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Montag, 29. Februar 2016

Perlen des Alltags: Baerendorfer Café

Es gibt Orte, die einem das Herz w√§rmen. Als ich im letzten Sp√§tsommer an der Hattinger Stra√üe 218 im Bochumer Stadtteil Weitmar vorbeikam, sah ich mit Freude, dass sich da gastronomisch etwas tat in der Gegend, in der ich aufgewachsen war, die aber in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend auszulaugen schien. Ein trostloses St√ľck Hauptstra√üe in meiner Heimatstadt. Doch nun diese kunterbunte Fassade, hinter der einst ein Friseuersalon angesiedelt war. Ein paar dieser alten M√∂rderfrisierhauben sind sogar noch da und tun als Deko ihren Dienst. Und das f√ľr ein kleines Caf√©, das inzwischen schon ein paar Monate ge√∂ffnet hat, aber nur an Wochenenden von Freitag bis Sonntag aufsperrt. Es strahlt den spr√∂den Charme hipper Lokale im Berlin der 1990er aus. Manchmal gibt es Konzerte, Lesungen oder Ausstellungen.

Aus den Lautsprechern t√∂nt leise TripHop und auf der Theke locken hausgemachte Spezialit√§ten wie R√ľblitorte und K√§se-Mohnkuchen. Der Kaffee ist gut, die Preise barmherzig, und das einzige, was √ľppiger sein k√∂nnte sind die √Ėffnungszeiten.¬† Keine Frage, hier w√§re ich gerne √∂fter.

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Mittwoch, 16. Dezember 2015

Einfach Pizza. Einfach gut.

Erstmal Danke. An Silke von der Agentur Oktober f√ľr diesen Tipp. So viel Zeit muss sein. Der kompottsurfer hatte schon kaum mehr f√ľr m√∂glich gehalten, dass er in seiner Heimatstadt Bochum noch einmal eine so famose Pizzab√§ckerei wie die am Hans-Ehrenbergplatz 5 finden k√∂nnte, seitdem die wunderbare Bianca Vieni in Rente und ihr Wattenscheider Lokal Il Pastaio Geschichte ist.

Im irgendwie Hipster-affinen Ehrenfeld-Viertel zwischen Bermudadreieck und Schauspielhaus, wo Selbständige und Kreative residieren und Lokale Namen tragen wie Goldkante und Butterbrotbar hat mit Pizza eine Bar der genusspflegerischen Sorte eröffnet. Mit Hingabe widmet sich das Betreiberpaar ihrem Primärprodukt Pizza und nebenbei fabrizieren sie auch einen wirklich guten Kaffee.

Der Teig der Pizza ist locker und knusprig, der Geschmack ohne die anderswo oft penetrant dominierende Hefenote. Stylisch ist der Laden, was zum Viertel passt. Gro√üe Operationslampen leuchten die wenigen Kubikmeter Raum aus, in dem gebacken und auf Barhockern sitzend die Pizza vom Holzbrett gefuttert wird. Manchmal gibt’s sogar Livemusik. Nur eine Toilette gibt’s nicht, weshalb auf der Selbstbedienungsk√ľhlbox der Hinweis “Alkoholische Getr√§nke nur Au√üer Haus” angebracht wurde, wie die Chefin erkl√§rt. Und der kompottsurfer fragt sich nun, ob der Toilettendrang nach dem Genuss alkoholfreier Getr√§nke wirklich weniger m√ľssend ausf√§llt.

Egal, Pizza ist eine Empfehlung. Und hoffentlich generiert der Betrieb eine längere Haltbarkeit als der Vorgänger Baristoteles.

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Donnerstag, 12. November 2015

10×3 + 39×2 + 241×1 = Deutschlands Michelinsterne f√ľr 2016.

Das war er also, der Tag an dem Deutschlands Spitzengastronomen schon am fr√ľhen Morgen einen Beruhigungsschnaps gebrauchen k√∂nnen. Kaum einer hat mit der allj√§hrlichen Verk√ľndung der neuen Michelinsterne so viel Erfahrung gemacht wie Berthold B. B√ľhler aus der Essener R√©sidence. Und wenn schon ein Haudegen wie er offen eingesteht, “dass auch im 27sten Jahr dieser Termin meinen Puls ein wenig in die H√∂he treibt”, dann kann man sich ausmalen, wie es den Jungsterntr√§gern geht, die nicht sicher sind, ob sie ihren Stern behalten oder gar einen zweiten oder dritten Stern einheimsen k√∂nnen, auch wenn im Vorfeld der offiziellen Bekanntgabe schon das eine oder andere durchsickert. Dazu die Vielen, die auf dem Sprung sind und hoffen, f√ľr ihre Arbeit mit dem Glanz eines Michelinsterns belohnt zu werden.

Unter dem Motto Der Thrill der Sterne hatte Patron B√ľhler heute am fr√ľhen Mittag ‚Äď f√ľr Journalisten am fr√ľhen Vormittag ‚Äď in sein Haus geladen, um den offiziellen Moment der Verk√ľndung im gr√∂√üeren Kreis zu zelebrieren und auch die Freude und den Stolz dar√ľber zu teilen, dass die R√©sidence aller Voraussicht nach auch mit dem seit einem Jahr als alleiniger K√ľchenchef agierenden Eric Werner die zwei Sterne w√ľrde verteidigen k√∂nnen. Seit √ľber zweieinhalb Jahrzehnten also zwei Sterne. Eine Rarit√§t in der deutschen Gastronomiegeschichte. Gar nicht zu reden von den vielen Nachwuchsk√∂chen, die in der R√©sidence sternereif ausgebildet wurden. Einer davon ist Nelson M√ľller, der ein paar Kilometer weiter nord√∂stlich residiert und seinen Stern am heutigen Tag auch wieder verteidigen konnte.

Das zweite Haus im Ruhrgebiet mit zwei Sternen ist das Restaurant von Frank Rosin in Dorsten. Der mit vier aktuellen Formaten derzeit als Fernsehkoch besonders umtriebige Frank war √ľberraschend und kurzentschlossen ebenfalls zum Thrill der Sterne angereist und durfte sich kaum eine Stunde sp√§ter √ľber den Bestand seiner Auszeichnung freuen (“Ich bedanke mich ganz besonders bei meinem Team, allen voran Oliver Engelke, Jochen Bauer und Susanne Spies.”), ebenso wie Eric Werner. Beide erhielten von R√©sidence-Managerin Katrin Lohmann einen rosafarbenen Umschlag mit der Menge an zugesprochenen Sternen drin. Solche Momente konnten sie hier schon immer charmant inszenieren.

W√§hrend die mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren wohl j√ľngste Zweisterne-Crew der Republik in ihrer K√ľche Kostproben aus dem neuesten R√©sidence-Men√ľ servierte (darunter Sepia mit Gr√ľnem Apfel und Galgant sowie Geliertes Federwei√üers√ľppchen mit Zitronensorbet und kandierter Aubergine) begann eine Diskussion unter K√∂chen und Journalisten √ľber Sinn, Unsinn und Zeitgem√§√üheit von Restaurantf√ľhrern. Der kompottsurfer meint, dass der Glamour der Sterne nach wie vor vorhanden ist, doch der Nutzwert von Bewertungen im Rahmen von j√§hrlich gedruckten Restaurantf√ľhrern f√ľr den Gast im Zeitalter von Internet und Social Media kaum mehr von Belang ist. Man sollte Sterne als das sehen, was sie tats√§chlich sind: Auszeichnungen f√ľr K√∂che und Gastronomen f√ľr kulinarische Extraklasse. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Da die Bewertungen anderer Guides als dem Michelin nie Glamour hatten, scheint ihr Ende vorprogrammiert, zumindest in ihrer bisherigen Form. (weiterlesen…)

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Montag, 09. November 2015

Gault Millau k√ľrt Peter Maria Schnurr vom Leipziger Restaurant Falco zu Deutschlands Koch des Jahres

Der Gastronomief√ľhrer Gault Millau Deutschland hat heute die Ergebnisse seiner Arbeit vorgestellt, die ja zuvorderst darin besteht, Restaurants zu besuchen und deren K√ľchenleistung zu bewerten. Mit einiger Aufmerksamkeit wird von Jahr zu Jahr die Inthronisierung von Deutschlands Koch des Jahres durch den Gault Millau verfolgt. Denn das ist in der Regel keiner aus der Riege, die schon √ľber Jahre die kleine Spitze von Deutschlands besten K√∂chen bildet. Sondern einer, der da noch hin will und das Potential dazu hat. So wie Peter Maria Schnurr aus dem Leipziger Restaurant Falco, den die Gault-Millau-Equipe in diesem Jahr auf den Schild hob und der seiner K√ľche einen markenrechtlich gesch√ľtzt aussehenden Anstrich verpasst hat. cuisine passion l√©g√®re ¬© Eine kulinarische Philosophie lautet sein Credo, und mag sein, dass ‚Äďneben der au√üergew√∂hnlichen K√ľchenleistung ‚Äď auch der sprachliche Ausdruck besonderen Anklang bei den frankophilen Millauisten fand. Schnurr, so schrieb der Gault Millau in der Vergangenheit einmal, sei ein “Besessener, dem es prim√§r nicht darum geht, seine G√§ste gl√ľcklich zu machen. Sein Hauptanliegen ist die Provokation.” Der kompottsurfer vermutet, dass Schnurr das anders sehen d√ľrfte. Kein Koch der noch alle Tassen im Schrank hat, will G√§ste provozieren.

Und es gab noch ein paar weitere Belobigungen:

Entdeckung des Jahres //  Jochim Busch // Gustav // Frankfurt
Sommelier des Jahres // Frank Gl√ľer // Ess.Zimmer // M√ľnchen
Oberkellner des Jahres // Kathrin Feix // Il Giardino // Bad Griesbach
Patissier des Jahres // Thomas Yoshida // Facil // Berlin

Ganz oben √ľber allen Wolken der Kritik schweben weiterhin f√ľnf sehr bekannte Namen: Harald Wohlfahrt aus der Schwarzwaldstube in Baiersbronn, Joachim Wissler aus dem Vend√īme in Bergisch Gladbach, Christian J√ľrgens, √úberfahrt in Rottach-Egern, Klaus Erfort, aus dem G√§steHaus in Saarbr√ľcken und Helmut Thieltges, Waldhotel Sonnora in Dreis.

Was ist sonst passiert? Der Essener Fernsehkoch Nelson M√ľller hat erstmals 16 Punkte erreicht mit seiner Schote in R√ľttenscheid. Und der aus dem Essener Weltkulturerbe Zollverein abgewanderte Bernd Stollenwerk holte in seinem neuen Zuhause, dem Nada in K√∂ln auf Anhieb 15 Punkte. Das vom kompottsurfer k√ľrzlich besuchte Restaurant Cielo in Dortmund erhielt 14 Punkte, eine Bewertung, die ‚Äď sieht man sich andere H√§user mit gleicher Punktzahl an ‚Äď vielleicht eine Spur zu hoch ausf√§llt.

Was bleibt? Nat√ľrlich das gro√üe Warten auf die Bekanntgabe der besternten H√§user im Guide Michelin. Nur noch wenige Tage, dann ist auch hier das letzte kleine Geheimnis gel√ľftet.

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Dienstag, 13. Oktober 2015

Gastronomief√ľhrer 2016: Der Reigen der Neuerscheinungen ist er√∂ffnet. Aber es gibt Unmut.

Alle Jahre im Herbst startet die gleiche Prozedur. Mit den Neuerscheinungen von Schlemmer Atlas, Gault Millau und Michelin kocht unter den Experten ‚Äď und denen, die sich daf√ľr halten ‚Äď der Streit hoch, wie treffsicher die Tester geurteilt haben.

Wenn es nur das w√§re, wor√ľber K√∂che, Gastronomen und G√§ste aktuell streiten w√ľrden, w√§re alles in Butter. So wie immer eben. Nun ist aber in den sozialen Netzwerken eine Debatte im Gange, die¬† ‚Äď ausgehend von der aktuellen Neuerscheinung des Schlemmer Atlas (Busche Verlag) ‚Äď das ganze System in Frage stellt, denn da finden sich Gastronomiekritiken wieder, die Fragen aufwerfen. Zum Beispiel die, ob wirklich jedes Jahr alles frisch getestet wird. Eine Reihe Spitzenk√∂che bezweifelt das. Wirklich neu ist diese Diskussion allerdings auch nicht. Insider wissen, dass es im Verlagsgesch√§ft kaum etwas kostspieligeres gibt als die Erstellung von Restaurantf√ľhrern. Wer nur mal √ľber den dicken Daumen hochrechnet, wird schnell feststellen wie viel Spesengeld draufgeht, wenn alle aufgef√ľhrten Restaurants mindestens einmal im Jahr von Testern abgefuttert werden. Da m√ľssen schon reichlich Exemplare verkauft, Content zweitverwertet, Anzeigenfl√§chen vermarktet und Gastronomen durch einen Zuschuss zur bebilderten Darstellung finanziell beteiligt werden, damit die Rechnung am Ende aufgeht. Oder man spart eben an den j√§hrlichen Kosten.

Der kompottsurfer ist der Ansicht, dass klassische Gastronomief√ľhrer vor dem Internetzeitalter f√ľr Feinschmecker durchaus eine Entscheidungshilfe sein konnten, aber heute in dieser Form nicht mehr gut funktionieren, zumal das Netz, die smartverphonte Gesellschaft, Entwicklungen viel aktueller abbilden k√∂nnen als es die klassischen Guides je k√∂nnten. Und was jetzt? Hat der kompottsurfer eine Idee? Hat er. Interessenten k√∂nnen sich gerne melden ;-) .

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Sonntag, 30. August 2015

Wenn’s um die Wurst geht, darf’s gerne eine Diot sein.

Der kompottsurfer hat endlich wieder ein Netz. Eine arbeits- und bewegungsreiche Woche in den Bergen im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Italien ist vor√ľber, und wieder einmal endet sie mit der Erkenntnis, dass Franzosen und Italiener in den alpinen Regionen zwar nicht immer solide Internetverbindungen zur Verf√ľgung haben, aber daf√ľr eine kulinarische Kultur pflegen, die es einem schwer macht, wieder wegzufahren.

Wenn man sieht, mit welcher kulinarischen Hingabe sogar die Zuschauer an der Strecke eines zweit√§gigen Berglaufwettbewerbes ihr Essen zelebrieren ‚Äď und das im tiefsten alpinen Nirgendwo ‚Äď dann erkennt man, dass die Verwurzelung von Genusstradition in einem Land nicht mit der Anzahl der Sternerestaurants korrelieren muss. Denn in Deutschland gibt es mittlerweile jede Menge gro√üartiger Gastronomien. Aber in unkomplizierter kleiner Runde hat gerade mal die Zubereitung eines St√ľck Fleischs auf dem Grill und eine Portion Kartoffelsalat Tradition. Ansonsten herrscht allzu oft nur einfallslose Chips-Geselligkeit. Wobei der kompottsurfer nix gegen Chips hat, im Gegenteil.

Und Frankreich? Da bereiten sie in einer traumhaft sch√∂nen Vollmondnacht an einer Rennstrecke in riesigen gusseisernen Pfannen gro√üartige Diots zu, eine Savoyer Wurstspezialit√§t, die aus Schweinsgehacktem und Kohl besteht, gew√ľrzt ist vor allem mit Muskatnuss und in einer Rotweinsauce mit Zwiebeln erw√§rmt und serviert werden. Und dann diese Polenta dazu als Beilage. Zubereitet mit Reblochon, einem w√ľrzigen Kuhmilch√§se. Gro√üartig. F√ľr das fl√ľssige Wohl sorgte ein Chautagne Mondeuse, ein Rotwein aus der Region und von einer einheimischen Rebsorte, die au√üerhalb Frankreichs kaum bekannt ist. Auch das ist das Sch√∂ne an unkomplizierten geselligen Ereignissen in Frankreich. Man bekommt Zugang zu regional verankerten Gen√ľssen, welche die eigenen Genusswelten erweitern.¬† Ist das ein Grund auszuwandern? Nicht wirklich. Aber mehr daf√ľr zu tun, auch bei uns Genuss und unkomplizierte Geselligkeit enger miteinander zu verbinden. Das geht nicht im Spitzenrestaurant sondern nur im Alltag daheim. Packen wir’s an.

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Dienstag, 28. Juli 2015

Mein erster Vollkornflammkuchen. Eine V√∂llerei erster G√ľte.

Vollkornflammkuchen

Es gibt Dinge, die f√ľr den kompottsurfer in einer Vollkornvariante pure Geschmacksverirrung sind. Zubereitungen, die einfach Wei√ümehl ben√∂tigen, um unwiderstehlich k√∂stlich zu sein. Croissants zum Beispiel. Oder Biskuittorte. Da schl√§gt die gesunde Ern√§hrungsweise so derart in Genussverlust um, dass die Frage erlaubt sein muss: Warum das Ganze? F√ľhlt man sich nachher psychisch besser, oder gar k√∂rperlich?

Wenn man im vogesischen Grenzland zwischen Frankreich und Deutschland unterwegs ist, sieht man Flammkuchen im Standardprogramm nahezu jeder Gastst√§tte. Und auch Biobetriebe wie der idyllisch an zahlreichen Wanderwegen gelegene B√§renbrunnerhof haben Flammkuchen auf der Karte. Hier allerdings in der Vollkornvariante. Das klingt selbst f√ľr den nicht bedingungslos vollkorn-affinen kompottsurfer probierenswert, vor allem, wenn Hunger eine Rolle spielt. Aber nat√ľrlich kommt es auch auf die Zubereitung an.

Die K√ľche im B√§renbrunnerhof hat ihrem Flammkuchen einen recht dicken festen Boden verpasst, der geschmacklich mit dem Speck, den Zwiebeln und dem Sauerrahm durchaus harmoniert, aber schon nach der H√§lfte zum monstr√∂sen Magenf√ľller wurde. Kein Wunder, dass dieses Ding auch in einer kleinen Variante angeboten wird. Aber wer w√§hlt schon nach drei Stunden Wandern eine kleine Portion? Eben. In diesem Fall w√§r’s allerdings angebracht gewesen. Die gro√üen sind eher was f√ľr Familien. Da unterscheidet sich die Vollkornvariante dann doch sehr von der traditionellen Wei√ümehlausf√ľhrung.

Fazit: Vollkornflammkuchen haben auf jeden Fall Genusspotential. Nur darf der Boden nicht zu dick, muss die Auflage aus Zwiebeln, Speck und Sauerrahm √ľppig sein. Und voil√†, ist der Klassiker auch in der verdauungsf√∂rdernden Vollkornvariante eine Empfehlung.

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Dienstag, 16. Juni 2015

Mit viel Liebe zum Detail: Tim M√§lzer feiert gelungene Er√∂ffnung seines D√ľsseldorfer Lokals Hausmann’s

Tim M√§lzer sah reichlich geschafft aber auch zufrieden aus, als er gestern Abend durch die Gastr√§ume seines neuen Lokals Hausmann’s in der D√ľsseldorfer Altstadt schritt. Immer wieder H√§nde sch√ľttelnd, Smalltalk haltend, zuprostend. In einer kurzen Ansprache verriet der beliebte Fernsehkoch und Gastronom, dass er sich vor zwei Wochen noch nicht vorstellen konnte, bis zum Er√∂ffnungstermin tats√§chlich fertig zu werden, und dass seine f√ľr heute geladenen G√§ste noch ungef√§hr eine halbe Stunde Fotos von ihm machen k√∂nnten, danach bitte nicht mehr, denn dann w√§re er betrunken. Der kompottsurfer hielt sich dran und besch√§ftigte sich mit dem Wesentlichen: Konzept, K√ľche, Ambiente, Essen, Trinken.

Was Tim M√§lzer und sein Gesch√§ftspartner Patrick R√ľther da mit einem gro√üen Team aus Planern, Koordinatoren, Architekten und K√∂chen realisiert haben, ist ein typisches M√§lzerding geworden, so wie man eine Gastronomie erwarten kann, die der umtriebige Hamburger auf die Beine stellt. Ein Lokal, in das er selbst gerne ginge, wenn er irgendwo unterwegs nach einer M√∂glichkeit zum Essen und Trinken suchen w√ľrde. Unkompliziert, aber qualitativ geerdet. Mit kommunikativer Atmosph√§re. Wo man gerne mal versackt. Gestalterisch ist der Laden alles andere als gelackt, sondern von einer am√ľsanten, wertigen Rustikalit√§t, die im Moment noch frisch ist und wahrscheinlich erst mit den Jahren nach reichlich Gebrauch ihr ganzes Potential entfaltet. Massives Eichenholz, bunte Stoffe, erheiternde Kunstwerke an den W√§nden, weiche Kissen, vergitterte Lampen im Bauleuchtenstil, die auch eine z√ľnftige Kneipenschl√§gerei unbeschadet √ľberstehen d√ľrften ‚Äď das alles tr√§gt zum besonderen Charme des Ladens bei. Wenn es die Idee der Planer war, das Ambiente der kulinarischen Ausrichtung des Hausmann’s anzupassen, dann muss man ihre Arbeit wirklich einen Volltreffer nennen.

Ja, die K√ľche. Nat√ľrlich M√§lzerstil. √úppig belegte Stullen, deftige Schmorgem√ľse, saftige Fleischkeulen, Burger, Blutwurst – all’ das nicht zahm gew√ľrzt sondern mit Arsch in der Hose. Dazu gut ausgew√§hlte Craft Biere. Wein gibt’s selbstverst√§ndlich auch. Man kann Tim M√§lzer nur w√ľnschen, dass ihm, trotz seiner wachsenden, √ľber ganz Deutschland verteilten gastronomischen Aktivit√§ten, nicht der Humor abhanden kommt. F√ľr so viele Projekte in Hamburg, Frankfurt, D√ľsseldorf und sonstwo die Birne hinhalten zu m√ľssen, d√ľrfte weitaus stressiger sein, als einen Kandidaten aus dem eigenen Team ins Finale von The Taste (SAT.1) zu f√ľhren, wo in dieser Woche die Dreharbeiten zur dritten Staffel begonnen haben. √úbrigens mit neuem Coach. Cornelia Poletto wird Lea Linster ersetzen.

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Mittwoch, 13. Mai 2015

BIBO kommt nicht aus der Sesamstra√üe, sondern aus der Zweisternek√ľche: Dani Garcia kreiert Burger f√ľr McDonald’s

Es gibt sie, diese McDonald’s-Momente im Leben, denen sich sogar Menschen mit gehobenen kulinarischen Anspr√ľchen und Prinzipien kaum entziehen k√∂nnen. Menschen wie ich zum Beispiel. Gestern war so ein Tag, wo mich ein solcher Moment erwischte. Ich steckte etwas l√§nger am Madrider Flughafen fest, war hungrig wie eine Bande Bankr√§uber auf der Flucht vor der Polizei und sah pl√∂tzlich dieses MacDonald’s-Logo. Nein, du gehst da nicht rein, sagte ich mir. Na ja, okay, vielleicht g√§be mir der Kettenbetrieb ja einen Grund einzuknicken und einzukehren. Ja, bitte gebt mir einen Grund, dachte ich flehentlich. Und dann sah ich das Plakat mit Dani Garcia, dem namhaften Avantgardekoch aus Andalusien, der sein Handwerk bei keinem Geringeren als Martin Berasategui gelernt hatte. Dani hat f√ľr McDonalds einen Burger entwickelt, den es nat√ľrlich zu probieren galt. Da rief die kulinarische Pflicht, so viel stand mal fest.

Und dann hatte ich ihn in der Hand, diesen BIBO, biss hinein und musste feststellen, dass ich bei McDonalds noch nie so einen guten Burger gegessen hatte. Zwei d√ľnne, krosse Scheiben Fleisch mit wunderbarem Barbecue-Aroma in einem weichen Laugenbr√∂tchen, dazwischen schmelziger Ib√©rico-K√§se (der allerdings, anders als das Fleisch vom Ib√©rico-Schwein, kein Exklusivprodukt ist), garniert mit ein paar Salatbl√§ttern und getoppt von einer hellen Salsa, die wirklich perfekt passte.

Muss man es als Feinschmecker doof finden, dass Spitzenk√∂che Kreationen f√ľr McDonald’s entwickeln? Die Frage stellte sich ja schon bei Alfons Schubecks H√ľttengaudi-Engagement vor ein paar Jahren hierzulande.¬† Muss man nicht prinzipiell. Es sei denn, man will als kulinarischer Dogmatiker enden und beklagen, dass es McDonalds doch nur darauf ank√§me, ihr Image aufzubessern und Leute in die L√§den zu locken. Und? Ist das schlimm? Nein. Ist ganz normales Marketing. Es kommt aus meiner Sicht halt immer darauf an, ob die Protagonisten aus der Sternegastronomie ein wirklich gutes Produkt abliefern, das auch in der Masse noch funktioniert. Und das hat Dani Garcia zweifellos hinbekommen. Deshalb ist nat√ľrlich l√§ngst nicht gleich alles gut, was man dort vorgesetzt bekommt. Leider gibt’s den BIBO wohl derzeit nur in Spanien, aber wenn er ein Exportschlager w√ľrde, h√§tte der kompottsurfer nichts dagegen einzuwenden. Wer nun in der Urlaubszeit in Spanien unterwegs ist und einen dieser McDonalds-Momente erwischt, der hat jetzt einen guten Grund, ihn auszuleben.

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Sonntag, 22. März 2015

Eine kleine kulinarische Perle Asiens, mitten in Dortmund: Der Ruan-Thai-Imbiss

Was machte eine Metropole aus, kulinarisch gesehen? Die besternten Spitzenrestaurants? Keineswegs, denn die meisten von ihnen befinden sich abseits der Millionenst√§dte, in Orten die Bergisch-Gladbach hei√üen, Baiersbronn, Saarbr√ľcken, Osnabr√ľck und Rottach-Egern. Nein, der kulinarische Reiz der Metropolen liegt in der Dichte ambitionierter Landesk√ľchen, Lokale, die nicht mit gro√üem Tamtam daherkommen, sondern wo nur eines z√§hlt: gute K√ľche, und das zu fairen Preisen. Oft sind es sogar imbissartige Betriebe, die den kompottsurfer begeistern. So wie das h√∂chst unscheinbare Ruan Thai in Dortmund, die ja noch ein Weilchen brauchen wird, um eines Tages Millionenstadt zu sein. Im Schatten des monumentalen U gelegen, nach dem Selbstverst√§ndnis der Stadt, Dortmunds neuem kulturelles Zentrum, bietet dieses spartanisch eingerichtete und mit allerhand folkloristischen Accessoires aufgeh√ľbschte Lokal an der Rheinischen Stra√üe 35 eine so wunderbar aromatische, nicht ansatzweise √ľberw√ľrzte Thaik√ľche zum kleinen Preis, dass einem das Herz aufgeht. Sch√§rfe wird sehr dosiert eingesetzt, es gibt also kein Essen f√ľr Angeberg√§ste, die gerne damit prahlen, wieviel Fantastillionen Scoville sie vertragen k√∂nnen sondern eine frische K√ľche √ľr Aromafreunde.

Wer das Ruan Thai besucht, muss allerdings seine Getr√§nke selbst mitbringen, was definitiv Kultfaktor hat. Nebenan gibt’s einen Kiosk, wo man f√ľr einen schmalen Euro eine Flasche Bier kaufen kann. Wer Wein will, muss ihn sich selbst von zuhause mitbringen. Dieser Imbiss passt sowas von gut ins Ruhrgebiet, dass man in Ahnlehnung an eine alte Fu√üballweisheit sagen muss: die Wahrheit liegt auf dem Teller

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