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Dienstag, 03. Januar 2017

Kocht die Jugend ihre Eltern ab? Ministerium stellt Ernährungsreport 2017 vor. Und der gibt Anlass zu Optimismus.

Deutschland, wie es isst ‚Äď so betitelt das Bundeministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft ihren Ern√§hrungsreport 2017. Erinnert entfernt an K√∂ln wie es singt und lacht, aber Anlass zum Lachen bietet der Bericht nicht, es sei denn, man hat vorher ein paar Haschkekse gegessen. Aber nein, geht ja gar nicht, Kekse will n√§mlich kaum einer mehr backen. Zumindest macht das Ministerium in seinem Bericht auf die mangelnde Bereitschaft der Bundeb√ľrger aufmerksam, selbst und frisch Essen zuzubereiten.

Schrieb ich gerade, der Bericht b√∂te keine Erheiterung? Okay, ich muss das revidieren. Vielleicht sind meine Lieblingskekse, die ich gerade zum Espresso knabbere, auch etwas angereichert. Wie auch immer ‚Äď unter der √úberschrift Stimmt’s oder nicht? gibt der Report reichlich Kostfaktisches zum Besten:

1. Mehr Frauen (63 %) als Männer (46 %) bevorzugen die schnelle und einfache Essenszubereitung.
2. Je √§lter die Deutschen sind, desto h√§ufiger trinken sie t√§glich Tee oder Kaffee, entsprechend fast alle √ľber 60-J√§hrigen (97 %)
3. Im Vergleich zu Männern achten Frauen häufiger auf Biosiegel (58 zu 39 %), Fairer-Handel-Siegel (52 zu 35 %) und auch auf Tierwohllabel (52 zu 40 %).
4. Menschen im Westen greifen h√§ufiger t√§glich zu S√ľ√üigkeiten (23%) als Ostdeutsche (11%). Entsprechend stehen Obst und Gem√ľse im Osten eher auf dem Speiseplan (82 %) als im Westen (73%).
5. Die gro√üe Mehrheit h√§lt vegane Lebensmittel auch auf lange Sicht f√ľr relevant (71 %). Gleichwohl stehen Zubereitungen mit Fleisch auf Platz 1 der aktuellen Lieblingsgerichte (53%).

Der kompottsurfer kann derartigen Umfragereports kaum etwas abgewinnen. Was um alles in der Welt hilft es dem Verbraucher, wenn er wei√ü, dass er mit zunehmendem Alter anf√§lliger f√ľr den Konsum von Kaffee und Tee wird? Oder, dass Frauen einfachere Essenszubereitung bevorzugen als M√§nner? Liegt das vielleicht einfach nur daran, dass Frauen meist diejenigen in der Familie sind, die deutlich h√§ufiger den Kochl√∂ffel schwingen und auch die Zutaten (Stichwort: Biosiegel, Punkt 3) besorgen m√ľssen? Nicht selten neben Beruf und Kindererziehung? Ob die Untersuchung diese Faktoren ber√ľcksichtigt hat, wagt der kompottsurfer mal zu bezweifeln. √úber das Erhebungsverfahren der Daten erf√§hrt der Leser n√§mlich herzlich wenig.

Wir lesen auch , dass 89% der Befragten ein Schulfach Ern√§hrung f√ľr w√ľnschenswert halten. Wie gut, dass Schulpolitik L√§ndersache ist. Da muss sich der Bund mit der Umsetzung nicht herum√§rgern. Gleichwohl stellt der Ern√§hrungsreport auch fest, dass es bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren einen gro√üen Trend zum Kochen gibt. W√§hrend sich also die Eltern Ern√§hrungslehre und Kochen als Schulf√§cher w√ľnschen, steht der Nachwuchs bereits mit Begeisterung am Herd. Macht die Jugend aus der Not eine Tugend? Weil Eltern und Gro√üeltern immer weniger Ahnung davon haben, wie man mit frischen Zutaten etwas Leckeres zubereitet? Komm’ mir jetzt keiner mit “die Eltern haben keine Zeit”. Denn ginge es danach, m√ľssten Sch√ľler, vor allem die vielen G8-Penn√§ler, einen gro√üen Bogen um den Herd machen. Tun sie aber nicht, wenn man den Umfrageergebnisse zumindest ansatzweise trauen kann. Und dank youtube-Kan√§len wie yumtamtam bekommen sie hilfreiche Tipps f√ľrs Zubereiten einfacher Gerichte serviert.

Auch wenn sich am Beispiel Jugendkochtrend mal ein interessanter Aspekt aus dem Umfragesumpf des Ern√§hrungsreports fischen l√§sst ‚Äď dem kompottsurfer w√§ren eine dichtere Lebensmittelkontrolle und Erhebungen √ľber Produktqualit√§t lieber als eine Ansammlung von Umfrageergebnissen, die eher f√ľr Industrie und Handel von Belang sind als f√ľr den Verbraucher.

So, Kekse sind alle. Jetzt wird gekocht.

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Samstag, 17. Januar 2015

Und immer wieder Keime: Putenfleisch vom Discounter belastet

Seit Jahren weist der kompottsurfer immer wieder auf die Gefahren hin, die von abgepacktem Fleisch aus dem Supermarkt ausgehen k√∂nnen. Vor allem Gefl√ľgel ist besonders anf√§llig f√ľr multiresistente Keime, ein Problem der Massentierhaltung in Agrarfabriken, denn die Tiere sind oft vollgedr√∂hnt mit Antibiotika, damit sie unter den krankheitsf√∂rdernden Bedingungen ihrer Haltung √ľberhaupt √ľberleben k√∂nnen. Stichproben des BUND haben diese Gefahr f√ľr unsere Ern√§hrung in einer aktuellen Untersuchungen nun erneut best√§tigt. Schon 2012 hatte der BUND nachweisen k√∂nnen, dass 50% der Stichproben von H√§hnchenfleisch keimbelastet waren. Nun geht es um Testk√§ufe von frischem, abgepacktem Putenfleisch in je f√ľnf Discountersuperm√§rkten in zw√∂lf¬† verschiedenen deutschen Gro√üst√§dten, die ergaben, dass 88 % aller Fleischproben entweder mit ESBL oder MRSA oder sogar mit Keimen beider Erreger belastet waren. Der kompottsurfer bleibt bei seiner Einsch√§tzung, dass es sich dabei keinesfalls um bedauernswerte Einzelf√§lle handelt, sondern dass die Ergebnisse Ausdruck eines Grundsatzproblems sind. Und appeliert an die Verbraucher, insbesondere Gefl√ľgel nur von Betrieben aus kontrolliert √∂kologischer Landwirtschaft zu beziehen.

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Sonntag, 10. August 2014

Auch das noch: Killerkeime im Grillfleisch

Wirklich verwunderlich ist es nicht, aber Schaudern l√§sst es einen als Grillfreund trotzdem: Nach einer Untersuchung im Auftrag der Bundestagsfraktion der Gr√ľnen wurde bei Stichproben von Grillfleisch aus Superm√§rkten das Bakterium Staphylococcus aureus nachgewiesen, auch bekannt als MRSA, dem multiresistenten Krankenhauskeim, der pro Jahr rund 30.000 Todesf√§lle in Deutschlands Krankenh√§usern verursachen soll. Das berichtet der Spiegel in seiner morgigen Ausgabe.

Der kompottsurfer hat in den letzten Jahren immer wieder auf diese Besorgnis erregende Entwicklung mit Keimen hingewiesen. Anfang 2012 betraf es den Verkauf von H√§hnchen, eine Untersuchung des BUND hatte damals das Problem auf den Tisch gebracht. Gegen Ende des gleichen Jahres deckte ein Reportage von ZDF-Zoom den Zusammenhang von Massentierhaltung und keimverseuchtem Tiefk√ľhlfleisch auf. In den letzten zwei Jahren ist also nichts passiert, um die Entwicklung aufzuhalten, und der kompottsurfer wagt die d√ľstere Prognose, dass wir angesichts hom√∂opathischer Kontrollen bisher nur der Spitze des Eisbergs sehen.

Weil auch an superbillig verkauftem Fleisch noch verdient wird, kann das nur zu Lasten der Qualit√§t in Produktion, Verarbeitung und Lagerung gehen. Und diese Lasten landen auf dem Teller. Die Verbraucher in Deutschland aber sind es, die das Gesch√§ft mit Billigfleisch erst m√∂glich machen. Im preisumk√§mpftesten Lebensmittelmarkt Europas tragen sie eine Mitverantwortung f√ľr diese Entwicklung. W√ľrde solches Fleisch nicht mehr gekauft, w√§re das Gesch√§ft mit dem Zeug auch nicht mehr lukrativ. Es wird h√∂chste Zeit, umzudenken.

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Donnerstag, 19. Juni 2014

Extra schmierig: Wie mit Spitzenqualitäten von Olivenöl betrogen wird.

Die Holzausgabe des Magazins stern widmet dem Thema Oliven√∂lbetrug seinen aktuellen Titel. Tats√§chlich tauchen schon seit Jahren immer wieder Belege daf√ľr auf, dass mit der Spitzenqualit√§t Extra Vergine systematisch betrogen wird und statt h√∂chster G√ľte oft nur Ranzware auf die Flasche kommt. Gerade mal 5 (!) Prozent aller Oliven√∂le, die in Europa unter dem Etikett “Spitzenqualit√§t” verkauft werden ‚Äď allen voran in Superm√§rkten ‚Äst sei wirklich top, zitiert der stern einen Branchenkenner. Der kompottsurfer berichtete Anfang 2012 mit Hinweis auf Enth√ľllungen der Zeitung La Repubblika √ľber den ersten Enth√ľllungsschub in diesem Skandal.

Der stern ist der Sache nun in einem sehr lesenswerten Beitrag umf√§nglich nachgegangen. Was den kompottsurfer im Rahmen der Geschichte am nachdenklichsten macht, ist aber nicht die Tatsache, dass da gef√§lscht wurde sondern vielmehr der Umstand, dass beispielsweise ein Handelskonzern wie REWE ‚Äď so das Blatt ‚Äď die Lieferkette ihrer √Ėle nicht nachvollziehen kann, und deshalb nicht wei√ü, ob Material von der in Italien durch die Justiz angeschuldigten √Ėlhandelsfirma Azienda Olearia Valpesana (AOV) in ihre Hauscuv√©e geflossen ist. Wenn es schon f√ľr einen Handelsriesen ‚Äď warum auch immer ‚Äď schwierig bis unm√∂glich ist, die Lieferketten bei Oliven√∂l nachzuvollziehen, mag man gar nicht dar√ľber nachdenken, wie schwierig es gar bei komplexeren Produkten sein k√∂nnte.

Der kompottsurfer kann den Artikel nur jedem ans Herz legen, der mehr zum Thema wissen will, vor allem auch, wie und woran man ein gutes Olivenöl erkennt.

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Donnerstag, 17. April 2014

Der besondere Karfreitagsfisch: Gefälscht und verwässert

Zugegeben ein heikles Thema am Tag vor dem fischigsten aller Feiertage in Deutschland. Aber da sich in den letzten Tagen die Meldungen √ľber Manipulationen beim Fischverkauf h√§uften, will der kompottsurfer das Ganze mal kurz zusammenfassen. Dass beim Fischverkauf manipuliert wird, ist so neu nicht. Schon seit Jahren werden immer wieder Betrugsf√§lle bekannt, die sich in der Machart gleichen. Entweder wird beim Gewicht mittels Wasserzugabe manipuliert, oder es wird gleich ein illegales Upgrade des Ausgangsprodukts vorgenommen. Im¬† letzten Jahr f√ľhrten die Tintenfischringe aus Schweined√§rmen die Liste der Verbrauchert√§uschungen an und sorgten f√ľr Aufsehen.

Jetzt ist mal wieder der Pangasius ins Netz der Kontrolleure gegangen. Die WDR2-Sendung Quintessenz berichtet von illegalem Gewichtstuning durch Zugabe von Wasser, die das Produkt um 20 bis 40 Prozent schwerer machten. Schon 2011 waren im Zusammenhang mit Pangasius unerfreuliche Untersuchungsergebnisse aufgetaucht, die allerdings vor allem durch ihre gesundheitsgefährdende Komponente erschreckten (der kompottsurfer berichtete).

Zudem berichtet das Magazin stern in seiner aktuellen Holzausgabe von einer Betrugswelle bei Edelfischen. Laut einer Studie des Max-Rubner-Instituts, so das Hamburger Blatt, werden vor allem Seezungenfilets im Restaurant gerne √ľber ihrem tats√§chlichen Wert verkauft, weil n√§mlich tats√§chlich ein ganz anderer Fisch serviert wird, zum Beispiel Pangasius (ja, da ist er wieder). An Fischtheken und in Tiefk√ľhltruhen wartet Atlantischer Bonito darauf, als Thunfisch verkauft zu werden. Und beim Kabeljau nehmen es die H√§ndler oft mit der Kennzeichnung nicht so genau, ob es sich n√§mlich um den teureren atlantischen oder den g√ľnstigeren pazifischen handelt. Wobei dabei die Frage nach der Bestandspflege von Kabeljau au√üen vor bleibt. Denn der Kabeljau ist in seinen Best√§nden stark gef√§hrdet, der atlantische angeblich noch extremer als der pazifische.

F√ľr alle, die etwas tiefer in den Fischgr√ľnden nach F√§lschungsmethoden angeln m√∂chten, empfiehlt der kompottsurfer einen alten, aber immer noch frischen Beitrag von Ulrich Pollmer via Deutschlandradio.

Und was essen wir nun Karfreitag? Nun ja, Pangasius schon mal nicht. Ein Veggie Day könnte das Problem lösen ;-) .

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Donnerstag, 02. Januar 2014

Espressomaschinen: Die Gefahr aus dem Siebtr√§ger. Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung mauert.

Da kommt der kompottsurfer ausgerechnet zwei Tage nach Silvester mit Blei. Aber das Blei ergie√üt sich nicht bedeutungsschwanger in amorphe Formen, es ergie√üt sich in unsere Espressotassen. Das Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung hat Erkenntnisse gewonnen, die Kaffeeliebhabern nicht schmecken werden. Einige Siebtr√§germaschinen, so das Institut, k√∂nnen √ľberh√∂hte Mengen Blei freisetzen, nachdem sie entkalkt worden seien.

Was nun alle Verbraucher erwarten, ist eine Liste der Ger√§te, bei denen das unter Umst√§nden extrem gesundheitsgef√§hrdende Schwermetall freigesetzt wird. Aber das Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung h√§lt sich bedeckt: “Eine Ver√∂ffentlichung der Produkt- und Herstellernamen ist nicht vorgesehen. Die Untersuchungen des BfR fanden im Rahmen eines Forschungsprojektes statt. Aufgrund der geringen Probenzahl sind die Daten nicht repr√§sentativ … .”

Die Begr√ľndung ist schon erstaunlich. Einerseits werden die Untersuchungsergebnisse ver√∂ffentlicht, aber die Bekanntgabe weitere Details dann mit Bezug auf die nicht repr√§sentative Datenlage verweigert. Leute, so geht das nicht. Wenn ihr schon ver√∂ffentlicht, dann bitte vollst√§ndig. Man stelle sich vor, die Beprobung eines Rohmilchk√§ses eines bestimmten Herstellers erg√§be den Hinweis auf Listerienbefall. Da w√ľrde nicht nur der Firmenname binnen k√ľrzester Zeit ver√∂ffentlicht, sondern auch eine Verzehrwarnung herausgegeben. Zu Recht! Unabh√§ngig davon, ob das Institut Zweifel an ihren eigenen Ergebnissen hat ‚Äď in einem Fall wie diesem, w√§re es n√∂tig, der Sache auf den Grund zu gehen und nicht nur darauf hinzuweisen, die Maschine nach dem Entkalken mehrmals mit klaren Wasser durchzusp√ľlen, was ja ohnehin selbstverst√§ndlich sein sollte.

Blei ist ein √ľbles Zeug, und wenn es sich bei einigen Maschinen aus unerfindlichen Gr√ľnden durch Entkalkung l√∂st, ist das wahrlich keine Angelegenheit mehr, die man herunterspielen darf.

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Montag, 23. September 2013

Wurde die Wahrheit √ľber EHEC vertuscht?

“Die Bundesregierung hat die Bev√∂lkerung beim weltweit gr√∂√üten EHEC-Ausbruch im Fr√ľhjahr 2011 bewusst get√§uscht.” Diese drastische Formulierung w√§hlten die Verantwortlichen von foodwatch nach Auswertung der Akten. Man k√∂nnte das jetzt f√ľr medienwirksame √úbertreibung halten, allerdings soll das zust√§ndige Robert-Koch-Institut (RKI) best√§tigt haben, dass die Ursachen der Epidemie, an deren Folgen in Deutschland 53 Menschen starben, weitgehend ungekl√§rt sind. Mindestens 87 Prozent aller gemeldeten EHEC-F√§lle sollen ohne Kl√§rung der Ansteckungsursache zu den Akten gelegt worden sein.

Der kompottsurfer hatte seinerzeit umf√§nglich √ľber die EHEC-Geschehnisse berichtet. Und es war damals schon abzusehen, dass die Kl√§rung der Ursachen kompliziert werden w√ľrde. Wenn aber nun das stimmt, was foodwatch behauptet, n√§mlich dass die Verlautbarung der Bundesregierung “Bockshornkleesamen aus √Ągypten sowie Sprossen und Keimlinge, die daraus gezogen wurden, waren f√ľr den Ausbruch verantwortlich” wider besseres Wissen herausgegeben wurde, dann ist das ein handfester Skandal. So soll eine Gesamtliste mit allen 3.842 EHEC-Erkrankungen, die Verbindungen zu dem Sprossenbetrieb aufzeigen, nie existiert haben. Wie foodwatch mitteilt, soll das RKI bereits eingestanden haben, lediglich 500 F√§lle seien untersucht und aufgelistet worden.

Was können wir daraus schließen? Beruhigungspillen sind anscheinend wichtiger als Aufklärungsarbeit. Die nächste Lebensmittelverseuchung wird kommen, und dann fliegt den Verantwortlichen vielleicht das unzureichende EHEC-Krisenmanagement um die Ohren.

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Donnerstag, 11. April 2013

Wo der kompottsurfer gerade so schön dabei ist: Phantomfleisch steht noch nicht auf der Warnliste

Gerade erst zu Erdbeergirlanden gebloggt, da galoppiert schon das n√§chste Problem herein. Phantomfleisch! Ja, manchmal liebe ich diese Zeitung! Was f√ľr eine wunderbare Wortsch√∂pfung f√ľr Lebensmittel, die seit 2011 von den Niederlanden aus in Deutschland fl√§chendeckend als Fleisch verkauft wurden. Der Skandal wurde erst vor wenigen Stunden √∂ffentlich. Was wirklich in diesem Phantomfleisch enthalten ist, wurde noch nicht bekannt gemacht. Da kann man nur sagen: Bitte, lass’ es Pferdefleisch sein. Und nicht die verwursteten Haxen von Nagetieren oder anderen Kreaturen, wie der kompottsurfer schon vor einigen Wochen in b√∂ser Vorahnung spekulierte. Klar scheint bisher nur, dass das verkaufte Fleisch falsch etikettiert wurde.

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Sonntag, 17. März 2013

Have a break …

Eindrucksvoll angerichtet: K√ľche im Haus Stemberg

Die Meldungen √ľber Lebensmittelskandale rei√üen nicht ab. Jetzt, wo anscheinend ein wenig mehr kontrolliert wird, werden immer mehr F√§lle offenbar, bei denen es nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Zuletzt wurde Antibiotika belastetes Putenfleisch entdeckt.

Was tun in dieser appititverderbenden Welt? Ein gutes Restaurant aufsuchen nat√ľrlich. Richtig Spa√ü macht dem kompottsurfer immer wieder das Velberter Haus Stemberg. Neben der hervorragenden K√ľche ist es auch die kleine aber hochinteressante und barmherzig kalkulierte Weinkarte, die einem zumindest f√ľr einen Abend Abstand zur schauderhaften Welt der Lebensmittelskandale gewinnen l√§sst. Der kompottsurfer meint: have a break …

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Montag, 25. Februar 2013

Betrug bei Bio-Eiern entlarvt einen noch größeren Skandal: Die Geheimhaltung des Problems seit 2011.

Eier-Skandal: Wenn Bio nicht Bio ist

Januar 2011. Dioxinskandal. Bei Eiern aus konventioneller Haltung wurden erh√∂hte Dioxinwerte festgestellt (der kompottsurfer berichtete). Der Skandal l√∂ste einen Boom auf Bio-Eier aus. Februar 2013. Millionen H√ľhnereier, die in Deutschland als Bio- oder Freilandeier verkauft worden sind, sollen nicht den vorgeschriebenen Normen entsprochen haben. √úber 200 Betriebe sollen in den Skandal verwickelt sein. Ein systematischer Betrug gegen√ľber dem Verbraucher.

Um den Betrug aufzudecken und die Ermittlungen nicht zu gef√§hrden, soll sich ‚Äď nach Angaben des Spiegel ‚Äď die seit September 2011 ermittelnde Staatsanwaltschaft Oldenburg entschieden haben, die Thematik nicht √∂ffentlich zu machen. Selbst am heutigen Montag, Stand 10.30 Uhr, ist noch keine offizielle Stellungname der Staatsanwaltschaft auf deren Internetseite zu finden. Der kompottsurfer fragt sich: Was ist da los? Wer entscheidet bei einer so hochsensiblen Problematik √ľberhaupt dar√ľber, dass Erkenntnisse geheimgehalten werden d√ľrfen? Vor allem √ľber einen derart langen Zeitraum. Ermittlungsbeh√∂rden? Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner? War sie eingeweiht? Wahrscheinlich nicht. Tja, da kommen mir doch gleich die Ereignisse um die rechtsextreme Terrorgruppe NSU hoch, auch wenn das, zugegeben, ein ganz anderer Kontext ist.

Der kompottsurfer vertritt in Fragen der Lebensmittelsicherheit eine glasklare Haltung: Nichts, wirklich nichts, darf bei derartig brisanten Problemen aus ermittlungstaktischen Gr√ľnden der √Ėffentlichkeit verheimlicht werden. Nach zwei Wochen mit zwei Lebensmittelskandalen bleibt nun die zutiefst ern√ľchternden Erkenntnis zur√ľck, dass es nicht nur erschreckende Kontrollm√§ngel bei Lebensmitteln (Pferdefleischskandal) gibt, sondern dass auch in F√§llen, wo bereits Erkenntnisse vorliegen, nicht gehandelt wird (Bio-Eier).

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