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Mittwoch, 03. März 2010

Ruhr 2010: Wein und Sekt mit Kulturhauptstadtetikett

Ruhr 2010: Denkmäler mit Umdrehungen

Auf Iniative der Vereinigung Essen Geniessen e.V. wurden zum Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 ein Rotwein, ein Weißwein und zwei Kellereisekte abgefüllt, die mit entsprechendem Etikett versehen und nur direkt beim Verein Essen Geniessen e.V. zu beziehen sind. Beim Weißwein handelt es sich um einen Weißburgunder aus der Pfalz von Reichsrat von Buhl (Deidesheim), beim Roten um einen badischen Spätburgunder vom Weingut Roy Blankenhorn. Der Sekt (Trocken sowie Extra Trocken als Flaschengärung) stammt von der Württemberger Sektkellerei Schloss Affaltrach. Das besondere an den Flaschen ist weniger der Inhalt, sondern das Etikett, das Sehenswürdigkeiten aus dem Ruhrgebiet wie Gasometer, Tetraeder und Zeche Zollverein abbildet. Mit von Buhl und Roy Blankenhorn hat man allerdings namhafte Winzer eingebunden, die für Qualität bürgen. Zur Sektkellerei Schloss Affaltrach kann ich mir kein Urteil erlauben, da ich deren Produkte schlichtweg noch nicht probiert habe. Roy Blankenhorn machte im letzten Jahr von sich reden, weil sie mit einem ihrer Weine kurzzeitig bei ALDI-Süd vertreten war, ein Schritt, den bisher nur wenige Winzer aus dem Kreis des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) wagten.

Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass die Produkte mehr als nur auf dem Etikett einen Bezug zum Ruhrgebiet hätten. So wäre es vermutlich kein Problem gewesen, beispielsweise die in Sachen Versektung durchaus versierte Recklinghäuser Weinhandlung Molitor in das Projekt einzubeziehen, die auch den Secco Perlwein A 43 Recklinghausen herstellen.

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Dienstag, 12. Januar 2010

Skandal oder nur Sturm in der Sektflasche? frontal21 kritisiert Verbrauchertäuschung durch zugesetzte Kohlensäure

KohlensäureIn der heutigen Sendung von Frontal 21 (ZDF) wird kritisiert, dass zahlreiche deutsche Sektmarken mit industriell zugesetzter Kohlensäure arbeiten, statt, wie es die EU-Verordnung 606/2009 vorschreibt, nur Kohlendioxid aus der alkoholischen Gärung zu verwenden. Nun würde ich ohnehin nichts aus der von der frontal21-Redaktion kritisierten Pullenriege von Schloss Munzingen über Rotkäppchen bis Schwarze Mädchentraube trinken wollen. Denn Sekt in diesen Preissegmenten dürfte nur mit vergleichsweise billigem Traubenmaterial realisiert werden können, und das macht mir weitaus größere Sorgen in Bezug auf den Genusswert als die zugesetzte Kohlensäure im Großraumgärverfahren. Auch einige Sorten Mineralwasser enthalten industriell zugesetzte Kohlensäure, die nicht aus dem ursprünglichen Produkt stammt. Gesundheitliche Gefahren existieren meines Wissens nicht. Das dürfte beim Sekt nicht anders sein. In der Sendung vermutlich auch deshalb kein Wort darüber. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, wenn es Gefahren geben sollte.

Hier scheint also eine Art Lebensmittelskandal inszeniert zu werden, der im Grunde nicht mehr zu sein scheint als eine Verbrauchertäuschung. Nicht, dass ich Verbrauchertäuschung für ein Kavaliersdelikt halten würde, aber hier wurde nicht Sekt als Flaschengärung verkauft, sondern lediglich gegen eine Verordnung verstoßen, über deren Sinn ohnehin gestritten werden kann. Mir kommt die Geschichte eher vor wie Lobby-Gerangel.

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Mittwoch, 06. Januar 2010

Experiment “Lampe an”: Welche Beleuchtung den Riesling besser schmecken lässt – 2

In der Frankfurter Rundschau von heute findet sich ein Beitrag von Gisela Kirschstein (DDP), die mein Thema von gestern noch etwas umfänglicher ausgeleuchtet hat. Guckst du hier

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Dienstag, 05. Januar 2010

Experiment “Lampe an”: Welche Beleuchtung den Riesling besser schmecken lässt

WeinFarbeMich erstaunt immer wieder, was Wissenschaftler so alles untersuchen. So gingen Heiko Hecht und Daniel Oberfeld vom Psychologischen Institut der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz gemeinsam mit ihrem Kollegen Florian Wickelmaier vom Psychologischen Institut der Universität Tübingen der Frage nach, inwieweit die Raumbeleuchtung Einfluss auf die Wahrnehmung von Aromen hat. Zu diesem Zweck kooperierten sie mit dem Weingut Fritz Allendorf in Oestrich-Winkel, wo eine Probandengruppe, bestehend aus Kunden des Hauses, vor Ort Riesling unter wechselnden Farb- und Lichtsituationen im Raum verkosteten. Eine Kontrollgruppe testete die Weine im Labor. Ergebnis: Die Raumfarbe – beeinflusst durch Lichtinstallation – verändert die subjektive Wahrnehmung der Aromen im Wein. Blau und Rot ließen den Riesling geschmacklich besser wirken als Grün und Weiß. Die Probanden haben den Wein als wertiger wahrgenommen. Zudem betone Rot Fruchtigkeit und Süße. Wodurch sich mir wiederum Schlussfolgerungen in Bezug auf Qualität und Geschmackstyp aufdrängen. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Untersuchung ist dokumentiert in der aktuellen Ausgabe des Journal of Sensory Studies. Im neusten Technology Review (1/2010) wird das Thema ebenfalls beleuchtet. (weiterlesen…)

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Montag, 28. Dezember 2009

Eiswein statt Reiswein: Kuriose Re-Importe aus China

Peter MertesIch muss ein ziemlich verdutztes Gesicht gemacht haben, als ich auf das Etikett der Flasche schaute, die mir mein Bruder in die Hand drückte. Was sollte das sein? Reiswein? Hinter Kolonnen chinesischer Schriftzeichen konnte ich dann aber ein paar mikroskopisch kleine lateinische erkennen: 2007 Rheinhessen Eiswein, LAP 290702148108, shipped by Peter Mertes GmbH 54470 Bernkastel-Kues, Abfüller D-RP 907021. Die Flasche stammte aus einem Ramschladen in Bad Oeynhausen und wurde für 4,99 Euro verkauft, wo angeblich immer wieder Mertesweine auftauchen, darunter auch viele für den US-Markt vorgesehene Abfüllungen. Ich frage mich, ob die vagabundierende Flasche tatsächlich einmal in China gewesen ist oder ob lediglich irgendeine Palette nicht verschifft werden konnte. Der Umstand, dass dieser Beitrag hier nicht posthum veröffentlicht wurde, bedeutet, dass ich mich an dem klitzekleinen Probierschlückchen nicht vergiftet habe. Man stelle sich vor, einfache Eisweine aus Deutschland würden in China verschnitten und wieder zurückgeschickt. Nee, ich will das gar nicht zu Ende denken.
Die Peter Mertes Weinkellerei ist übrigens ein bekannter, großer Weinabfüller, jedoch nicht zu verwechseln mit dem renommierten Weingut Johann Peter Mertes von der Saar.

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Sonntag, 13. Dezember 2009

Zahlen und fröhlich trinken

Gero von Randow beschreibt auf Zeit Online das Treiben während einer Weinauktion im Pariser Nobelrestaurant Latour d’Argent auf bewährt unterhaltsame Art. Und schießt nebenbei eine Pulle 1999er La Chapelle. Coole Art der Altersvorsorge.

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Freitag, 30. Oktober 2009

rewirpower-Weintest: Des Siegers große Schwester

schneiderAn diesem Wochenende läuft die Bestellmöglichkeit für die begehrten Probierpakete mit den Testsiegern des großen rewirpower-Weintests ab. Wer im letzten Moment noch zuschlagen oder sein Kontingent aufstocken möchte, kann das hier tun.

Derweil habe ich mich mal intensiver mit den Weinen von meiner liebsten Testentdeckung, Weingut Jakob Schneider, aus Niederhausen an der Nahe beschäftigt. Nicht zuletzt weil es ausgerechnet eine trockene Spätlese aus dem Jahrgang 1988 und der Lage Niederhäuser Hermannshöhle vom Weingut Hermann Dönhoff war, die mich vor knapp 19 Jahren offen für den deutschen Wein gemacht hat, musste ich unbedingt die trockene 2008er Spätlese aus gleicher Lage von Schneider probieren. Und da begegnete mir ein kraftvoller Riesling, der im Gegensatz zum trinkfertigen Melaphyr zwar noch nicht voll zugänglich ist und wohl noch einige Entwicklungszeit braucht, aber sicher ein großer Wurf ist. Duft nach reifen exotischen Früchten, etwas Feige und deutliche mineralische Noten in der Nase, dazu am Gaumen ein geradezu spektakulär lang anhaltener Abgang für einen Wein, der gerade mal 7,50 Euro pro Flasche kostet.

Wenn ich überlege, dass ich für Dönnhoffs Spätlese seinerzeit so um die 10 DM pro Flasche gezahlt habe (genau weiß ich’s leider nicht mehr), heute aber knapp 23 Euro für den 2008 berappen muss – die sicherlich angemessen sind – dann sind die 7,50 Euro von Schneider heute eine ähnlich günstige Gelegenheit, eindrucksvolle Tropfen typischen Naheweins zu verkosten.

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Donnerstag, 29. Oktober 2009

Rotwein und Fisch: Ein großes Missverständnis bekommt neue Nahrung

Also doch, Rotwein passt nicht zu Fisch titelte der Schweizer Tagesanzeiger und die Süddeutsche Zeitung schrieb Rotwein passt wegen des hohen Eisengehalts nicht zu Fisch. Es geht um eine Untersuchung von  Takayuki Tamura et. al. , aus der Produktentwicklungsabteilung der Mercian Corporation im japanischen Fujisawa. Die Mercian Corporation ist ein Unternehmen, das sowohl Geschäftsfelder im pharmazeutischen Segment als auch in der Wein- und Spirituosenherstellung unterhält. Chateau Mercian ist eines der Unternehmen aus der Gruppe. Wie auch Mario Scheuermann in seinem drink tank blog feststellt, wurden die Informationen aus der Studie nicht richtig weiterverarbeitet und auf falsche Schlagzeilen und Aussagen gebracht. (weiterlesen…)

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Freitag, 09. Oktober 2009

rewirpower-Weintest: Verkostungsnotizen und Infos jetzt online. Probierpakete bestellbar

SiegerweineIn den letzten beiden Tagen war ich komplett mit der Detailauswertung des 7. rewirpower-Weintests vom 6.10. beschäftigt, um Verkostungsnotizen und Infos zu den Weingütern in Text zu fassen. Über diese Seite kommen Interessierte jetzt zu den kompletten Beschreibungen. Und wer sich ein- oder mehrere Probierpakete mit den drei jeweiligen Siegerweinen Rot und Weiß sichern will, sollte nicht lange zögern und bestellen. Der limitierte Vorrat ist erfahrungsgemäß schnell erschöpft.

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Mittwoch, 07. Oktober 2009

Gesucht und gefunden: Die besten Weine unter 6 Euro

weintestWar wieder mal ein harter Verkostungsritt, gestern beim 7. rewirpower-Weintest, den wir bei der diesjährigen Austragung zu absolvieren hatten. Christine Dördelmann, Markus del Monego, Uwe Bende und ich testeten gemeinsam mit Daniel Birkner von  der Gesellschaft Harmonie in Bochum, dem diesjährigen Veranstaltungsort, 80 Weine von 40 Händlern aus dem Großraum Ruhrgebiet. Bei den bestplatzierten Weinen herrschte große Einigkeit in der Bewertung, wobei zu sagen ist, dass es weniger deutliche Ausreißer nach oben gab, als in den vergangenen Jahren, was möglicherweise dem schwierigen Jahrgang 2008 zuzuschreiben ist, aus dem zumindest sehr viele Weißweine eingereicht worden waren.

Daniel Birkner möchte ich von dieser Stelle noch einmal ein großen Dank für seine hervorragende Gastfreundschaft zollen. Kein organisatorischer Wunsch blieb unerfüllt und auch die Verpflegung war bestens.

Und das sind sie nun, die besten Weine unter 6 Euro mit dem Bericht des rewirpower-Redaktionsteams.

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