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Sonntag, 11. September 2011

Genussvolles Hilfsprojekt: Der Ortenauer Eisweinlauf

Das ist eine Veranstaltung so ganz nach dem Geschmack des Kompottsurfers: Ein Ultralauf für den guten Zweck, entlang des schönen Ortenauer Weinpfades, organisiert als Freundschaftslauf, der auch in kürzeren Etappen abschnittsweise gelaufen werden kann. Ganz ohne Wettkampfcharakter. Gemeinsam starten, gemeinsam ankommen, gemeinsam helfen und gemeinsam genießen – das alles passiert auf Initiative von Familie Mahlburg am 10. Dezember 2011: der Eisweinlauf.

Die anspruchsvolle Strecke führt vom Offenburger Bahnhof über Schloß Stauffenberg in Durbach, Sasbachwalden, Burg Windeck und Neuweiler bis Baden-Baden. 65 Kilometer und satte 1.800 Höhenmeter sind dabei zu überwinden. Teilnehmer, die alle Etappen durchgängig absolvieren, werden an fünf Verpflegungsstellen bestens versorgt. Unterwegs Wein trinken ist allerdings angesichts der Herausforderung nicht unbedingt ratsam. Das sollte man sich fürs Ziel aufsparen. Dann aber richtig.

Alle Einnahmen kommen der Aktion Benni zugute, die im Kampf gegen Muskelschwund aktiv ist. Wenn das mal kein Ansporn ist.

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Donnerstag, 23. Juni 2011

Wein probieren beim Profi: TresoRath lädt zur freien Verkostung

Die vom kompottsurfer hochgeschätzte Sommeliere Christine Dördelmann (Schloss Hugenpoet) bietet Weinfreundinnen und -freunden am 3. Juli Gelegenheit, in ihrem Essener TresoRath außergewöhnliche Weine nicht nur zu verkosten, sondern auch zu Weingutspreisen günstig einzukaufen. Christine hat ein sehr gutes Näschen für Weine mit besonderem Preis-Leistungsverhältnis. Und deshalb kann der kompottsurfer nur raten, die seltene Gelegenheit zur freien Verkostung zu nutzen. Die angestellten Weine bewegen sich übrigens in einer Preisspanne zwischen 4,80 und 19,95 Euro.

Sonntag, 3. Juli 2011 von 12-30-15.30 Uhr, Heidhauser Platz 1.

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Montag, 13. Juni 2011

Liegen lassen kann sich lohnen, auch bei Weißwein. Van Volxems 2001er Saar Riesling

Reif und köstlich: zehn Jahre alter Saar-Riesling von Van Volxem

Es war die sprichwörtliche Katze im Sack, die ich mir 2002 liefern ließ. 12 Flaschen von dem seinerzeit als neues Kultweingut gehandelten Van Volxem aus dem 2001er Jahrgang. Weine verschiedener Lagen waren drin wie Scharzhofberger, Schlangengrube und Kupp. Und auch zwei Flaschen vom Saar-Riesling, von denen ich nun eine kürzlich aufzog und zu einem geräucherten Matjes mit Guacamole servierte. Van Volxem ist ein Betrieb mit langer Tradition, dessen Weine Mitte des 19. Jahrhunderts sogar Weltruhm besaßen und in den vornehmen Hotels Europas teurer gewesen sein sollen als die von Chateau Yquem.

Irgendwann verschwanden die Weine des Hauses Van Volxem aber in der Versenkung und erst 1999, unter der Leitung des charismatischen Neubesitzers Roman Niewodniczanski, begann der Neuaufbau. Dominik Völk als verantwortlicher Kellermeister erklärte mir damals am Telefon, dass er keinen steuernden Einfluß auf den Gärprozess nehme und ein Jahrgang dadurch möglicherweise komplett trocken aber auch durchweg restsüß ausfallen könne. Der 2001er zeigte deutliche Restsüße, und es fiel mir in den ersten Jahren echt schwer, die Finger von diesem außerordentlichen Stoff zu lassen. Wie sehr es sich gelohnt hat, ein paar der Flaschen liegen zu lassen, zeigt sich nun. Was für ein großartig gereifter Wein von betörender Cremigkeit. Und wir reden hier nicht von einem Großen Gewächs sondern von einem der Papierform nach schlichten Saar-Riesling, der alles ist nur nicht schlicht.

Den kompottsurfer überzeugte ein Saar-Riesling von außerordentlicher Cremigkeit. Im Duft reife exotische Früchte, ein Hauch Vanille, leichte Mineralik, nur noch geringe Säure, aber ein langes Finale. Es hat sich wirklich gelohnt, diesen Wein liegen zu lassen. Außergewöhnlich ist sogar die Flaschenglasfarbe, die an einen Indigolithen erinnert.

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Dienstag, 05. April 2011

Flavour Pairing der besonderen Art: Wein und Weingummi

Nimm' Gummi zum Wein!

Ich muss gestehen, dass es mich manchmal nach Junk Food gelüstet. Passiert vor allem nach mehrstündigen Trainingseinheiten. Und wenn diese Lust durchbricht, dann richtig. Mit einem Riegel Schokolade ist es da nicht getan. Mit zweien auch nicht. Überhaupt ist Schokolade nicht die Lösung, wenn ich dazu noch ein Gläschen Wein trinken will. Denn Wein und Schokolade, das hatte ich auch schon mal bei einem Themenabend des Weinforums Niederrhein umfänglich austesten können, geht so gut wie gar nicht. Weder edelsüße Weißweine noch Banyuls – Schokolade war kein angenehmer Begleiter. Mit zunehmendem Bitteranteil wurde es noch unerfreulicher. Nur mit gespritetem Wein passte es besser.

Also dann, keine Schokolade. Sondern Weingummi. Jawoll, Weingummi! Phantasiamischung aus dem Hause Haribo. Was da alles drin ist, Donnerwetter: Süßkartoffel, Karotte, Citronensäure, Apfel, Cyanobakterien, Rettich, Schwarze Johannisbeere, Hibiskus, Färberdistel, Dextrose, Glukosesirup, Zucker, Gelatine, Bienenwachs, Karamelzucker, Invertzuckersirup.

Und dann die Überraschung: Zu einer Flasche Chateau Yquem 1990, nee, natürlich nicht Yquem, sondern einem soliden trockenen 2009er Sauvignon-Blanc-Terrassenwein passten diese Weingummis perfekt. Frucht und Süße der Haribos lösten keine Harmoniesperre aus sondern paarten sich richtig gut mit dem frischen fruchtigen Charakter des SB. Okay, ich höre schon die Stimmen, die auf eine fragwürdige Vinifizierung abzielen. Aber sei’s drum, da trinke ich dann bei Gelegenheit noch eine Flasche SB drauf und stopfe ein paar Weingummis nach.

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Donnerstag, 31. März 2011

ProWein 2011: Ein Kurzbesuch und ein DUELL

Richtig gut: Musbrugger Grauburgunder vom Weingut Ziereisen

Nachdem der ProWein-Montag wegen angekündigter Bahnstreiks aus dem Planungsraster des kompottsurfers fiel, blieb nur noch der Dienstag für einen Besuch der Weinfachmesse in Düsseldorf. Die schiere Größe der Veranstaltung mit seinem immensen Programmangebot macht es richtig schwer, zu entscheiden, welchen Themen man sich zuwenden möchte. In diesem Jahr war es Ziel des kompottsurfers, einige der Winzer aufzusuchen, die in den letzten Jahren mit ihren Weinen Podestplätze beim rewirpower-Weintest erreicht hatten.

Wie sich schnell herausstellte, ein schier hoffnungsloses Unterfangen. Suchen und finden der Standplätze war das erste Problem. Das zweite dann die Belagerung am Stand. Mit nur wenigen ergab sich ein längeres Gespräch wie mit Familie Manz (Weinolsheim/Rheinhessen), wo ich einen Großteil der aktuellen Kollektion durchprobieren und so einiges über die Probleme eines Winzers erfahren konnte, die richtigen Fässer für den Ausbau zu finden. Mal im Detail zu hören, wie sehr unterschiedliche Fässer ein und den selben Wein in höchst unterschiedliche Kreszenzen verwandeln können, war so aufschlussreich wie unterhaltsam, zumal, wenn man dabei einem Winzer wie Eric Manz zuhören kann.

Gespannt war ich auf die Cuvée DUELL, die aus dem rheinhessischen Weißburgunder von Eric Manz und dem Moselriesling von Jörg Thanisch verschnitten wird. Der Wein hatte auf der Messe Premiere und ist sicher auch ein attraktives Marketinginstrument, weil es beide Winzer ins Gespräch bringt. Gleichwohl, und das ist viel wichtiger, überzeugte mich dieser Wein. Prägnante Mineralik, feine Frucht, angenehmer Schmelz – kurzum, ein wunderbarer Tropfen.

Richtig Spaß hatte ich auch am Stand vom Weingut Ziereisen / Jaspis. Da ich den ganzen Tag über ausschließlich Weißweine probieren wollte, machte ich auch bei Ziereisen keine Ausnahme, obwohl die Roten dort immer eine Verkostung absolut wert sind. Angetan hatte es mir aus der Kollektion besonders der Musbrugger unfiltriert, ein 22 Monate im Holzfass gereifter Grauburgunder. Ein kraftvoller, saftiger und cremiger Wein. Im besten Sinne ungewöhnlich. In der Nase reife Aprikosenfrucht sowie nussige und angenehm rauchige und erdige Noten. Natürlich hat so viel Qualität ihren Preis, aber mit 18 Euro pro Flasche ist der immer noch barmherzig kalkuliert für so viel Wein.

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Dienstag, 29. März 2011

ProWein: Brasilianische Weine zum Kennenlernen

Wines of Brasil – unter diesem schlichten Motto hatte das brasilianischen Weininstitut IBRAVIN am Sonntag zu einem Tasting inklusive Live Cooking ins Düsseldorfer Airport Hotel Van der Valk geladen. Das Interesse war groß, denn Brasilien ist noch nicht so richtig auf dem Schirm des Weinhandels in Europa. Eine gute Gelegenheit also für Einzelhändler, Importeure, Sommeliers und Journalisten, mal reinzuriechen in die Weine aus dem Boomstaat Südamerikas.

Ich muss gestehen, dass die meisten Weine sauber gemacht waren, aber mich nicht wirklich packen konnten, weil zu glatt. Sehr gut gefallen haben mir allerdings:

– Brut Milesime 2006, ein trockener Espumante Rose des Erzeugers Casa Valduga aus Vale de Vinhedos

– Fausto Tannat 2007 von Flavio Pizzato und ein Merlot aus dem gleichen Haus

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Sonntag, 27. März 2011

Prowein Einstimmung: kompottsurfer bereist Kalifornien in Düsseldorf

Kalifornische Weine aus dem Sonoma County

Gebratene Jakobsmuscheln: Passen wunderbar zum fassgereiften Chardonnay

Das war ein durchweg gelungener Abend, den das Kalifornische Weininstitut in Kooperation mit United Airlines (hoffentlich habe ich jetzt die Fluggesellschaft nicht verwechselt) nun schon zum sechsten Mal in Folge ausrichtete. Gastgeber war das Restaurant Péga im Düsseldorfer Interconti Hotel.

Meine letzten Erfahrungen mit kalifornischen Weinen liegen weit über zehn Jahre zurück, und so war ich sehr gespannt, welchen Weinstil ich nun dort vorgesetzt bekommen würde. Vorweg gesagt, die komplette Liste der Weine erhalte ich erst in Kürze, aber ich war auf jeden Fall schon mal komplett begeistert, als ich meine noch aus grauer Vorzeit stammenden Erinnerungen an überfrachtete, beinahe klebrige Weinbonbons komplett kontrastiert sah.

Schwerpunkt waren die Weine aus dem Sonoma County. Darunter überzeugende Kreszenzen von Landmark und der Ehret Winery.

Sommeliere Susie Bynum war es an diesem Abend in fruchtbarer Zusammenarbeit mit den kalifornischen Chefköchen Daniel Isberg und Thomas Schmidt mal wieder gelungen, sehr gut passende Weine zu den einzelnen Gängen auszuwählen. Schmidt ist in Deutschland übrigens kein Unbekannter. Er arbeitete hier zwanzig Jahre lang, zuletzt, bis 2007, als Küchenchef im Bremer Restaurant Topas.

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Dienstag, 23. November 2010

Alt, trocken, aber keine Leiche: Erstaunliches Erlebnis mit einer 1981er Kanzlerrebe Auslese

1981er Kanzler Auslese Trocken: Ein alter Pfälzer hat noch nicht abgedankt

Trockene deutsche Weißweine werden selten alt, restsüße schon eher. Ihren Besitzern fehlt es entweder an Geduld oder an der Lust auf ungewöhnliche Aromen. Oder sie glauben, ein trockener Weißwein habe einfach kein Reifepotential. Und so stößt man kaum mal auf alte trockene Weißweine aus Deutschland, so wie ich am gestrigen Abend. Der Wein stammte nicht von einem renommierten Winzer, wie vielleicht zu vermuten gewesen wäre, sondern aus der traditionsreichen Winzergenossenschaft Kallstadt in der Pfalz. Allerdings brauchte es für die Entzifferung des Etiketts beinahe papyrologische Fähigkeiten. Wenn wir die Buchstabenfragmente richtig zusammengesetzt haben, sollten wir eine 1981er Kanzler Auslese trocken aus der Lage Kallstadter Kobnert im Glas gehabt haben. Die Kanzlerrebe ist eine extrem rare Rebsorte aus der Kreuzung von Müller-Thurgau und Silvaner. Wegen der Empfindlichkeit der Rebstöcke wurde und wird der Kanzler nur selten angepflanzt.

Der Füllstand der Flasche war sehr gut, der Korken noch in Ordnung und die Farbreflexe zeigten Bernstein aber noch keine Brauntöne. In der Nase waren eine deutliche Süßholzaromatik sowie Karameltöne und am Gaumen auch noch etwas Säure wahrzunehmen. Ich muss sagen, solche Entdeckungsreisen in die Welt des Weins machen mir immer wieder Spaß. Vor allem dann, wenn sich das Entdeckte als derart lebendig entpuppt.

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Sonntag, 14. November 2010

Weinangebot in der Gastronomie zu teuer und einfallslos?

Bloggerkollege Marion Scheuermann wirft diese Frage in seinem drinktank auf und bezieht sich dabei auf Veröffentlichungen von Der Feinschmecker und Zeit Online. Der Feinschmecker beklage Aufschläge von 300 Prozent für einfachen Gutswein, die Zeit monotone Gestaltungen von Weinkarten. Der drinktank kritisiert diese Einschätzungen, und ich kann da nur beipflichten.

Das Thema Kalkulation von Wein in der Gastronomie war ja schon immer brisant. Ich habe mich damit schon Anfang der 1990er Jahre in eine heikle Diskussion begeben, als ich Aufschläge von bis zu 400% für eine Flasche im Vergleich zum Abverkauf ab Weingut beklagte. Heute sehe ich das nicht mehr ganz so eng. Die so genannte Mischkalkulation der Gastronomen entbehrt nun mal nicht jeglicher Plausibilität. Und dass die großen Weine die kleinen bezahlen ist auch nicht wirklich etwas Neues. Ich kann mich an Besuche in Restaurants wie dem Schwarzen Adler oder Auberge de l’Ill erinnern, wo ich Perlen wie Romanée Conti oder Mouton-Rothschild aus reifen Jahrgängen für Preise weit unterhalb der seinerzeit üblichen Handelspreise angeboten bekam. Ich weiß von Weinfreunden, die regelmäßig in Gruppen in Franz Kellers Schwarzen Adler einfallen, um dort günstig große, reife Weine trinken zu können. Und ich habe im Laufe der letzten zwanzig Jahre viele Restaurants kennengelernt, die sehr wohl eigenständige und reizvolle Weinkarten zustande brachten. Und das nicht nur in der Sternekategorie.

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Freitag, 08. Oktober 2010

rewirpower-Weintest 2010 (II): Eine Cuvée für das Guinessbuch der Rekorde

Die große Cuvée Rouge

Einen Schnappschuss musste ich nach der Verkostung noch unbedingt machen, und zwar, wie sich die Reste aus den Flaschen zu einer Mega-Cuvée in die Eimer ergießen. Über den dicken Daumen gerechnet, sollten es allein beim Rotwein gut und gerne dreißig Rebsorten gewesen sein, die sich da im gelben Eimer vereinten. Ich frage mich, wie viele Rebsorten wohl in der umfangreichsten regulären Cuvée der Welt verschnitten sind und muss gestehen, ich habe keine Ahnung. Aber das Zeug aus dem Eimer mochte ich auch nicht probieren.

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