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Donnerstag, 11. Mai 2017

Trinken die Deutschen wirklich zu viel Alkohol?

Du, die Wanne ist voll war Ende der 1970er Jahre ein Partyhit, gesungen von der legendĂ€ren Helga Feddersen im Duett mit Didi Hallervorden. Daran musste ich gerade denken als ich auf Spiegel Online den Aufmacher zur aktuellen Aktionswoche der Deutschen Hauptstelle fĂŒr Suchtgefahren (DHS) las. Eine Badewanne voller alkoholischer GetrĂ€nke, so heißt es in einem Interview unter der Spiegel-Meldung, trinke der Durschschnittsdeutsche pro Jahr. Wobei nicht definiert wird, ob es GetrĂ€nke auf dem Alkoholniveau von Bier mit 4,9 Vol.% sind oder dem von Strohrum (80 Vol%). Welchen Unterschied das macht, weiß jeder, der von beidem schon mal ein paar Schlucke genommen hat.

Um gar nicht erst missverstanden zu werden, ich sehe in unserer Gesellschaft auch einen deutlich zu unreflektierten und sorglosen Umgang mit alkoholischen GetrĂ€nken. Die gesundheitlichen Gefahren durch ĂŒberhöhten Konsum sind ohnehin unumstritten, noch heikler aber ist, dass nur schwer zu vermitteln sein dĂŒrfte, was “ĂŒberhöht” ĂŒberhaupt bedeutet. Ich kann da erst recht keine Empfehlungen geben, maximal indiviuelle Erfahrungswerte, und die sind ganz sicher nicht auf die Allgemeinheit ĂŒbertragbar. Es hĂ€ngt von einer Menge Einflussfaktoren ab, wieviel Alkohol bei wem welchen Schaden anrichtet.
Wenn aber nun der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des DHS, Dr. Raphael Gaßmann, verlauten lĂ€sst „Die Aktionswoche Alkohol kratzt am Mythos, Alkohol sei ein Kulturgut” und dann einen Zusammenhang zu den Gefahren herstellt, dann lĂ€sst mich das als Leser irritiert zurĂŒck. Alkohol – wahrscheinlich gemeint: alkoholische GetrĂ€nke – sind aus meiner Sicht unbedingt Kulturgut. Aber der Fehler liegt darin, daraus eine individuelle Rechtfertigung fĂŒr ungehemmten Konsum herzuleiten. Aufgabe sollte sein, den BĂŒrger zum mĂŒndigen Konsumenten zu befördern, was auch bedeutet, schon in der Schule auf die Gefahren von Alkoholkonsum hinzuweisen, was ja löblicher Weise auch zunehmend gemacht wird.

Trinken die Deutschen nun wirklich zu viel Alkohol? Wenn wir es mal an einer Badewanne mit einem gĂ€ngigen Fassungsvermögen von 140 Litern bemessen, kĂ€men wir pro Tag auf ein Glas Bier von 0,38 l. Aber es wurde ja nicht explizit formuliert, womit die Wanne gefĂŒllt ist. Vermutlich bezieht sich die Aussage auf eine Veröffentlichung des Spirituosenverbandes, wonach der Durchschnittsdeutsche in 2015 etwa 135,5 Liter unterschiedlicher alkoholischer GetrĂ€nke konsumiert hat. Davon entfallen auf Bier 105,9 l, Wein 20,5 l, Spirituosen 5,4 l und Schaumwein 3,7 l. Pro Tag also ein 0,3-l-Glas Bier, pro Woche eine 0,4-l-Karaffe Wein, alle zweieinhalb Monate ist eine Flasche Schaps leergetrunken und fĂŒnf Mal im Jahr plöppen die Sektkorken. Klingt vielleicht nicht nach ĂŒber die Maßen viel, aber nun gibt es diesen Durchschnittskonsument eben kaum. Vielmehr aber gibt es zigtausende Erwachsene die keinen, oder nur extrem wenig Alkohol trinken. Bleibt also fĂŒr die anderen definitiv mehr ĂŒbrig als höchstwahrscheinlich empfehlenswert ist, ganz unabhĂ€ngig von weiteren Einflussfaktoren.

Was können Freunde eines guten Tropfens daraus schließen? QualitĂ€t statt QuantitĂ€t könnte eine Lösung sein. Lieber eine gute Flasche Wein pro Woche trinken als zwei schlechte. Nur mal so als Idee.

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Montag, 03. April 2017

ProWein (2): Besuch bei den Siegerwinzern des rewirpower-Weintests

Ja, die gesammelten EindrĂŒcke von der letzten ProWein mussten erstmal reifen, bevor ich das eine oder andere Detail in die Tastatur hacken konnte. Quark. Ist natĂŒrlich nur eine billige Ausrede. Ich bin einfach nicht frĂŒher dazu gekommen, Teil 2 von insgesamt drei oder vier BeitrĂ€gen zusammenzufassen. Aber jetzt.

Was mir immer ein besonderes Anliegen ist, wenn ich durch die Messehallen an den StĂ€nden der ProWein entlanglaufe (Betonung auf LANG – mein Fitnesstracker zeigte 15.356 Schritte an einem Tag an): ein Besuch bei den siegreichen Winzern unseres rewirpower-Weintests. Nicht immer klappt das ĂŒberall, weil die StĂ€nde oft belagert sind von HĂ€ndlern und anderweitig Interessierten. In diesem Jahr konnte ich jedenfalls beim Weingut Bernhard (Anbaugebiet Rheinhessen) und bei Köster-Wolf ( ebenfalls Rheinhessen) mit den Verantwortlichen sprechen und erfahren, dass die guten Ergebnisse im Test positive Resonanz brachte. “Wir zĂ€hlen ja noch zu den Newcomern, und da können gute Verkostungsergebnisse schon fĂŒr Aufmerksamkeit sorgen” sagte mir Jörg Bernhard, der gemeinsam mit seiner Tochter Martina das Familienweingut auf der ProWein reprĂ€sentierte. EigenstĂ€ndigkeit und Charakter – ein Credo, das so viele Winzer fĂŒr sich reklamieren – bei den Bernhards drĂŒckt sich das im Wein tatsĂ€chlich aus. Ein Geheimtipp ist der SpĂ€tburgunder des Hauses, der – so Bernhard – ein paar “Ecken und Kanten” haben soll. Und die hat er im besten Sinne. Sie können also nicht nur Weiß in Wolfsheim.

Nur wenige Schritte von Bernhards entfernt, stellte sich das Weingut Köster-Wolf den Messebesuchern vor. BĂ€rbel Wolf berichtete erleichtert von den guten Ergebnissen, die man in dem schwierigen Jahr 2016 erzielen konnte, denn “einige Winzerkollegen verloren aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen fast den gesamten Ertrag.” TatsĂ€chlich forderte das Wetter den Winzern in 2016 alles ab. Erst gab es einen sehr milden Winter, ĂŒber den sich nur die vielen ĂŒberlebenden WeinschĂ€dlinge freuen konnten. Dann kam der SpĂ€tfrost, der die Knospen in Gefahr brachte, und schließlich plĂ€tscherten auch noch Unmengen NiederschlĂ€ge im Mai und Juni auf die Reben herab, was den Pilzbefall begĂŒnstigte. Und weil das alles nicht reichte, kam im heißen Juli auch noch Trockenstress dazu. Wer bis Ende August mit GlĂŒck und Geschick seine Trauben gerettet hatte, profitierte immerhin vom warmen September, der beim Abbau der SĂ€ure half. Was man bei Köster-Wolf schließlich auf die Flasche bringen konnte, macht der Winzerfamilie Hoffnung. Und den Konsumenten vermutlich Ă€hnliche Freude wie die Weine aus dem VorgĂ€ngerjahrgang.

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Freitag, 24. MĂ€rz 2017

ProWein 2017 (1): Wo der Mondwein hinters Licht fĂŒhrte und die Zeit fĂŒr die Sonnenuhr nicht reichte.

Neulich telefonierte ich mit einem KĂŒchenchef aus dem erlauchten Kreis der mit drei Michelinsternen erleuchteten. Ob er denn auch zur ProWein kĂ€me, wollte ich wissen, nachdem wir beide feststellten, dass wir uns schon eine ganze Weile nicht gesehen hatten. Ich hatte gedacht, so bei einem guten Glas Wein, ließe sich doch nett plaudern. “Was soll ich denn da?” kam zur Antwort, ergĂ€nzt um wenig schmeichelhafte Auslassungen zu einer besonderen Besucherklientel, die dort in stattlicher Anzahl durch die GĂ€nge wankt und die abenteuerlichsten Aromen im Wein entdeckt und herausschmeckt. Ach, was haben wir gelacht am Telefon. Bis mir der Gedanke kam, ob ich nicht vielleicht auch dazu gehörte. Nee, völlig unmöglich. Ich wanke doch nicht. Bis auf ein paar Schlucke – in diesem Jahr aus dem Sortiment der Domaine Bichot und dem Mondwein von Wanne-Eickel, quatsch, von Tesch – wird immer alles brav ausgespuckt. Sonst kĂ€me ich doch niemals den vielen außergewöhnlichen Aromen auf die Spur, die es in so manchem Tropfen zu entdecken gibt.

Der Mondwein. Als ich in einer Pressemitteilung des Hauses darĂŒber las, fĂŒrchtete ich, im Weingut Tesch (ja, das sind die mit dem Toten Hosen Wein, der kompottsurfer berichtete) stĂŒnde neuerdings Esoterik hoch im Kurs. Man erntete Trauben bei Vollmond und streute vielleicht sogar im Sommer GlobolikĂŒgelchen unter den Rebstöcken aus, damit die Pflanzen gegen Hitzestress gewappnet sind. Aber nein. Es ist nicht das, wonach es aussieht. Obwohl ein ziemlich esoterisch anmutender Mond auf dem Etikett zu sehen ist. Meine Frage am Stand des immer sehr belagerten Nahe Winzers, was es denn bitte mit dem Mond auf sich hat, wurde schmunzelnd ĂŒberhört. Alles andere aber umfĂ€nglich beantwortet. Und keine Frage, der Wein ist tatsĂ€chlich so außergewöhnlich wie rar. Nur knapp 600 Liter, so verriet man mir, konnten davon auf die Flasche gebracht werden.

Es ist ein Wein mit Gen-defektem Lesegut. In jedem Weinberg gibt es eine geringe Anzahl kleiner goldgelber Trauben, die keine Kerne haben. Und je Ă€lter der Weinberg, um so höher ist der Anteil dieser Sonderlinge. Nur in Jahren, in denen das Wetter durchgĂ€ngig perfekt ist, können diese Trauben gesondert gesammelt werden. Erstens, weil sei ĂŒberhaupt noch hĂ€ngen, denn sie wachsen an kleinen Seitentrieben, die unter UmstĂ€nden im Laufe ihres Wachstums weggeschnitten werden. Und zweitens, weil auch bei der Ernte das Wetter stabil sein muss, damit genĂŒgend Zeit fĂŒr die aufwĂ€ndige Handarbeit bleibt. FĂŒr ein kleines Fass mĂŒssen ĂŒber 12 Hektar Rieslingweinberge durchkĂ€mmt werden. Bei der Verarbeitung der Trauben kann der Winzer dann die Extraktion auf die Spitze treiben, da nach dem Abbeeren der Anteil Tannin besonders gering ist, weil die Bitterstoffe aus den Kernen fehlen.

Ich muss zugeben, dass mich dieser trocken ausgebaute Wein wirklich gepackt hat. Extrem konzentrierte Frucht und eine – fĂŒr diesen niedrigen Alkoholgehalt (13 Vol.%) – unglaubliche Tiefe und LĂ€nge. Wer eine dieser raren Flaschen ergattern will, muss 20 Euro investieren (zum Beispiel hier). Ein geradezu barmherziger Preis fĂŒr diesen Wein, wie ich finde. Ach ja, und lange ĂŒberlegen ist keine gute Idee.

Einen Nachteil hatte die lange BeschĂ€ftigung mit dem Mondwein allerdings schon. Es blieb nicht mehr genug Zeit fĂŒr die Wehlener Sonnenuhr Riesling SpĂ€tlese von Dr. Loosen. Die wollte ich – nach vielen lobenden Kommentaren von guten Weinfreunden – unbedingt noch vor Ort probiert haben. Sei’s drum, dann muss ich wohl irgendwo mal ein ganzes FlĂ€schchen ordern.

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Freitag, 10. Februar 2017

Ausblick ProWein 2017: Die besten 100 Bordeaux zum Entdecken.

Wenn Weintrinken konzentriertes Beurteilen und Ausspucken der angestellten Tropfen erfordert, hat das immer mit Arbeit zu tun. Nun sagt aber niemand, dass Arbeit nicht auch VergnĂŒgen bereiten darf. Und das war bei der Verkostung zur Auswahl der besten 100 Bordeaux zum Entdecken uneingeschrĂ€nkt gegeben. Eine so fachkundige wie kurzweilige Runde war da in Essers Gasthaus (Köln-Ehrenfeld) zusammengekommen, um in fĂŒnf Panels die geographisch kleine, aber in Sachen Wein so große und legendĂ€re Welt der Anbaugebiete von Bordeaux zu vermessen. Das Preisfeld, auf dem das Geschehen spielte: 6 bis 30 Euro. Und so viel vorweg: Es gibt wirklich eine Menge guten bis sehr guten Stoff in diesem Kosmos. Guter Bordeaux muss also wirklich nicht teuer sein, wie wir auch beim letzten rewirpower-Weintest feststellen konnten, wo ein roter ChĂąteau les Rambauds aus 2010 den ersten Platz bei den Weinen unter 8 Euro belegte.

Die Ergebnisse unserer aktuellen Verkostung werden zur ProWein 2017 verkĂŒndet, die vom 19.-21. MĂ€rz in DĂŒsseldorf stattfindet. Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen Besuch der ersten ProWein, eine damals noch kleine Veranstaltung, deren Zukunft höchst ungewiss schien. Heute ist sie eine der bedeutendsten Fachmessen weltweit. Und die nun schon im zehnten Jahr von der Sommelier-Consult Köln unter Mitwirkung vieler Experten erstellte Liste mit den 100 Bordeauxweinen zum Entdecken ist eine der besonderen Ankerpunkte fĂŒr die Besucher, die im Rahmen der Messe an gut strukturierten Verkostungen teilnehmen wollen. JuryprĂ€sident Markus Del Monego wird auch 2017 wieder im Rahmen der ProWein, gewohnt kurzweilig und informativ, ausgewĂ€hlte Weine aus der 100er Liste vorstellen (19.3. //17:15-17:45 // Halle 11, Stand J6). Veranstaltet wird das Ganze von der L’École du Vin de Bordeaux Conseil Interprofessionnel du Vin de Bordeaux (CIVB).

NatĂŒrlich darf im Vorfeld nichts von den Ergebnissen durchsickern, und ich werde mich hier hĂŒten, Konkretes auszuplaudern. Aber was ich verraten kann, ist, dass mir ganz persönlich die RosĂ©weine aus 2016, die getrennt von den Clairets probiert wurden, ĂŒberraschend viel VergnĂŒgen bereitet haben. Auch die angestellten Weine aus Margaux (JahrgĂ€nge 2010-2014) markierten in meiner individuellen Beurteilungskurve Gipfelpunkte.

Sobald die Liste öffentlich werden kann, gibt’s an dieser Stelle einen Link als Update.

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Freitag, 30. Dezember 2016

kompottsurfers Lieblingsweine aus dem Trinkjahr 2016

Normalerweise listet der kompottsurfer zum Jahreswechsel immer zehn Lieblingsprodukte rund ums Essen auf. Aber in diesem Jahr gab es nicht so viele Produkte, die nicht schon in den Vorjahren BerĂŒcksichtigung gefunden hĂ€tten. DafĂŒr umso mehr ĂŒberragenden, neu entdeckten Trinkstoff. Also schwenken wir ausnahmsweise mal um.

Neben meinen persönlichen Favoriten aus den Top 10 des rewirpower-Weintests sind auch ein paar Tropfen aus Übersee aufgelistet, die mich zukĂŒnftig mehr auf SĂŒdafrika und Chile blicken lassen, wenn es um außergewöhnliche Weine geht. Die Liste ist jedoch nicht nach den Höchstbewertungen aller von mir in 2016 getrunkenen Weine zusammengestellt, sondern nach persönlichem Preis-Genuss-VerhĂ€ltnis. Klar, dass ein Champagner wie Pol Rogers 2004er Jahrgangs-Cuvee “Sir Winston Churchill“ großes TrinkvergnĂŒgen bereitet, wenn man ihn – wie bei der Prowein in diesem Jahr – mal vor die Flinte bekommt. Aber 199 Euro Einkaufspreis sind dann schon ein reichlich ĂŒppiges Trinkgeld fĂŒr diese rare Perle unter den Champagnern. Deshalb finden solche Kreszenzen keine Aufnahme in meine Hitliste. Und doch bleibt genĂŒgend wunderbarer Stoff ĂŒbrig.

1. Domaine de RochegrĂšs // 2014 // Moulin a Vent // Beaujolais // Frankreich // Gamay // 12,5 Vol.% // EUR 25,90
2. Montes Alpha // 2012 // Colchagua Valley / Chile // Syrah // 14,5 Vol.% // EUR 14,95
3. Deidesheimer Herrgottsacker // 2015 // Staatsweingut mit Johannitergut // Pfalz // Deutschland // Riesling Kabinett trocken // 11,5 Vol. % // EUR 5,50
4. Kloof Street ‘Bush Vines’ // 2012 //Mullineux & Leeuw Family Wines // Swartland // SĂŒdafrika // Syrah // 13,5 Vol. % // EUR 14,90
5. Les Courtines Grande RĂ©serve // 2015 // Cave de Cruzy // Pays d’Oc // Frankreich //  Sauvignon Blanc, Colombard, Gros Manseng // 12 Vol. % // EUR 7,95
6. Vidal-Fleury // 2013 // Cotes du Rhone // Frankreich // Grenache, Syrah, MourvĂšdre, Carignan // 14 Vol. % // EUR 9,90
7. 1838 // 2014 // Weingut Bergdolt, Reif & Nett // Pfalz // Deutschland // Cabernet, Merlot, Lagrein, Dornfelder // 13 Vol. % // EUR 7,80
8. Riesling Sekt Brut Tradition FlaschengÀrung // Winzervereinigung Die Weinmacher // Pfalz // Deutschland // 12,5 Vol % // EUR 6,95
9. Chasslie // Heitersheimer Maltesergarten // Weingut Zotz // Baden // Deutschland // 12 Vol. % // EUR 6,90
10. Edition Riesling // 2007 // Weingut Querbach // Rheingau // Deutschland // 12 Vol. % // EUR 9,40

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Mittwoch, 07. Dezember 2016

Wine Spectator kĂŒrt die besten 100 Weine des Jahres

Seit 28 Jahren gibt es sie nun schon, die Top 100 Liste des Fachmagazins Wine Spectator. Damals, im Jahre 1988, wurde alles noch auf Papier gedruckt, und die Urteile der Experten schienen wie in Stein gemeißelt. Der 1976 in New York City aus der Taufe gehobene Wine Spectator bildete anfangs ein Gegengewicht zum britischen Decanter, der 1975 gegrĂŒndet wurde. Dann trat auch noch Robert M. Parker auf den Plan und machte die vormals nur Spezialisten zugĂ€ngliche Weinbewertung zu einem marktrelevanten Kriterium. WeingĂŒter mit hohen Punktebewertungen von Parker können sich heutzutage eines Verkaufserfolgs sicher sein, so umstritten manche Bewertung vielleicht auch sein mag. Und wenn HĂ€ndler fĂŒr ihre Weine nicht mit Parkerpunkten punkten können, dann tun es notfalls auch die Punkte von anderen Kritikern, um fĂŒr den Wein zu werben. Alles das mag mit SchwĂ€chen behaftet sein, aber es kann fĂŒr einen vom gigantischen Angebot schlicht ĂŒberforderten Konsumenten ein Fingerzeig sein zu einem guten Wein.

Aber zurĂŒck zur Wine Spectator Top 100 List. Im Jahre 1988 fĂŒhrte ein 1985er Lynch-Bages die Liste an, vor Chateau Margaux aus dem gleichen Jahrgang. Unter den ersten 10 Weinen waren damals sieben (!) Weine aus Frankreich zu finden. Zu Preisen, die jedem Weinliebhaber heute nur ein KopfschĂŒtteln entlocken. Sparsame 38 $ kostete der Lynch-Bages damals, und der Chateau Margaux war fĂŒr 76 $ zu haben. Heute muss man bei Chateaux Margaux mit dem vierfachen Preis fĂŒr einen aktuellen Jahrgang kalkulieren.

Die Liste allerdings hat sich in ihrer Zusammensetzung komplett verĂ€ndert. Die großen Bordeauxweine sucht man inzwischen meist vergebens in den Top 100. Überhaupt spielt die alte Weinmacht Europa in der Liste nicht mehr die ĂŒberragende Rolle von einst. Nur noch zwei französische und zwei italienische Weine sind 2016 dort zu finden. Die neue Welt und ihre guten Tropfen haben aufgeholt. Bewertet werden alle von WS in 2016 getesteten Weine, deren Zahl in die Zigtausende geht. Zumeist sind es die gerade erschienenen aktuellen JahrgĂ€nge, die man unter die Lupe genommen hat.

Wirklich interessant wird die Liste, wenn man sie nach Preisen sortiert und einen Blick auf Weine bis 15 $ wirft. Da gibt es das eine oder andere SchnĂ€ppchen zu entdecken. Davor aber heißt es: suchen.  Also ein bisschen Ostern, kurz vor Weihnachten. Welcher HĂ€ndler in Deutschland hat den Wein ĂŒberhaupt vorrĂ€tig und zu welchem (Euro-)Preis?

Diese 11 Weine sind in der aktuellen Top 100 Liste mit Preisen bis 15 Dollar zu finden:

2014 Villa Pillo Toscana Borgoforte
2015 Kono Sauvignon Blanc Marlborough
2015 Charles Smith Riesling Ancient Lakes Of Columbia Valley Kung Fu Girl Evergreen
2014 Viña Montes Cabernet Sauvignon Colchagua Valley Classic Series
2014 Real Companhia Velha Douro Evel Red
2014 Fritz Hasselbach Riesling QbA Rheinhessen Fritz’s
NV   Korbel Brut California Organic Grapes
2014 M. Chapoutier CĂŽtes du Roussillon-Villages Les Vignes de Bila-Haut
2014 Bodegas Ontañon Viura Rioja Vetiver
2014 Mud House Pinot Noir Central Otago

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Montag, 21. November 2016

Weingut Tesch und Die Toten Hosen fĂŒllen neuen Jahrgang Weißes Rauschen ab

Dem Rausch von eisgekĂŒhltem Bommerlunder kann die legendĂ€re DĂŒsseldorfer Punkband anscheinend nicht mehr viel abgewinnen. Die Herren sind Ă€lter geworden und lĂ€ngst stilvoller unterwegs. Weißes Rauschen heißt ein Wein, den Campino und Co. zusammen mit dem namhaften Nahe-Winzer Martin Tesch kreiert haben. Seit 2008 arbeiten man nun schon zusammen, und mit dem großartigen Rieslingjahrgang 2015 wird der Rebensaft sogar erstmals auf Magnumflaschen gefĂŒllt. Und so dĂŒrfte nicht nur den Fans der Toten Hosen Weißes Rauschen TrinkvergnĂŒgen bereiten, den der Gault Millau Weinguide als “unkomplizierten, zugĂ€nglichen Trinkwein” beschreibt. Wer eine der nur sehr begrenzt verfĂŒgbaren Flaschen an Land ziehen will, muss fĂŒr die 1,5-Liter-Magnumflasche 35 Euro (plus Versandkosten) investieren. Und kann direkt ab Weingut bestellen.

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Sonntag, 30. Oktober 2016

rewirpower-Weintest 2016: Limitierte Probierpakete sichern

Wie in den vorausgegangen 13 Austragungen des rewirpower-Weintests werden auch in diesem Jahr wieder Probierpakete mit den besten drei Weiß- und Rotweinen geschnĂŒrt. Wer sich das eine oder andere SchĂ€chtelchen sichern möchte, kann das hier tun.

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Dienstag, 25. Oktober 2016

rewirpower-Weintest 2016: Die Sieger sind ermittelt

Zur 14. Austragung des rewirpower-Weintests waren wir dieses Mal im stilvollen Ambiente des Laurushauses auf Schloss Hugenpoet zu Gast. Die Sommeliere des Hauses, Carla Veenstra, hatte uns perfekte Testbedingungen geschaffen und die von mir sehr geschĂ€tzte KĂŒchenchefin Erika Bergheim zum Abschluss delikates Fingerfood kredenzt. Ich sag’ nur: Faked Couscous aus Blumenkohl. Bei Ferran AdriĂ  habe ich ihn zwar nie essen können – aber ich kann mir kaum vorstellen, dass er ihm je besser gelungen ist. Wirklich verstanden habe ich Erikas Zauberei allerdings erst auf Hinweis unseres Testkollegen Philipp Diergardt (KĂŒchenchef im Restaurant „Diergardts KĂŒhler Grund“ und außerdem gelernter Winzer). Man sollte gutem Essen halt immer die nötige Aufmerksamkeit schenken und es nicht nebenbei vertilgen. Asche auf mein Haupt, Erika.

Christine Dördelmann (Sommeliere, Weinschmiede Essen), Stefanie Mensing (Sommeliere im „Hohoff’s 800°“) und natĂŒrlich auch wieder Markus Del Monego (Master of Wine und Sommelier-Weltmeister 1998) waren neben Philipp, Carla und mir ebenfalls zur Verkostung ausgewĂ€hlter FachhĂ€ndlerweine angetreten, die fĂŒr den Endverbraucher alle unter 8 Euro zu haben sind. Sicher werde ich in den nĂ€chsten Tagen noch mal ein paar Worte zur Verkostung verlieren, aber hier schon mal die Top 10 (aufs Bild klicken fĂŒr mehr Infos):

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Montag, 04. Juli 2016

Kulinarische SpezialitĂ€ten zur Fußball-EM in Frankreich (3): Domaine de Bisconte (Roussillon)

Trunken vom Roussillon

Von der Domaine de Bisconte stammte der erste Roussillon, den ich je trank. Ich bekam die Flasche – es dĂŒrfte der Jahrgang 1986 gewesen sein – von einem Freund geschenkt, zusammen mit einem Buch von AndrĂš DominĂ© Trunken vom Roussillon, erschienen 1987. Seinerzeit waren die Weine aus dem Roussillon hierzulande kaum bekannt, zumal die trockenen Vertreter aus der Region im Ruf standen, eher rustikal und alkoholreich zu sein. Aber das stimmte nur bedingt. Die Domaine de Bisconte bot jedenfalls schon damals ein ĂŒberzeugendes Preis-LeistungsverhĂ€ltnis, und ich erinnere mich an so manche schöne Grillparty, wo wir am Ende tatsĂ€chlich trunken vom Roussillon waren.

Anders als die legendĂ€ren Weine von Banyuls und Rivesaltes, die kaum als Roussillonweine bekannt sind, sondern unter ihren örtlichen Appelationen firmieren, trug die Domaine de Bisconte mit ihren trockenen Weinen maßgeblich dazu bei, den Namen der Anbauregion in einer Zeit populĂ€r zu machen als frankophile Genießer angesichts der fulminant steigenden Preise bei Bordeaux aller QualitĂ€tsstufen ein Herzrasen nach dem nĂ€chsten erlitten.

Nun sind trockene Weine aus dem Roussillon geschmacklich ganz andere Weine als die aus dem Bordeaux, völlig klar. Aber fĂŒr den Verbraucher stellte sich die Frage damals so nicht. Er wollte Wein aus Frankreich, trocken und preislich attraktiv, und da passte es dann auch ganz gut, dass zunehmend junge Winzer aus dem SĂŒdwesten, aus Languedoc und Roussillon mehr QualitĂ€t in ihren Wein bringen wollten. So wurde den Weinen aus dem französischen SĂŒdwesten in Deutschland mehr Aufmerksamkeit zuteil.

Domaine de Bisconte ist so etwas wie der Referenzwein fĂŒr die Region im Preissegment von 6 bis 8 Euro. Seit 2003 war der Wein auch immer wieder beim rewirpower-Weintest vertreten, und oftmals konnte er sich dort gegen starke internationale Konkurrenz behaupten. Die Domaine wird schon seit mehreren Generationen von der Familie Jonca in Saint-Genis des Fontaines bewirtschaftet. Auf den kargen Ton-, Kalk- und Steinböden der 43 Hektar umfassenden AnbauflĂ€che herrschen ideale Bedingungen fĂŒr die Kultivierung der klassischen sĂŒdostfranzösischen Rebsorten Syrah, Grenache und Carignan. Man pflegt die im Roussillon ĂŒblichen, traditionellen Anbaumethoden und verfĂŒgt noch ĂŒber viele alte Rebstöcke. Die Trauben werden von Hand gelesen und zwölf Monate im Eichenfass ausgebaut. Vermarktet wird der Wein ĂŒber die Winzergenossenschaft in Alberes.

ErhĂ€ltlich sind die Weine von der Domaine de Bisconte bei vielen HĂ€ndlern im Ruhrgebiet, u.a. Der Franzose in Bochum, Weinhof RĂŒttenscheid in Essen und Die WeinVilla in Duisburg. Bis zum Halbfinale Frankreich gegen Deutschland bleibt noch ausreichend Zeit einzukaufen.

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