. Eine Endlosdebatte, die auch durch neue Untersuchungsergebnisse so oft angef√ľttert wird. Nun ver√∂ffentlichte eine Gruppe Wissenschaftler aus dem National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (Bethesda, USA) eine Studie, die den Zusammenhang zwischen dem Konsum hochverarbeiteter Nahrungsmittel und Gewichtszunahme untersucht hat. Dazu wurden zwanzig gewichtsstabile und gesunde Erwachsene im Alter zwischen 29 und 33 Jahren mit einem BMI von 25 bis 29 in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekam station√§r eine 2-Wochen-Di√§t verabreicht. W√§hrend die eine Gruppe viermal t√§glich mit verschiedenen hochverabeiteten Lebensmitteln versorgt wurde, stand der anderen Gruppe genauso oft frische und unverabeitete Kost zur Verf√ľgung. Gegessen durfte, hier wie dort, so viel wie der einzelne Proband essen mochte. Nach zwei Wochen wurde getauscht.

Alle Mahlzeiten beider Gruppen wurden auf Kalorien, Energiedichte, Makron√§hrstoffe, Zucker, Natrium und Ballaststoffe vergleichbar abgestimmt. Die Probanden wurden angewiesen, so viel oder so wenig wie gew√ľnscht zu konsumieren. Ergebnis: In den zwei Wochen Ern√§hrung mit verarbeiteter Kost legten beide Gruppen an Gewicht und K√∂rperfettanteil zu. Interessant ist aber noch ein anderer Aspekt: Man fragte bei den Probanden auch immer den Hungerzustand vor und das S√§ttigungsgef√ľhl sowie die Zufriedenheit nach den Mahlzeiten ab. In diesem Punkt gab es in beiden Gruppen keine nennenswerten Unterschiede. Sehr wohl aber bei der zugef√ľhrten Kalorienmenge. Es sieht also so aus, als ob hochverarbeitete Lebensmittel in gr√∂√üerer Menge konsumiert werden m√ľssen, um das gleiche S√§ttigungsgef√ľhl und die gleiche Zufriedenheit zu erreichen wie mit dem Konsum unverarbeiteter Kost.

Was hei√üt das, wenn wir √ľber die Lebensmittelampel nachdenken? Inhaltsstoffe wie Kohlenhydrate, Zucker, Salz und Fett geben nur bedingt Aufschluss √ľber m√∂gliche Gefahren einer Fehlern√§hrung. Der Verarbeitungsgrad scheint ‚Äď zumindest, wenn man den Ergebnissen dieser Studie folgt ‚Äď ein viel wichtigerer Schl√ľssel zu einer individuell angemessenen Ern√§hrung zu sein. Aber Hinweise in dieser Richtung auf Verpackungen d√ľrften sich noch viel schwieriger durchsetzen lassen als reine N√§hrstoffangaben ‚Äď weil es hier ums Eingemachte der gro√üen Lebensmittelindustrie geht.

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Dienstag, 30. April 2019

Neuer √Ąrger um die Lebensmittelampel

Es ist noch gar nicht lange her, da war hier ein Beitrag √ľber die Wiederbelebung der totgeglaubten Lebensmittelampel zu lesen. Die Einf√ľhrung eines Nutri Scores bei den Franzosen hatte die Debatte neu entfacht. Spiegel Online berichtet nun √ľber einen Vorgang zum Thema Ampel, der Julia Kl√∂ckner in Bedr√§ngnis bringt, die als zust√§ndige Ministerin eine von ihr selbst in Auftrag gegebene Untersuchung unter Verschluss gehalten haben soll. Den Stein ins Rollen brachten die Verbrauchersch√ľtzer von foodwatch, denen eine Email von Frau Kl√∂ckner an das beauftragte Max Rubner-Institut (MRI) vorliegen soll. Das MRI war im Rahmen ihrer Untersuchungen angeblich schon im Herbst 2018 zu dem Schluss gekommen, dass die Nutri-Score-Ampel grunds√§tzlich vorteilhaft f√ľr eine gut sichtbare N√§hrwertkennzeichnung auf der Frontseite von Verpackungen ist.

Nun soll es im Ministerium einen internen Vermerk geben, in dem es hei√üt, Ministerin Kl√∂ckner habe im Umgang mit den Ergebnissen ‚Äěausdr√ľcklich darum gebeten, (‚Ķ) gr√∂√üte Vertraulichkeit sicherzustellen.‚Äú Damit wird nat√ľrlich das Tor zu Spekulationen und Verschw√∂rungstheorien weit aufgesto√üen. Warum wird ein solches Ergebnis so lange unter Verschluss gehalten? Was w√§re gewesen, wenn die Wissenschaftler im Ergebnis keinen Vorteil der Ampel h√§tten erkennen k√∂nnen? H√§tte es dann auch erst so sp√§t eine Verlautbarung gegeben?

Ein vorl√§ufiger Bericht wurde jedenfalls erst am 11. April vom Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft (BMEL) vorgestellt, der aber ‚Äď laut foodwatch ‚Äď die Untersuchungsergebnisse eher verzerrt spiegeln w√ľrde. Unter Bezugnahme auf das Informationsfreiheitsgesetz fordert man Bundesern√§hrungsministerin Julia Kl√∂ckner nun auf, die Original-Studienergebnisse des Max-Rubner-Instituts umgehend herauszugeben. Man darf gespannt sein, was im Original wirklich drin steht, denn um eine Herausgabe wird sie wohl kaum herumkommen. Aber wer wei√ü (Verschw√∂rungstheoriemodus ein): Vielleicht bleibt das Dokument aus Gr√ľnden der nationalen Sicherheit am Ende doch noch unter Verschluss.

Der Sache ist dieser Vorgang √ľberhaupt nicht dienlich. Statt mit allen Beteiligten auf Grundlage der Ergebnisse schnell eine verbraucherfreundliche Regelung auf den Weg zu bringen, ist jetzt erstmal Misstrauen ges√§t, das keinem nutzt.

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Mittwoch, 06. März 2019

CO2-Kennzeichnung f√ľr Lebensmittel: Eine Idee auch f√ľr Deutschland?

Wenn es um die Kennzeichnung von Nahrungsmitteln geht, hat der Verbraucher vor allem eins vor Augen: die Lebensmittelampel. Jahrelang diskutiert und hei√ü umstritten (der kompottsurfer berichtete u.a. hier und hier). Nun r√ľckt im Rahmen der Klimadebatte ein anderer Aspekt f√ľr eine m√∂gliche Kennzeichnungspflicht in den Blickpunkt: ein CO2-Label.

D√§nemark ist schon seit einigen Jahren f√ľr besonderes Engagement bei Lebensmittelsicherheit und Umweltschutz bekannt. Nun will unser Nachbar im Norden bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln vorangehen und deren jeweiligen CO2-Emissionsgrad als Verbraucherinformation aufs Etikett bringen. Wie das vonstatten gehen soll, dar√ľber sind noch keine Details bekannt. Die viel wichtigere Frage aber stellt sich nach der Sinnhaftigkeit des Vorhabens. Fakt ist: Etwa ein Viertel aller Gesamtemissionen weltweit h√§ngen mit unserer Ern√§hrung zusammen. Das Bundesministerium f√ľr Umwelt und Naturschutz geht davon aus, dass “die Ern√§hrung j√§hrlich mit rund 1,75 Tonnen an klimarelevanten Emissionen pro Person zu den Treibhausgasemissionen durch privaten Konsum” beitr√§gt und damit “fast in derselben Gr√∂√üenordnung wie bei den Emissionen durch Mobilit√§t in Deutschland” liegt.

Es ergibt also Sinn, bei der Ern√§hrung nicht nur N√§hrwerte und heikle Inhaltsstoffe zu bedenken, sondern auch den Klima-Aspekt. So schwierig und strittig wie bei der Lebensmittelampel sollte es dabei im Grundatz aber nicht zugehen. Anders als bei der Lebensmittelampel, deren Schw√§che eine zu starke Fokussierung auf einzelne Produkte ist (zum Beispiel m√ľssten N√ľsse wegen ihres hohen Fettgehalts rote Warnfarbe tragen, obwohl sie in einer insgesamt gesunden Ern√§hrung aufgrund wichtiger Mikron√§hrstoffinhalte positiv wirken k√∂nnen) ist bei einer CO2-Kennzeichnung keine vergleichbare Gro√übaustelle in Sicht.

Es ist auch nicht so als h√§tte die Bundesregierung zu diesem Problemfeld f√ľr Deutschland √ľberhaupt noch keine √úberlegungen angestellt. Immerhin wurde vor wenigen Wochen das auf einen Kabinettsbeschluss vom 24. Februar 2016 zur√ľckgehende Nationale Programm f√ľr nachhaltigen Konsum (der kompottsurfer berichtete) ver√∂ffentlicht, das Interessierte hier kostenlos herunterladen k√∂nnen. Die Brosch√ľre hat allerdings reichlich unspezifischen Charakter. Und es ist mehr ein Anmahnkatalog adressiert an die Bev√∂lkerung, denn ein zielgerichteter Ma√ünahmenkatalog. Zudem spielen Aspekte in Zusammenhang mit Nahrungsmittelkonsum nur am Rande eine Rolle. Wenn so ein Papier drei Jahre vom Beschluss bis zur Ver√∂ffentlichung braucht, l√§sst das keinen gro√üen Interpretationsspielraum dar√ľber zu, welchen Stellenwert die Umsetzung nachhaltiger Ma√ünahmen im Bereich Konsum tats√§chlich haben.

Was nicht bedeutet, dass der Verbraucher dem Ganzen tatenlos zusehen muss und jeder von uns einiges tun kann, um emissions√§rmer zu konsumieren, und damit ist nicht der Verzicht auf bl√§hende H√ľlsenfr√ľchte und Zwiebeln gemeint, nur damit keine Missverst√§ndnisse aufkommen. Am heftigsten schl√§gt Butter ins Kontor, noch vor Rindfleisch und K√§se. Bei der Produktion von frischem Gem√ľse fallen im Schnitt am wenigsten CO2-√Ąquivalente an. So gesehen scheint vegane Ern√§hrung am wenigsten klimasch√§dlich zu sein, soweit das Gem√ľse nicht aus √úbersee angekarrt, √ľber Wochen in K√ľhlcontainern aufbewahrt und in Plastik verpackt eingekauft wird. Aber w√ľrde ich wegen CO2-Vermeidung zum Veganer werden? Ganz sicher nicht. Ern√§hrung hat so viele Facetten. Makro- und Mikron√§hrstoffe sind auch wichtig. Und Genuss, ja Genuss. Also versuche ich meinen CO2-Fu√üabdruck auf anderem Wege so klein wie m√∂glich zu halten. Ich lasse ihn bei der Ern√§hrung nicht allzu gro√ü werden, aber g√∂nne mir meine Butter, mein Fleisch und meinen K√§se, in Ma√üen nat√ľrlich. Und spare umso mehr bei Autoverkehr und Flugreisen ein. Letzten Endes muss nat√ľrlich jeder f√ľr sich selbst entscheiden, welchen Weg er gehen will. Das Bewusstsein daf√ľr schaffen ist ein erster Weg dorthin.

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Dienstag, 22. Januar 2019

Gef√§hrliches Gefl√ľgel: Warum Einkauf und Verzehr von Huhn und Pute sehr gut √ľberlegt werden sollten.

Ende 2018 ersch√ľtterte ein Skandal um giftiges Gefl√ľgelfutter die Republik. Na ja, zumindest all’ jene von uns, die zwischen Advents- und Weihnachtsfeiern noch zum Lesen gekommen sind. Als es gegen Weihnachten Zeit wurde, die obligatorische Gans in den Ofen zu schieben, war die Geschichte auch schon wieder vergessen. Letzte Woche dann der n√§chste Aufreger. Auf eine Bundestagsanfrage von Anton Hofreiter (B√ľndnis 90 / Die Gr√ľnen) zur bakteriellen Belastung von Frischgefl√ľgel teilte das Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft mit, dass bei Stichproben in hohem Ma√üe das krankheitserregende Bakterium Campylobacter gefunden wurde. Die Problematik ist seit Jahren bekannt und taucht in vielen Varianten immer wieder auf. Auch der kompottsurfer berichtete dar√ľber, zum Beispiel hier.

Es steht f√ľr mich au√üer Frage, dass wir es mit einem strukturellen Problem zu tun haben. Ob Fipronil im Ei, ESBL und MRSA im Putenfleisch oder Campylobacter im Masth√§hnchen ‚Äď die gro√üindustrielle Verarbeitung von Gefl√ľgel hat entscheidenden Anteil daran, dass die Sorge vor Gesundheitssch√§den zum verl√§sslichen Begleiter bei Einkauf und Verzehr geworden ist. Neulich stie√ü ich im Agrar-Nachrichtendienst proplanta auf einen Beitrag aus 2016. Dort war folgendes zu lesen: “Aus einem 4 kg schweren Schlachtk√∂rper eines Hahnes ergeben sich ca. 1,3 kg Keulen (mit Knochen), 1,2 kg Brustfilet und 1,2 kg Gefl√ľgelklein (H√ľhnersuppe), 80 g Leber und 150 g Fett. Werden die Schlachtk√∂rper im Rahmen der Direktvermarktung abgegeben, sollte ein kostendeckender Preis von mindestens 8,00 EUR/kg Schlachtgewicht erzielt werden. Bei Teilst√ľckvermarktung sind bei diesem Preisniveau f√ľr Brustfilet ca. 15,00 und f√ľr Keulen 10,00 EUR/kg zu kalkulieren, damit ein Erl√∂s √§hnlich dem beim ganzen Schlachtk√∂rper zuz√ľglich zus√§tzlicher Zerlegekosten generiert werden kann.” Schlachtk√∂rper, auf solche Wortsch√∂pfungen kommen wahrscheinlich nur wir Deutsche. Aber davon ab: Wenn beim Direktvermarkter ein Verkaufspreis von 8 Euro als kostendeckend kalkuliert gilt, f√ľr ein Kilo Huhn mit allem verwertbaren Teilen, wie schaffen es dann die Discounter den teuersten Teil vom Huhn, n√§mlich das Brustfilet, f√ľr 4,49 bis 4,99 Euro pro Kilo anzubieten? Zumal da ja noch H√§ndlermarge sowie Transport- und Verpackungskosten drin sind. Keine Frage, irgendwas muss dabei den Bach runtergehen. Ob Qualit√§t, Sicherheit oder Tierwohl. Oder alles zusammen. Ich finde, da braucht es ein Umdenken von uns allen. Meinen Gefl√ľgelkonsum habe ich deshalb √ľber die letzten Jahre deutlich reduziert. Mal ganz abgesehen davon, dass ich H√§hnchen oder Putenbrust ohnehin nicht f√ľr eine kulinarische Delikatesse halte. Wildgefl√ľgel ist eine ganz andere Geschichte. Krieg ich leider nur so selten zu fassen. Mit den Jahren hat mein Tempo nachgelassen ‚Äď ich krieg’ die Viecher im Lauf einfach nicht mehr eingefangen.

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Montag, 26. November 2018

Die zehn größten aktuellen Ernährungsmythen.

Experten immer wieder im Streit: Ist Kaffee nun Bösewicht oder Wohltäter?

Ich liebe Bestenlisten. Wage mich aber viel zu selten an selbst erstellte heran. Was dem Absolutheitsanspruch geschuldet ist, der solchen Listen innewohnt. Möchte ich doch nicht als Ernährungspapst wahrgenommen werden, der alles besser weiss und den Menschen mit Geboten kommt. Echt nicht.

Warum ich nun doch wieder eine Liste mache, hat mit meiner Durchsicht alter Beitr√§ge zu tun, die ich in den letzten zw√∂lf Jahren an dieser Stelle verfasst habe. Immer mal wieder ging es um neue Erkenntnisse der Wissenschaft, aber in der Masse gehen viele dieser Informationen unter. Nat√ľrlich ist diese Liste der zehn gr√∂√üten Ern√§hrungsmythen von mir h√∂chst subjektiv zusammengestellt und gewichtet worden. Getreu einer alten Werbung f√ľr Kreditkarten: “Die Freiheit nehm’ ich mir!” Die Links f√ľhren zu Beitr√§gen des kompottsurfers, die das Thema streifen. Los geht’s.

1.¬† Immer wieder lesen wir von Superfood. Von gesundem Obst und Gem√ľse, von gesunden Wurzeln und Kr√§utern. Dabei gibt es keine gesunden Lebensmittel, es gibt nur gesunde Ern√§hrung. Einzelne Lebensmittel verteufeln oder glorifizieren ist Unsinn.

2. Der frischeste Fisch ist qualitativ der beste? Falsch. Erst nach einem Tag Lagerung ist das f√ľr den Wohlgeschmack des Fischs bedeutende Glutamat gereift.

3. Kaffee ist ungesund. Alle Jahre wieder gerät unser liebstes Heißgetränk in die Kritik. Zum Beispiel, weil es den Körper entwässere und angeblich Acrylamid belastet sei. Zu Unrecht.

4. Vegane Ern√§hrungstrendsetter behaupten: Eisenhaltiges Gem√ľse k√∂nne einen durch Fleischverzicht entstehenden Eisenmangel ausgleichen. Sch√∂n w√§r’s, denn die Bioverf√ľgbarkeit ist nicht ann√§hernd so hoch wie bei Fleisch.

5. Cholesterinhaltige Lebensmittel wie Ei, Butter und Leber erh√∂hen den Cholesterinspiegel und sind deshalb schlecht f√ľr unsere Gesundheit, hei√üt es h√§ufig. Mit den Tatsachen hat das wenig zu tun.

6. Low-Carb-Ern√§hrung macht gesund und schlank ‚Äď eine Behauptung die nicht zu verallgemeinern ist. Wichtiger ist das Verh√§ltnis von verbrauchter und zugef√ľhrter Energie. Auch das individuelle Stoffwechselverhalten spielt beim Abnehmen eine Rolle. Dazu kommt, dass ein Mangel an Kohlenhydraten unser Sozialverhalten negativ beeinflussen kann.

7. Rotwein passt nicht zu Fisch. Die Mär hält sich hartnäckig, obwohl sogar in Spitzenrestaurants längst das Gegenteil praktiziert und Rotwein zu Fisch serviert wird. Auch eine Untersuchung aus der Schweiz konnte die Entwicklung nicht aufhalten. Und das Gegenteil beweisen schon gar nicht.

8. Frisches Gem√ľse enth√§lt mehr Vitamin als Tiefk√ľhlgem√ľse. Stimmt nur in Ausnahmef√§llen. Sobald das frische Gem√ľse f√ľr wenige Tage im K√ľhlschrank liegt, sinkt der Vitamingehalt rapide. Beim TK-Gem√ľse bleibt er lange auf hohem Niveau.

9. Das Datum auf Lebensmittelverpackungen steht f√ľr den Verfallstermin des Inhalts. Obwohl so ziemlich jeder Verbraucher schon mal das Wort Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) geh√∂rt oder gelesen hat, landen Lebensmittel nach Ablauf des MHDs sehr oft im M√ľlleimer, einer der Hauptgr√ľnde f√ľr die Wegwerferitis in Deutschland. Dabei bedeutet Mindesthaltbarkeit ‚Äď man ahnt es irgendwie schon ‚Äď MINDESThaltbarkeit
.
10. Wein auf Bier, das rat’ ich dir. Passend zu den anstehenden Weihnachtsfeiern in Betrieb und Verein muss gesagt werden: Ist genauso falsch wie die Warnung “Bier auf Wein, das lass’ sein.” Aber so gerne wir mal ein oder zwei Glas Wein oder Bier trinken ‚Äď schon geringe Mengen wirken sch√§dlich. Leider.

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Donnerstag, 08. November 2018

Au Backe: Wenn dir dein Essen auf den Zahn f√ľhlt.

Ja, ich wei√ü, unangenehmes Thema. Aber frei nach dem Motto Geteiltes Leid ist halbes Leid, dachte ich mir: Da m√ľssen meine Leser durch, jetzt, wo mir die Zahnklinik f√ľr eine Weile Ern√§hrungsvorschriften gemacht hat. Au√üerdem trifft es jeden mal. Irgendwann. Im Grunde geht es um zwei Dinge: 1. Was darf ich nicht essen oder trinken? 2. Was sollte ich wie essen und trinken? Ja, die Frage nach dem Wie ist nicht zu untersch√§tzen.

Aber fangen wir vorne an. Was darf man nicht essen? Kuhmilchprodukte, so hei√üt es in vielen Ratgebern, seien heikel. Einerseits weil sie die Wirkung von Antbiotika herabsetzten und andererseits, weil sie Entz√ľndungsprozesse f√∂rderten. Nun ist weder das eine noch das andere so unwidersprochen hinzunehmen. Nicht jedes Antibiotika scheint von der Wirkungshemmung betroffen. Und ob Kuhmilch tats√§chlich Entz√ľndungsprozesse f√∂rdert, dar√ľber streiten sich die Gelehrten ebenfalls. Der Kieferchirurg sagt, die Milchs√§urebakterien k√∂nnten ‚Äď zum Beispiel nach einer Zahn-OP ‚Äď in die Wunde eindringen und eine Entz√ľndung ausl√∂sen. Ein paar Minuten vorher hatte er mir auf meine allgemeine Nachfrage zur Sterilit√§t von Operationsbesteck geantwortet, der Mund sei der Bereich des K√∂rpers, der am besten mit Bakterien klar k√§me, weil er sich andauernd damit herumschlagen m√ľsse. Ja, was denn nun?¬† Ratzfatz ist man bei einem Grundproblem angekommen, das oft auftritt, wenn es um Gesundheit und Ern√§hrung geht. Was ist richtig? Was sollten wir tun? Nun, im Grunde ist es einfach: Hirn einschalten, selbst nachdenken und selbst entscheiden. Ich habe mich entschieden auf Milch und K√§se zu verzichten, solange ich Antibiotika einnehme und in meinem Mund ein Wundheilungsprozess im Gang ist. Schaden wird mir das sicher nicht. Und ich steigere nebenbei die Vorfreude auf den n√§chsten Cappuccino.

Generell sind Milchprodukte kein kritisches Nahrungsmittel f√ľr unsere Z√§hne. Im Gegenteil. Sie enthalten oft viel Kalzium, ein Mineral, das f√ľr den Aufbau von sch√ľtzendem Zahnschmelz von Bedeutung ist.¬† Joghurt kann au√üerdem Fruchts√§uren neutralisieren. Wegen dieser Fruchts√§uren, und weil ich Joghurt als Puffer nicht einsetzen kann, verzichte ich besser komplett auf Obst und Fruchts√§fte, solange meine Z√§hne akuten Stress machen oder sich von einer Behandlung erholen m√ľssen. Danach steht garantiert wieder M√ľsli mit frischem Obst und Joghurt auf meinem Fr√ľhst√ľckstisch, denn im Grunde ist diese Kombination ideal, um Vitamine, Mineralstoffe und Proteine ohne Gefahr f√ľr Leib und Z√§hne in unseren K√∂rper zu schaffen.

Wein, Bier oder gar Hochprozentiges sollte auch gemieden werden. Kein Scherz. Ja, ich h√∂r’ meine Leser schon kichern und Alkohol desinfiziert vor sich hin brabbeln. Aber Desinfektion ist in diesem Fall von sehr untergeordneter Bedeutung, denn Alkohol erweitert die Blutgef√§√üe, senkt die Blutgerinnung, regt die Durchblutung an ‚Äď und, simsalabim, setzen Nachblutungen ein. Will man nicht haben, sowas.

Kommen wir zur zweiten Frage: Was sollte ich wie essen und trinken? Kurze Antwort: alles was schmeckt. Kleine Einschr√§nkung: Solange es p√ľriert und weder zu kalt, noch zu hei√ü, zu scharf und zu s√§urelastig ist. Denn jede Art von Reizung behindert den Heilungsprozess. Und so hab’ ich mir schon eine Liste der Gerichte zusammengestellt, die ich in den n√§chsten Tagen kochen werde. Da w√§re allen voran eine K√ľrbissuppe, asiatisch gew√ľrzt mit Kokosmilch (genau, die ist erlaubt, weil nicht von der Kuh sondern vom Kokos gemolken), Ingwer und Curry. Aber ausnahmsweise nicht so scharf, wie √ľblich zubereitet, weil das die Wunde reizen k√∂nnte. N√§chster Tag: Risotto mit roten Schmorzwiebeln (wie hier in einem kompottsurfer-Rezept, nur ohne Mandelstifte). Und dann mit dem Mut zum ersten weichen Biss: Frikadellen mit Kartoffelp√ľree und Mangold.

So, und jetzt leg’ ich mir wieder brav den Eisbeutel auf die geschundene Backe.

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Montag, 29. Oktober 2018

Wenn der Kaffeebecher deinen Konsum kontrolliert und das wahrscheinlich erst der Anfang ist.

Eine Meldung des IT-Nachrichtenportals Heise br√ľhte eine alte Sorge in mir auf, bei der es um mein, ach was, um unser aller Ern√§hrungs- und Bewegungsverhalten geht, kontrolliert durch diverse Apps. Als Apple vor zwei Jahren f√ľr viel Geld das Start Up Gliimpse kaufte, wurde mir zum ersten Mal mulmig. Gliimpse gilt als Spezialist¬†f√ľr das Sammeln von Gesundheitsdaten zur Erstellung elektronischer Krankenakten. Meinem iPhone kann ich schon lange pers√∂nliche Gesundheitsdaten anvertrauen, die in einer Health-App gespeichert werden. Gliimpse d√ľrfte die M√∂glichkeiten der App deutlich erweitert haben. Und nun das: Die ersten app-kompatiblen Endger√§te sind auf dem Markt. Wie hier zu lesen ist, steuert das Ember Temperature Control Travel Mug bald nicht mehr nur die ideale Trinktemperatur meines Kaffees, sondern schickt meine Verzehrmengen direkt weiter an eine Health App in meinem iPhone. ‚Ä®‚Ä®W√§hrend man die gierigen kleinen App-Monster bisher mit selbst eingepflegten Daten f√ľttern musste, bricht nun das Zeitalter der semi-autonomen Becher, Tassen und wohl bald schon Gabeln und L√∂ffel an, die alles messen, wiegen, auswerten k√∂nnen, was ich in mich hinein futtere und gluckere. Kalorien, Proteine, Kohlenhydrate, Alkohole, Vitamine, Fette, gute wie schlechte.

Es gibt nun wahrlich Apps und Ger√§tschaften mit Kontrollfunktion, die sinnig sind, hilfreich und gut, zum Beispiel, wenn es um Energieeinsparung geht. Weniger Strom- und Gasverbrauch im Haushalt, weniger Spritverbrauch im Stra√üenverkehr, weniger sch√§dliche Emissionen, n√ľtzliche Projekte eben. Aber muss ich deshalb zum Vollkontrollpfosten in Sachen Ern√§hrung werden? Kann gut sein, dass ich ein paar verschw√∂rungstheoretisch verseuchte Hollywood-Filme zu viel gesehen habe ‚Äď aber was mag wohl eines Tages dabei herauskommen, wenn ich im Haushalt umgeben bin von technischen Ermittlern eines Ern√§hrungsgeheimdienstes?

Vision Anfang. Es ist Tag X im Jahre 2023. Gerade habe ich meinen Einkauf im Supermarkt beendet und hieve die erlegte Ware aufs Transportband. Mein Handy wird von einem Scanner erfasst, der wenig sp√§ter auch die Strichcodes meiner Eink√§ufe ausliest. Immer wieder blinkt es rot, gelb und gr√ľn, wenn ein Teil am Scanner vorbeizieht. Am Ende des Transportbands finde ich die gr√ľn und gelb ausgelesene Ware in Entnahmef√§chern. Die gr√ľne Ware kann ich sofort entnehmen. Will ich die gelbe Ware haben, muss ich erst einen Haftungsausschluss f√ľr eventuelle gesundheitliche Sch√§den unterschreiben, die der Konsum f√ľr mich ganz pers√∂nlich haben k√∂nnte. Meine Krankenkasse w√ľrde die Kosten dann nicht √ľbernehmen, da mein g√ľnstiger Prepaid Basic Life Tarif das nicht abdeckt. Die rote Ware √ľbrigens wird √ľber die ‚ÄěGiftspur‚Äú genannte Transportbahn gleich zur√ľck ins Lager geschickt. Hinweis: ‚ÄěSorry, Herr Kompottsurfer, Sie hatten diese Woche schon zu viele Erdn√ľsse.‚Äú

Spinnen wir den Gedanken weiter. Meine Health App wei√ü nat√ľrlich genau, was gut f√ľr mich ist, kennt meine Cholesterinwerte, wei√ü, wie viel ich mich bewegt habe in dieser Woche und welche genetische Disposition ich mit mir herumtrage, weil ich der App das mal in einer stillen Stunde ganz im Vertrauen verraten habe. Okay, ich will ehrlich sein, es gab eine 1-Bitcoin-Gutschrift als Bonus, wenn ich die Daten auf der Gesundheitskarte meiner Krankenkasse eingebe und freischalten lasse. Vision Ende.

Ich stelle immer wieder mit Erschrecken fest, welchen Reiz diverse technische Spielereien und Spielzeuge auf mich aus√ľben. Wie gerne ich mir Auswertungen in meiner Garmin Connect App ansehe. Wie viele Kilometer bin ich diese Woche, diesen Monat, diese Jahr schon gejoggt? Wie viele H√∂henmeter waren dabei? Wie viele Kilometer auf dem Rad und wie viele Stunden Muckibude kamen zusammen? Und dann sind da noch die zur√ľckgelegten Schritte, die gestiegenen Treppenstufen im Alltag. Will ich auch wissen. Wir gehen, wie ich finde, oft allzu sorglos mit unseren Daten um. Mit dem, was wir sozialen Netzwerken und Clouds anvertrauen. Auch wenn ich das allermeiste auf privat geschaltet habe. St√§ndig werden irgendwo auf der Welt Datenbanken gehackt, und die Infos gelangen dann schnell in die H√§nde finsterer Gesellen, die √ľble Dinge damit anstellen k√∂nnen. Und schon ist gar nichts mehr privat. Aktuell steht zum Beispiel die Vivy-App in der Kritik, wie unter anderem durch MDR und andere Medien verbreitet wurde.

Ich schreibe das alles, weil wir in Sachen Ern√§hrung noch nicht so weit sind wie in meiner orwellschen Vorstellung ausgemalt. Und weil wir es auch nicht so weit kommen lassen sollten. Wir haben das selbst in der Hand. Noch. Wenn wir es schaffen, digitalen Verf√ľhrungen ebensowenig zu erliegen, wie ungez√ľgeltem Konsum diverser Nahrungsmittel, w√§re viel gewonnen. Das √ľberlebenswichtige Urbed√ľrfnis des Menschen nach Essen und Trinken sollte uns ein H√∂chstma√ü Analogit√§t wert sein. Das wunderbar krachende Knusperger√§usch beim Biss in eine handvolle Kartoffelchips, der Duft eines frisch gebr√ľhten Espressos, der Geschmack eines reifen Bordeaux-Weines ‚Äď alles das m√∂chte ich mir nicht von einem selbst gew√§hlten digitalen Kontrollettisystem verleiden lassen, dass mich mahnt, derart ungesundes Zeug besser nicht zu konsumieren. Da passe ich doch lieber selbst auf mich auf.

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Mittwoch, 10. Oktober 2018

Klimaverträglich essen und trinken, wie geht das?

Am Montag wurde die Menschheit mit Nachdruck an die dramatische Lage in Sachen Erderw√§rmung erinnert. Der Weltklimarat (IPCC) stellte einen Sonderbericht vor, dessen wichtigste Botschaft lautet: Es sind beispiellose Ver√§nderungen n√∂tig bei Stromerzeugung und Mobilit√§t, in der Landwirtschaft und Industrieproduktion und bei urbaner Infrastruktur, um die rettende Erderw√§rmungsgrenze von +1,5¬į C. (gemessen an den Durchschnittstemperaturen der vorindustriellen Zeit) nicht zu √ľberschreiten. Wer jetzt denkt, der Einzelne kann ohnehin nichts machen, weil das eigene bisschen Umdenken sowieso nichts nutze und deshalb alle Verantwortung auf politische Entscheider abw√§lzt, liegt falsch. V√∂llig falsch. Wer gar den Zusammenhang zwischen Klimawandel und menschlichem Zutun negiert, ben√∂tigt eine Gef√§hrderansprache. Finde ich.

Von √ľber 10.000 Studien zum Thema Klimawandel, die seit Beginn der 1990er Jahre abgeschlossen wurden, best√§tigen 97% den Einfluss von CO2-Aussto√ü auf die zunehmende Erderw√§rmung. Und das Konsumverhalten der Menschen hat entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung. Man denkt nat√ľrlich sogleich an Autoverkehr, Flugreisen, Wohnen, Heizen. Aber Ern√§hrung ist ebenso ein Schl√ľsselthema, wenn es um die Reduzierung von klimasch√§dlichen Emissionen geht. Ein √∂kologischer Fu√üabdrucktest der Initiative Brot f√ľr die Welt (Link √ľber das Bild) widmet dem Aspekt deshalb eine eigene Rubrik. Wobei es viele weitere Ern√§hrungskomponenten gibt, die der Fragenkatalog nicht erfasst. Aber es ist eine gute erste Orientierung, mit welchen Quadratlatschen man als Konsument durchs Klimabeet stapft. Ich hab’s mal ausprobiert und kam dabei ziemlich gut weg (s. Bild). Selbstkritisch muss ich allerdings sagen, dass einige Aspekte unbefragt blieben, bei denen ich eher nur so mittel abschneiden w√ľrde.

Das Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit (BMU) hat vor drei Jahren das Nationale Programm f√ľr nachhaltigen Konsum (NPNK) entwickelt, das 2016 von der alten Bundesregierung beschlossen wurde. Darin enthalten ist auch ein Kapitel zur Ern√§hrung. Ich m√∂chte mich an dieser Stelle nicht mit der Fragestellung aufhalten, durch welche Ma√ünahmen die Ziele und Vorgaben erreicht werden k√∂nnen. Das ist mir zu viel Politik an dieser Stelle und f√ľhrt zu weit vom Essen weg. Deshalb hier nur in aller K√ľrze einige Eckpunkte des Ern√§hrungskapitels im NPNK, wer will, kann es dort gerne genauer nachlesen:

1..Wertsch√§tzung von Lebensmitteln ‚Äď Initiative ‚ÄěZu gut f√ľr die Tonne‚Äú
2. Förderung der ökologischen Lebensmittelwirtschaft in Deutschland
3. Bundesprogramm √Ėkologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (B√ĖLN)
4. Eiweißpflanzenstrategie
5. Forum Nachhaltiges Palmöl
6. Forum Nachhaltiger Kakao

Was ich an klimaschonender Ernährung wirklich großartig finde: Sie bietet eine sehr große Schnittmenge mit gesundem und genussvollem Essen. Ich habe mal ein paar Verhaltensempfehlungen zusammengefasst, deren Einhaltung jeden Verbraucher zu einem Besseresser macht.
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(weiterlesen…)

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Dienstag, 11. September 2018

Die T√ľcken von Low-Carb-Ern√§hrung: Wie Fr√ľhst√ľck unser Sozialverhalten beeinflusst.

Es erstaunt mich immer wieder, wie sehr unser Ern√§hrungsverhalten mit unserer Psyche verdrahtet ist. Und mich verwundert, wie wenig wir daraus zu lernen scheinen. Essen, das unsere Leistungsbereitschaft steigern oder schw√§chen, Depressionen beg√ľnstigen oder mildern kann ‚Äď alles keine wirklich neuen Erkenntnisse. Trotzdem sehen die gef√ľllten Einkaufswagen der Konsumenten im Supermarkt oft aus, als w√ľsste der Mensch nicht, was hochverarbeitete Lebensmittel und ein √úberma√ü an Zucker, Kohlenhydraten und Transfetten anrichten k√∂nnen. Die tickenden Zeitbomben, die wir uns einverleiben ‚Äst kaum in Schach zu halten von einem K√∂rper, den Bewegungsmangel in Beruf und Freizeit saft- und kraftlos gemacht haben ‚Äď bedrohen unser Leben auf eine Weise, die wir ernster nehmen sollten.

Nat√ľrlich muss jeder erwachsene Mensch selbst entscheiden k√∂nnen, was und wie viel er von welchen Nahrungsmitteln vertilgt. Denn Bevormundung l√∂st das Problem nicht, und ist selbst bei der Kindererziehung kaum hilfreich. Warum mir ausgrechnet jetzt das Thema wieder in den Sinn kommt? Hab’ ich w√§hrend und nach der Fu√üball-WM vielleicht zu viele Chips, Erdn√ľsse und Salzstangen gegessen¬† und Bier getrunken? Uneingeschr√§nktes Ja. Und die Bewegung kam wegen einer Verletzung auch zu kurz. Aber aufger√ľttelt hat mich etwas anderes. Und das betrifft den Kopf.

Eine Untersuchung der Universit√§t L√ľbeck mit dem Titel Impact of nutrition on social decision making legt beispielhaft dar, wie sehr unterschiedliche N√§hrstoffzusammensetzungen im Fr√ľhst√ľck Entscheidungsverhalten beeinflussen kann. Prof. Dr. Soyoung Park, Professorin f√ľr Sozialpsychologie und Neurowissenschaft der Entscheidung an der Universit√§t zu L√ľbeck, leitete die Studie. Sie sagt: ‚ÄěTier- und Humanstudien haben schon vor vielen Jahren gezeigt, dass die Zusammensetzung unserer Nahrung Einfluss auf die im Gehirn zur Verf√ľgung stehenden Neurotransmitter hat. Bisher war jedoch nicht klar, ob dies in einem Ma√ü geschieht, welches tats√§chlich unser Verhalten messbar ver√§ndert.‚Äú Inzwischen wissen die Forscher mehr. Das Verh√§ltnis von Kohlenhydraten, Fett und Protein zueinander steuert unseren Aminos√§uren-Haushalt. Der wiederum hat gro√üen Einfluss darauf, welche Neurotransmitter in unserem Gehirn aktiviert werden, die wiederum unser Entscheidungsverhalten steuern. Je h√∂her der Anteil an Kohlenhydraten im zur√ľckliegenden Fr√ľhst√ľck war, desto sensibler reagierten die Probanden auf Unfairnis. Ermittelt wurde das anhand von Reaktionen auf ein Spiel aus der mathematischen Spieltheorie.

Man kann daraus schlie√üen, dass unsere Ern√§hrung nicht nur offensichtliche, k√∂rperliche Unterschiede wie √úbergewicht beeinflusst sondern auch psychische. ‚ÄěDi√§ten, wie die derzeit beliebte ‚ÄöLow Carb‚Äė-Di√§t, sollten vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse kritisch betrachtet werden. Sie f√ľhren zwar eventuell zu dem gew√ľnschten Gewichtsverlust, beinhalten aber ein extrem unausgewogenes Verh√§ltnis von Kohlehydraten und Proteinen und k√∂nnen dadurch einen direkten Einfluss auf unser allt√§gliches Verhalten haben‚Äú, gibt Dr. Sabrina Strang, Mitautorin der Studie zu bedenken.

Ich habe daraufhin mal einen kritsichen Blick auf mein √ľbliches Fr√ľhst√ľck geworfem. Vollkornm√ľsli mit ein paar Trockenfr√ľchten, Weizenkeimlinge, ungezuckerter Naturjoghurt aus eigener Herstellung, Granatapfelkerne und weiteres frisches Obst sowie 10 Gramm Bitterschokolade (80%). Damit komme ich bis in die sp√§te Mittagszeit prima hin, ohne Hungergef√ľhl. Verzichte ich weitgehend auf Kohlenhydrate zum Fr√ľhst√ľck, kommt der Hunger fr√ľher, meine Ungeduld steigt, und schon deshalb bin ich dann nicht mehr ganz so umg√§nglich wie sonst. Wie hei√üt es so sch√∂n in der Werbung: Du bist nicht du wenn du hungrig bist.

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Dienstag, 04. September 2018

Einmachen. Eine ausgemacht gute Idee.

Was mussten wir alles lesen, sehen, h√∂ren in den letzten Jahren √ľber den bedauernswert fahrl√§ssigen Umgang von Produzenten und Verbrauchern mit Nahrungsmitteln hierzulande. Aber halt, stop! Warum √ľberhaupt bedauernswert? Wir sind die Konsumenten, und wir k√∂nnen selbst entscheiden, welchen K√§se wir machen. Ob wir unseren K√ľhlschrank vollstopfen als st√ľnden monatelange Versorgungsengp√§sse wegen Alienangriffen bevor. Dabei z√ľchten wir die Aliens selbst. Der K√§se kriegt F√ľ√üe, und die Sahne verf√§rbt sich blau wie Kree-Schergen vom Planeten Hala. Nur weil wir zu oft und zu gierig planlos einkaufen, mutieren unsere K√ľhlschr√§nke zu unheimlichen Orten. Vollgestopft mit Beh√§ltern aus Plastik, die nicht selten unangetastet samt Inhalt in den M√ľll wandern, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Meine Omas kannten noch Zeiten ohne K√ľhlschrank. Zeiten mit Nahrungsmittelmangel. Zeiten in denen Essen kostbar war. Und wo alles nutzbar gemacht wurde. Wenn man zum Beispiel Schweine schlachtete, dann mit hoher Wertsch√§tzung f√ľr alles, was das Tier an Nahrhaftem hergab. Von den Ohren √ľber das Blut bis zu den F√ľ√üen. Genauso verfuhr man mit Obst und Gem√ľse. √Ąpfel, die wurmstichig vom Stamm fielen waren immer noch gut f√ľr Apfelmost.

Die meisten Stadtmenschen verf√ľgen heutzutage weder √ľber Schweine, Kaninchen oder H√ľhner im Hinterhof noch √ľber einen Garten mit Obst und Gem√ľse. Und doch steht die T√ľr zu verantwortungsvollem Genuss jedem offen, der den Willen dazu aufbringt. Wer die Augen offen h√§lt, kann sogar Obst, Gem√ľse und Kr√§uter heranschaffen ohne Geld daf√ľr auszugeben. Au√üerdem wachsen in fast allen st√§dtischen Regionen massenhaft Brombeeren, die sich an jeder zweiten Ecke ernten und dann sowohl frisch im M√ľsli oder eingekocht als Marmelade verwenden lassen. Neben den Brombeeren stehen sehr oft Holunderbeerstr√§ucher, deren Fr√ľchte etwa zur gleichen Zeit reif werden. Man sollte sie nicht roh essen, aber als Gelee oder Sirup schmecken sie vorz√ľglich. Sie machen sich wunderbar im Duett mit Brombeeren und k√∂nnen auch diverse Apfelzubereitungen geschmacklich veredeln.

Nur wenige Kilometer von meinem Wohnort entfernt lebte einst Henriette Davidis, die sich um die Pflege und Verbreitung von Rezepten aller Art verdient gemacht hat. Ein Museum im St√§dtchen Wetter an der Ruhr erinnert an ihr Wirken. Ihre B√ľcher wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts millionenfach verkauft. In meinem Kochbuchregal findet sich ein Exemplar der 48. Ausgabe von 1921. Ein Erbst√ľck von meiner Oma v√§terlicherseits. Wenn nicht darin, wo sonst sollte ich einen guten √úberblick an Rezepten finden mit deren Hilfe Obst und Gem√ľse schmackhaft haltbar zu machen w√§ren? Zumal Davidis in unserer Heimat lebte und mit dem Umgang hier gut gedeihender Grundprodukte bestens vertraut war.

Und tats√§chlich sind seitenweise Anregungen zu finden. Im Grunde unterscheidet sie drei Arten des Einmachens. Mit Branntwein (Obst), mit Zucker (Obst und Gem√ľse) und mit Essig (Gem√ľse). Da sind die Schwarzkirschen (alternativ Heidelbeeren) zum Kompott eingemacht mit Essig und Zucker, was laut Davidis im Winter als Beigabe zu diversen Obstkuchen schmeckt. √úberhaupt macht sie einiges zusammen mit Essig und Zucker ein, sogar Melone, was mich einigerma√üen erstaunt hat. Wobei mir nicht klar war, dass die Zuckermelone eine Verwandte der Gurke ist, und Gurken durchaus¬† als sehr einmachtaugliche Dinger bekannt sind. Was mich wirklich interessiert und ich unbedingt probieren muss, bevor die Saison vorbei ist: Senfzwetschen. Das “man nehme” liest sich bei Davidis gro√üartig, vor allem, was die Mengen betrifft: 8,5 kg abgeriebene Zwetschen, 3 l Bieressig, 1 kg Zucker, 20 g Nelken, 15 g Zimt sowie 250 g braune Senfsamen. Vermutlich werde ich mit knapp der H√§lfte auskommen. F√ľr die n√§chsten paar Jahre.
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