rewirpower.de – Das Revierportal


Suche:

Dienstag, 07. Februar 2017

Was der Kompottsurfer an M√ľnchen besonders mag

Das ¬†Essen. Oder genauer: die Essm√∂glichkeiten abseits der bayerischen Landesk√ľche. Auch wenn es im Ruhrgebiet durchaus einige ¬†kulinarische Hotspots abseits der Spitzengastronomie gibt – sobald ich in M√ľnchen unterwegs bin, kommt mir meine Heimat wie eine ¬†kulinarische Diaspora vor. Ganz besonders die asiatischen Lokale begeistern mich. Und vermutlich gibt es in der Stadt noch eindrucksvollere als die von mir hier genannten. Aber soll ja auch nicht mein letzter Besuch in M√ľnchen gewesen sein.

Da ist zum Beispiel der kleine vietnamesische Imbiss Ha Noi an der Schellingstraße 104. Zu den besonderen Köstlichkeiten des Hauses zählen die trefflich abgestimmten Nudelsuppen. Die zudem barmherzig kalkuliert sind.

F√ľr Freunde koreanischer K√ľche ist Kims Restaurant eine Empfehlung. Wer das spartanische Ambiente auszublenden versteht und mit der Aufmerksamkeit beim Essen bleibt, wird seine Freude haben – nicht nur an Kimchi und gebratenem Wasserspinat sondern vor allem an den hauchd√ľnn geschnittenen Fleischgerichten vom Tischgrill.

Und dann ist da noch Kushi-Tei of Tokio mit seinen bet√∂renden Grillgerichten. Auch das Sushi verdient Aufmerksamkeit. Ich freu’ mich schon auf die n√§chste Reise nach M√ľnchen.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Donnerstag, 01. Dezember 2016

Michelin Guide 2017: Die neuen Sterne sind da. Und ein paar alte sind vergl√ľht.

Mit ungewohnter Versp√§tung von zwei Wochen ist gerade in Berlin die Vergabe der Michelinsterne 2017 verk√ľndet worden. Sensationen? Keine. Es bleibt bei zehn Restaurants in der obersten Liga mit drei Sternen. 292 H√§user, zwei mehr als im Vorjahr, haben nun einen, zwei oder gar drei Sterne im Besitz. Im Vergleich zu 2012 ist das allerdings eine Zunahme der besternten H√§user um satte 17 Prozent. Die Erkl√§rung daf√ľr liefert der internationale Direktor des Guide Michelin, Michael Ellis,: ‚ÄěDie Entwicklung der deutschen Spitzengastronomie bleibt dank zahlreicher junger, innovationsfreudiger K√∂che auf sehr hohem Niveau. Vielfach haben sie ihr Know-how in internationalen Top-H√§usern erworben und stellen ihr K√∂nnen jetzt als K√ľchenchefs in eigenen Restaurants unter Beweis. Damit tragen sie ma√ügeblich dazu bei, dass die deutsche Gastro-Szene zu den besten in Europa und der Welt z√§hlt.‚Äú

W√§hrend also bei den 3-Sterne-H√§usern alles beim alten blieb, gibt es gleich mehrere Aufstiege in die Klasse der 2-Sterne-Restaurants, darunter “Geisels Werneckhof‚Äú in M√ľnchen mit Tohru Nakamura am Herd. Und das ‚ÄěRutz‚Äú in Berlin mit Marco M√ľller. Die Bundeshauptstadt z√§hlt jetzt sieben 2-Sterne-H√§user sowie zw√∂lf 1-Stern-Restaurants und “festigt damit ihren Ruf als kulinarischer Hotspot in Europa”, wie der Michelin mitteilt. 2010 waren es nur ein Haus mit zwei Sternen (Fischer’s Fritz mit Christian Lohse) sowie 11 1-Sterne-Betriebe. Und wenn ich an die Zeit kurz vor der Jahrtausendwende zur√ľck denke, wo ich zigmal im Jahr in Berlin unterwegs war ‚Äď es d√ľrften damals nicht mal eine Handvoll besternter Restaurants gewesen sein. Was f√ľr eine rasante Entwicklung.

Aber wie sieht es in den heimischen Gefilden aus? Nach der Freude √ľber den Zuwachs in der Sternefamilie des Ruhrgebiets ist in diesem Jahr Katerstimmung angesagt. Die R√©sidence geht zum Jahresende, wie berichtet, in die ewigen Gastronomiegr√ľnde ein, womit es auf lange Sicht schon mal ein sicheres Zweisternehaus weniger gibt in unserer Region. 27 Jahre hatte die R√©sidence diese besondere Auszeichnung verteidigen k√∂nnen. Auch der Niedergang des Dortmunder Restaurants Kikillus, vor einem Jahr noch √ľberraschend mit einem Michelinstern ausgezeichnet, schl√§gt negativ zu Buche. Es verbleiben nun Frank Rosin allein mit zwei Sternen sowie Schote (Essen), Goldener Anker (Dorsten) Palmgarden (Dortmund), Landhaus K√∂pp (Xanten), Am Kamin (M√ľlheim/Ruhr) und das eingemeindete Haus Stemberg in Velbert (das zwar nicht mehr im Raum des Regionalverbands Ruhr liegt, aber gef√ľhlt unbedingt zum Revier dazugeh√∂rt ‚Äď die f√ľnf Kilometer Abstand zur RVR-Grenze machen den Spitzkohl nun wirklich nicht fett). Das Ruhrgebiet geht kulinarisch also nicht zugrunde, aber die Spitze hat eine Delle bekommen.

Hier nun der bundesweite √úberblick mit allen Restaurants, die mit drei oder zwei Sternen ausgezeicnet worden sind:

3 Sterne
Baiersbronn // Restaurant Bareiss
Baiersbronn // Schwarzwaldstube
Rottach-Egern // Restaurant √úberfahrt Christian JuŐąrgens
Hamburg // The Table Kevin Fehling
OsnabruŐąck // La Vie
Wolfsburg // Aqua
Bergisch-Gladbach // Vend√īme
Wittlich/Dreis // Waldhotel Sonnora
Perl // Victor’s Fine Dining by christian bau
SaarbruŐącken // G√§steHaus Klaus Erfort

2 Sterne
Berlin // FACIL
Berlin // Fischers Fritz
Berlin // Horv√°th
Berlin // Lorenz Adlon Esszimmer
Berlin // reinstoff
Berlin // Rutz
Berlin // Tim Raue
Baden-Baden // Brenners Park-Restaurant
Baiersbronn // Schlossberg
Konstanz // Ophelia
Mannheim // Opus V
Peterstal-Griesbach, Bad // Le Pavillon
Rust // ammolite ‚Äď The Lighthouse Restaurant
Sulzburg // Hirschen
Aschau im Chiemgau // Restaurant Heinz Winkler
Augsburg // AUGUST
MuŐąnchen // Atelier
MuŐąnchen // Dallmayr
MuŐąnchen // EssZimmer
MuŐąnchen // Geisels Werneckhof
MuŐąnchen // Tantris
NuŐąrnberg // Essigbr√§tlein
Wernberg-Köblitz // Kastell
Frankfurt am Main // Lafleur
Frankfurt am Main // Tiger-Gourmetrestaurant
Königstein im Taunus // Villa Rothschild Kempinski
Hamburg // Haerlin
Hamburg // Jacobs Restaurant
Hamburg // SuŐąllberg ‚Äď Seven Seas
Cuxhaven // Sterneck
Dorsten // Rosin
DuŐąsseldorf // Im Schiffchen
Köln // Le Moissonnier
Neuenahr-Ahrweiler, Bad // Steinheuers Restaurant Zur Alten Post
Piesport // schanz. restaurant.
Trier // BECKER’S
GluŐącksburg // Meierei Dirk Luther
Sylt/Rantum // S√∂l’ring Hof
Leipzig // Falco

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Donnerstag, 12. Mai 2016

Neues Restaurant Laurushaus auf Schloss Hugenpoet eröffnet: Erika Bergheim kocht in privater Atmosphäre

Erika Bergheim beim Anrichten im neuen Restaurant Laurushaus

Zwei Jahre ist es her, da f√ľhrte ich ein Gespr√§ch mit Erika Bergheim, vormals K√ľchenchefin im Sternerestaurant Nero auf Schloss-Hotel Hugenpoet, das zu diesem Zeitpunkt schon eine Weile geschlossen war. Die damalige Gesch√§ftsleitung hatte anschlie√üend das beim Publikum beliebte Bistrokonzept des Zweitrestaurants Hugenp√∂ttchen von der benachbarten Remise ins Schloss geholt, um das Haus leichter zug√§nglich zu machen und beim Publikum die Hemmschwelle, durch das historische Portal zu treten, zu senken.

Nun ist Erika Bergheim eine K√∂chin, die durchaus gehobene Bistrok√ľche abliefern kann. Aber andersherum ist das so, als w√ľrde man mit einem Porsche immer nur im 30er Tempo durch verkehrsberuhigte Zonen zockeln. “Ab und zu werden wir den Stern mit einem Men√ľ wieder aufleben lassen”, sagte sie mir damals, und es schwang schon eine Portion Wehmut in ihren Worten mit. Gleichwohl kreisten schon zu dieser Zeit Gedanken durch ihren Kopf, in einem der vielen Nebengeb√§ude des Schlosses vielleicht mal ein kleines und exklusives Restaurant mit Wohnzimmeratmosph√§re zu er√∂ffnen.

Gestern war es dann soweit. Im einst privat genutzten Laurushaus ‚Äď aufw√§ndig umgebaut und neu gestaltet unter tatkr√§ftiger Mithilfe von Stephanie Freifrau von F√ľrstenberg, wie ihr Mann Maximilian Freiherr von F√ľrstenberg bei der Er√∂ffnung betonte ‚Äď kann Erika Bergheim nun wieder ambitionierter kochen. Ihre Gerichte plant sie vom Wein aus, den die vinophile K√∂chin zum Ausgangspunkt ihrer Kreationen macht. Und so darf sich der Gast zum Beispiel √ľber eine famos abgeschmeckte Austern-Veloute freuen, orientiert an einem 2014er M√Ęcon-Village. Klug eingesetztes Zitronengras, eine Spur Koriander und etwas Seegras geben dem Gericht einen wunderbaren Kick. Ganz fein auch die Ger√§ucherte Bernsteinmakrele, gestern serviert mit Dicken Bohnen.

Dreimal pro Woche √∂ffnet das Laurushaus seine T√ľren f√ľr die G√§ste, die im gro√üz√ľgigen Wohnzimmer, im Wintergarten oder auf der Terrasse Platz finden k√∂nnen. Im Obergeschoss gibt es zudem eine Smoker Lounge. Wer ins Laurushaus kommt ist ausdr√ľcklich eingeladen, auch in die K√ľche zu schauen, eine beneidenswert schick, modern und arbeitsfreundlich gestaltete R√§umlichkeit des Herstellers Poggenpohl. Begr√ľ√üt werden die G√§ste von einem professionellen Serviceteam unter Leitung von Carla Veenstra. Der Preis f√ľr ein Viergangmen√ľ liegt bei 77 Euro.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Donnerstag, 05. Mai 2016

Es sind die kleinen kulinarischen Erlebnisse, die das Reisen erst schön machen.

Google Maps kann eine Seuche sein. Egal, wohin man zur Orientierung auch guckt auf der Karte ‚Äď nicht nur alle Wege und Stra√üen, auch jeder Imbiss, jede Bar, jede Milchkanne ist verzeichnet. Das ist einerseits ganz prima f√ľr alle, die gezielt suchen und nat√ľrlich auch f√ľr die, die gefunden werden wollen, aber der Entdeckungseffekt geht dar√ľber leider verloren. Man schlendert halt nicht mehr nur durch die Gegend und entdeckt ganz zuf√§llig was Interessantes; man wei√ü gleich, was da ist.

Um so sch√∂ner, wenn man dann an einem Ort unterwegs ist, wo die √úberraschung gleich hinter der n√§chsten Ecke wartet, wo man sie nicht schon √ľber Google Maps ersp√§ht hat. Ausgezehrt und hungrig von einer Trailtour in den Bergen oberhalb von San Pedro auf La Palma entdeckte ich die MiLele Bakery in Brena Alta, an der Avda. 30. de Mayo. Die √Ėffnungszeiten sind eher spartanisch gesetzt, aber ich hatte Gl√ľck und konnte von den saftigen Brownies kosten. Auch die Cupcakes sahen verlockend aus. Gibt’s n√§chstes Mal.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Freitag, 08. April 2016

Sorelli’s in Essen: Die Eishauptstadt des Ruhrgebiet’s hat Zuwachs bekommen

Man muss schon in Jahrzehnten rechnen, um die Vorherrschaft Essens in Sachen Eisqualit√§t zeitlich zu umrei√üen. Den klassischen italienischen Eisdielen machen dabei schon lange einige deutsche Eismacher Konkurrenz. KiKas, Pl√ľckthun, M√∂hrchen’s und Kemmerling sind Namen, die in Essen nahezu jeder kennt. Und weil sich √ľber Geschmack auch streiten l√§sst, geh√∂rt es zu den beliebten Alltagsdiskussionen an warmen Tagen, wo in der Stadt denn das beste Eis gemacht wird. Manchen ist M√∂hrchens’s zu s√ľ√ü, anderen Kemmerling zu cremig oder Pl√ľckthun zu was wei√ü ich.

Mit den beiden neuen Sorelli’s Eisbars in R√ľttenscheid und Werden kommt nun noch mehr Feuer in die Debatte, denn die Eisqualit√§t ist nach Meinung des kompottsurfers durchaus beachtlich. Wenige Sorten, die aber sind authentisch im Aroma, sauber in der Textur und angenehm zur√ľckhaltend in der S√ľ√üe. Dazu einige Toppings, die allerdings nicht so recht zu den konsequent ausgew√§hlten nat√ľrlichen Zutaten passen mit denen das Eis gemacht ist. Da finden sich Fruchtgummib√§rchen, Oreos und Smarties im Programm, die wohl ein Zugest√§ndnis an das ganz junge Publikum sind, denen das Eis vielleicht nicht s√ľ√ü genug sein k√∂nnte. Sei’s drum, der Nachwuchs kann selbstverst√§ndlich nicht fr√ľh genug angelockt werden. Und oft sind es ja die Kinder, die bestimmen, wo die ganze Familie Eis essen geht. Sogar Veganer k√∂nnen hier ein paar Sorten finden.

Sorelli’s Eisbar // Essen // R√ľttenscheiderstr. 229 // Br√ľckstr. 7

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Samstag, 19. März 2016

Dem Himmel nah: Takeshi Sushi in Bochum

Ein Geheimtipp ist das Takeshi schon lange nicht mehr. Denn was Daniel Wienand in seiner Altenbochumer Skylounge anbietet, ist Japanische K√ľche auf einem Niveau, das keinen Preis-Leistungs-Vergleich mit namhaften Restaurants auf dem Terrain des japanischen Exoplaneten D√ľsseldorf scheuen muss. Und das spricht sich herum. Trotzdem ist das Takeshi kein place-to-be, wo Hipster ihre B√§rte in Misosuppe tunken.

Unweit des k√ľrzlich geschlossenen Opel Werkes hat das Takeshi nach seinem Umzug nun schon eine Weile sein neues Zuhause, und g√§be es da im organisatorischen Ablauf nicht den einen oder anderen kleinen H√§nger, der sich gelegentlich in zu langen Wartezeiten f√ľr die Erstansprache durch den liebensw√ľrdigen Service oder bis zum Servieren des Essens ausdr√ľcken kann ‚Äď das Takeshi w√§re f√ľr h√∂here Weihen reif. Aber sicher w√§re es dann noch schwieriger, einen der begehrten Tische ‚Äď teils mit Blick √ľber den Bochumer S√ľden ‚Äď zu ergattern.

Die K√ľche ist von anr√ľhrender Klarheit, geschmacklich und texturell akkurat. Und sie ist ‚Äď wie man es von guter Japanischen K√ľche kennt ‚Äď frei von folkloristischem Klimbim. Hervorragend stimmig die Variation von Seealgensalat mit Sesamnote als Vorspeise. Im Anschluss bietet sich an, von einem der City-Sushi-Sets zu probieren. Benannt nach japanischen Gro√üst√§dten unterscheiden sie sich durch die verwendeten Grundprodukte und Zubereitungsarten. Eine kulinarisch reizvolle Welt zwischen Tunfisch, Wagyu Beef und S√ľ√üwassergarnele sowie Maki und Nigiri.

Ja, das ist richtig, richtig gut, was im Takeshi serviert wird. Und noch dazu so barmherzig kalkuliert.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Montag, 29. Februar 2016

Perlen des Alltags: Baerendorfer Café

Es gibt Orte, die einem das Herz w√§rmen. Als ich im letzten Sp√§tsommer an der Hattinger Stra√üe 218 im Bochumer Stadtteil Weitmar vorbeikam, sah ich mit Freude, dass sich da gastronomisch etwas tat in der Gegend, in der ich aufgewachsen war, die aber in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend auszulaugen schien. Ein trostloses St√ľck Hauptstra√üe in meiner Heimatstadt. Doch nun diese kunterbunte Fassade, hinter der einst ein Friseuersalon angesiedelt war. Ein paar dieser alten M√∂rderfrisierhauben sind sogar noch da und tun als Deko ihren Dienst. Und das f√ľr ein kleines Caf√©, das inzwischen schon ein paar Monate ge√∂ffnet hat, aber nur an Wochenenden von Freitag bis Sonntag aufsperrt. Es strahlt den spr√∂den Charme hipper Lokale im Berlin der 1990er aus. Manchmal gibt es Konzerte, Lesungen oder Ausstellungen.

Aus den Lautsprechern t√∂nt leise TripHop und auf der Theke locken hausgemachte Spezialit√§ten wie R√ľblitorte und K√§se-Mohnkuchen. Der Kaffee ist gut, die Preise barmherzig, und das einzige, was √ľppiger sein k√∂nnte sind die √Ėffnungszeiten.¬† Keine Frage, hier w√§re ich gerne √∂fter.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Einfach Pizza. Einfach gut.

Erstmal Danke. An Silke von der Agentur Oktober f√ľr diesen Tipp. So viel Zeit muss sein. Der kompottsurfer hatte schon kaum mehr f√ľr m√∂glich gehalten, dass er in seiner Heimatstadt Bochum noch einmal eine so famose Pizzab√§ckerei wie die am Hans-Ehrenbergplatz 5 finden k√∂nnte, seitdem die wunderbare Bianca Vieni in Rente und ihr Wattenscheider Lokal Il Pastaio Geschichte ist.

Im irgendwie Hipster-affinen Ehrenfeld-Viertel zwischen Bermudadreieck und Schauspielhaus, wo Selbständige und Kreative residieren und Lokale Namen tragen wie Goldkante und Butterbrotbar hat mit Pizza eine Bar der genusspflegerischen Sorte eröffnet. Mit Hingabe widmet sich das Betreiberpaar ihrem Primärprodukt Pizza und nebenbei fabrizieren sie auch einen wirklich guten Kaffee.

Der Teig der Pizza ist locker und knusprig, der Geschmack ohne die anderswo oft penetrant dominierende Hefenote. Stylisch ist der Laden, was zum Viertel passt. Gro√üe Operationslampen leuchten die wenigen Kubikmeter Raum aus, in dem gebacken und auf Barhockern sitzend die Pizza vom Holzbrett gefuttert wird. Manchmal gibt’s sogar Livemusik. Nur eine Toilette gibt’s nicht, weshalb auf der Selbstbedienungsk√ľhlbox der Hinweis “Alkoholische Getr√§nke nur Au√üer Haus” angebracht wurde, wie die Chefin erkl√§rt. Und der kompottsurfer fragt sich nun, ob der Toilettendrang nach dem Genuss alkoholfreier Getr√§nke wirklich weniger m√ľssend ausf√§llt.

Egal, Pizza ist eine Empfehlung. Und hoffentlich generiert der Betrieb eine längere Haltbarkeit als der Vorgänger Baristoteles.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Donnerstag, 12. November 2015

10×3 + 39×2 + 241×1 = Deutschlands Michelinsterne f√ľr 2016.

Das war er also, der Tag an dem Deutschlands Spitzengastronomen schon am fr√ľhen Morgen einen Beruhigungsschnaps gebrauchen k√∂nnen. Kaum einer hat mit der allj√§hrlichen Verk√ľndung der neuen Michelinsterne so viel Erfahrung gemacht wie Berthold B. B√ľhler aus der Essener R√©sidence. Und wenn schon ein Haudegen wie er offen eingesteht, “dass auch im 27sten Jahr dieser Termin meinen Puls ein wenig in die H√∂he treibt”, dann kann man sich ausmalen, wie es den Jungsterntr√§gern geht, die nicht sicher sind, ob sie ihren Stern behalten oder gar einen zweiten oder dritten Stern einheimsen k√∂nnen, auch wenn im Vorfeld der offiziellen Bekanntgabe schon das eine oder andere durchsickert. Dazu die Vielen, die auf dem Sprung sind und hoffen, f√ľr ihre Arbeit mit dem Glanz eines Michelinsterns belohnt zu werden.

Unter dem Motto Der Thrill der Sterne hatte Patron B√ľhler heute am fr√ľhen Mittag ‚Äď f√ľr Journalisten am fr√ľhen Vormittag ‚Äď in sein Haus geladen, um den offiziellen Moment der Verk√ľndung im gr√∂√üeren Kreis zu zelebrieren und auch die Freude und den Stolz dar√ľber zu teilen, dass die R√©sidence aller Voraussicht nach auch mit dem seit einem Jahr als alleiniger K√ľchenchef agierenden Eric Werner die zwei Sterne w√ľrde verteidigen k√∂nnen. Seit √ľber zweieinhalb Jahrzehnten also zwei Sterne. Eine Rarit√§t in der deutschen Gastronomiegeschichte. Gar nicht zu reden von den vielen Nachwuchsk√∂chen, die in der R√©sidence sternereif ausgebildet wurden. Einer davon ist Nelson M√ľller, der ein paar Kilometer weiter nord√∂stlich residiert und seinen Stern am heutigen Tag auch wieder verteidigen konnte.

Das zweite Haus im Ruhrgebiet mit zwei Sternen ist das Restaurant von Frank Rosin in Dorsten. Der mit vier aktuellen Formaten derzeit als Fernsehkoch besonders umtriebige Frank war √ľberraschend und kurzentschlossen ebenfalls zum Thrill der Sterne angereist und durfte sich kaum eine Stunde sp√§ter √ľber den Bestand seiner Auszeichnung freuen (“Ich bedanke mich ganz besonders bei meinem Team, allen voran Oliver Engelke, Jochen Bauer und Susanne Spies.”), ebenso wie Eric Werner. Beide erhielten von R√©sidence-Managerin Katrin Lohmann einen rosafarbenen Umschlag mit der Menge an zugesprochenen Sternen drin. Solche Momente konnten sie hier schon immer charmant inszenieren.

W√§hrend die mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren wohl j√ľngste Zweisterne-Crew der Republik in ihrer K√ľche Kostproben aus dem neuesten R√©sidence-Men√ľ servierte (darunter Sepia mit Gr√ľnem Apfel und Galgant sowie Geliertes Federwei√üers√ľppchen mit Zitronensorbet und kandierter Aubergine) begann eine Diskussion unter K√∂chen und Journalisten √ľber Sinn, Unsinn und Zeitgem√§√üheit von Restaurantf√ľhrern. Der kompottsurfer meint, dass der Glamour der Sterne nach wie vor vorhanden ist, doch der Nutzwert von Bewertungen im Rahmen von j√§hrlich gedruckten Restaurantf√ľhrern f√ľr den Gast im Zeitalter von Internet und Social Media kaum mehr von Belang ist. Man sollte Sterne als das sehen, was sie tats√§chlich sind: Auszeichnungen f√ľr K√∂che und Gastronomen f√ľr kulinarische Extraklasse. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Da die Bewertungen anderer Guides als dem Michelin nie Glamour hatten, scheint ihr Ende vorprogrammiert, zumindest in ihrer bisherigen Form. (weiterlesen…)

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF

Montag, 09. November 2015

Gault Millau k√ľrt Peter Maria Schnurr vom Leipziger Restaurant Falco zu Deutschlands Koch des Jahres

Der Gastronomief√ľhrer Gault Millau Deutschland hat heute die Ergebnisse seiner Arbeit vorgestellt, die ja zuvorderst darin besteht, Restaurants zu besuchen und deren K√ľchenleistung zu bewerten. Mit einiger Aufmerksamkeit wird von Jahr zu Jahr die Inthronisierung von Deutschlands Koch des Jahres durch den Gault Millau verfolgt. Denn das ist in der Regel keiner aus der Riege, die schon √ľber Jahre die kleine Spitze von Deutschlands besten K√∂chen bildet. Sondern einer, der da noch hin will und das Potential dazu hat. So wie Peter Maria Schnurr aus dem Leipziger Restaurant Falco, den die Gault-Millau-Equipe in diesem Jahr auf den Schild hob und der seiner K√ľche einen markenrechtlich gesch√ľtzt aussehenden Anstrich verpasst hat. cuisine passion l√©g√®re ¬© Eine kulinarische Philosophie lautet sein Credo, und mag sein, dass ‚Äďneben der au√üergew√∂hnlichen K√ľchenleistung ‚Äď auch der sprachliche Ausdruck besonderen Anklang bei den frankophilen Millauisten fand. Schnurr, so schrieb der Gault Millau in der Vergangenheit einmal, sei ein “Besessener, dem es prim√§r nicht darum geht, seine G√§ste gl√ľcklich zu machen. Sein Hauptanliegen ist die Provokation.” Der kompottsurfer vermutet, dass Schnurr das anders sehen d√ľrfte. Kein Koch der noch alle Tassen im Schrank hat, will G√§ste provozieren.

Und es gab noch ein paar weitere Belobigungen:

Entdeckung des Jahres //  Jochim Busch // Gustav // Frankfurt
Sommelier des Jahres // Frank Gl√ľer // Ess.Zimmer // M√ľnchen
Oberkellner des Jahres // Kathrin Feix // Il Giardino // Bad Griesbach
Patissier des Jahres // Thomas Yoshida // Facil // Berlin

Ganz oben √ľber allen Wolken der Kritik schweben weiterhin f√ľnf sehr bekannte Namen: Harald Wohlfahrt aus der Schwarzwaldstube in Baiersbronn, Joachim Wissler aus dem Vend√īme in Bergisch Gladbach, Christian J√ľrgens, √úberfahrt in Rottach-Egern, Klaus Erfort, aus dem G√§steHaus in Saarbr√ľcken und Helmut Thieltges, Waldhotel Sonnora in Dreis.

Was ist sonst passiert? Der Essener Fernsehkoch Nelson M√ľller hat erstmals 16 Punkte erreicht mit seiner Schote in R√ľttenscheid. Und der aus dem Essener Weltkulturerbe Zollverein abgewanderte Bernd Stollenwerk holte in seinem neuen Zuhause, dem Nada in K√∂ln auf Anhieb 15 Punkte. Das vom kompottsurfer k√ľrzlich besuchte Restaurant Cielo in Dortmund erhielt 14 Punkte, eine Bewertung, die ‚Äď sieht man sich andere H√§user mit gleicher Punktzahl an ‚Äď vielleicht eine Spur zu hoch ausf√§llt.

Was bleibt? Nat√ľrlich das gro√üe Warten auf die Bekanntgabe der besternten H√§user im Guide Michelin. Nur noch wenige Tage, dann ist auch hier das letzte kleine Geheimnis gel√ľftet.

  • Twitter
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Digg
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Yigg
  • Yahoo! Bookmarks
  • FriendFeed
  • Posterous
  • RSS
  • Print
  • PDF