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Samstag, 28. Oktober 2017

Neue Staffel The Taste: Wenn nicht jetzt, Wan Tan?

Aus der Erfahrung mit der Vorstaffel ohne Tim Mälzer hab’ ich mir die ersten beiden Sendetermine der aktuellen 5. Staffel geschenkt. Für mich gehört zu The Taste auch eine fette Portion frecher Sprüche – vor allem beim nicht sonderlich spannenden Nominierungskochen. Und da fehlen eben Mälzers Schmähkritiken, die Kreationen schon mal als “verfurztes Popcorngericht” abservieren. Und Sprüche, wie die wahrscheinlich amüsanteste Einlassung der Sendungsgeschichte überhaupt: “Ente und Risotto macht man nicht? Wer sagt denn das? Die Entenpolizei?”

Die teilweise Angestrengtheit der Juroren schlägt leider auch auf die Kandidaten durch. Es ist so ein bisschen wie im Fußball, wo man die Typen mittlerweile mit der Lupe suchen muss, die neben ihren Fähigkeiten am Ball auch noch Eskapaden und coole Sprüche zu bieten haben. Alle so artig und zahm geworden. Eintracht Frankfurts einstiger Stürmer Jan-Aage Fjörtoft hat mal über seinen Trainer gesagt: “Ich weiß nicht, ob Felix Magath die Titanic gerettet hätte. Aber die Überlebenden wären auf jeden Fall topfit gewesen.” Warum nicht mal so einen Spruch über Roland Trettl machen?

Von mir aus steinigt mich, aber könnten sie bei The Taste nicht auch noch nach Belustigungsfaktor casten? Nach dem Motto: Es zählt nicht nur der Geschmack, sondern auch der Unterhaltungswert? Schließlich ist das Geruchs- und Geschmacksfernsehen noch nicht verbreitet. Da brauche ich als Zuschauer mehr. Also ich ganz persönlich jedenfalls.

Ein paar Lichtblicke gab’s aber doch. Als Frank Rosin die Hose runterlässt, weil irgendwas mit der Tonübertragung nicht funktioniert, sagt Cornelia Poletto trocken: “Das tut mir jetzt leid für euch.” Und Alexander Herrmann kommentiert einen Löffel mit dem Spruch: “Wenn nicht jetzt, Wan Tan.” Ja, ich stehe auf derartige Flachwitze. Also, geht doch. Gerne mehr davon. Gefühlte fünf Stunden Sendezeit sind sonst nur schwer durchzuhalten.

Einige der eingespielten Musikschnipsel gefallen mir übrigens richtig gut. In dieser dritten Runde war es Puff Daddys und Jimmy Pages “Come with me” aus dem legendären Godzilla-Soundtrack. Kurz danach sieht man Kandidat Christian mit einem so finsteren Blick, das man vermuten konnte, er wolle auf der Stelle irgendein Monster im Studio zur Strecke bringen. Dabei hat er nur den Worten des Gastjurors Hans Neuner gelauscht, der als Pflichtprodukte für die nächste Runde Seeigel, Jakobsmuschel und Taschenkrebs zur Auswahl gestellt hatte. Passte irgendwie.

In Sachen Quote sieht es noch etwas dürftig aus. Man ist mit 1,18 Mio Zuschauern noch reichlich weit von den Durchschnittswerten der Vorgängerstaffeln entfernt. Der Trend setzt sich fort, dass das Zuschauerinteresse über die Jahre nachgelassen hat. Von 1,98 Mio (2013) über 1,80 Mio  (2014), 1,64 Mio (2015) und 1,68 Mio (2016) jetzt unter 1,2 Mio. Ein wenig besser sollte es in den nächsten Runden noch werden, sonst könnte der Sendung möglicherweise der Quotentod drohen. Und das wäre, trotz aller Kritik an dieser Stelle, jammerschade. Ich gehe jedenfalls als Vorbild voran und schalte bei den nächsten Runden wieder ein. Wer was verpasst hat, findet in der Mediathek noch was zum Aufwärmen.

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Mittwoch, 11. Januar 2017

Kitchen Impossible: kompottsurfers Lieblingskochsendung mit neuer Staffel

Das wurde auch Zeit. VOX zeigt ab Ende Januar wieder neue, schräge Kochduelle mit Tim Mälzer und diversen Spitzenköchen als Herausforderer. Allen voran der Neuauflage seiner Schlacht mit Tim Raue dürften Fans entgegenfiebern. Maulheld oder Meisterkoch? Tim Mälzer reißt das Mundwerk jedenfalls im Vorfeld eines Duells gerne weit auf und wird dann wieder liefern müssen. Vielleicht braucht er das ja, um alles aus sich rausholen zu können. Und sichert damit nebenbei eine gute Quote für die Sendung. Denn der eine Teil des Publikums wird ihn gerne krachend scheitern sehen, der andere freut sich mit ihm über den Sieg – wie Fans des FC Bayern über einen Sieg ihrer Münchener.

Aber es gibt auch eine große Neuerung in der neuen Staffel, denn erstmals wird Mälzer nicht in jedem Duell zu sehen sein. Einige seiner einstigen Gegner werden untereinander wie auch gegen ganz neue Kombattanten antreten. Zu den mälzerfreien Duellen gehören Roland Trettl gegen Christian Lohse und Tim Raue gegen Meta Hiltebrand.

Die erste Folge wird am 29. Januar um 20.15 Uhr zu sehen sein.

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Donnerstag, 24. November 2016

The Taste: Marco gewinnt das Finale und 50.000 Euro

Die zäheste aller bisherigen Staffeln von The Taste  „isch over“, wie Finanzminister Schäuble sagen würde. Gab’s auf dem Weg ins diesjährige Finale überhaupt besonderes zu berichten? Ein bisschen schon. Zum Beispiel über Zuschauer, die geschockt auf Frank Rosins angeblich beleidigenden Umgang mit einem Kandidaten reagierten, weil der beim Verkosten einer Zubereitung den Geschmack von „alten Socken mit Mayo“ ausmachte. Sogar sein Rausschmiss wurde gefordert. Meine Güte, das ist eine TV-Show. Wenn ein Kandidat einen solchen Kommentar nicht aushält, dann sollte er besser gar nicht erst antreten.

Und sonst? Alexander Herrmann spielte im Halbfinale beleidigte Leberwurst, weil ihm ein Gastjurorenurteil nicht passte. Wirkte allerdings ein bisschen inszeniert das Ganze. Im Grunde viel Rauch um nix. Aber irgendwie musste man ja die Sendezeit vollkriegen. Ich mag den Typen trotzdem, für die lange Sendezeit kann er ja nichts.

Finale heute. In der ersten Runde gab’s sechs Aromenpaarungen zu beackern, die Gastjuror und Spitzenkoch Peter Maria Schnurr aus dem Restaurant Falco in Leipzig vorgab. Eine davon: Banane mit Nelken. Wollte keiner als Los ziehen, weil das gar nicht zusammengeht, wie alle meinten. Ob Schnurr immer aufmerksam den kompottsurfer aufmerksam gelesen hat? Könnte sein, obwohl man damit keinesfalls irgendeine Art von Ideenklau unterstellen kann. Gleichwohl wird Schurr 2007/2008 möglicherweise auch das Flavour-Pairing-Projekt nicht entgangen sein. Eine Idee des Wissenschaftlers Martin Lersch vom khymos blog, unterstützt von vielen anderen Bloggern und Küchenchefs weltweit. Unter dem Titel They Go Really Well Together (TGRWT) setzte er eine Mitmachaktion zu Aromenpaarungen mit Rezeptentwicklung auf. Und was gab es da in Folge #11 zu tun? Ja, man ahnt es schon: Kombiniere Banane mit Nelken!

Die sechs Verbliebenen der ursprünglich 16 Kandidaten lieferten in der ersten Finalrunde nicht schlecht ab, aber die Banane mit Nelke gefiel Schnurr nicht. Ihm war die Nelke zu dominant. Aber warum dann Schnurr am Ende nicht auch den zweiten von ihm kritisierten Löffel aussortierte, nämlich die Paarung von Tamarillo und Ziegenfrischkäse, sondern einen der vier hochgelobten, konkret die Leber mit Whisky. Muss man nicht verstehen. Coach Frank Rosin fügte sich als verantwortlicher Coach der zwei hier ausgeschiedenen Kandidaten gleichwohl unaufgeregt in sein Schicksal.

Marco und Frank also dann im Endspiel, nachdem Ex-Team-Coach Lea Linster als Gastjurorin zwischendrin noch zwei Kandidaten eliminieren musste. Mit den beiden kämpften schließlich auch die wohl größten Sympathieträger aus dem gesamten Kandidatenkreis um die Siegprämie von 50.000 Euro und die Bosch Smart Küche. Klarer Sieger: Marco aus dem Team von Alexander Herrmann. Es hat wohl nie in all’ den Staffeln einen Sieger gegeben, dessen Kochvermögen im Kandidatenkreis unumstrittener und dessen Sympathiewerte höher waren.
Und die Quoten waren zum Ende hin auch okay. Nur zäher als sonst zog es sich mit der Staffel leider trotzdem hin, aus Sicht des kompottsurfers. Wenn es eine weitere Staffel geben sollte, wovon man ausgehen darf, müsste man hier ansetzen. Ein bisschen mehr Pep wäre wünschenswert.

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Donnerstag, 03. November 2016

Wird Til Schweiger neuer Coach bei The Taste?

Vorerst wohl nicht, aber man sollte sich dazu mal Gedanken machen bei SAT.1. Der Unterhaltungswert von Staffel 4 hinkt nämlich merklich hinter den ersten drei Staffeln her als Tim “Motzkoffer” Mälzer noch für pikante Noten sorgte. Und da bei The Taste nur theoretisch der Geschmack zählt – das Aromafernsehen ist ja immer noch nicht erfunden – muss es für den Zuschauer der Unterhaltungsaspekt rausreißen. Leider hakt’s da derzeit. Zu wenig überraschende Momente, zu viel leeres Gerede, zu wenig Witz. Was sich auch in der eher mäßigen Quote widerspiegelt.

Aber warum ausgerechnet Til Schweiger? Nun, der Schauspieler mit dem neuen Hang zum berufsfremden Engagement hat mit seinem Gemischtwarenladen barefootliving auch die Küche entdeckt. Vorratsgläser, Butterdose, Tee, Wein, Servietten – fehlen eigentlich nur noch die Köttbullar. Ob die irgendwann auf der Karte seines gestern in Hamburg eröffneten Restaurants Barefood Deli landen, wird man abwarten müssen. Unwahrscheinlich ist das nicht. Eine türkische Frikadelle soll es bereits geben.

Til Schweiger und The Taste – das würde passen, und ich meine das sogar wirklich eine Prise ironiefrei. Expertise in Sachen Geschmack sollte vorhanden sein, zumal er sich ausdrücklich abseits der Gourmetküche positioniert. Das dürfte schon mal für eine gewisse Grundspannung zwischen den Coaches sorgen. Natürlich ist die Frage mehr als berechtigt, ob Til Schweiger den Leuten aus seinem Team kulinarisch etwas beibringen kann. Doch auch wenn nicht – er könnte die anderen Teams und Coaches so dermaßen unter Beschuss nehmen, dass die nichts Geschmackvolles mehr auf die Löffel kriegen, zumindest nicht rechtzeitig. Außerdem gäbe es in Sachen Produktplatzierung Kooperationsmöglichkeiten, was das Engagement Schweigers für den Sender finanzierbar machen könnte.

1996 traf ich übrigens bei der Eröffnung des Planet Hollywood in Berlin Arnold Schwarzenegger zum Interview. Arnold hatte damals – gemeinsam mit Sylvester Stallone, Bruce Willis, Demi Moore, Jackie Chan und anderen – in diese filmkulissenhafte Restaurantkette investiert. Wir aßen Burger und tranken Bier, dabei erzählte er mir von den Zeiten als er in einer Essener Muckibude trainiert hatte, irgendwann in den 1960ern. Und dass er Planet Hollywood als gutes Investment betrachte. Der spätere Gouverneur von Kalifornien ist bekannt für seinen guten Geschäftssinn, aber mit der Restaurantkette hatte er Pech. Nach einer zunächst phänomenalen Kursexplosion an der Börse, ging das Unternehmen 1999 in die Insolvenz.

Das wünscht man Til Schweiger nun wirklich nicht, ich jedenfalls nicht. Auch wenn ich seinen Ausflug auf das neue Geschäftsfeld seltsam finde. Aber er ist wahrlich nicht der einzige Schauspieler, der sein finanzielles Glück abseits des Filmgeschäfts sucht. Wer noch dabei ist, berichtete stern-online vor einer Weile hier.

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Montag, 07. März 2016

Mälzers Missionen: Warum Kitchen Impossible so gut und erfolgreich ist.

Und wieder ein neuer Quotenrekord für Kitchen Impossible: 2,23 Mio. Zuschauer sahen gestern Tim Mälzers Kochwettstreit gegen Tim Raue. Eine Konstellation, die es bereits in der Pilotsendung Ende 2014 gab, und die den kompottsurfer damals schon begeisterte. Und das zu schaffen ist wirklich schwierig geworden, mit Blick auf den großen Trend zur televisionären Allerweltskost, der das kulinarische Programm im Fernsehen beherrscht. Kein Wunder, dass bereits jetzt eine neue Staffel für 2017 bestätigt wurde.

Nachdem Mälzer am vorletzten Sonntag in einer interessanten Auseinandersetzung mit dem einstigen Dreisternekoch Juan Amador obsiegte, der aber ein wenig die Würze fehlte, weil Mälzer zu demütig gegenüber Amador wirkte, bekam es der Hamburger gestern wieder mit seinem Berliner Freund Tim Raue zu tun. Ein Kampf, der in einer offenen Seeschlacht gipfelte als Mälzer auf Raues Geheiß in der Kombüse eines Militärbootes der Bundesmarine Erbsensuppe kochen musste. Sogar bei dieser scheinbar einfachen Aufgabe konnte man als Zuschauer etwas lernen, zum Beispiel, mit welchen Tricks man grüne Farbe in einen graustichigen Erbseneintopf bekommt (Kurkuma). Vielmehr aber verfiel man in Lachanfälle, als Mälzer in Uniform und orangefarbener Rettungsweste auf dem Deck herumstolperte. Raue kriegte sich überhaupt nicht wieder ein als er die Bilder sah. Schwimmflügelchen an Mälzers Oberarmen hätten kaum alberner aussehen können.

Ja, auch die Prise Albernheit macht die Unterhaltsamkeit aus, die der Zuschauer geboten bekommt. Aber das bleibt eher die Ausnahme. Kitchen Impossible zeigt Kochen als Grenzerfahrung, als besondere Herausforderung selbst für gestandene Spitzenköche. Da stehen die Stars der Branche plötzlich am Herd und schwitzen angesichts der Herausforderung genauso wie der Hobbykoch, der daheim für seine Freunde was Besonderes auftischen will. Was die Sendung außerdem vermittelt ist der Mut zur Lücke, zur Improvisation, den man als guter Koch haben muss, egal ob man in der Freizeitliga brutzelt oder im Sternelokal.

Dann wäre da noch das Kennenlernen neuer Zutaten, weitgehend unbekannter Zubereitungstechniken und Kochtraditionen. Alles das nicht oberlehrermäßig serviert, sondern kurzweilig und unterhaltsam. Dabei steht die Idee im Mittelpunkt Gerichte nachzukochen, die entweder in der Zubereitung besonders herausfordernd sind, oder bei denen die Beschaffung der Zutaten oder die Begleitumstände der Zubereitung in irgendeiner Küche irgendwo in Europa die Kombattenten zur Verzweiflung bringen. Wer mit einer Aufgabe betraut ist, kennt das Rezept des Essens nicht, er kann nur versuchen, es durch ansehen und probieren zu entschlüsseln. Wie gut die Aufgabe schließlich gelöst wurde, darüber entscheidet eine Jury vor Ort, mit Juroren, die das Original bestens kennen.

Gestern gewann Raue gegen Mälzer. Im Duell der Großschnauzer steht es nach dem Hinspiel 2014 jetzt 1:1. Aber die Ergebnisse runden die Sendung nur ab. Die Geschichten selbst sind es, die Kitchen Impossible die Würze geben. Nächsten Sonntag muss Tim Mälzer im letzten Staffelduell gegen Roland Trettl antreten. Sollte man nicht verpassen. Wer das Spektakel gestern verpasst hat, guckt hier:

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Samstag, 23. Januar 2016

Nelson Müller und ein kurioser Vorwurf zur Schleichwerbung im ZDF

Kurz vor Weihnachten im ZDF. Benefizgala für die kirchlichen Hilfswerke “Misereor” und “Brot für die WELT”. Moderatorin Carmen Nebel hat den Essener Sterne- und Fernsehkoch Nelson Müller an der Seite und redet mit ihm über ein besonderes Produkt: Quinoa. Ein Pseudogetreide, das in Koch- und Gesundheitsmagazinen derzeit gleichermaßen gefeiert wird. Auch der kompottsurfer berichtete im vergangenen Frühjahr darüber. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht in der auch als Inkareis bezeichneten, robusten Pflanze sogar eine Chance gegen den Welthunger. Quinoa ist reich an pflanzlichem Eiweiß, Kohlenhydraten und Ballaststoffen.

Warum nun der Ärger, der – laut Mediendienst kress – bei einer Hilfsorganisation und beim Verband Privater Rundfunk und Telemedien laut wurde? Nun, es soll Schleichwerbung gewesen sein, was da berichtet wurde, weil Müller angeblich Testimonial eines bekannten Gelsenkirchener Unternehmens sei, das neben diversen getrockneten Hülsenfrüchten auch Quinoa vermarktet. Allerdings ist dieses Engagement seit vielen Jahren beendet, lässt Müller mitteilen und versteht die Aufregung nicht.

Tatsächlich hätte es Geschmäckle, wenn die Geschichte wirklich als unbezahltes Product Placement ins öffentlich-rechtliche Programm geschleust worden wäre. Aber der kompottsurfer sieht in diesem Fall keinen Grund, die Juristen-Kavallerie zu rufen. Wundert sich dagegen viel mehr über so manch’ merkwürdigen Umgang mit Product Placement in öffentlich-rechtlichen Produktionen. Da werden die Herstellerlogos von Computern – zum Beispiel im Tatort – unkenntlich gemacht, gleichwohl cruisen die Kommissare zumeist mit höchst wiedererkennbaren Autos durch die Gegend, wenn man mal von den Kölner Kollegen Schenk und Ballauf absieht. Und von der Sportberichterstattung wollen wir gar nicht erst reden. Wie oft da unbezahlt Produktnamen im Bild sind – nicht zuletzt bei Interviews mit Sportlern und Trainern, die ihre Kleidung als Werbefläche vermarkten – kann man kaum noch zählen.

Wird Zeit, dass der Umgang mit solchen Dingen mal einheitlich geregelt wird – und zwar handhabbar.

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Mittwoch, 27. Mai 2015

Rachs neues Format im ZDF und eine Fischsuppe mit Fleischeinlage

Da ist er wieder, der ehemalige Sternekoch und einstige Chef des Hamburger Restaurants Tafelhaus Christian Rach. Diesmal in Mission als Rach & die Restaurantgründer fürs ZDF. Rettete er seinerzeit für RTL Restaurants aus dem laufenden Betrieb zumindest kurzfristig vor dem Abgrund, so will er jetzt Restaurantgründer davor bewahren, gleich vom Start weg mit ungebremster Ahnungslosigkeit in die Katastrophe zu rauschen.

Aber sonderlich anders als der Vorläufer auf RTL schaut das trotzdem nicht aus, was da vom Mainzer Sender am Dienstag zur besten abendlichen Sendezeit ins Quotenrennen geschickt wird. Würde das kleine ZDF-Logo am Bildrand fehlen – der Zuschauer könnte glauben, er sähe eine alte Folge Rach, der Restauranttester. Entsprechend mau war auch das Einspielergebnis der ersten Folge, deren unterhaltsamste Szene für den kompottsurfer aus einem Zitat der geplanten Speisekarte bestand: Fischsuppe mit Fleischeinlage. Nur 2,49 Millionen Zuschauer wollten Rach in seiner leicht modifizierten Rolle sehen, was unter dem Senderdurchschnitt liegt.

Der kompottsurfer ist sicher, dass Rachs Knowhow vielen Gastronomen und solchen, die es werden wollen weiterhelfen kann. Aber die x-te Version dieser Idee ins Fernsehprogramm zu hieven ist nun wirklich überflüssig. Da ist der Rundfunkbeitrag, der für die Rechte zur Ausstrahlung der Champions-League aufgewendet wird, besser angelegt als der für die Produktion von Aufgüssen. Warum nicht mal was wirklich Neues in Sachen Ernährung & Genuss auf den Schirm bringen? Und warum sollte das nicht auch mit Rach gehen? Na ja, möglicherweise fehlt es in Mainz an Mut und Ideen.

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Freitag, 19. Dezember 2014

Sie nennen es Friendchise: Düsseldorfs Burgermeister Selim Varol kooperiert mit Tim Mälzer in Hamburg

“Wir wollen nicht der nächste Mc Donalds werden,” sagt ein grinsender Selim Varol, der auf der Immermannstraße in Düsseldorf sein What’s Beef?!-Konzept etablierte und nun auf Expansionskurs geht. Quer durch die Republik sollen neue Dependancen entstehen. In Form von “Partnerschaften auf Augenhöhe” mit anderen Gastronomen. Friendchise nennt er das. Aber zunächst wird in Düsseldorf ein Ableger installiert. Im traditionsreichen Rheinpark-Café, geführt von Keyvan Saghafi. Ab März 2015 soll es dort losgehen.

What’s Beef?! hat aus Sicht des kompottsurfers eine nahezu perfekte Lösung gefunden, wie man im aktuellen Burgertrend nicht nur bestehen sondern herausragen kann. Das Zauberwort heißt Qualität. Das Rindfleisch stammt von vertrauenswürdigen Produzenten aus der Region, das Wagyu Beef von einer namhaften Farm aus den Niederlanden. Gewolft wird das Fleisch im Restaurant, wo auch Macarons und Brötchen selbst gebacken werden. Und das alles handwerklich professionell. Allein in seinem Düsseldorfer Urbetrieb arbeiten zehn ausgebildete Köche. Vorbildlich ist, dass Selim Varol ein vollkommen transparantes Geschäft betreiben und auf diese Weise zusätzliches Vetrauen schaffen will, in einem Markt der durch die Zustände in den industriellen Burgerkettenbetrieben schon lange ein angeschlagenes Image hat. “Ich würde nie etwas servieren, was ich selbst nicht essen würde,” sagt Varol. Und: “Wir veröffentlichen auch, wie wir kalkulieren.” Einen Bringdienst von What’s Beef wird es aber nicht geben. “Die Leute sollen für ihr Essen noch rausgehen und jagen.”

Wenn im kommenden Jahr Selim Varol mit seinem Kumpel Tim Mälzer gemeinsame Sache macht, wird das in einem Hamburger What’s-Beef?!-Laden münden, der wie alle in den nächsten drei Jahren noch geplanten Niederlassungen nicht nur Burgerkultur bieten sondern auch Street Art Gallery sein soll. Mit Mälzers geplanten Düsseldorfer Lokal “Hausmann’s” hat Selim Varol allerdings nichts zu tun.

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Sonntag, 07. Dezember 2014

Gästeüberwachung im Sternelokal? Nelson Müller wehrt sich gegen Kritik.

Ausgerechnet Nelson Müller. Der sympathische Sterne- und Fernsehkoch aus Essen muss sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen, Mitarbeiter und Gäste in seinem Lokal Müllers an der Rü gefilmt zu haben. Im Hamburger Wirtschaftsmagazin Bilanz fällt sogar die Vokabel Bespitzelung. Ein Sprecher des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW (LDI) bestätigt eine anonyme Beschwerde in dieser Angelegenheit.

Laut Bilanz bestreitet Müllers Anwalt Heiko Pleines allerdings jede Form der Bespitzelung von Mitarbeitern und Gästen, nicht aber die Existenz von Überwachungskameras. Die aber sollen ausschließlich der Bekämpfung von Diebstählen gegolten haben. Müller habe mit seinem Mobiltelefon auf die Kameras zugreifen können, heißt es weiter. Von wem die Information genau stammt, ist nicht bekannt. Es soll sich aber um ehemalige Mitarbeiter handeln, die dem LDI einen entsprechenden Hinweis gaben.  Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) erklärte der Sprecher des LDI NRW: „Es darf keine permanente Verhaltens- und Leistungskontrolle geben.“ Außerdem dürften Gäste selbstverständlich nicht beim Speisen oder an den Tischen gefilmt werden.

Dem kompottsurfer liegen Informationen vor, dass nicht nur bei Nelson Müller Kameras eingesetzt wurden, sondern auch in dem ein oder anderen weiteren Spitzenrestaurant. Dabei soll es sich in erster Linie um Kameras handeln, mit denen man von der Küche aus den Gästebereich überblicken kann. Allerdings werden davon weder Aufzeichnungen angelegt, noch gibt es Mikrofone im Gästeraum. Der kompottsurfer ist der Ansicht, dass man keine pauschalen Urteile über die Kameraüberwachung fällen kann. Dass die Küche Einblick in den Gastraum hat, kann organisatorisch sinnvoll sein und den Köchen außerdem den Eindruck vermitteln, nicht anonym für irgendwen zu kochen. Der Fairness halber wäre es aber schon angezeigt, einen entsprechenden Hinweis an der Eingangstür anzubringen. Man wird sehen, wie das Ganze im Fall Nelson Müller weitergeht.

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Donnerstag, 06. November 2014

The Taste: Teamwork und Fairplay. Der kompottsurfer ist gerührt.

Keine Ironie, der kompottsurfer ist tatsächlich gerührt, wie fair die Kandidaten in den gestrigen Runden miteinander umgegangen sind, ja, wie sie sogar Konkurrenten aus anderen Teams unterstützten. Auch wenn die Sendung letzten Endes als Wettkampf zwischen Einzelkämpfern inszeniert ist, so wurde gestern klar, dass Kochen auf höherem Niveau Mannschaftsport bleibt. Und wenn dann auch noch die Trainer ein bisschen Zurückhaltung üben, entsteht tatsächlich der Eindruck, dass es bei The Taste nicht nur um den Geschmack geht, wie immer wieder betont wird, sondern auch um den Spaß am Kochen, um Experimentierfreude und um ein Gemeinschaftserlebnis.

Klar, man mag bedauern, dass die Coaches Frank Rosin und Tim Mälzer ihre Wortgefechte nahezu auf Waffenstillstandsniveau heruntergefahren haben, aber das hat auch sein Gutes, denn was zu Beginn der Staffel noch unterhaltsam sein kann, nutzt sich schnell ab. Bedauerlich ist, dass Kai aus Lea Linsters Team hinausflog, obwohl nicht er seinen Einstiegslöffel beim Kochen nach Kontrasten vergurkt hatte, sondern Carine. Ende vom Lied: Weil Coach Lea Linster zu entscheiden hatte, wer aus ihrem Team gehen muss, entschied sie sich – nach eigenem Bekunden – für Harmonie mit Carine statt für mögliche Reibung mit Kai. Mit fatalen Folgen. Carine flog im Entscheidungskochen raus, und Lea hat nun keinen Kandidaten mehr im kommenden Halbfinale. Frank Rosin ist noch mit Tattoo Timo im Rennen, Tim Mälzer hat noch Ole und Malte dabei, und Alexander Doktor Herrmann kann sogar noch mit drei seiner ursprünglich vier Kandidaten um den Sieg kochen.

Auf Facebook wird das Geschehen, wie immer, heiß diskutiert. Und Lea bekommt reichlich auf die Kochmütze. “Selbst Schuld Frau Lea Linster!” heißt es da, und “Leas Entscheidung absolut kirre, hat mit Kai einen der stärksten Teilnehmer rausgeworfen”, oder auch “Lea hat ihr Team selber ruiniert, von Anfang an”. Es gibt längst Forderungen, Lea Linster durch Steffen Henssler ersetzen zu lassen. Aber nein, drei Kerls reichen. Ein noch höherer Testosteronspiegel der Sendung würde zudem die zulässigen Grenzwerte der kompottsurfer-Kontrollbehörde bei weitem überschreiten. Sollte der Sender eine Umbesetzung der Coaches erwägen, dann vielleicht mit einem Austausch von Lea Linster durch Cornelia Poletto oder Sarah Wiener. Sie kochen vielleicht nicht so gut wie Lea, aber möglicherweise haben sie mehr zu sagen und ein besseres Händchen im Umgang mit ihren Schützlingen.

Was bleibt? Klar, die Frage nach dem Favoriten. Sechs Kandidaten sind noch dabei, nur einer ist echter Hobbykoch, alle anderen sind mehr oder weniger Profis. Der kompottsurfer setzt auf Ole aus Hamburg. Erstmal. Dann wird es darum gehen, dass Thema Liebe zu interpretieren. Dreisternekoch Thomas Bühner aus dem Osnabrücker La Vie wird dabei als Special Guest die erste Runde beurteilen und bei der zweiten Runde den Sieger aus der ersten Runde unterstützen. Der kompottsurfer traf Thomas Bühner erst vor wenigenTagen bei der Busche Gala im Breidenbacher Hof. Über die Sendung hat er natürlich noch nichts verraten.

Beim Finale wird dann Heiko Antoniewicz als einer von zwei Gastjuroren am Start sein und zum Thema Aromenharmonie urteilen. Unter anderem am konkreten Beispiel Banane und Petersilie, einer Kreation, die der kompottsurfer 2007 im Rahmen von Martin Lerschs Flavour Pairing Experimente schon mal zum Thema hatte und die später auch in unserem Buch Verwegen Kochen Eingang fand.

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