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Dienstag, 17. Oktober 2017

rewirpower-Weintest 2017: Jetzt Probierpakete mit den Siegertropfen sichern

In den 15 Jahren seines Bestehens hat der rewirpower-Weintest immer eine Sache in den Vordergrund gestellt: den interessierten Konsumenten nicht nur Empfehlungen fĂŒr gute Weine an die Hand zu geben, sondern auch zu unterstreichen, dass sich der Weg in den Fachhandel lohnt. Wo es ausgesuchte Weine, kompetente Beratung und nicht zuletzt Gelegenheit gibt, den einen oder anderen Wein selbst zu probieren. Nichts schafft mehr Klarheit darĂŒber, welcher Wein nach dem Kauf das grĂ¶ĂŸte TrinkvergnĂŒgen verspricht als der eigene Geschmack.

Nun gibt es im Ruhrgebiet eine Menge versierter FachhĂ€ndler. Einige wenige landeten mit ihren Lieblingsweinen unter 8 Euro beim rewirpower-Weintest 2017 sogar auf dem Treppchen. Mit der Möglichkeit, Probierpakete bestehend aus den drei besten Rot- und Weißweinen einer qualifizierten Verkostung zu ordern, nimmt der rewirpower-Weintest nach wie vor eine Sonderstellung unter den WeinprĂ€mierungen in Deutschland ein. Eine Möglichkeit, die man als Weinliebhaber nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte. Und auch wenn der Trend zum Weinkauf per Internet oder beim Discounter vor Ort anhĂ€lt – wir favorisieren weiterhin den persönlichen Kontakt zum FachhĂ€ndler. Deshalb bleibt die Abholung der Pakete vor Ort bei einem der prĂ€mierten HĂ€ndler auch 2017 Teil der Aktion. Denn wo sonst kĂ€me man seinen potentiellen Lieblingsweinen besser auf die Spur?

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Freitag, 06. Oktober 2017

Das war der rewirpower-Weintest 2017: ein FrĂŒhsport fĂŒr Nase und Gaumen.

Die Zahl des Tages lautet: 15. So viele Jahre gibt es ihn jetzt schon, den rewirpower-Weintest, fĂŒr den FachhĂ€ndler aus der Metropole Ruhr und Umgebung ihre besten Weine im Preissegment unter 8 Euro (frĂŒher 6 Euro) in einen Wettbewerb schicken. Im Rahmen einer Blindverkostung, bei der aus verdeckten Weinflaschen probiert wird, ermittelten wir heute wieder die besten zehn Rot- und Weißweine. Entscheidend ist der aktuelle Genusswert und nicht das Reifepotential der Weine, in diesem Preissegment ein zu vernachlĂ€ssigender Aspekt.

Schon mal um 9 Uhr morgens Wein probiert? Also, das ist wirklich FrĂŒhsport der besonderen Art. Und ich kenne mich aus mit Sport. Also zumindest theoretisch. Nach unserem ĂŒblichen BegrĂŒĂŸungsgesprĂ€ch – einige von uns haben sich schon eine Weile nicht gesehen – wird es schnell still im Probenraum, sobald die ersten Weine in die GlĂ€ser fließen. Den Raum konnten wir diesmal im beeindrucken neuen Ambiente des frisch renovierten Sternerestaurants Palmgarden (Spielbank Hohensyburg, Dortmund) beziehen. Gastgeberin Sabrina Koos, Sommeliere und Restaurantleiterin des Hauses, hatte perfekte Vorarbeit geleistet und uns zudem Platz fĂŒr die Testweine in den KlimaschrĂ€nken freigerĂ€umt. Beste Voraussetzungen also sowohl fĂŒr uns als auch fĂŒr die PrĂŒflinge, denen wir zu sechst zu Leibe rĂŒckten. Mit dabei auch in diesem Jahr wieder langjĂ€hriges Stamm- und Fachpersonal, allen voran Christine Dördelmann und Markus Del Monego. Außerdem Oliver Speh, gern gesehener Experte aus MĂŒlheim, und Gastgeberin Sabrina Koos.

Die Stille einer solchen Verkostung wird ĂŒbrigens nur von gelegentlichen SchlĂŒrf- und SpuckgerĂ€uschen unterbrochen. Spucken ist nötig, weil sonst alle Tester schon nach der HĂ€lfte der Probe hackenstramm in den Seilen hingen, was nicht Sinn der Übung wĂ€re. Die Reihe der Weißweine ist aufsteigend alkoholisch sortiert. BegĂ€nne man gleich mit den schweren GeschĂŒtzen, könnte das bei den Weinen mit weniger Alkohol zu Wahrnehmungseinbußen fĂŒhren. Das Feld bei den Weißen war in diesem Jahr stark dominiert von deutschen Weinen, die ĂŒber 70% stellten. Dabei wurden besonders viele Weiß- und Grauburgunder von den HĂ€ndlern eingereicht. Womit die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende auch ein Weißburgunder aus Deutschland auf dem  Treppchen stehen wĂŒrde, hoch war. Und doch landete die heimische Vorzeigerebsorte Riesling auf Platz Eins: 2016er Tandem Riesling vom Weingut Stefan Müller  an der Saar (eingereicht von der Weinhandlung Lapinski in Wuppertal). 2. Platz fĂŒr den 2016er Weißer Burgunder Classic vom Weingut Genheimer Kitz an der Nahe (eingereicht von der WeinMühle, Datteln) und auf dem 3.Platz landete der 2016er Grauburgunder vom Weingut Landerer aus Baden (eingereicht von Feinkost Hedtstück, Gevelsberg).

Bei den Rotwein war es – wie auch schon in den letzten Jahren – schwieriger, das Feld zu sondieren. Im Preissegment bis 8 Euro einen wirklich starken Roten auf die Flasche zu bringen, stellt sich fĂŒr viele Winzer offensichtlich als nicht ganz so leichtes Unterfangen heraus. Ja, wir sind da pingelig. Bei drei Weinen mussten wir zum Vergleich sogar die Konterflaschen bemĂŒhen, da wir beim Testen Korkfehler ausgemacht hatten. WĂ€hrend die Weißweine zu ĂŒber 90% mit Schraubverschluss versehen waren, bot sich bei den Roten ein ganz anderes Bild. Nur 20 Prozent hatten Schraubverschluss. Markus Del Monego machte uns darauf aufmerksam, dass es in einigen europĂ€ischen WeinanbaulĂ€ndern Pflicht sei, den Flaschenhals zu verstopfen, will man seine Klassifizierung nicht verlieren. Ein Unding, eigentlich. Am Ende staunten wir nicht schlecht, dass alle drei erstplatzierte Rote mit Schrauber verschlossen waren. Und so sah es auf dem Treppchen aus:

1. 2015er Cabernet Sauvignon Shiraz, SĂŒdafrika,Produzent: Simonsig (eingereicht von Der Weinhof, Herne)
2. 2016er SpĂ€tburgunder, Produzent: Weingut Landerer (eingereicht von: Feinkost Hedtstück, Gevelsberg)
3. 2016er SpÀtburgunder, Produzent: Lukas Kesselring (eingereicht von: Die Bodega, Castrop-Rauxel)

Alle weiteren Sofort-Ergebnisse hier. Weitere Infos folgen.

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Donnerstag, 07. September 2017

Weinlese in Bierstadt Dortmund: Am Phoenixsee werden Oechsle gewogen

Zugegeben, es braucht Fantasie, sich das bierbauchige Ruhrgebiet als Weinbauregion vorzustellen. Dabei ist der Anfang lĂ€ngst gemacht. An einem SĂŒdhang in der NĂ€he des Phoenixsees, bewĂ€ssert aus der einstigen Vorzeigekloake der Republik, der Emscher, wird dieser Tage wieder Wein geerntet. ‹‹Die Emschergenossenschaft begann im Mai 2012 damit, auf drei FlĂ€chen von jeweils 50 Quadratmetern 23 Rebzeilen mit je 4 Pflanzen zu pflocken (der kompottsurfer berichtete). Insgesamt 92 Rebstöcke, an der Treppenanlage zur Bellevue-Aussichtsplattform am Nordufer des Phoenix Sees gelegen. Warum ausgerechnet 92?  Es könnte mit der angebauten Rebsorte zu tun haben, die ausgerechnet „Phönix“heißt und 1992 Sortenschutz erhielt. Eine Kreuzung aus Bacchus und Villard Blanc, die einen Hieb Winterfrost vertragen kann und außergewöhnlich resistent ist gegen Pilzkrankheiten wie Mehltau. Die international renommierte Forschungsanstalt fĂŒr Weinbau in Geisenheim unterstĂŒtzt die auf Wasserwirtschaft spezialisierte Emschergenossenschaft bei dem nur auf den ersten Blick kurios wirkenden Versuchsprojekt.

Denn schon seit vielen Jahren ist klar, dass der Klimawandel auch die Welt des Weinbaus grundlegend verĂ€ndern wird. Ein Prozess, der bereits im vollen Gange ist. Das belegen Aufzeichnungen zahlreicher Winzer, deren Betriebe bereits seit ĂŒber 200 Jahren Temperaturdaten sowie die Zeitpunkte von Austrieb, WeinblĂŒte, Reifeprozess der Trauben sowie Lese aufzeichnen. Allein in den letzten 20 Jahren hat sich vielerorts der Lesebeginn durchschnittlich um eine Woche nach vorne verschoben. In Zukunft wird es auch in nördlichen Regionen möglich sein, in grĂ¶ĂŸerem Maße Wein anzubauen.

Nun sind KlimaverĂ€nderungen nicht immer vom Menschen gemacht.  Vom 9. bis zum 15. Jahrhundert, in der sogenannten Mittelalterlichen Warmzeit, war es tief im Westen schon einmal wĂ€rmer als ĂŒblich. Erdgeschichtlich betrachtet also erst ein Wimpernschlag her. In dieser Zeit wurde auch im Ruhrgebiet Wein angebaut. Ausgerechnet am Remberg in Dortmund-Hörde, also unweit des Phoenixsees, hat ein grĂ€flicher Weingarten gestanden, wie alte Urkunden belegen.‹‹ Als Folge der KlimaerwĂ€rmung werden auf den Weinbau in Deutschland aber nicht nur geographische VerĂ€nderungen zukommen. Auch der Rebsortenspiegel wird sich ĂŒber die nĂ€chsten Jahrzehnte verĂ€ndern. Experten wie der Direktor am Max-Plank-Institut fĂŒr Meteorologie in Hamburg, Hartmut Graßl, empfehlen den Winzern deshalb experimentierfreudig zu sein und eine behutsame Neuausrichtung zu wagen, die Raum lĂ€sst fĂŒr den Anbau ortsunĂŒblicher Rebsorten. Auch der Riesling war nicht immer die unangefochtene Hauptrebsorte in Deutschland. Noch 1972 lag der GrĂŒne Silvaner bei den AnbauflĂ€chen nahezu gleichauf, wogegen der MĂŒller-Thurgau sogar 20 Prozent mehr AnbauflĂ€che als der Riesling beanspruchte.

Aber zurĂŒck zur Rebsorte Phönix, dessen prĂ€gnantestes Geschmacksmerkmal das Muskataroma ist sowie eine frische, krĂ€ftige SĂ€ure. Gerade wird in Dortmund der 2017er Jahrgang geerntet. Das Mostgewicht taxiert der zustĂ€ndige Projektleiter Helmut Herter auf 70° Oechsle, womit sich ein natĂŒrlicher Alkoholgehalt von etwa 9 Vol% erzielen lĂ€sst. Nach der Lese werden die Trauben ins PfĂ€lzische Duttweiler transportiert und dort im Weingut Mohr-Gutting vinifiziert.

Dortmund ist aber nicht der einzige Ort im Ruhrgebiet, wo mit der neuen Rebsorte experimentiert wird. Auf Schloss Hugenpoet in Essen-Kettwig stehen die Rebstöcke sogar schon etwas lĂ€nger – zu Ausbildungszwecken fĂŒr den gastronomischen Nachwuchs. Wird wohl Zeit, im Paragraphen 3 des Deutschen Weingesetzes ein neues Anbaugebiet verankern zu lassen: Ruhr.

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Freitag, 25. August 2017

Kein Witz: Der Staat kann auch Dinge richtig machen. Zum Beispiel in Sachen Wein.

Bevor mich Heerscharen von Winzern einem Shitstorm aussetzen, weil allein die Überschrift sie schon in Wallung bringt, möchte ich beschwichtigen und betonen, dass es hier um einen Einzelfall geht, der seinen Ursprung im Jahr 1970 hat.

Auf den Weg in den Kurzurlaub machten wir eine Stop in Neustadt an der Weinstraße. Dort ist das Staatsweingut mit Johannitergut zu Hause. Das Johannitergut, Ă€ltester Weinbaubetrieb der Pfalz und von 1290 bis 1970 im Besitz des Johanniterordens, wurde 1970 vom Land Rheinland-Pfalz ĂŒbernommen und mit dem Staatsweingut der damaligen Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt fĂŒr Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau vereinigt. MinisterprĂ€sident damals ĂŒbrigens, in seinem ersten Amtsjahr: Helmut Kohl. Aber das nur am Rande.

Heute firmiert der Betrieb als Staatsweingut mit Johannitergut. Interessant ist, dass hier Traditionspflege und Weinforschungsgeschichte eine selten anzutreffende Verbindung eingehen, da der Lehr- und Versuchsbetrieb des Staatsweingutes auch schon bis ins 16. Jahrhundert zurĂŒckgeht. KurfĂŒrst Johann Casimir hatte damals fĂŒr seine Lieblingssorte „GĂ€nsfĂŒĂŸer“ eine eigene Pflanzungsverordnung erlassen. Diese Rotweinsorte, andernorts lĂ€ngst verschwunden, wird im Staatsweingut mit Johannitergut weiterhin gepflegt und vor dem Aussterben bewahrt. Älteste Einzellage des Hauses und zudem kleinste Lage der Pfalz ist der Mußbacher Johannitergarten. Weitere bekannte Lagen wie die Mußbacher Eselshaut und der Deidesheimer Herrgottsacker zĂ€hlen ebenfalls zum Grundstock des Betriebs, der jĂ€hrlich acht bis zehn Auszubildenden aus dem dualen Studiengang B.Sc. Weinbau und Oenologie PraxisnĂ€he vermittelt.

Ja, es sind all’ diese Dinge, die mich neugiegig auf einen Besuch vor Ort gemacht haben, nachdem mich der ĂŒberaus barmherzig kalkulierte 2015er Riesling vom Deidesheimer Herrgottsacker bei einer Verkostung geradezu verzĂŒckt hatte. So viel WeinqualitĂ€t fĂŒr so wenig Geld, das gefĂ€llt. Nach der Probierrunde vor Ort ist die Liste der Lieblinge noch lĂ€nger geworden, was auch daran liegt, dass die Stilistik eher klassisch gehalten ist, die Weine nicht durch ĂŒbermĂ€ĂŸige Alkoholisierung aufgemotzt wirken.

Und so liegen nun ein paar Kisten im Kofferraum, und ich fahre mit dem guten GefĂŒhl nach Hause, dass diesmal der Staat nicht mich, sondern ich den Staat angezapft habe. Und das total legal.

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Donnerstag, 11. Mai 2017

Trinken die Deutschen wirklich zu viel Alkohol?

Du, die Wanne ist voll war Ende der 1970er Jahre ein Partyhit, gesungen von der legendĂ€ren Helga Feddersen im Duett mit Didi Hallervorden. Daran musste ich gerade denken als ich auf Spiegel Online den Aufmacher zur aktuellen Aktionswoche der Deutschen Hauptstelle fĂŒr Suchtgefahren (DHS) las. Eine Badewanne voller alkoholischer GetrĂ€nke, so heißt es in einem Interview unter der Spiegel-Meldung, trinke der Durschschnittsdeutsche pro Jahr. Wobei nicht definiert wird, ob es GetrĂ€nke auf dem Alkoholniveau von Bier mit 4,9 Vol.% sind oder dem von Strohrum (80 Vol%). Welchen Unterschied das macht, weiß jeder, der von beidem schon mal ein paar Schlucke genommen hat.

Um gar nicht erst missverstanden zu werden, ich sehe in unserer Gesellschaft auch einen deutlich zu unreflektierten und sorglosen Umgang mit alkoholischen GetrĂ€nken. Die gesundheitlichen Gefahren durch ĂŒberhöhten Konsum sind ohnehin unumstritten, noch heikler aber ist, dass nur schwer zu vermitteln sein dĂŒrfte, was “ĂŒberhöht” ĂŒberhaupt bedeutet. Ich kann da erst recht keine Empfehlungen geben, maximal indiviuelle Erfahrungswerte, und die sind ganz sicher nicht auf die Allgemeinheit ĂŒbertragbar. Es hĂ€ngt von einer Menge Einflussfaktoren ab, wieviel Alkohol bei wem welchen Schaden anrichtet.
Wenn aber nun der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des DHS, Dr. Raphael Gaßmann, verlauten lĂ€sst „Die Aktionswoche Alkohol kratzt am Mythos, Alkohol sei ein Kulturgut” und dann einen Zusammenhang zu den Gefahren herstellt, dann lĂ€sst mich das als Leser irritiert zurĂŒck. Alkohol – wahrscheinlich gemeint: alkoholische GetrĂ€nke – sind aus meiner Sicht unbedingt Kulturgut. Aber der Fehler liegt darin, daraus eine individuelle Rechtfertigung fĂŒr ungehemmten Konsum herzuleiten. Aufgabe sollte sein, den BĂŒrger zum mĂŒndigen Konsumenten zu befördern, was auch bedeutet, schon in der Schule auf die Gefahren von Alkoholkonsum hinzuweisen, was ja löblicher Weise auch zunehmend gemacht wird.

Trinken die Deutschen nun wirklich zu viel Alkohol? Wenn wir es mal an einer Badewanne mit einem gĂ€ngigen Fassungsvermögen von 140 Litern bemessen, kĂ€men wir pro Tag auf ein Glas Bier von 0,38 l. Aber es wurde ja nicht explizit formuliert, womit die Wanne gefĂŒllt ist. Vermutlich bezieht sich die Aussage auf eine Veröffentlichung des Spirituosenverbandes, wonach der Durchschnittsdeutsche in 2015 etwa 135,5 Liter unterschiedlicher alkoholischer GetrĂ€nke konsumiert hat. Davon entfallen auf Bier 105,9 l, Wein 20,5 l, Spirituosen 5,4 l und Schaumwein 3,7 l. Pro Tag also ein 0,3-l-Glas Bier, pro Woche eine 0,4-l-Karaffe Wein, alle zweieinhalb Monate ist eine Flasche Schaps leergetrunken und fĂŒnf Mal im Jahr plöppen die Sektkorken. Klingt vielleicht nicht nach ĂŒber die Maßen viel, aber nun gibt es diesen Durchschnittskonsument eben kaum. Vielmehr aber gibt es zigtausende Erwachsene die keinen, oder nur extrem wenig Alkohol trinken. Bleibt also fĂŒr die anderen definitiv mehr ĂŒbrig als höchstwahrscheinlich empfehlenswert ist, ganz unabhĂ€ngig von weiteren Einflussfaktoren.

Was können Freunde eines guten Tropfens daraus schließen? QualitĂ€t statt QuantitĂ€t könnte eine Lösung sein. Lieber eine gute Flasche Wein pro Woche trinken als zwei schlechte. Nur mal so als Idee.

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Montag, 03. April 2017

ProWein (2): Besuch bei den Siegerwinzern des rewirpower-Weintests

Ja, die gesammelten EindrĂŒcke von der letzten ProWein mussten erstmal reifen, bevor ich das eine oder andere Detail in die Tastatur hacken konnte. Quark. Ist natĂŒrlich nur eine billige Ausrede. Ich bin einfach nicht frĂŒher dazu gekommen, Teil 2 von insgesamt drei oder vier BeitrĂ€gen zusammenzufassen. Aber jetzt.

Was mir immer ein besonderes Anliegen ist, wenn ich durch die Messehallen an den StĂ€nden der ProWein entlanglaufe (Betonung auf LANG – mein Fitnesstracker zeigte 15.356 Schritte an einem Tag an): ein Besuch bei den siegreichen Winzern unseres rewirpower-Weintests. Nicht immer klappt das ĂŒberall, weil die StĂ€nde oft belagert sind von HĂ€ndlern und anderweitig Interessierten. In diesem Jahr konnte ich jedenfalls beim Weingut Bernhard (Anbaugebiet Rheinhessen) und bei Köster-Wolf ( ebenfalls Rheinhessen) mit den Verantwortlichen sprechen und erfahren, dass die guten Ergebnisse im Test positive Resonanz brachte. “Wir zĂ€hlen ja noch zu den Newcomern, und da können gute Verkostungsergebnisse schon fĂŒr Aufmerksamkeit sorgen” sagte mir Jörg Bernhard, der gemeinsam mit seiner Tochter Martina das Familienweingut auf der ProWein reprĂ€sentierte. EigenstĂ€ndigkeit und Charakter – ein Credo, das so viele Winzer fĂŒr sich reklamieren – bei den Bernhards drĂŒckt sich das im Wein tatsĂ€chlich aus. Ein Geheimtipp ist der SpĂ€tburgunder des Hauses, der – so Bernhard – ein paar “Ecken und Kanten” haben soll. Und die hat er im besten Sinne. Sie können also nicht nur Weiß in Wolfsheim.

Nur wenige Schritte von Bernhards entfernt, stellte sich das Weingut Köster-Wolf den Messebesuchern vor. BĂ€rbel Wolf berichtete erleichtert von den guten Ergebnissen, die man in dem schwierigen Jahr 2016 erzielen konnte, denn “einige Winzerkollegen verloren aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen fast den gesamten Ertrag.” TatsĂ€chlich forderte das Wetter den Winzern in 2016 alles ab. Erst gab es einen sehr milden Winter, ĂŒber den sich nur die vielen ĂŒberlebenden WeinschĂ€dlinge freuen konnten. Dann kam der SpĂ€tfrost, der die Knospen in Gefahr brachte, und schließlich plĂ€tscherten auch noch Unmengen NiederschlĂ€ge im Mai und Juni auf die Reben herab, was den Pilzbefall begĂŒnstigte. Und weil das alles nicht reichte, kam im heißen Juli auch noch Trockenstress dazu. Wer bis Ende August mit GlĂŒck und Geschick seine Trauben gerettet hatte, profitierte immerhin vom warmen September, der beim Abbau der SĂ€ure half. Was man bei Köster-Wolf schließlich auf die Flasche bringen konnte, macht der Winzerfamilie Hoffnung. Und den Konsumenten vermutlich Ă€hnliche Freude wie die Weine aus dem VorgĂ€ngerjahrgang.

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Freitag, 24. MĂ€rz 2017

ProWein 2017 (1): Wo der Mondwein hinters Licht fĂŒhrte und die Zeit fĂŒr die Sonnenuhr nicht reichte.

Neulich telefonierte ich mit einem KĂŒchenchef aus dem erlauchten Kreis der mit drei Michelinsternen erleuchteten. Ob er denn auch zur ProWein kĂ€me, wollte ich wissen, nachdem wir beide feststellten, dass wir uns schon eine ganze Weile nicht gesehen hatten. Ich hatte gedacht, so bei einem guten Glas Wein, ließe sich doch nett plaudern. “Was soll ich denn da?” kam zur Antwort, ergĂ€nzt um wenig schmeichelhafte Auslassungen zu einer besonderen Besucherklientel, die dort in stattlicher Anzahl durch die GĂ€nge wankt und die abenteuerlichsten Aromen im Wein entdeckt und herausschmeckt. Ach, was haben wir gelacht am Telefon. Bis mir der Gedanke kam, ob ich nicht vielleicht auch dazu gehörte. Nee, völlig unmöglich. Ich wanke doch nicht. Bis auf ein paar Schlucke – in diesem Jahr aus dem Sortiment der Domaine Bichot und dem Mondwein von Wanne-Eickel, quatsch, von Tesch – wird immer alles brav ausgespuckt. Sonst kĂ€me ich doch niemals den vielen außergewöhnlichen Aromen auf die Spur, die es in so manchem Tropfen zu entdecken gibt.

Der Mondwein. Als ich in einer Pressemitteilung des Hauses darĂŒber las, fĂŒrchtete ich, im Weingut Tesch (ja, das sind die mit dem Toten Hosen Wein, der kompottsurfer berichtete) stĂŒnde neuerdings Esoterik hoch im Kurs. Man erntete Trauben bei Vollmond und streute vielleicht sogar im Sommer GlobolikĂŒgelchen unter den Rebstöcken aus, damit die Pflanzen gegen Hitzestress gewappnet sind. Aber nein. Es ist nicht das, wonach es aussieht. Obwohl ein ziemlich esoterisch anmutender Mond auf dem Etikett zu sehen ist. Meine Frage am Stand des immer sehr belagerten Nahe Winzers, was es denn bitte mit dem Mond auf sich hat, wurde schmunzelnd ĂŒberhört. Alles andere aber umfĂ€nglich beantwortet. Und keine Frage, der Wein ist tatsĂ€chlich so außergewöhnlich wie rar. Nur knapp 600 Liter, so verriet man mir, konnten davon auf die Flasche gebracht werden.

Es ist ein Wein mit Gen-defektem Lesegut. In jedem Weinberg gibt es eine geringe Anzahl kleiner goldgelber Trauben, die keine Kerne haben. Und je Ă€lter der Weinberg, um so höher ist der Anteil dieser Sonderlinge. Nur in Jahren, in denen das Wetter durchgĂ€ngig perfekt ist, können diese Trauben gesondert gesammelt werden. Erstens, weil sei ĂŒberhaupt noch hĂ€ngen, denn sie wachsen an kleinen Seitentrieben, die unter UmstĂ€nden im Laufe ihres Wachstums weggeschnitten werden. Und zweitens, weil auch bei der Ernte das Wetter stabil sein muss, damit genĂŒgend Zeit fĂŒr die aufwĂ€ndige Handarbeit bleibt. FĂŒr ein kleines Fass mĂŒssen ĂŒber 12 Hektar Rieslingweinberge durchkĂ€mmt werden. Bei der Verarbeitung der Trauben kann der Winzer dann die Extraktion auf die Spitze treiben, da nach dem Abbeeren der Anteil Tannin besonders gering ist, weil die Bitterstoffe aus den Kernen fehlen.

Ich muss zugeben, dass mich dieser trocken ausgebaute Wein wirklich gepackt hat. Extrem konzentrierte Frucht und eine – fĂŒr diesen niedrigen Alkoholgehalt (13 Vol.%) – unglaubliche Tiefe und LĂ€nge. Wer eine dieser raren Flaschen ergattern will, muss 20 Euro investieren (zum Beispiel hier). Ein geradezu barmherziger Preis fĂŒr diesen Wein, wie ich finde. Ach ja, und lange ĂŒberlegen ist keine gute Idee.

Einen Nachteil hatte die lange BeschĂ€ftigung mit dem Mondwein allerdings schon. Es blieb nicht mehr genug Zeit fĂŒr die Wehlener Sonnenuhr Riesling SpĂ€tlese von Dr. Loosen. Die wollte ich – nach vielen lobenden Kommentaren von guten Weinfreunden – unbedingt noch vor Ort probiert haben. Sei’s drum, dann muss ich wohl irgendwo mal ein ganzes FlĂ€schchen ordern.

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Freitag, 10. Februar 2017

Ausblick ProWein 2017: Die besten 100 Bordeaux zum Entdecken.

Wenn Weintrinken konzentriertes Beurteilen und Ausspucken der angestellten Tropfen erfordert, hat das immer mit Arbeit zu tun. Nun sagt aber niemand, dass Arbeit nicht auch VergnĂŒgen bereiten darf. Und das war bei der Verkostung zur Auswahl der besten 100 Bordeaux zum Entdecken uneingeschrĂ€nkt gegeben. Eine so fachkundige wie kurzweilige Runde war da in Essers Gasthaus (Köln-Ehrenfeld) zusammengekommen, um in fĂŒnf Panels die geographisch kleine, aber in Sachen Wein so große und legendĂ€re Welt der Anbaugebiete von Bordeaux zu vermessen. Das Preisfeld, auf dem das Geschehen spielte: 6 bis 30 Euro. Und so viel vorweg: Es gibt wirklich eine Menge guten bis sehr guten Stoff in diesem Kosmos. Guter Bordeaux muss also wirklich nicht teuer sein, wie wir auch beim letzten rewirpower-Weintest feststellen konnten, wo ein roter ChĂąteau les Rambauds aus 2010 den ersten Platz bei den Weinen unter 8 Euro belegte.

Die Ergebnisse unserer aktuellen Verkostung werden zur ProWein 2017 verkĂŒndet, die vom 19.-21. MĂ€rz in DĂŒsseldorf stattfindet. Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen Besuch der ersten ProWein, eine damals noch kleine Veranstaltung, deren Zukunft höchst ungewiss schien. Heute ist sie eine der bedeutendsten Fachmessen weltweit. Und die nun schon im zehnten Jahr von der Sommelier-Consult Köln unter Mitwirkung vieler Experten erstellte Liste mit den 100 Bordeauxweinen zum Entdecken ist eine der besonderen Ankerpunkte fĂŒr die Besucher, die im Rahmen der Messe an gut strukturierten Verkostungen teilnehmen wollen. JuryprĂ€sident Markus Del Monego wird auch 2017 wieder im Rahmen der ProWein, gewohnt kurzweilig und informativ, ausgewĂ€hlte Weine aus der 100er Liste vorstellen (19.3. //17:15-17:45 // Halle 11, Stand J6). Veranstaltet wird das Ganze von der L’École du Vin de Bordeaux Conseil Interprofessionnel du Vin de Bordeaux (CIVB).

NatĂŒrlich darf im Vorfeld nichts von den Ergebnissen durchsickern, und ich werde mich hier hĂŒten, Konkretes auszuplaudern. Aber was ich verraten kann, ist, dass mir ganz persönlich die RosĂ©weine aus 2016, die getrennt von den Clairets probiert wurden, ĂŒberraschend viel VergnĂŒgen bereitet haben. Auch die angestellten Weine aus Margaux (JahrgĂ€nge 2010-2014) markierten in meiner individuellen Beurteilungskurve Gipfelpunkte.

Sobald die Liste öffentlich werden kann, gibt’s an dieser Stelle einen Link als Update.

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Freitag, 30. Dezember 2016

kompottsurfers Lieblingsweine aus dem Trinkjahr 2016

Normalerweise listet der kompottsurfer zum Jahreswechsel immer zehn Lieblingsprodukte rund ums Essen auf. Aber in diesem Jahr gab es nicht so viele Produkte, die nicht schon in den Vorjahren BerĂŒcksichtigung gefunden hĂ€tten. DafĂŒr umso mehr ĂŒberragenden, neu entdeckten Trinkstoff. Also schwenken wir ausnahmsweise mal um.

Neben meinen persönlichen Favoriten aus den Top 10 des rewirpower-Weintests sind auch ein paar Tropfen aus Übersee aufgelistet, die mich zukĂŒnftig mehr auf SĂŒdafrika und Chile blicken lassen, wenn es um außergewöhnliche Weine geht. Die Liste ist jedoch nicht nach den Höchstbewertungen aller von mir in 2016 getrunkenen Weine zusammengestellt, sondern nach persönlichem Preis-Genuss-VerhĂ€ltnis. Klar, dass ein Champagner wie Pol Rogers 2004er Jahrgangs-Cuvee “Sir Winston Churchill“ großes TrinkvergnĂŒgen bereitet, wenn man ihn – wie bei der Prowein in diesem Jahr – mal vor die Flinte bekommt. Aber 199 Euro Einkaufspreis sind dann schon ein reichlich ĂŒppiges Trinkgeld fĂŒr diese rare Perle unter den Champagnern. Deshalb finden solche Kreszenzen keine Aufnahme in meine Hitliste. Und doch bleibt genĂŒgend wunderbarer Stoff ĂŒbrig.

1. Domaine de RochegrĂšs // 2014 // Moulin a Vent // Beaujolais // Frankreich // Gamay // 12,5 Vol.% // EUR 25,90
2. Montes Alpha // 2012 // Colchagua Valley / Chile // Syrah // 14,5 Vol.% // EUR 14,95
3. Deidesheimer Herrgottsacker // 2015 // Staatsweingut mit Johannitergut // Pfalz // Deutschland // Riesling Kabinett trocken // 11,5 Vol. % // EUR 5,50
4. Kloof Street ‘Bush Vines’ // 2012 //Mullineux & Leeuw Family Wines // Swartland // SĂŒdafrika // Syrah // 13,5 Vol. % // EUR 14,90
5. Les Courtines Grande RĂ©serve // 2015 // Cave de Cruzy // Pays d’Oc // Frankreich //  Sauvignon Blanc, Colombard, Gros Manseng // 12 Vol. % // EUR 7,95
6. Vidal-Fleury // 2013 // Cotes du Rhone // Frankreich // Grenache, Syrah, MourvĂšdre, Carignan // 14 Vol. % // EUR 9,90
7. 1838 // 2014 // Weingut Bergdolt, Reif & Nett // Pfalz // Deutschland // Cabernet, Merlot, Lagrein, Dornfelder // 13 Vol. % // EUR 7,80
8. Riesling Sekt Brut Tradition FlaschengÀrung // Winzervereinigung Die Weinmacher // Pfalz // Deutschland // 12,5 Vol % // EUR 6,95
9. Chasslie // Heitersheimer Maltesergarten // Weingut Zotz // Baden // Deutschland // 12 Vol. % // EUR 6,90
10. Edition Riesling // 2007 // Weingut Querbach // Rheingau // Deutschland // 12 Vol. % // EUR 9,40

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Mittwoch, 07. Dezember 2016

Wine Spectator kĂŒrt die besten 100 Weine des Jahres

Seit 28 Jahren gibt es sie nun schon, die Top 100 Liste des Fachmagazins Wine Spectator. Damals, im Jahre 1988, wurde alles noch auf Papier gedruckt, und die Urteile der Experten schienen wie in Stein gemeißelt. Der 1976 in New York City aus der Taufe gehobene Wine Spectator bildete anfangs ein Gegengewicht zum britischen Decanter, der 1975 gegrĂŒndet wurde. Dann trat auch noch Robert M. Parker auf den Plan und machte die vormals nur Spezialisten zugĂ€ngliche Weinbewertung zu einem marktrelevanten Kriterium. WeingĂŒter mit hohen Punktebewertungen von Parker können sich heutzutage eines Verkaufserfolgs sicher sein, so umstritten manche Bewertung vielleicht auch sein mag. Und wenn HĂ€ndler fĂŒr ihre Weine nicht mit Parkerpunkten punkten können, dann tun es notfalls auch die Punkte von anderen Kritikern, um fĂŒr den Wein zu werben. Alles das mag mit SchwĂ€chen behaftet sein, aber es kann fĂŒr einen vom gigantischen Angebot schlicht ĂŒberforderten Konsumenten ein Fingerzeig sein zu einem guten Wein.

Aber zurĂŒck zur Wine Spectator Top 100 List. Im Jahre 1988 fĂŒhrte ein 1985er Lynch-Bages die Liste an, vor Chateau Margaux aus dem gleichen Jahrgang. Unter den ersten 10 Weinen waren damals sieben (!) Weine aus Frankreich zu finden. Zu Preisen, die jedem Weinliebhaber heute nur ein KopfschĂŒtteln entlocken. Sparsame 38 $ kostete der Lynch-Bages damals, und der Chateau Margaux war fĂŒr 76 $ zu haben. Heute muss man bei Chateaux Margaux mit dem vierfachen Preis fĂŒr einen aktuellen Jahrgang kalkulieren.

Die Liste allerdings hat sich in ihrer Zusammensetzung komplett verĂ€ndert. Die großen Bordeauxweine sucht man inzwischen meist vergebens in den Top 100. Überhaupt spielt die alte Weinmacht Europa in der Liste nicht mehr die ĂŒberragende Rolle von einst. Nur noch zwei französische und zwei italienische Weine sind 2016 dort zu finden. Die neue Welt und ihre guten Tropfen haben aufgeholt. Bewertet werden alle von WS in 2016 getesteten Weine, deren Zahl in die Zigtausende geht. Zumeist sind es die gerade erschienenen aktuellen JahrgĂ€nge, die man unter die Lupe genommen hat.

Wirklich interessant wird die Liste, wenn man sie nach Preisen sortiert und einen Blick auf Weine bis 15 $ wirft. Da gibt es das eine oder andere SchnĂ€ppchen zu entdecken. Davor aber heißt es: suchen.  Also ein bisschen Ostern, kurz vor Weihnachten. Welcher HĂ€ndler in Deutschland hat den Wein ĂŒberhaupt vorrĂ€tig und zu welchem (Euro-)Preis?

Diese 11 Weine sind in der aktuellen Top 100 Liste mit Preisen bis 15 Dollar zu finden:

2014 Villa Pillo Toscana Borgoforte
2015 Kono Sauvignon Blanc Marlborough
2015 Charles Smith Riesling Ancient Lakes Of Columbia Valley Kung Fu Girl Evergreen
2014 Viña Montes Cabernet Sauvignon Colchagua Valley Classic Series
2014 Real Companhia Velha Douro Evel Red
2014 Fritz Hasselbach Riesling QbA Rheinhessen Fritz’s
NV   Korbel Brut California Organic Grapes
2014 M. Chapoutier CĂŽtes du Roussillon-Villages Les Vignes de Bila-Haut
2014 Bodegas Ontañon Viura Rioja Vetiver
2014 Mud House Pinot Noir Central Otago

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