rewirpower.de – Das Revierportal


Suche:

Montag, 07. August 2017

Eier. Wir brauchen Eier. Ohne Fipronil.

Ich war gerade auf dem Weg in die Niederlande als die Radionachrichten den Eierskandal vermeldeten, womit klar war, dass R√ľhrei als Mahlzeit f√ľr die n√§chsten Tage ausfallen w√ľrde. Warum ich aber schon im n√§chsten Moment ausgerechnet an Oliver Kahn’s legend√§ren Satz “Eier! Wir brauchen Eier!” denken musste, werde ich bei Gelegenheit mal einen Psychologen fragen, wenn mir einer √ľber den Weg l√§uft. Vielleicht war es der genervte Unterton mit dem Kahn den Ausspruch tat. Denn genervt bin ich auch und ganz besonders, weil dieser Skandal kein verarbeitetes Industrieprodukt betrifft, sondern ein ziemlich unverarbeitetes. Zwar verringert der Konsument sein Risiko, verseuchte oder verpanschte Ware zu kaufen, je weniger verarbeitet ein Nahrungsmittel ist. Aber frei von Risiko ist er selbst dann nicht wie das aktuelle Beispiel zeigt.

Seit Beginn der Aufzeichnungen des kompottsurfers 2006 ziehen sich reichlich Meldungen √ľber Gef√§hrdungen der Lebensmittelsicherheit durchs Archiv. Eier waren auch schon Thema. 2011 wurde ein Dioxinskandal bekannt, 2013 wurden herk√∂mmliche Eier unter anderem als Bio-Eier verkauft. Im letzten Jahr sickerte durch, dass die Verantwortlichen f√ľr das Dioxin verseuchte Futter durch das wiederum H√ľhner und Eier kontaminiert wurden, nur geringe Geldbu√üen als Ordnungswidrigkeit zu zahlen hatten. Schon da mutma√üte ich, dass eine solche Entscheidung f√ľr Misset√§ter geradezu wie ein Persilschein augefasst werden muss. Und ‚Äď der Kalauer sei erlaubt ‚Äď jetzt gibt’s f√ľr viele Eier einen Fipronilschein. Fipronil, ein Sch√§dlingsbek√§mpungsmittel, wurde inzwischen aber nicht nur in Oranje-Eiern entdeckt sondern auch in solchen aus Belgien und Deutschland. Das Problem ist also offensichtlich nicht auf einen Einzelfall begrenzbar.

Wirklich gesundheitssch√§dlich sind die Mengen nicht, die bisher in den Proben gefunden wurden, sagt das Bundesamt f√ľr Risikobewertung (BfR). Beruhigen sollte uns das aber keinesfalls, im Gegenteil. Nur ein sehr geringer Teil der in Deutschland (und vermutlich in ganz Europa) im Handel verf√ľgbaren Nahrungsmittel wird kontrolliert. Und wenn es Stichproben gibt, decken die viel zu oft gravierende M√§ngel auf. Brauchen wir also mehr Proben, mehr Mitarbeiter in den Kontrollbeh√∂rden und mehr Geld f√ľr die Ausstattung eben dieser? Helfen k√∂nnte es sicher. Aber kriegsentscheidend ist das nicht.
Was wir brauchen sind Eier. Um Selbstkritik zu √ľben. An unserem Konsumverhalten. Hauptsache billig, aber bitte mit Qualit√§t funktioniert in einer Gesellschaft nun mal nicht, deren Lebensmittelmarkt haupts√§chlich darauf ausgerichtet ist, pekuni√§ren Gewinn abzuwerfen. Also m√ľssen zuallerst wir uns √§ndern. Oder wie es die Generation meiner Eltern gerne formuliert hat: Man sollte zuerst vor der eigenen Haust√ľr kehren. Qualit√§t hat ihren Preis eben nicht nur beim Autokauf. Ich empfehle, mehr Geld f√ľr gute Nahrungsmittel und weniger f√ľr den fahrbaren Untersatz ausgeben. Und nein, ich schweife jetzt nicht noch zum Thema Diesel ab. Die Eier reichen f√ľr heute.

UPDATE: Die Firma Abelssoft hat eine kostenlose App mit dem Namen Faules Ei entwickelt, die eine Identifizierung heikler Ware erm√∂glichen soll. Der kompottsurfer hat’s ausprobiert. Funktioniert ganz simpel. Einfach den auf dem Ei befindlichen Code eingeben, und wenn es keine Bedenken gibt, erscheint ein H√§kchen mit dem Hinweis “Alles okay! Ihre Eier sind unbedenklich!”

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Donnerstag, 20. Juli 2017

Der Butterberg ist geschmolzen, die Preise klettern. Aber wie schlimm ist das wirklich?

Ein Bericht der Financial Times sorgte vor einigen Tagen f√ľr Aufsehen, weil er dem Konsumenten eine unangenehme Wahrheit aufs Butterbrot schmiert: Die Butterpreise, in den letzten Monaten rasant gestiegen, werden auf hohem Niveau stabil bleiben, und m√∂glicherweise wird es zu Weihnachten sogar zu einer Butterknappheit kommen. Ausgerechnet zu Weihnachten, wo fr√ľher regelm√§√üig Butter aus Lagerbest√§nden, die so genannte Weihnachtsbutter, deutlich verbilligt verkauft wurde. Wie konnte es dazu kommen? Und wo ist der Butterberg geblieben? Nun, der Butterberg ist schon vor l√§ngerer Zeit weitgehend geschmolzen, und das ist im Grunde auch gut so. Ausgel√∂st durch die 1984 europaweit eingef√ľhrte Milchquote sehendes Auges mehr K√ľhe mehr Milch produzieren zu lassen als n√∂tig ist, hat n√§mlich etwas Unanst√§ndiges.
Auch wenn die Milchquote erst 2015 endg√ľltig fiel, gab es schon vorher einige Achterbahnfahrten in Sachen Milchpreise, die gew√∂hnlich auf die Butterpreise durchschlagen. So stiegen diese in 2007 um 20%, fielen bis 2009 aber wieder um 15%, stiegen bis 2011 um satte 37%, sanken 2012 um √ľber 13%, stiegen 2013 um 16% und wenn der geneigte Leser jetzt noch nicht abgeh√§ngt ist, lohnt auch noch der Blick auf 2015, dem Jahr der Freigabe des Milchmarktes, wo die Preise, erstaunlicher Weise, nicht extrem ausschlugen, sondern nur vergleichsweise leicht um 8,7% sanken. Was aber passierte, war, dass viele kleine Milchbauern die f√ľr sie unrentable Produktion endg√ľltig drangaben, weshalb der Markt nun mengenm√§√üig allem Anschein nach in die Problemzone kommt, da die verbliebenen Gro√übetriebe den Mangel nicht so schnell wettmachen k√∂nnen. Und was passiert, wenn mehr Nachfrage als Angebot da ist? Genau. Da h√ľpfen die Euronen beim Einkauf nur so aus der Geldb√∂rse. Zumal auch die Nachfrage steigt, weil Butter einfach beliebter geworden ist, seit der Vorwurf, mitverantwortlich f√ľr Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sein, vom Tisch ist.

Worauf sich des Deutschen liebste Frage aufdr√§ngt: Wer ist schuld an dem Schlamassel? Und die liebste Antwort gibt man gerne gleich hintendran: Die EU. Aber nein, so einfach ist es nicht. So lange wir eine Geiz-ist-geil-Mentalit√§t pflegen, und beim Lebensmittelkauf die oberste Maxime nicht die Qualit√§t sondern der Preis ist, wird es Verwerfungen geben. Und was machen wir jetzt? Nun ja, wir k√∂nnten zum Beispiel weniger Butter essen, daf√ľr aber bessere. Nur so als Idee. Oder wir regen uns gar nicht erst auf, trinken ein lecker Schn√§psken und blicken staunend zur√ľck auf die Preise fr√ľherer Tage. 1960 kostete n√§mlich ein 250-g-P√§ckchen Butter 1,65 DM. Das entsprach 0,6% des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Arbeitslohns von 262 DM. Heute kostet ein 250-g-P√§ckchen 1,79 Euro, das entspricht 0,06% des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Arbeitslohns von 2.875 ‚ā¨. Vielleicht dr√ľckt diese Zahl auch die verloren gegangene Wertsch√§tzung aus, die wir unseren Lebensmitteln entgegen bringen.
UPDATE 27.2.1017: Spiegel Online berichtet heute √ľber einen immensen Vorrat an Milchpulver in der EU in sagenhafter H√∂he von 358.000 Tonnen. Wo der Butterberg geschmolzen ist, t√ľrmt sich also nun ein anderer Berg aus Milcherzeugnissen auf. Mehr dazu hier.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Dienstag, 04. Juli 2017

Der Honig, die Bienen und die Sorge um die Schadstoffbelastung und Regionalität eines Naturprodukts.

Unter dem Titel Unser Honig: geliebt und gef√§hrdet zeigte das NDR-Fernsehen gestern einen so umfassenden wie erschreckenden Beitrag, wie schlecht es um die Qualit√§t unseres Honigs teilweise bestellt ist. Bisher hatte ich immer geglaubt, das Bienensterben sei das gr√∂√üte Problem. Gefolgt von anderen Umweltfaktoren wie Pflanzengift, das die Bl√ľten sch√§digt. Aber was da gestern gesendet wurde, offenbarte noch weitere Probleme aus ganz anderen Richtungen wie Deklaration, Vermarktung und das Ansteuern giftiger Pflanzen durch Bienenv√∂lker, denen die Bl√ľtenoptionen ausgehen.

Wer glaubt, beim Imker um die Ecke ausschlie√ülich Honig aus der Region zu bekommen, kann sich schnell get√§uscht sehen, denn die Mitglieder des Deutschen Imkerbundes d√ľrfen Honig aus anderen Quellen dazukaufen und vermarkten und das bis zu einem Anteil von 50 Prozent. Dazu kommt, das Bienen ‚Äď anders als lange Zeit angenommen ‚Äď die Bl√ľten des Jakobs-Greiskraut ansteuern, eine knallgelb bl√ľhende heimische Pflanze, die giftige Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten kann. In Stichproben wurden Schadstoffbelastungen gemessen, die teils zigfach √ľber den zul√§ssigen Grenzwerten liegen. Das Problem: Die Kontrolle der heimischen Honige kleiner Imker ist kaum m√∂glich. Die w√ľrden selbst auch gerne sicher sein und unbelastete Honige anbieten, aber die Analyse ist nicht billig.

Ganz neu ist das Problem allerdings nicht. Experten wissen schon lange, dass toxische Inhaltsstoffe √ľber Bienen in den Honig gelangen k√∂nnen, die diverse asiatische und kaukasische Rhododendronarten anfliegen. F√ľr Deutschland hat man das Problem bisher nicht gesehen. Das √§ndert sich nun.

Den gesamten Beitrag des NDR gibt’s hier zu sehen:

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Sonntag, 25. Juni 2017

Sachen gibt’s: Vegane W√ľrzbasis f√ľr Spaghetti Bolognese

Gestern lag wieder einer dieser Briefkastenverstopfer in der Post. Ein fettes Papiermonster mit Produktwerbung f√ľr Billigfleisch, Billigbier und Billigschnaps. Als kleines Extra lag sogar noch eine Probierpackung W√ľrzbasis f√ľr Spaghetti Bolognese dabei. Auf der R√ľckseite fand sich ein Rezept zur Zubereitung von Spaghetti Bolognese. Dem angebratenen Hackfleisch, so stand dort zu lesen, m√∂ge man Wasser und die W√ľrzbasis beif√ľgen und schon sei die Sauce fertig. Soweit, so klar, so unakzeptabel f√ľr Leute, die auf selbstgemachte Saucen stehen.

Was aber wirklich bemerkenswert war: Der Hersteller warb auf der R√ľckseite doch tats√§chlich damit, dass die W√ľrzmischung vegan sei. “Geeignet f√ľr vegetarische und vegane Gerichte” stand direkt unter dem Hackfleischrezept zu lesen. Und weil das alleine nicht schon kurios genug ist, am√ľsiert den Carnivoren auch ein Detail aus der Zutatenliste der W√ľrzmischung: Kann Spuren von …Milch und Ei … enthalten. Und der Veganer mag sich veralbert vorkommen, mindestens.

Wie viele Veganer es in Deutschland gibt, dar√ľber streiten sich die Gelehrten. Das Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft (BMEL) geht nach neuesten Zahlen von 3% Vegetariern hierzulande aus, der Vegetarierbund (VEBU) von 10%. Die Zahl der Veganer sch√§tzt die Organisation auf 900.000, die Uni G√∂ttingen auf 400.000. Das hei√üt, kaum mehr als 1% der Deutschen sind Veganer, aber die gro√üe Lebensmittelindustrie tut so, als w√§ren es mindestens zwanzig bis drei√üig Prozent, so umf√§nglich wie ihre Produkte mit dem Zusatz vegan bedruckt sind. Warum das Ganze? Weil dieser Trend ein lukratives Gesch√§ft f√ľr die Industrie werden k√∂nnte. Ist zumindest meine Erkl√§rung. Menschen die frisch und nat√ľrlich kochen kann man weniger Industrieprodukte verkaufen als denen, deren Maxime vegan lautet. Kein Wunder also, dass die Wucht des Trends zum Veganismus so durchschl√§gt, obwohl die Zahl der Veganer immer noch verschwindend gering ist. Nat√ľrlich ist mir klar, dass auch viele Veganer frisch kochen. Aber ich hab’ schon einige Leute in Superm√§rkten erlebt, die den Einkaufswagen voller Fertigprodukte hatten, aber dar√ľber redeten, wie wichtig ihnen die vegane Zusammensetzung ist. Vielleicht haben Marktforscher irgendwann mal herausgefunden, dass ein Teil der Deutschen nach Ersatzreligionen mit Moralkomponente sucht.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Freitag, 09. Juni 2017

Schweinerei auf dem Grill?

Neulich entdeckte ich auf der Facebookseite eines Bekannten ein geheimnissvolles Foto. Darauf sind blau illuminierte Drehregler an einer verchromten Armaturenleiste zu sehen.¬† Im Text gab es keine weiteren Erl√§uterungen, und ich kam zu dem Schluss, dass es sich wahrscheinlich um eine m√§chtige Musikanlage handeln wird, die der Kollege da anschmachtet oder in Besitz gebracht hat. Wenige Stunden sp√§ter tauchte eine weitere Mitteilung in seiner Zeitleiste auf, und diesmal gab es auch Text: “… nur noch einmal schlafen.” Ein Blick auf das beigef√ľgte Foto machte mir sofort klar, dass ich mit der Musikanlage gr√ľndlich falsch gelegen hatte. Denn es ging hier um einen, Trommelwirbel: Grill. Das klingt profan, ist es aber nicht. Denn das Wort Grill ist reichlich untertrieben f√ľr ein Ger√§t, das einen Reinigungsroboter beherbergt, 5964 cm¬≤ Gesamtgrillfl√§che mit zehn Brennern aufweist, sowie eine doppelte Infrarotgrillvorrichtung an Bord hat, die Temperaturen bis 815 ¬į Celsius erzeugen kann.

So ein Spielzeug kostet die Kleinigkeit von rund 5.500 Euro, und ich versp√ľrte den Drang gleich auszurechnen, wieviele Nackenkoteletts vom edlen Ibericoschwein ich f√ľr diesen Preis in meiner schn√∂den Eisenpfanne wohl braten k√∂nnte. Ich kam auf 1.100. Wenn ich also einmal die Woche f√ľr mich und ab und zu f√ľr Familie oder Freunde Ibericokotellets braten w√ľrde, k√§me ich auf gesch√§tzt acht Jahre bester w√∂chentlicher Versorgung f√ľr mich und zwei weitere Personen.

Zugegeben, das ist eine sehr theoretische Herangehensweise. Niemand k√§me auf die Idee, jede Woche Ibericoschwein zu essen. Na ja, zumindest niemand au√üer mir. Aber wer so einen Supergrill hat, muss ja auch irgendwas drauflegen. Und dieses Irgendwas sollte eigentlich nicht irgendwas sein, sondern am besten der Qualit√§t des Ger√§ts entsprechen. Da w√§ren Ibericokoteletts das mindeste. Wenn nicht gar √∂fter mal Wagyu Beef den Infrarotstrahler des Grills k√ľssen sollte. Nun gehe ich mal davon aus, dass der Bekannte den Grill nicht mit Billigfleisch beleidigt, aber sicher gibt es eine Reihe Luxusgrillbesitzer, die es mit der Qualit√§t des Grillguts nicht so genau nehmen und den Anschaffungspreis des Ger√§ts durch den Einkauf von Billigschwein aus dem Supermarkt oder vom Discounter gegenfinanzieren.

Mit dem Thema Billigschwein f√ľr Grillwurst und Steak befasst sich die Titelstory des aktuellen stern (“Fleisch um jeden Preis”). In den letzten Jahren hatte auch der kompottsurfer das Thema Billigfleisch immer mal wieder ins Visier genommen, weil man es als verantwortungsvoller Genussmensch nicht wegdr√ľcken sollte. Das Magazin pr√§sentiert aktuelle Zahlen zum Konsum, und die sind zum einmal tief Durchgrunzen: Im Schnitt vertilgt der Deutsche pro Jahr 36,2 kg Schwein, 12,5 kg Gefl√ľgel und 9,7 kg Rind und Kalb. Dazu kommen 1,7 kg Lamm, Wild usw.. Rechnet man die vier Prozent Vegetarier und Veganer Bev√∂lkerungsanteil heraus, vertilgt ein durchschnittlicher Fleischesser pro Jahr also 62,6 kg Schwein, Rind und Co.. Finanzierbar wird das nur ‚Äď ja, ich muss auch wieder an den Grill denken ‚Äď weil so viel Billigfleisch auf dem Markt ist. Gerade in den Sommermonaten werben die gro√üen Supermarktketten und Dicounter mit Wahnsinnspreisen. F√ľnf Euro f√ľr ein Kilo Schweinesteaks sind fast schon normal, nicht selten liegt der Preis auch noch darunter.

Wer wissen will, wie man gut und sicher Fleisch kauft ‚Äď ja, die Sicherheit spielt auch eine Rolle, wie der kompottsurfer auch schon mehrmals berichtete ‚Äď findet im stern einen hilfreichen √úberblick, auch was die Bedeutung von G√ľtesiegeln angeht. Bevor man sich also dem Einkauf von frischem Gargut f√ľr den Luxusgrill widmet, kann ein Blick ins Heft nicht schaden.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Sonntag, 04. Juni 2017

Wer braucht schon Superfood: Ein Hoch auf die Haferflocke!

Superfood. Wer den Begriff googelt, erh√§lt ‚Äď nein, ich hab’ mich nicht mit den Nullen vor dem Komma vertan ‚Äď einen satten N√§herungswert von 121.000.000 Treffern. Keine Frage also, dass wir es hier mit einem Supertrend zu tun haben. Der sogar schon in stinknormale Superm√§rkte vorgedrungen ist. Unter Superfood versteht man im Allgemeinen n√§hrstoffreiche Lebensmittel, die der Gesundheit und dem Wohlbefinden besonders f√∂rderlich sein sollen. Also alles super mit Superfood? Nicht unbedingt, weil eine solche Umschreibung suggeriert, einzelne Lebensmittel k√∂nnten gesund sein. Dabei gibt es aus meiner Sicht √ľberhaupt keine gesunden Lebensmittel sondern nur gesunde Ern√§hrung. Was ist das vitamreichste Supperfutter wert, wenn der positive Effekt durch den Konsum von S√ľ√üigkeiten, alkoholischen Getr√§nken und Transfetten wieder zur Strecke gebracht wird? Aber Hauptsache die l√§stigen Gewissensbisse k√∂nnen mal an etwas Gesundem kauen. Ist so √§hnlich wie mit dem √ľbersch√§tzten Kalorienverbrennungseffekt. Wer meint, mit drei√üig Minuten lockerem Jogging ein gro√ües St√ľck Sachertorte kalorienm√§√üig zu eliminieren ist n√§mlich genauso auf dem Holzweg. Ertappt? Macht nix. Ich bin alles andere als ein Gesundheitsapostel, nur etwas allergisch gegen manche Ausw√ľchse der Selbstt√§uschung.

Bevor ich aber komplett vom eigentlichen Thema abkomme, zur√ľck zum Superfood und zu Nahrungsmitteln, die ‚Äď formulieren wir es mal so ‚Äď zu einer gesunden Ern√§hrung auf besondere Weise beitragen k√∂nnen, weil viel Gutes in ihnen steckt. Das Gesch√§ft brummt jedenfalls mit dem Verkauf von exotisch anmutenden Produkten wie Quinoa, Gojibeeren, Spirulina-Algen, Baobab und Acerola. Dabei g√§be es so viele Alternativen aus heimischen Gefilden, die auch wirkungsvoll sind, aber nicht √ľber den halben Erdball geschippert werden m√ľssen.

Zu den aus meiner Sicht am meisten untersch√§tzten Lebensmitteln z√§hlen Haferflocken. Selbst in Bioqualit√§t sind sie zudem g√ľnstig zu haben. Wer einmal die Mikron√§hrstoffe von Haferflocken ins Visier nimmt, wird erstaunt sein, was da alles drin ist. Ein hoher Kaliumanteil zum Beispiel, auch reichlich Calcium, dazu Eisen, Magnesium, Zink, Phosphor, Vitamin B1 sowie pflanzliches Eiwei√ü. Die √∂rtliche Biob√§ckerei meines Vertrauens, Hutzel, hat seit einer Weile k√∂stliches Hafermischbrot im Programm, entweder mit Gerste oder mit Dinkel kombiniert. Man kann Haferflocken also nicht nur als Basis f√ľr M√ľsli verwenden sonder auch ganz prima als Vollkornbrot.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Donnerstag, 11. Mai 2017

Trinken die Deutschen wirklich zu viel Alkohol?

Du, die Wanne ist voll war Ende der 1970er Jahre ein Partyhit, gesungen von der legend√§ren Helga Feddersen im Duett mit Didi Hallervorden. Daran musste ich gerade denken als ich auf Spiegel Online den Aufmacher zur aktuellen Aktionswoche der Deutschen Hauptstelle f√ľr Suchtgefahren (DHS) las. Eine Badewanne voller alkoholischer Getr√§nke, so hei√üt es in einem Interview unter der Spiegel-Meldung, trinke der Durschschnittsdeutsche pro Jahr. Wobei nicht definiert wird, ob es Getr√§nke auf dem Alkoholniveau von Bier mit 4,9 Vol.% sind oder dem von Strohrum (80 Vol%). Welchen Unterschied das macht, wei√ü jeder, der von beidem schon mal ein paar Schlucke genommen hat.

Um gar nicht erst missverstanden zu werden, ich sehe in unserer Gesellschaft auch einen deutlich zu unreflektierten und sorglosen Umgang mit alkoholischen Getr√§nken. Die gesundheitlichen Gefahren durch √ľberh√∂hten Konsum sind ohnehin unumstritten, noch heikler aber ist, dass nur schwer zu vermitteln sein d√ľrfte, was “√ľberh√∂ht” √ľberhaupt bedeutet. Ich kann da erst recht keine Empfehlungen geben, maximal indiviuelle Erfahrungswerte, und die sind ganz sicher nicht auf die Allgemeinheit √ľbertragbar. Es h√§ngt von einer Menge Einflussfaktoren ab, wieviel Alkohol bei wem welchen Schaden anrichtet.
Wenn aber nun der Gesch√§ftsf√ľhrer des DHS, Dr. Raphael Ga√ümann, verlauten l√§sst ‚ÄěDie Aktionswoche Alkohol kratzt am Mythos, Alkohol sei ein Kulturgut” und dann einen Zusammenhang zu den Gefahren herstellt, dann l√§sst mich das als Leser irritiert zur√ľck. Alkohol ‚Äď wahrscheinlich gemeint: alkoholische Getr√§nke ‚Äď sind aus meiner Sicht unbedingt Kulturgut. Aber der Fehler liegt darin, daraus eine individuelle Rechtfertigung f√ľr ungehemmten Konsum herzuleiten. Aufgabe sollte sein, den B√ľrger zum m√ľndigen Konsumenten zu bef√∂rdern, was auch bedeutet, schon in der Schule auf die Gefahren von Alkoholkonsum hinzuweisen, was ja l√∂blicher Weise auch zunehmend gemacht wird.

Trinken die Deutschen nun wirklich zu viel Alkohol? Wenn wir es mal an einer Badewanne mit einem g√§ngigen Fassungsverm√∂gen von 140 Litern bemessen, k√§men wir pro Tag auf ein Glas Bier von 0,38 l. Aber es wurde ja nicht explizit formuliert, womit die Wanne gef√ľllt ist. Vermutlich bezieht sich die Aussage auf eine Ver√∂ffentlichung des Spirituosenverbandes, wonach der Durchschnittsdeutsche in 2015 etwa 135,5 Liter unterschiedlicher alkoholischer Getr√§nke konsumiert hat. Davon entfallen auf Bier 105,9 l, Wein 20,5 l, Spirituosen 5,4 l und Schaumwein 3,7 l. Pro Tag also ein 0,3-l-Glas Bier, pro Woche eine 0,4-l-Karaffe Wein, alle zweieinhalb Monate ist eine Flasche Schaps leergetrunken und f√ľnf Mal im Jahr pl√∂ppen die Sektkorken. Klingt vielleicht nicht nach √ľber die Ma√üen viel, aber nun gibt es diesen Durchschnittskonsument eben kaum. Vielmehr aber gibt es zigtausende Erwachsene die keinen, oder nur extrem wenig Alkohol trinken. Bleibt also f√ľr die anderen definitiv mehr √ľbrig als h√∂chstwahrscheinlich empfehlenswert ist, ganz unabh√§ngig von weiteren Einflussfaktoren.

Was können Freunde eines guten Tropfens daraus schließen? Qualität statt Quantität könnte eine Lösung sein. Lieber eine gute Flasche Wein pro Woche trinken als zwei schlechte. Nur mal so als Idee.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Dienstag, 02. Mai 2017

Heute nicht gut drauf? Das Drogenpotential von Eiscreme.

Ich war tats√§chlich nicht gut drauf, als ich das Werbeplakat einer Eisdiele in einer mittelalterlichen Kleinstadt erblickte. Gerade erst hatte ich vom Tod des Bergsteigers Ueli Steck erfahren, zudem pr√§sentierte sich das Wetter fies regnerisch, und ich war auf dem nassen Kopfsteinpflaster bergab nach einem Ausrutscher nur knapp einer Bauchlandung entgangen. Alles echt nicht lustig. Aber siehe da, das Plakat brachte Erheiterung. Das beste daran: Ich brauchte nicht einmal Eis. Und das ist gut so. Denn das bedeutet: Ich bin nicht eiss√ľchtig. Obwohl wahrscheinlich einige Leute aus meinem engsten Familien- und Freundeskreis vor Lachen Bauchkr√§mpfe bekommen, wenn sie das lesen. Aber ich habe eine Entzugskur hinter mir. Und kann die Sache inzwischen kontrollieren.

Das ist keinesfalls selbstverst√§ndlich wie eine schon vor Jahren ver√∂ffentlichte Studie des Oregon Research Institute in Eugene ergab. Denn Eiscreme habe Drogenpotential wie Kokain, hei√üt es dort. Mal sehen wie selbstdiszipliniert ich √ľber den zweiten Sommer komme.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Dienstag, 25. April 2017

Lebensmittelfälschungen im großen Stil: ZDF-Magazin Frontal 21 berichtet

Der kompottsurfer hatte das Thema Lebensmittelf√§lschungen in den letzten Jahren immer mal wieder auf dem Schirm. Nicht zuletzt bei Oliven√∂l und Wein gab es wiederholt alarmierende Meldungen. Nun wird das ZDF-Magazin frontal 21 heute Abend √ľber eine Aktion der Strafverfolgungsbeh√∂rden Europol und Interpol berichten, die alle bisherigen F√§lschungsskandale in den Schatten stellt. Auf die Formulierung “Peanuts” habe ich aus guten Grund verzichtet, denn ausgerechnet Erdn√ľsse machen einen Teil des Problems aus. Sie wurden beispielsweise undeklariert ger√∂steten Haseln√ľssen beigemischt.

Betrogen wird √ľberall, nicht nur bei Produkten, wo hohe Gewinnspannen zu erzielen sind. Neben Champagner, Kaviar und Tr√ľffel wurden auch Kaffee, Tee und Mineralwasser gef√§lscht. Der Marktwert aller F√§lschungen, die bei den Kontrollen sichergestellt wurden, wird auf rund 230 Mio. Euro beziffert. 61 L√§nder, davon 21 aus der EU, sind dabei im Visier der Fahnder gewesen.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Sonntag, 19. März 2017

Preise f√ľr Parmesank√§se teilweise um bis zu 50 Prozent gestiegen. Gibt es Alternativen?

Als 2012 ein Erdbeben Norditalien ersch√ľtterte, traf es auch die Region Emilia-Romagna empfindlich. Dort nahm ein Parmesanlager schweren Schaden, etwa 400.000 Laibe K√§se gingen zu Bruch. Man musste damals bef√ľrchten, dass dieser Verlust heftigen Niederschlag in der Preisentwicklung finden w√ľrde, aber so schlimm wurde es zum Gl√ľck nicht.

Nun sehen wir aktuell eine heftige Preisentwicklung beim Parmesan, die viel eher zu einem Erdbebenereignis passt. Nur hat dort zuletzt nichts √§hnlich schlimm ger√ľttelt. Die Preiserh√∂hungen, wie sie bei Fachh√§ndlern, in Superm√§rkten und bei Discountern zu beobachten sind, m√ľssen andere Ursachen haben. Der kompottsurfer hat sich bei Insidern aus der Milchwirtschaft umgeh√∂rt, die haupts√§chlich gestiegene Rohmilchpreise in der Region f√ľr die Preisentwicklung verantwortlich machen. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen K√§sesorten handelt es sich bei Grana Padano und Parmigiano-Reggiano um gebietsgesch√ľtzte Bezeichnungen. Wird die Rohmilch in der Region teurer, schl√§gt das auch ungepuffert auf den K√§sepreis durch. Zumal nicht √ľberall in Europa solche Dumpingpreise f√ľr Milch √ľblich sind wie in Deutschland. Da sich bei einigen Onlineh√§ndlern jedoch deutlich g√ľnstigere Bezugspreise erzielen lassen als aktuell beim Discounter, kann es nicht allein an den Milchpreisen liegen. Vielleicht wurde falsch disponiert, vielleicht wird die Preistoleranz des Verbrauchers getestet. Anders als bei der saisonal extremen Verteuerung von Sommergem√ľse, wie sie zuletzt bei Zucchini zu beobachten war, mit Spitzenpreisen von 8 Euro pro Kilogramm (der kompottsurfer berichtete), ist der gestiegene Parmesanpreis also nicht so einfach zu erkl√§ren.

Aber muss es √ľberhaupt immer Parmesan sein? Keinesfalls. Als Alternative k√∂nnte zum Beispiel auch Alter Holland Gouda dienen, nicht zu verwechseln mit in Deutschland gro√üindustriell hergestelltem Gouda. Alter Holland Gouda reift mitunter bis zu sechs Jahre, und erreicht dann jene Spitzenqualit√§t, wie sie beim legend√§ren Affineur Waltmann zu haben ist.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF