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Mittwoch, 11. Mai 2016

Bier (1); 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot, nur der Verbraucher h├Ąlt sich (manchmal) nicht daran.

Genau 500 Jahre ist es her, dass im Herzogtum Bayern folgender Erlass erging: Wir wollen auch sonderlichen, das f├╝ran allenthalben in unnsern Steten, M├Ąrckten und auf dem Lannde, zu kainem Pier merer St├╝ckh, dann allain Gersten, Hopffen unnd Wasser, genommen und gepraucht sollen werden.
Seither gilt 1516 als Geburtsjahr des Reinheitsgebotes f├╝r deutsches Bier. Laut Wikipedia soll es schon zu fr├╝heren Zeiten Brauordnungen f├╝r Bier gegeben haben, aber das w├╝rde jetzt zu weit f├╝hren. Warum der kompottsurfer das Thema jetzt aufgreift, hat einen unerfreulichen Grund. Zum zweiten Mal innerhalb von nur wenigen Monaten ├Âffneten wir hier im Hause eine B├╝gelflasche Pils, die statt angenehm herb duftendem Hopfenaroma eine unangenehme Aschenbechernote offenbarte.

Nach R├╝cksprache mit der Brauerei ist das undelikate Delikt von Verbrauchern verursacht, die B├╝gelflaschen als Aschenbecher missbrauchen. Gerade in der Grill- und Freiluftsaison, wo so mancher Flascheninhalt drau├čen gegluckert wird, ertr├Ąnken einige Biertrinker ihre glimmenden Zigarettenstumpen in fast leere Flaschen und verschlie├čen sie dann mit dem B├╝gel. Liebe Biertrinker: Bitte lasst diese Unsitte! Die Reinigungsanlage f├╝r die Flaschen schafft es nicht immer, den extrem hartn├Ąckigen Geruch, der sich an den mehrfach genutzten Verschl├╝ssen festsetzt, r├╝ckstandsfrei zu l├Âsen. Und schon hat der n├Ąchste Biertrinker diesen wirklich ├╝blen Gestank am Hals.

Das Reinheitsgebot ist also keinesfalls nur eine Sache der Brauer. Auch der Verbraucher kann seinen Beitrag leisten.

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Donnerstag, 14. August 2014

Propellerbier: Stark im Geschmack, stark im Alkohol. Hicks.

Am vergangenen Wochenende servierte mir mein Bruder ein wahrhaft ungew├Âhnliches Starkbier mit einem mindestens ebenso ungew├Âhnlichen Namen: Propeller Aufwind.(6,5 Vol. %) Der helle Gerstensaft wird von der Bad Laaspher Brauerei Bosch produziert und ├╝berzeugte mich durch ein frisches Aroma, das von Zitrusnoten (v.a. Limette) gepr├Ągt und gleichwohl w├╝rzig ist, komplettiert durch eine nachhaltige Hopfenbitternote.

Das Bier wird ohne jedwede Zusatzaromen traditionell hergestellt. Es ist filtriert und macht auch in Farbe und Schaum einen sehr guten Eindruck. Im Gegensatz dazu ist der Propeller Nachtflug ein sehr gew├Âhnungsbed├╝rftiges dunkles Starkbier (9,1 Vol.%) der Machart Imperial Stout, das ich nur aus Schnapsgl├Ąschen zu trinken vermag. Die Bitternoten der R├Âstaromen plus S├╝├če und Alkohol verdichten sich zu einem derart intensiven Geschmackserlebnis, das unge├╝bten Gaumen wie dem meinen nur in gering dosierten Mengen zuzumuten ist. In jedem Fall aber eine Erkundung wert. Apropos wert: Billig sind die Propeller nicht. Im Online Shop der Brauerei kostet eine Kiste mit 18 Flaschen a 0,33 Liter sportliche 39,90 Euro, zuz├╝glich Versandkosten. F├╝r Bierliebhaber, die nicht nur quantitativ trinken, trotzdem zu empfehlen.

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